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{Herbst 832} Das Freundschaftsrennen - Ankunft
01-15-2025, 02:56 PM,
Beitrag #1
{Herbst 832} Das Freundschaftsrennen - Ankunft
[Bild: Wagenrennen.jpg]
**


Der Tag des Freundschaftsrennen war unweigerlich näher gekommen. Furius Saturninus war eingeladen worden, und er hatte die Sportsfreunde von der Veneta, die sich einige Zeit freimachen konnten,  mitgebracht, so dass er doch mit sechs Mann einritt. Er selbst war auch nur der Vicarius, der Dominus Factionis war der junge Marcus Nautius Philus. Und selbstverständlich hatte er seine Pferde dabei, die sich - klug wie sie waren - sofort zu Frowin drängten und ihre Köpfe an ihm rieben und ihm ins Gesicht bliesen:  Den klugen Minos, der temperamentvolle Mandan, und die beiden Wallache Marinel und Malachit, die mit ihrem sanften Wesen Ruhe in jede Pferdeherde brachten.
Eisu Ap Comux hatte viele Schlafmöglichkeiten richten und bequem gemacht, denn die Römer brachten auch Sklaven mit, und Nisca und die anderen Mägde hatten sehr viel zu tun, um alle zu ihrer Zufriedenheit unterzubringen . *

Eisu Ap Comux sprühte vor guter Laune. Gabinia Clara war sein geschätzter Gast, und nun würde er das wahrhaft fürstliche Vergnügen haben, ihr seine Künste als Wagenlenker zu beweisen. Bei den Kelten war ein Auriga weniger ein Athlet als ein adliges Amt, und sein Vater war der Wagenlenker des Königs Cati der Dobunni.

Er hatte eine Sklavin zu Gabinia Clara geschickt, um ihr mitzuteilen, dass die Gäste da waren, und Nisca zu Frowin, damit auch er wusste, dass sein Herr angekommen war.  Er selbst stand breitlächelnd am Tor:
"SAlve edler Saturninus und Begleiter!", grüßte er: "Ich hoffe, dass deine Reise angenehm verlaufen ist. Bitte lasst euch alle zu euren Quartieren führen und euch im Sommerbad erquicken, bevor ich euch zum Mahl in der Großen Halle laden kann!"
Der Furius war der Ranghöchste, weshalb Eisu ihm sein eigenes Cubiculum überlassen würde. Die anderen Herren mussten mit dem Schlafsaal vorlieb nehmen.
Dann ließ er sich die Römer vorstellen, und begrüßte jeden einzelnen von ihnen noch einmal freundlich.


* Sim off: Noch sind wir erst im Spätsommer  ** Bildnachweis:  AnonymousUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons, von mir bearbeitet

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01-16-2025, 11:16 AM,
Beitrag #2
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
Auch Saturninus begrüßte den keltischen Fürsten: 
"Salve werter Claudius Dobunnus!", er verwendete nun Eisu Ap Comux römischen Namen, den dessen Vater schon  zu Ehren des Kaiser Claudius angenommen hatte:
"Wir danken für die Einladung und Gastfreundschaft. Ich hoffe Frowin befindet sich wohl. Ich habe ihm aus Iscalis seinen Konkurrenten mitgebracht", Saturninus lachte jetzt und wies auf den jungen blonden Helios, der ihn begleitete. Er war der Rennfahrer von Plautius Montanus. Aber außerhalb der Rennbahn verstanden sie sich gut, soweit der Furius mitbekommen hatte:
"Helios, Auriga von den Weißen"
Dann stellte Saturninus seinem Gastgeber die übrigen Herren nach ihrem Rang geordnet vor. Um dem Comux Hof nicht ganz und gar zur Last zu fallen, hatten sie auch Vorräte mitgebracht, darunter einige sehr vielversprechend aussehende Weinamphoren, die nun ausgeladen und verstaut wurden.
[Bild: 3_18_08_22_2_20_05.png]
[Bild: 3_15_08_22_9_31_55.png]

