|
02-13-2024, 03:02 PM,
|
|
|
Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
Neben und hinter dem Herrenhaus befinden sich mehrere Gebäude, die als Unterkünfte für Angestellte und Sklaven, Wirtschaftsgebäude, Vorratskammern und Stallungen dienen.
Bildnachweis: Otto Fritz (1852-nach 1900), Public domain, via Wikimedia Commons
|
|
|
|
03-29-2026, 03:49 PM,
|
|
|
Fenia
Piktin
  
|
Beiträge: 73
Themen: 4
Registriert seit: Apr 2023
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
(03-03-2026, 04:04 PM)Furia Stella schrieb: Aber es gab viel Arbeit auf dem Land. Es mussten zusätzliche Helfer angestellt werden, um die Felder zu bestellen, zu pflügen und zu säen. Wir alle würden alle Hände voll zu tun haben...
Der Frühling war in Albion mit seinen sanften Winden eingekehrt, und die ersten Frühlingsblüher erstrahlten bereits in voller Pracht. Auf dem Gutshof bereitete sich alles auf die geschäftige Saison vor. Fenia, die Hausverwalterin, hatte viel zu tun und ihre Aufgaben schienen sich mit jedem Tag zu vermehren.
Furia Stella, die Herrin des Landgutes, beauftragte die alte Piktin, wie schon Jahre zuvor, zusätzliche Helfer einzustellen, und sie musste die Leute in den Unterkünften für Arbeiter in einem Gebäude, das sich hinter dem Herrenhaus befand, unterbringen. Fenia organisierte die notwendigen Reparaturen und stellte sicher, dass die Räume gut belüftet und sauber waren. Sie sorgte dafür, dass genügend Betten, Decken und Vorräte vorhanden waren, um den Bedürfnissen der Arbeiter gerecht zu werden. Als die Saison näher rückte und die ersten Helfer eintrafen, begrüßte Fenia jeden Arbeiter persönlich und stellte sicher, dass sie sich willkommen fühlten.
Und so nahm der Frühling auf dem Landgut seinen Lauf – geprägt von harter Arbeit, Gemeinschaft und der Hoffnung auf eine reiche Ernte.
Und die Herrschaften würden zufrieden sein.
|
|
|
|
09-25-2026, 05:39 PM,
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
Eine Entscheidung
Die meisten Erntearbeiter hatten die Unterkünfte verlassen; ihre lauten Stimmen und das herbe Lachen, das wochenlang über den Hof geschallt war, waren mit dem Ende des Spätsommers verflogen. Zurück geblieben waren nur die leeren, abgeernteten Felder und die Stille, die nun über der Villa Rustica lag, obwohl immer noch genug Menschen hier lebten.
Es gab noch viel zu tun, bevor der erste Frost im Dezember den Boden hart gefrieren ließ. Ich blickte hinauf zum Dach, wo das morsche Stroh und Schilf an mehreren Stellen tief eingesunken war. Der britannische Herbstregen würde nicht mehr lange auf sich warten lassen, und wenn wir die undichten Stellen jetzt nicht ausbesserten, würde das Wasser bald ungehindert auf die Schlafplätze tropfen.
" Halt den Balken fest, Durs“, rief ich über die Schulter und hob den schweren Holzhammer. Durs trat näher und stemmte sich mit der linken Schulter gegen das Holz. Auch wenn sein rechter Arm schwach war, links war Durs so stark wie ein Auerochse.
Als das Holz endlich saß, stieg ich von der wackeligen Konstruktion herab. Die nächste Aufgabe wartete schon an den Außenwänden. Das alte Flechtwerk hatte über das Jahr gelitten, und der Wind drückte den Rauch der Feuerstellen immer wieder zurück ins Innere. Ich bückte mich zu dem hölzernen Trog, in dem wir frischen, feuchten Lehm mit Stroh vermischt hatten.
" Dichten wir die Spalten ab, sonst frieren uns Leute nachts“, sagte ich und reichte Durs den kleineren Eimer....
