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06-27-2025, 05:12 PM,
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
Clara nahm sich fest vor, uns zu besuchen. Sie würde das auch tun; es sei denn, Schwangerschaften und Geburten kamen dazwischen, wie ich schon von meiner Ehefrau wusste. Dann wollte sie gehen und sich ausruhen. Ich lächelte, als sie über ihr gewünschtes Hochzeitskleid sprach:
"Wie schlau die Keltinnen sind! Viele haben ja blaue Augen, und sie wissen, dass ihnen blaue Kleider vorzüglich stehen", neckte ich Clara, die so schöne Meeresaugen besaß. Unseren beiden Völkern war die Lichtheit gemeinsam.
Ich überlegte, ob ich noch einmal über die Sorgen bezüglich des Volkes der Dobunni reden sollte, die Eisu Ap Comux mit mir geteilt hatte, aber dann ließ ich es bleiben. Die Zukunft von uns allen lage in den Händen des Schicksals, und nur in Träumen und Traumbildern konnten wir etwas davon sehen. Wenn Clara und Eisu fliehen mussten, wäre hier unser aller Zuhause, auch deshalb hatte ich meiner Schwester einen Siegelring gegeben.
ich lächelte dem eifrigen Spiros zu, bückte mich und zeigte ihm an meiner eigenen Hose, wie er sie krempeln konnte, damit sie nicht zu lang war. Das Lob von Domina Clara hatte den Jungen erfreut, er grinste über beide Backen.
Dann schickte ich ihn weg zu Andrippus, und er als erfahrener Bote besorgte unsere Briefe >>>
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03-03-2026, 04:04 PM,
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Furia Stella
Patrizierin
   
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
![[Bild: Vesna4.jpg]](https://i.ibb.co/6cwChvZP/Vesna4.jpg) *
Nach dem harten Winter kam endlich der Frühling. Die ersten Blumen sprossen aus dem Boden, während die Vögel wieder fröhlich zwitscherten. Ich saß in meinem Sessel im Officium und schaute aus dem Fenster auf unseren Gutshof. Die lieblichen Schneeglöckchen und die lila Krokusse bedeckten unseren Hof wie ein bunter Teppich. Während ich die Szene betrachte, fühle ich mich mit der Natur verbunden, die nun zu neuem Leben erwachte. Inmitten dieser Veränderungen blickte ich mit Vorfreude auf die Geburt unseres Kindes, das bald kommen wird. Ich lächelte zufrieden und dachte an meinen Friudel, der mit unserem Sohn Quiwon im Stall beschäftigt war, um sich um die Pferde zu kümmern.
Aber es gab viel Arbeit auf dem Land. Es mussten zusätzliche Helfer angestellt werden, um die Felder zu bestellen, zu pflügen und zu säen. Wir alle würden alle Hände voll zu tun haben...
*Mit KI erstellt
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03-15-2026, 05:50 PM,
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
Unser Onkel Gerfridu war bei uns geblieben und unterrichtete die größeren Jungen und auch einige zuverlässige Arbeiter im Waffenkampf. Zwar herrschte in Iscalis und Umgebung die Pax Romana, der römische Friede, aber es gab manchmal Räuberbanden, die meinten, sich an anderer Menschen Eigentum vergreifen zu müssen. Unsere kampfgeübten jungen Leute würden abschreckend wirken.
Ich traf ihn, als ich gerade mit Quiwon aus dem Stall kam. Er schaute ernst drein, die Stirn gerunzelt.
"Oheim, welche Laus ist dir über die Leber gelaufen?", fragte ich ihn in unserer Chattensprache, und Quiwon quitschte vor Vergnügen, denn diesen Ausdruck kannte er noch nicht.
"Keine Laus, sondern eine Römerin", erwiderte Gerfridu.
Ich wusste sofort, wen er meinte. Sergia Viola und er waren nach der Hochzeit meiner Schwester einjeder wieder ihren Bestimmungen gefolgt. Sie waren erwachsene Menschen und hatten schließlich Pflichten. Gerfridu war bei uns in Britannien geblieben. Aber vergessen hatten sie sich nicht, zumindest Gerfridu sie nicht...Ich hoffte für ihn, dass Sergia Viola auch an ihn dachte.
"Tut das nicht weh?", erkundigte sich Quiwon teilnahmsvoll.
"Was....?"
"Na wenn eine Römerin über deine Leber spaziert, Oheim Gerfridu..."
Gerfridu lachte laut auf und hob zum Spaß drohend die Hand. Quiwon flitzte davon.
Gerfridu aber sprach:
"Ich habe der edlen Sergia Viola einen Brief geschrieben. Nun brauche ich dich, damit du meinen Stil und meine Rechtschreibung verbesserst"
Mein Onkel sprach Latein, hatte allerdings nicht viel Übung im Schreiben.
"Komm mit zu Stella, wenn du einen schönen Stil brauchst, der einer edlen Patrizierin würdig ist", sagte ich zu ihm:
"Ich habe in letzter Zeit nur Landwirtschaftskram geschrieben"
Meine Fridila saß im Officium und machte Abrechnungen, auch wenn ihre Schwangerschaft schon weit fortgeschritten war. Ich trat ein, näherte mich ihr und gab ihr einen Kuss auf ihre Stirn. Sie war zum Anbeißen schön, jede Schwangerschaft machte Stella in meinen Augen noch weiblicher und begehrenswerter.
"Liebste Fridila, hättest du Zeit, für Gerfridu einen Brief an deine Freundin Viola stilistisch durchzusehen?", fragte ich sie:
"Der Brief ist freilich lange geraten, du kennst meinen Onkel und seine blumigen Worte ja. Vier Seiten lang nur Landschaftsschilderungen"
Das hatte Gerfridu mir zwar nicht gesagt, doch so ausführlich war sein letzter Brief an die Sergia auch gewesen. In jedem Chatte steckte außer einem Krieger oder einem Bauern auch irgendwo ein Skalde, und Gerfridu war keine Ausnahme.
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03-17-2026, 01:55 PM,
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Furia Stella
Patrizierin
   