Honoratior von Iscalis
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01-16-2025, 07:32 PM,
Beitrag #3
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
>>> Während des Ritts zur Villa Furia hatte Hélios den Worten Nikes aufmerksam gelauscht. Natürlich wusste er instinktiv worauf Nikes Worte abzielten. Er sollte Augen und Ohren für seinen Dominus sein und sämtliches Wissen aufsaugen, wie ein Schwamm. Um jenes Wissen und die Erkenntnis der gegnerischen Circuspartei an das geneigte Ohr seines Dominus dringen zu lassen. Bei diesem Gedanken huschte ein feines Schmunzeln über Hélios Lippen. Als er mit Bedauern im Blick der eleganten Nike nachblickte, die sich grazil vom Pferderücken gleiten ließ. “Unser Dominus kann sich auf mich verlassen.“ Versicherte der Blondschopf und nickte Nike noch einmal zum Verständnis zu. Während er noch einmal überprüfte ob die Bettrolle und die sonstigen Utensilien auch fein säuberlich auf dem kräftigen Braunen befestigt waren. Nichts wäre schrecklicher, sollte er seine Bettrolle zum Beispiel während des Ritts verlieren. Die kleine Statue eines Bronzepferdes befand sich sicher verstaut in einer der Satteltaschen. “Dankeschön Nike.“ Murmelte Hélios der plautischen Cubicularia nach, als diese geschwinden Schrittes die Straße entlang ging. Sich auf den Rückweg zu ihrem Dominus begab. Und Hélios wartete auf den Furier, dessen Gefolge er sich anschließen sollte.

Wie Nike versichert hatte war Bora ein Prachtkerl. Stämmig seine Statur und dennoch war da ein gewisses Feuer in seinen Augen, dass Hélios still vor sich hin lächeln ließ. Dieser Wallach aus Hispania hatte wahrlich Zunder im Hintern und war garantiert kein lahmer Gaul. Die Reise in das Dobunni-Land verlief ohne Zwischenfälle oder dergleichen. Je weiter sie sich aus Iscalis entfernten, desto grüner wurde die Landschaft. Zwar war die Landschaft in Iscalis schon grün, doch hier in diesem Landstrich grünte es regelrecht an allen Ecken und Enden. Und so richtete sich Hélios immer wieder im Sattel auf, um mit zusammen gekniffenen Augen in sämtliche Himmelsrichtungen zu spähen. Bei seiner Rückkehr würde er seinem Dominus unbedingt überschwänglich danken müssen, dass er ihm diese Reise ermöglichte. Auch wenn der Plautier einen expliziten Auftrag in das Gedächtnis des Germanen gepflanzt hatte und Hélios mit Ergebnissen zurückkommen sollte.

Schließlich erreichte die Gruppe den Hof des Eisu Ap Comux und Hélios blickte sich auch hier sofort mit einem neugierigen funkeln in seinen Augen um. Geschmeidig rutschte er aus dem Sattel des hispanischen Wallach und strich diesem zart über den Hals, während er Bora am Zügel bei sich hielt. Im Hintergrund wartend. Schließlich war er doch nur Sklave eines Römers, wenngleich nicht der Furier sein Herr war. Und wo steckte überhaupt Frowin? Unauffällig linste Hélios von links nach rechts, ob er nicht irgendwo den kupferhaarigen Kelten entdecken konnte. Seinen Centaurus. Bei dem Gedanken an Frowin umspielte ein hauchfeines Lächeln die Lippen des Germanen, während er im nächsten Moment seine Hand ausstreckte, um Boras Kopf sanft beiseite zu schieben. Denn der Wallach begann an ihm zu schnuppern, ob er nicht vielleicht eine Köstlichkeit in seinen Taschen verborgen hatte. Da entsann sich der Blonde an das Geschenk, dass er für den Ausrichter des Rennens eingepackt bekam. Bei passender Gelegenheit würde Hélios die Pferdestatue aus Bronze an den Kelten übergeben.