In der Ferne erblickte ich den blonden Haarschopf von Quiwon. Mein Sohn kam rasch näher, er rannte in großen Sprüngen. Ich sah ihn an, dass er außer Atem war, ließ Durs alleine weiterwursteln, und ging ihm daher entgegen. Als Quiwon mich erreicht hatte, öffnete er wortlos seine Hand und zeigte mir einen Büschel roter Tierhaare.
Ich kniff die Augenbrauen zusammen:
" Fuchs? Wo hast du die gefunden? In der Nähe unserer Hühner? "
Quiwon, noch immer außer Atem, schüttelte den Kopf:
" Es ist der Fuchs aus meinem Traum" , sagte er dann leise: " Er ist böse und kämpft mit den Adlern. Tante Gerwina macht sich Sorgen wegen ihm."
Ich ging ein Stück des Weges mit meinem Sohn und legte ihn eine Hand auf die Schulter:
" Und du? Hast du Angst?", fragte ich ihn.
Quiwons schüttelte den Kopf:
" Er ist nicht hier. Er kommt nicht her. Aber er will herein bei Tante Gerwina und Onkel Eisu"
Ich wartete ab, was Quiwon noch sagen würde. Ich wusste, dass er Dinge sah und mit dem einheimischen schönen Volk gut Freund war.
" Tante Gerwina hat ihn also auch gesehen?"
Quiwon schenkte mir einer seiner blauen, ganz klaren Blicke:
" Ja!"
Ich wollte noch weiter fragen, sah aber, dass Quiwon erschöpft wirkte. Er war noch ein kleiner Junge. Ich wusste jedoch, dass er nicht wirklich von einem Tier sprach. Der Fuchs war eine Gefahr für Clara. Sofort ergriffen mich große Unruhe und Sehnsucht nach meiner Schwester. Wir waren immer unzertrennlich gewesen, bis der große Kelte Eisu sie mir weggenommen hatte....ach Unsinn, dachte ich, sie haben sich verliebt. Gerwina verdient eine eigene Familie. Es war selbstsüchtig, sie am liebsten als Tante und Schwester für immer auf unserem Hof behalten zu wollen.
" Wir werden dafür sorgen, dass weder vier- noch zweibeinige Füchse unsere Hühner holen. Und sie tun auch Tante und Onkel nichts. Vertraue mir, Quiwon. Du bist noch zu jung, um dir Sorgen um Erwachsene zu machen. Dafür sind wir hier. Und nun gehe spielen - schau, da kommt dein Freund Spiros"
Mir war wichtig, dass Quiwon nicht ängstlich wurde. Seine Gabe musste den Sechsjährigen oft genug erschrecken.
Spiros war ein junger Sklave, der eigentlich den Furiern gehörte. Aber er liebte das Landleben und war seit Kindesbeinen immer bei uns. Er und Quiwon waren gute Freunde, und Quiwon sprach durch diese Freundschaft fließend Griechisch.
Spiros hatte einen Brief für mich. Ein Bote vom Comuxhof hatte ihn gebracht. Er ruhte sich gerade bei Fenia aus, aß etwas und wartete auf die Rückantwort. Ich wunderte mich schon über nichts mehr.
Während die Jungen sich trollten, nahm ich die Tabula zur Hand. Wenn ich etwas gelernt hatte, dann das: Es gab wenig Zufälle. Quiwons Rede über den Fuchs und jetzt der Brief meiner Schwester, sie hatten miteinander zu tun. Ich las:
Ad:
Publius Gabinius Secundus
Mein lieber Bruder Sonnwin,
ich hoffe, dieser Brief erreicht dich, Stella, den Onkel und die Kinder wohlbehalten und in guter Gesundheit. Es ist nun über ein Jahr vergangen,
seit wir uns das letzte Mal sahen, und ich vermisse dich sehr.
Oft denke ich an unsere Kindheit zurück, an die unbeschwerten
Stunden, die wir in den Wäldern unserer Heimat verbracht haben,
und mein Herz sehnt sich nach Dir und unserer Heimat.
Mein Ehemann Eisu Ap Comux behandelt mich mit Liebe und Zuneigung.
Unsere Verbindung ist stark, und ich fühle mich glücklich und geborgen
an seiner Seite, und wir erwarten im Herbst den Nachwuchs.