Als der Furier ihn dann schließlich dem keltischen Fürsten vorstellte, errötete Hélios leicht und trat etwas zur Seite, so dass man einen besseren Blick auf ihn haben konnte und er nicht zur Gänze hinter dem kräftigen Wallach versteckt blieb. “Es ist mir eine Ehre und wahrlich eine große Freude.“ Antwortete Hélios und neigte seinen Kopf in respektvoller Geste. Um seinen Wallach würde er sich natürlich selbst kümmern und um sämtliche anfallenden Arbeiten rund um die prächtigen Vierbeiner, wenn dies gewünscht war.
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01-16-2025, 07:51 PM,
Beitrag #4
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
Frowin hatte diesen Tag herbeigesehnt und gefürchtet. Die letzten Wochen auf Eisus Hof waren eine Befreiung gewesen, die endgültig die Schatten seiner letzten Niederlage aus seinem Gemüt vertrieben hatte. Denn er war sich stets bewusst gewesen, dass sein Dominus nur wieder enttäuscht sein musste, um ihn wieder zu strafen und womöglich endgültig aus dem Dienst als Auriga zu entlassen.
Sicher, er hatte neue Verantwortung erhalten. Er sollte bald neue Fahrer einkaufen. Und auch davor graute es ihm.
Doch die Zeit bei Eisu, seinem Freund und Konkurrenten, hatte ihn angespornt und er hatte großen Spaß gehabt beim gemeinsamen Training und ihren bisherigen Übungsrennen. Die Tiere der Kelten waren mächtiger als jene, die er kannte, doch auch schwieriger zu handhaben. Sie waren eine Herausforderung gewesen, die ihm lieb gewesen war. Denn so hatte er sich wieder erproben und zu alter Stärke und Selbstbewusstsein zurückfinden können. Doch er war froh, nun seine geliebten Gefährten auf der Rennbahn wiederzusehen. Sein Dominus hatte sie wirklich mitgebracht!
"Salve, Dominus", grüßte nun auch er, sobald er ankam. Er erkannte einige aus dem Rennstall wieder - die römischen Mitglieder, mit denen er bei der Gründung so ordentlich gezecht hatte. Auch Nautius Philus war vor Ort, der ihm grinsend zunickte. "Und auch euch allen. Sieh an, sogar Helios ist dabei. Sei gegrüßt!"
Er ließ sich ihr Stelldichein natürlich nicht anmerken. Sicher hatte er was übrig für den anderen, aber zunächst einmal war Nisca gleich neben ihm und zum anderen wollte er nicht vor aller Augen mit ihm flirten, wo sie eigentlich Konkurrenten waren.
"Ich hoffe, der Ritt war nicht zu lang? Er hat sich gelohnt, versprochen. Dieser Hof ist großartig und weit. Und das Rennen wird aufregend."
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01-18-2025, 07:29 PM,
Beitrag #5
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
" Edler Furius Saturninus", sprach Eisu Ap Comux lächelnd und nahm ihn bei den Unterarmen zum Zeichen der Freundschaft: 
" Soviel blauen Glanz hätte ich hier nicht erwartet. Und der edle Nautius Philus, willkommen! Du wirst dir das beste Zimmer auf dem Hof mit Herren Furius teilen"
Sein Blick fiel auf den blonden Germanen:
" Helios ist ja kein Name aus den Landen der grimmigen Götter und Schneewinter", sagte er:
"Du musst mir erzählen, wie du an den Namen des griechischen Sonnengottes gekommen bist! Und du bist also der Spion von der Albata?"
Wie alle Kelten spottete Eisu gerne, und er lachte auch gleich herzlich:
"Sei mir willkommen!"
Dann kam Frowin hinzu, und auch wenn der Junge lebendig erzählte und fröhlich war, schien es Eisu Ap Comux so, als gäbe es eine kleine Änderung in seinem Betragen, ganz so, als würde sich eine kleine Wolke vor die strahlende Sonne schieben. Eisu bedauerte das, er hatte den immer hilfsbereiten und freundlichen Gallier liebgewonnen. Am liebsten hätte er ihn freigekauft, aber er glaubte nicht, dass Saturninus einen so wertvollen Sklaven hergeben würde. Vielleicht konnte man ihn dazu bringen, auf dessen Freiheit zu wetten? Dann dürfte aber Frowin selbst nicht mitfahren, sonst könnte man ihm schnell Schiebung unterstellen? Vielleicht wenn dieser Helios gegen... ihn selbst fuhr?
Eisu Ap Comux kratzte sich im Genick und nachdenklich blieb sein Blick an Saturninus, Helios und Frowin hängen:
"Fährst du auch denn ab und zu auch nicht professionelle Wagenrennen, edler Nautius Philus?", begann er nun mit dem Dominus Factionis der Veneta ein Gespräch,  der ein sehr ansprechender blonder Patrizier war.
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01-20-2025, 03:39 PM,
Beitrag #6
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
(01-16-2025, 07:51 PM)Frowin schrieb: "Salve, Dominus", grüßte nun auch er, sobald er ankam. Er erkannte einige aus dem Rennstall wieder - die römischen Mitglieder, mit denen er bei der Gründung so ordentlich gezecht hatte. Auch Nautius Philus war vor Ort, der ihm grinsend zunickte. "Und auch euch allen. Sieh an, sogar Helios ist dabei. Sei gegrüßt!"
Er ließ sich ihr Stelldichein natürlich nicht anmerken. Sicher hatte er was übrig für den anderen, aber zunächst einmal war Nisca gleich neben ihm und zum anderen wollte er nicht vor aller Augen mit ihm flirten, wo sie eigentlich Konkurrenten waren.
"Ich hoffe, der Ritt war nicht zu lang? Er hat sich gelohnt, versprochen. Dieser Hof ist großartig und weit. Und das Rennen wird aufregend."

"Mein lieber Frowin!", sagte Saturninus: "Die Pferde und ich freuen sich gleichermaßen, dich zu sehen, auch wenn ich dir nicht ins Gesicht schnauben werde!", er lachte und klopfte dem Sklaven auf die Schultern: "Du siehst gut aus!"
Frowin war schlank und rank wie eh und jäh, aber er hatte Farbe bekommen und seine Haltung zeigte ein neues Selbstbewusstsein. Der liebe Junge wurde zum Mann. Der Furius, der für so etwas einen scharfen Blick hatte, bemerkte auch Nisca, die reizende junge Keltin, die ab und zu zu Frowin hinschaute, obwohl sie eigentlich am Abladen des Wagens war:
"Ha, du hast hier schon eine kleine Freundin ergattert, gib es zu! Ich freue mich für dich! Wer ist sie, auch eine Sklavin?" Bei Keltinnen kannte sich Saturninus nicht so gut aus.

" Ich brauche ein Bad, zeigst du mir, wo ich es finde?", er grinste:
" Wenn du magst, leiste mir Gesellschaft und erzähle mir, was du alles gesehen und erlebt hast, mein Lieber. Die Kleine von vorhin darfst du ruhig mitbringen, die ist sehr süß"
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Honoratior von Iscalis
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01-20-2025, 05:36 PM,
Beitrag #7
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
Während des Begrüßungsrituals blieb Hélios im Hintergrund. Er war offiziell als Gast seines Dominus zu diesem Freundschaftsrennen geladen worden. Auch wenn sein Blick dann und wann in Frowins Richtung wanderte, neben dem eine junge, hübsche Frau stand. Die Geliebte des Kupferhaarigen? Kurzzeitig spürte Hélios einen Stich in seiner Brust, welchen er jedoch gekonnt ignorierte. Und seine Aufmerksamkeit abermals auf den Ausrichter des Wagenrennens heftete. Denn dieser erhob seine Stimme und sprach direkt an den Blondschopf gewandt. Als ihn der keltische Römer als Spion der Albata bezeichnete, verfinsterte sich Hélios Gesicht für einen kurzen Augenblick. Bevor er mit einem angedeuteten Lächeln auf seinen Lippen den Kopf schüttelte. “Mein Dominus hat mir die Möglichkeit gegeben, diesem Rennen als Schüler beizuwohnen.“ Antwortete Hélios auf die Worte des keltischen Römers. Bevor er tief durchatmete und sich dabei ertappte wie sein Blick aus dem Augenwinkel gen Frowin wanderte. Doch nur kurz. Einem Wimpernschlag lang. Eh‘ er sich an das Präsent seines Dominus entsann und jenes flink aus der Satteltasche seines Pferdes hervorholte. Mit einem angedeuteten Lächeln und niedergeschlagenem Blick, hielt er die kleine Bronzestatue in Richtung des Wagenrennenausrichters. “Ein Präsent meines Dominus edler Fürst.“ Seinen Blick hielt Hélios bei diesen Worten abgewandt. Während das kleine Bronzepferd in seinen schmalen Händen leicht zitterte. “Ich war einst Sklave des Marcus Salvius Falco. Bevor dieser mich an den Dominus Factionis Albata verkaufte.“ Ja, Hélios benutzte das Wort verkaufen. Denn verschenken klang viel zu verschnörkelt und märchenhaft. Dann jedoch schwieg der Blondschopf und wartete darauf, dass ihm die Pferdestatue aus den Händen genommen werden würde. Sobald dies passiert wäre, würde sich Hélios seinem Vierbeiner widmen. Wobei sein Blick neugierig in sämtliche Himmelsrichtungen wanderte und er alles in sich aufsog, was ihm vor die Augen kam.
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01-20-2025, 11:10 PM,
Beitrag #8
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
Philus war sich nicht sicher, ob es gut war, wenn er und Saturninus beide wegfuhren. Doch da Saturninus im Grunde der wahre Anführer der Blauen war, und Frowin zudem sein Sklave, wollte er ihm dieses Vergnügen nicht missgönnen. Und er als Dominus Factionis musste natürlich schon von Amts wegen dabei sein. Er hatte ursprünglich vermutet, es sei eine kleine Sache zwischen Saturninus und dem Kelten namens Eisu ap Comux. Tja, weit gefehlt. Doch er würde lügen wenn er sagen würde, dass er sich nicht riesig darauf freute.
Auch Asterios war dabei, der natürlich Frowins neuer Trainer werden sollte - und ihm zudem beim Kauf weiterer Fahrer unterstützen sollte.
Die Reise über hatte er sich meist mit Saturninus über Amtsgeschäfte unterhalten, oft aber auch mit dem jungen Helios, der ruhig und bescheiden wirkte, ganz und gar nicht wie man sich den gefeierten Sieger eines Rennens vorstellte. Und es schadete nicht,d ass er hübsch war. Aber natürlich hatte er ein wenig gespottet, wie es sich gehörte. Der Junge konnte froh sein, dass die Rennställe hier noch einigermaßen Freunde waren. Sonst hätte man ihn vermutlich nackt an einen Baum gebunden und zurückgelassen.