Dennoch sorge ich mich um unser Wohlergehen.
Der Cousin von Eisu, der Prinz Inam, plant eine Rebellion gegen die Römer und hat Eisu um Beistand gebeten, doch mein Mann hat sich dagegen entschieden, denn er wünscht Frieden für sein Volk und für uns alle.
Bitte schreibe mir bald, lieber Sonnwin.
Du bist immer in meinen Gedanken und in meinem Herzen.
Ich umarme Dich und die Deinen.
Deine Schwester Gerwina
|
Eine Welle der Rührung erfasste mich, als ich las, dass meine kleine Schwester ein Kind erwartete. Sie war allen eine liebevolle Tante gewesen und würde eine gute Mutter sein. Sie schien auch glücklich mit ihrem Eisu zu sein.
Ihre Worte über unsere gemeinsame Kindheit riefen mir die weiten, ernsten Wälder des Nordens in den Sinn. Wie lange hatten ich ihrer nicht mehr gedacht?
Dann kam es mir: Meine Heimat war nun Britannien. Ich liebte unser Stück Erde.
Ob Britannia auch Gerwinas Heimat geworden war?
Doch beim Lesen des letzten Abschnitts ließ ich den Brief sinken. Ein Fuchs, der gegen die Adler kämpfte? Ein Dobunni - Rebell gegen Rom? Wie lange hatten wir Chatten gelitten nach unserer eigenen Rebellion, und wir hatten Glück gehabt, dass es uns überhaupt noch gab. Natürlich würde Eisu sich so etwas nicht anschließen, er war ein römischer Bürger wie wir und auch viel zu klug für solchen Irrsinn. Aber ein ehrgeiziger Prinz aus seinen Volk? Kein Wunder, dass sich Gerwina Sorgen machte.
Rom könnte alle Dobunni in einen Topf werfen.
Sorge und die Sehnsucht danach, Gerwina so schnell wie möglich wieder zu sehen, ergriffen mich mit aller Macht
Die Erntezeit war fast zu Ende. Ob ich anstatt eine Antwort zu verfassen, lieber selbst zum Comuxhof reiten sollte?
Je mehr ich darüber nachdachte, desto besser schien mir dieser Plan..Aber zuerst wollte ich mit meiner Fridila darüber sprechen und ihr den Brief zeigen ....
|
|
|
|
09-27-2026, 07:15 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 371
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
Die Erntezeit war gerade vorüber, die Scheunen voll, und eine friedliche Stille hing über den Feldern. Nur das gleichmäßige Traben von meiner Stute Malika unterbrach die Ruhe. Mit einer Hand hielt ich die Zügel, während mein Arm die kleine Stellula sicher umschloss. Das Mädchen, kaum vier Jahre alt, saß kerzengerade vor mir, die winzigen Händchen fest im Mähnenhaar der Stute vergraben. Unsere Tochter sollte sich allmählich an das Reiten gewöhnen, denn vor wenigen Tagen hatte ich ihr ein Fohlen geschenkt. Das Tier war noch jung und verspielt, mit glänzendem Fell und langen, unsicheren Beinen. Die Kleine sprach bereits davon, eines Tages selbst über die Felder zu reiten.
Aufmerksam hielt ich Ausschau nach heruntergefallenen Äpfeln und Birnen, die möglicherweise übersehen worden waren. Denn diese Früchte waren nicht nur für den eigenen Verbrauch gedacht, sondern auch für den Verkauf auf dem Markt, wo sie den Lebensunterhalt der Familie sicherten.
"Schau mal da, mein Sternchen". Ich zeigte mit einer Geste über die abgeernteten Äcker hinweg zur Obstplantage. "Wir müssen sichergehen, dass keine Frucht verschwendet wird. Jeder Apfel, jede Birne ist ein Geschenk der Erde." Stellula nickte ernst und ihre großen blauen Augen musterten die Reihen der Bäume. "Da!", rief sie plötzlich und deutete auf einen Fleck Goldrot unter einem Birnbaum. "Eine ist gefallen, Mama!" Ich lenkte Malika behutsam zu der Stelle und ließ die Zügel locker, damit die Stute stehen blieb, und half Stellula, vorsichtig abzugleiten. Sie hob die reife Birne auf und betrachtete sie ehrfürchtig, bevor sie sie in den mitgebrachten Korb legte. Dann nahm ich sie wieder zu mir auf das Pferd und wir ritten weiter, die sanften Hügel hinauf und hinunter, Feld um Feld, Baumreihe um Baumreihe, während der Wind sanft durch die goldenen Blätter der Bäume strich ...