Er wohnte dem Begrüßungsprozedere bei und grüßte auch Frowin.
Der laute und aufrichtige Keltenfürst jedoch war ein Novum für ihn. Die meisten Landsleute des Mannes waren ihm gegenüber zurückhaltend und misstrauisch. Nicht so Eisu, dessen Lachen beinahe ansteckend wirkte.
"Ich selbst fahre nicht, nein", antwortete er grinsend. "Meine Leidenschaft beschränkt sich aufs Zusehen. So einen Schneid wie ihr Fahrer besitze ich nicht. Aber ihr braucht ja auch jemanden auf den Rängen, der euch zujubelt, nicht?"
Er mochte ihren Gastgeber. Sobald Saturninus - und offenbar auch Frowin - im Bad verschwunden waren, wollte er versuchen, ihn in eine Unterhaltung zu verwickeln.
"Wirst du mir dein Anwesen zeigen, edler ap Comux? Ich bin neugierig, wie du hier lebst."
[Bild: 1_08_10_22_9_51_19.png]
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01-20-2025, 11:22 PM,
Beitrag #9
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux
Frowin lachte.
"Ich glaube dir, Dominus, auch ohne Schnauben", sagte er mit einem Lächeln, wie nur Frowin es konnte. Schief und ehrlich und doch voller Schalk, dass es fast ein wenig spöttisch wirkte. Er hatte lange nicht mehr so gelächelt. Gut möglich, dass es ihm Eisu wieder beigebracht hatte.
Er gesellte sich an die Seite seines Herrn, fühlte sich wieder stark und tatkräftig. Ein großes Rennen stand ihm bevor, das ihn mit Aufregung erfüllte. Und natürlich würde er gewinnen. Endlich gewinnen. Er wusste es. Diesmal auf jeden Fall.
Ertappt wie er war, kicherte er, als ihn der Dominus auf Nisca ansprach. Naja, Freundin. Ob sie sich wiedersehen würde, wenn er zurückging, war fraglich. Auch wenn sie zweifelsohne eine Wucht war.
"Sie ist keine Sklavin", erklärte er leise, "Eine Dienerin wohl, aber nicht unfrei. Und, äh... sie ist ein wenig eifersüchtig."
Damit meinte er, dass sie lieber nicht mitkommen sollte, zumal er nicht wusste, ob sie es schätzte, wenn sich sein Dominus an sie ranschmiss. Ein leises Grummeln in der Magengrube sagte ihm, dass auch er das nicht besonders schätzte. Die Mädchen mussten sich wohl an den Gedanken gewöhnen, ihn zu teilen, aber ihm selbst fiel das schwer.
"Aber das Bad will ich dir zeigen. Es ist dort hinten. Wir sehen uns, Helios, Nautius Philus, Eisu!"
Er winkte der Gruppe, wartete, ob sich jemand anschloss, und führte seinen Herrn dann in Richtung des Sommerbads.
"Erschrick bloß nicht, es ist nicht, wie daheim mit dem Bad. Außerdem wirst du nicht auf den Damenbesuch verzichten müssen, denn einige der Mädchen kümmern sich für gewöhnlich um das Wasser."
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01-22-2025, 03:52 PM,
Beitrag #10
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux - Ankunft
(01-20-2025, 05:36 PM)Helios schrieb: Als ihn der keltische Römer als Spion der Albata bezeichnete, verfinsterte sich Hélios Gesicht für einen kurzen Augenblick. Bevor er mit einem angedeuteten Lächeln auf seinen Lippen den Kopf schüttelte. “Mein Dominus hat mir die Möglichkeit gegeben, diesem Rennen als Schüler beizuwohnen.“ Antwortete Hélios auf die Worte des keltischen Römers. Bevor er tief durchatmete und sich dabei ertappte wie sein Blick aus dem Augenwinkel gen Frowin wanderte. Doch nur kurz. Einem Wimpernschlag lang. Eh‘ er sich an das Präsent seines Dominus entsann und jenes flink aus der Satteltasche seines Pferdes hervorholte. Mit einem angedeuteten Lächeln und niedergeschlagenem Blick, hielt er die kleine Bronzestatue in Richtung des Wagenrennenausrichters. “Ein Präsent meines Dominus edler Fürst.“ Seinen Blick hielt Hélios bei diesen Worten abgewandt. Während das kleine Bronzepferd in seinen schmalen Händen leicht zitterte. “Ich war einst Sklave des Marcus Salvius Falco. Bevor dieser mich an den Dominus Factionis Albata verkaufte.“ Ja, Hélios benutzte das Wort verkaufen. Denn verschenken klang viel zu verschnörkelt und märchenhaft. Dann jedoch schwieg der Blondschopf und wartete darauf, dass ihm die Pferdestatue aus den Händen genommen werden würde. Sobald dies passiert wäre, würde sich Hélios seinem Vierbeiner widmen. Wobei sein Blick neugierig in sämtliche Himmelsrichtungen wanderte und er alles in sich aufsog, was ihm vor die Augen kam.

" Ich danke deinem Herren Plautius Montanus für das schöne Geschenk. Ich würde mich freuen, ihn eines Tages näher kennen zu lernen und  auch einmal die Factio Albata zu einem Freundschaftsrennen begrüßen zu dürfen"
Eisu Ap Comux kannte den dicken römischen Ritter vom Sehen. Er war auch nicht zu übersehen. Aber da der Kelte meistens selbst mitfuhr und nicht bei den Circusparteien saß, hatte er noch nie mit Montanus gesprochen:
"Ja, Helios, du wirst, da wir aus allen Nähten platzen,  mit den Pferdeknechten bei den Ställen schlafen, es sei denn, dein Aurigakollege gewährt dir Unterkunft in seinem eigenen Zimmer" Der Kelte klopfte Helios freundlich auf die Schulter. Der Junge machte auf ihn einen ähnlichen Eindruck wie Frowin, er war bemüht, nichts Verkehrtes zu sagen. Das lag daran, dass die Römer ihre Wagenlenker, Männer mit solch edlem Beruf, versklavten. Darüber konnte Eisu Ap Comux, obwohl er schon sein Leben lang mit ihnen lebte, nur den Kopf schütteln:
"Ansonsten darfst du dich überall frei bewegen. Und wenn du einer der Frauen gefällst, so ist es eure Entscheidung, was ihr tut, denn ich mische mich da nicht ein. Wir können ja nicht bei jedem deiner Schritte deinen Dominus fragen, junger Helios. - Die Erklärung über deinen Namen bist du mir noch schuldig"