Als die Sonne tiefer sank und lange Schatten über das Land warf, kehrten wir zum Gutshof zurück. Der Korb war halb voll mit gerettetem Obst. Aus der Ferne sah ich meinen Gemahl, der mit Hilfe von Durs beim Reparieren der Angestelltenunterkünfte beschäftigt war.
Ich blieb vor dem Gebäude hoch zu Ross stehen, das offene Haar war vom Reiten völlig durcheinander, und blickte meinen Friudel an, der auf mich etwas besorgt wirkte. Währenddessen streckte Stellula ihre runden Händchen Papa entgegen: "Papa, Papa, nimm mich runter, ich möchte dir etwas zeigen!"
|
|
|
|
09-29-2026, 09:16 PM,
|
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
In diesem Moment der Stille vernahm ich das vertraute Hufgeklapper auf dem staubigen Weg. Ich blickte auf und mein Herz schlug unwillkürlich schneller. Aus dem flirrenden Abendlicht schälte sich eine Gestalt, die mir in diesem Augenblick wie ein Traumbild aus einer längst vergessenen Sage erschien.
Es war meine Frau, Furia Stella, die auf ihrer Stute Malika herbeiritt. Sie saß aufrecht und stolz im Sattel, ganz wie eine Amazone der alten Geschichten. Ihr mitternachtsschwarzes Haar wehte leicht im sanften Abendwind, und selbst aus der Ferne leuchteten ihre blauen Augen, die mich stets aufs Neue in ihren Bann zogen. Vor sich hielt sie unsere kleine Tochter Stellula. Das Mädchen war das genaue Abbild ihrer Mutter – mit weichem Haar und Augen wie der Himmel.
Gemeinsam ritten sie auf mich zu, getragen von Malikas gleichmäßigem Schritt.
Wieder ging ich ihnen entgegen, den Brief in der Hand:
"Liebste Frau Abendstern", sagte ich:
"Sei mir hundertfach willkommen!"
"Papa, Papa, nimm mich runter, ich möchte dir etwas zeigen!", sagte Stellula mit ihrem feinen Stimmchen und zappelte auf dem Pferderücken hin- und her. Ich breitete meine Arme aus:
"Spring!"
Unsere Tochter zögerte keinen Augenblick. Sie kannte keine Angst. Sie sprang mir direkt in die Arme, ich wirbelte sie umher:
"Zeig mir, was Du mir zeigen möchtest, mein Sternchen", sagte ich und küsste die Stirn des Kindes. Mein Blick suchte Stellas Blick:
"Dann aber muss ich mit deiner Mama etwas bereden. - Ich habe Post von Clara, Fridila. Ihr und Eisu geht es gut, das bekümmert mich nicht", fügte ich schnell hinzu, damit sich meine Frau nicht sorgte, stellte das Kind auf seine stämmigen Beinchen und breitete nun die Arme für Stella aus:
"Möchtest du auch springen, Fridila oder ziehst du es vor, von deinem Pferd zu steigen, wie es einer echten Amazone gebührt?"
|
|
|
|
10-04-2026, 01:15 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 371
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
Mein Friudel kam uns entgegen mit einem Brief in der Hand und grüßte mich herzlich. "Sei mir auch gegrüßt, meine Sonne!". Dann forderte Sonnwin seine Tochter auf, vom Pferd zu springen. Stellula überlegte nicht lange und sprang gerade in seine Arme. Als Friudel sie wieder auf die Erde stellte, gab ich ihr den Korb mit dem Fallobst, das wir gesammelt haben, und sie nahm daraus einen besonders schönen Apfel und zeigte ihn ihrem Papa: "Der Fuchs aus dem Wald hat heute Morgen wieder am Zaun geschnüffelt. Ich glaube, er mag unsere Äpfel auch." Dann ging unsere fleißige Tochter in die Hocke neben den Korb und begann, die Äpfel behutsam von den Birnen zu trennen. Dabei plapperte sie unaufhörlich vor sich hin: "Die großen Äpfel kommen hierher, die kleinen dorthin – und die Birnen dürfen nicht dazwischenliegen!"