(01-20-2025, 11:10 PM)Marcus Nautius Philus schrieb: Philus war sich nicht sicher, ob es gut war, wenn er und Saturninus beide wegfuhren. Doch da Saturninus im Grunde der wahre Anführer der Blauen war, und Frowin zudem sein Sklave, wollte er ihm dieses Vergnügen nicht missgönnen. Und er als Dominus Factionis musste natürlich schon von Amts wegen dabei sein. Er hatte ursprünglich vermutet, es sei eine kleine Sache zwischen Saturninus und dem Kelten namens Eisu ap Comux. Tja, weit gefehlt. Doch er würde lügen wenn er sagen würde, dass er sich nicht riesig darauf freute.
Auch Asterios war dabei, der natürlich Frowins neuer Trainer werden sollte - und ihm zudem beim Kauf weiterer Fahrer unterstützen sollte.
Die Reise über hatte er sich meist mit Saturninus über Amtsgeschäfte unterhalten, oft aber auch mit dem jungen Helios, der ruhig und bescheiden wirkte, ganz und gar nicht wie man sich den gefeierten Sieger eines Rennens vorstellte. Und es schadete nicht,d ass er hübsch war. Aber natürlich hatte er ein wenig gespottet, wie es sich gehörte. Der Junge konnte froh sein, dass die Rennställe hier noch einigermaßen Freunde waren. Sonst hätte man ihn vermutlich nackt an einen Baum gebunden und zurückgelassen.
Er wohnte dem Begrüßungsprozedere bei und grüßte auch Frowin.
Der laute und aufrichtige Keltenfürst jedoch war ein Novum für ihn. Die meisten Landsleute des Mannes waren ihm gegenüber zurückhaltend und misstrauisch. Nicht so Eisu, dessen Lachen beinahe ansteckend wirkte.
"Ich selbst fahre nicht, nein", antwortete er grinsend. "Meine Leidenschaft beschränkt sich aufs Zusehen. So einen Schneid wie ihr Fahrer besitze ich nicht. Aber ihr braucht ja auch jemanden auf den Rängen, der euch zujubelt, nicht?"
Er mochte ihren Gastgeber. Sobald Saturninus - und offenbar auch Frowin - im Bad verschwunden waren, wollte er versuchen, ihn in eine Unterhaltung zu verwickeln.
"Wirst du mir dein Anwesen zeigen, edler ap Comux? Ich bin neugierig, wie du hier lebst."

Auch Philus gefiel Eisu Ap Comux. Obwohl dieser ein Patrizier war, gab er ihm nicht das Gefühl, unzulänglich zu sein, nur weil seine Gens ihr römisches Bürgerrecht nicht quasi aus den Zitzen der römischen Wölfin gesogen hatte. Er wirkte nett und umgänglich. Hoffentlich verdarb der Furius ihn nicht.
" Ich will dir gerne das Anwesen zeigen, edler Dominus Factionis", sagte er: " Du kannst entweder erst ausruhen oder gleich den Spaziergang mit mir machen. Ich für meinen Teil verstehe es, wenn man die Beine bewegen will. Nach solch einem Ritt schmerzt der Hintern kolossal. Wir können etwas zum Trinken mitnehmen. Wein oder Bier?"
Der Kelte winkte einen jungen Diener, um das Gewünschte mitzunehmen.
Dann fragte er:
"Verzeih die Neugier, doch wie bekommt man es fertig, in deinem Alter schon der Chef einer Circuspartei zu sein? Wo es doch so einige Platzhirsche in Iscalis gibt...", er warf einen kurzen, aber bezeichnenden  Blick zum Furius und grinste.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
[Bild: 3_15_08_22_9_38_19.png]
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