Währenddessen wollte Sonnwin mit mir etwas besprechen und sagte, dass er den Brief von Clara bekommen hat und dass es ihr gut geht. Ich nickte und fragte: "Was bekümmert dich dann, mein Herz? Aber darüber werden wir uns später unterhalten, jetzt muss ich zuerst vom Pferd runter."
"Möchtest du auch springen, Fridila oder ziehst du es vor, von deinem Pferd zu steigen, wie es einer echten Amazone gebührt?", wollte mein Friudel nun wissen. "Eine Amazone, wirklich?", ich schmunzelte, während ich meine Hand auf den warmen Hals meines Pferdes legte. Und obwohl ich mir sehr wünschte, dass Friudel mich in seine starken Arme nimmt, wollte ich seiner Vorstellung gerecht werden und atmete tief ein. "Ich habe zwar noch nie eine Amazone vom Pferd absteigen sehen", antwortete ich lächelnd, "aber ich möchte es versuchen". Also richtete ich mich auf, straffte die Schultern und setzte zu einem besonders eleganten Abstieg an. Leider hatte meine Malika offenbar andere Vorstellungen von Eleganz: Sie machte genau in diesem Moment einen kleinen Schritt zur Seite, wo saftiges Gras wuchs, das sich dort im Wind sanft wiegte. Statt anmutig zu landen, verlor ich für einen Moment das Gleichgewicht, ruderte mit den Armen und plumpste schließlich ins Gras. Etwas benommen rappelte ich mich auf und klopfte mir den Staub von meinem Mantel. Dann strich ich mir eine lose Haarsträhne aus der Stirn und lächelte meinen Friudel amüsiert an.
"Alles gut, könnte auch einer Amazone passieren!"
|
|
|
|
10-05-2026, 05:40 PM,
|
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
"Meine arme kleine Amazone!", ich lief zu Stella hin:
" Hast du dir weh getan, meine Fridila? " Da lachte sie mich schon an und sagte mit trockenem Humor: Das hätte auch einer Amazone passieren können. ...
Stellula schaute kurz auf: " Mama von Eleyn geplumpst" stellte sie fest und sortierte weiter Birnen und Äpfel.
"Das machst du richtig fein, Sternchen" , sagte ich:
"Du bist schon eine tüchtige Bäuerin! Das nichts umkommen darf, da haben die Mama und Du Recht. Aus dem Fallobst, das etwas unansehnlich ist, machen wir Fruchtwein oder kochen es zu süßem Mus"
Ich half Stella auf und klopfte sie vorsichtig ab, dann zog ich sie etwas weg, aber so, dass unsere Kleine in unserem Blickfeld blieb:
"Ein Brief von unserer lieben Clara ist heute gekommen. Doch noch bevor der Brief ankam, geschah etwas Merkwürdiges", - ich erzählte meiner Frau, was Quiwon über den zweibeinigen Fuchs erzählt hatte:
"Ich sagte unserem Sohn, dass wir Erwachsenen uns kümmern. Er soll sich nicht den Kopf zerbrechen. Er ...er sieht schon mehr als andere Jungen. Möchtest du den Brief hören?"
Ich las ihn Stella mit halblauter Stimme vor. Zuerst las ich die bewegende Nachricht, dass meine kleine Schwester ihr erstes Kind erwartete. Was Gerwina dagegen über diesen Imam schrieb, klang ernst. Ein Dobunni - Rebell könnte das schöne Leben, das meine Schwägerin mit ihrem Mann führte, für immer zerstören.
Ich ließ den Brief sinken. Ich war so berunruhigt, dass ich kaum ruhig stehen konnte:
"Was sollen wir tun, Fridila?", fragte ich. Aber im Grunde meines Herzens wusste ich es schon: Ich musste zu Gerwina, so schnell wie möglich:
"Am liebsten würde ich sie sofort herholen. Auf unserem schönen Gabinierhof kann Clara in Ruhe und in deiner lieben Gesellschaft und dem guten Rat Fenias ihr erstes Kind erwarten"
|
|
|
|
10-08-2026, 02:15 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 371
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
"Die kleine Amazone" lachte leise, während Friudel mich sanft aus dem hohen Gras zog. Ich lehnte mich gegen seine Brust, schloss die Augen und atmete tief ein, bis der leichte Schwindel und das Pulsieren in meinen Schläfen verflogen. "Es geht schon wieder, meine Sonne, es war eine weiche Landung!", lächelte ich ihn zärtlich an und schaute auf Stellula, die mich nur kurz ansah und weiterhin das Fallobst sortierte. "Das süße Apfelmus liebe ich sehr und Birnenkuchen auch...!"
Dann erzählte mir Sonnwin, dass unser Sohn Quiwon, noch bevor der Brief von Clara kam, über einen bösen Fuchs aus seinem Traum sprach, der seine Tante bedroht hatte. "Stellula hat auch heute früh einen Fuchs, aber auf vier Beinen, gesehen", sagte ich und dachte kurz nach, "Aber wir wissen ja, dass wir fast alles, was Quiwon erzählt, ernst nehmen sollen. Denn er ist ein außergewöhnliches Kind und hat die Gabe, Dinge zu sehen, bevor sie wirklich geschehen. Er sollte sich aber nicht dabei ängstigen, ich werde mich später mit ihm darüber unterhalten" .
Dann blickte ich zu Friudel auf: "Ja, natürlich möchte ich wissen, was da los ist!" Als Sonnwin mir den Brief seiner Schwester vorlas, in dem sie von ihrer bevorstehenden Mutterschaft berichtete, freute ich mich sehr darüber. Doch dann schrieb sie über eine Rebellion, die ein Cousin ihres Mannes gegen Rom plante. Ich dachte, ich höre nicht richtig, schüttelte den Kopf und sah ihn ungläubig an: "Gegen Rom aufbegehren, nach all den Aufständen, die kläglich scheiterten? Das könnte nur ein Geisteskranker planen". Mein Friudel war völlig aufgelöst und fragte mich, was wir tun sollten. Ich behielt aber einen kühlen Kopf, anstatt in Panik zu geraten. "Genau! Bringe deine Schwester hierher, mein Liebster, auf unseren schönen Gabinierhof!"
Kaum hatte ich es ausgesprochen, als die letzten Strahlen der Sonne, die sanft über unseren Hof fielen, eine Atmosphäre der Ruhe und des Friedens schufen. Es war ein gutes Omen.
|
|
|
|
10-10-2026, 08:14 PM,
|
|
|
RE: Angestelltenwohnungen / Sklavenunterkünfte
Ich war so froh über Stellas Verständnis, das ich sie umarmte. Sie wusste, wie sehr mir Clara fehlte und wie sehr wir aneinander hingen. Meine Schwester einer Gefahr ausgesetzt zu wissen, das machte mich krank vor Sorge:
"Ich will gleich morgen früh los. Ich nehme Durs mit mir", entschied ich. Durs rechter Arm war seit seinem Unfall ja nicht ganz einsatzfähig, aber der große starke Germane würde, wenn er einen Knüppel trug, einen wehrhaften Eindruck machen: "Wenn die gute Göttin Frejia uns beisteht, dann bringe ich Clara rasch mit hierher. Aber....", ich hob eine Hand und streichelte Stellas Wange:
"...wenn Clara nur ein wenig so ist wie meine Fridila, so wird sie ihren Eisu nicht alleine lassen wollen", sagte ich leise:
"Dennoch: Es wird eine große Überraschung werden, wenn anstelle eines Briefes ihr Bruder persönlich vor dem Tor steht"
Nun küsste ich meine Gattin: "Ich beeile mich. Ich kann es kaum abwarten, wieder heimzukehren, meine schönste Fridila. Zu Dir. Mein Platz ist hier, an deiner Seite und auf diesem Stück Land"
>>>
|
|
|
|