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
Am frühen Nachmittag war ich mit den Abrechnungen fertig und wollte mich schon auf den Weg in die Küche machen, als mein Mann, mein Sohn Quiwon und der Onkel meines Mannes Gerfridu, das Officium betraten. Mein Friudel hatte einen fröhlichen Ausdruck im Gesicht und gab mir einen Kuss, während Gerfridu etwas angespannt wirkte. Quiwon erzählte, dass eine Römerin dem Onkel über seine Leber spazierte ... Dabei lächelte er schelmisch. Diese Römerin, Sergia Viola, eine römische Patrizierin und der germanische Krieger Gerfridu haben sich im Sommer auf dem Hochzeitsfest von Clara und Eisu Ap Comux auf unserem Gutshof, trotz aller Unterschiede, verliebt.
Dann fragte mich Sonnwin, ob ich Zeit hätte und bat mich seinem Onkel bei der Korrektur seines Briefs an Viola zu helfen.
"Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, werter Gerfridu. Natürlich helfe ich dir. Viola wird sich auch sehr freuen." Das war ich mir sehr sicher! "Nimm Platz, und lass uns gemeinsam an deinem Brief arbeiten." Ich lächelte ihn zuversichtlich an.
"Wenn du das Schreiben dabei hast, dann zeige es mir oder lies es mir vor ..."
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03-25-2026, 06:57 PM,
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
Das ließ sich Onkel Gerfridu nicht zweimal sagen. Er las vor. Er hatte eine Fülle lyrischer Naturbeschreibungen verfasst, und alles erinnerte ihn an Sergia Viola: wenn das Abendrot die Ränder des Himmels zartviolett färbte, an ihre Augen, das Wolkenspiel an ihre Anmut, die hochgewachsenen Ulmen an ihre Grazie...
Quiwon hörte aufmerksam zu. Dann neigte er sich zu mir und fragte leise: "MUss ich sowas auch an ein Mädchen schreiben?"
"Nur wenn du möchtest. Möchtest du denn gerne?"
Entschieden schüttelte der Junge den Kopf.
Ich fuhr ihm übers Haar:
"Du hast noch sehr viel Zeit, Quiwon!"
Ein anderes Thema fiel mir ein: "Du weisst schon, dass wir dieses Jahr nicht in die Sabrinamarschen können, weil deine Mutter, nun ja, sie ist guter Hoffnung..."
Quiwon schaute mich mit seinen klaren blauen Augen an: "Ich weiß schon, Mama ist schwanger", sagte er ruhig. Er war ein Bauernsohn, für ihn war es die natürlichste Sache der Welt:
"Aber ja, Vater, alle die hier noch zuhause sind, wussten es schon vorher. Die Mama muss sich schonen, und wir beide müssen auf sie aufpassen"
Ich gab den Blick des Erstgeborenen zurück. Wieder spürte ich, dass Quiwon ein besonderes Kind war. Er ruhte weit mehr in sich als jedes andere Kind in seinem Alter....Wie er gesagt hatte: Alle, die hier noch zuhause sind. Er sprach nicht nur von den Menscben, dessen war ich gewiss. Unser Sohn wurde beschützt.
Mittlerweile hatte Gerfridu seinen Brief beenden können, und er zog beglückt von dannen. Quiwon, der darauf brannte, dass sie weiter übten, schloss sich ihm an. Ich sah ihnen lächelnd nach.
"Quiwon wusste schon, dass es mit den Sabrinamarschen in diesem Jahr nichts wird", sprach ich zu Stella: " Er hat es schon lange gewusst. Ich wollte ihn fragen, ob er sehr traurig ist, doch nun ist er mit dem Oheim schon weg"
Ich legte beide Arme um Stella und küsste ihren Nacken:
"Wie geht es dir heute, meine Fridila?", fragte ich sie: " Bitte erschöpfe dich nicht so sehr. Ich glaube, du solltest nun ein wenig ruhen. Ich bringe dich auf unser Zimmer.
Und was meinst, leidet Gerfridu sehr? Er kann deine Freundin einfach nicht vergessen. Er ist ein Krieger, weißt du. Wind und Wetter machen ihm nichts aus. Er lacht seinen Feinden ins Gesicht. Aber die edle Viola Sergia hat ihn nicht mit einer Frame, sondern auf ganz andere Art eine Wunde geschlagen"
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03-27-2026, 05:58 PM,
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Furia Stella
Patrizierin
   
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Beiträge: 344
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RE: Officium von Gabinius Secundus & Furia Stella
Während Gerfridu den Brief vorlas, wurde es still im Raum. Die Wahl der Worte und die bildhafte Sprache zeugen von einer aufrichtigen und sinnlichen Liebe, die er für Sergia Viola empfand. Zuvor bat er mich, die Fehler zu korrigieren, falls welche vorhanden waren. Beim Hören habe ich einige stilistische Unregelmäßigkeiten in seinem Brief bemerkt, würde aber nichts am Schreiben ändern, um die Authentizität des Liebesbriefes nicht zu gefährden. Die blumige Sprache, die Gerfridu gewählt hat, war ein Ausdruck seiner inneren Welt und seiner Sehnsüchte. Ich war sehr beeindruckt von der liebevollen, poetischen Art, in der er seine Gedanken und Gefühle beschrieben hatte und sah ihn an:"Dein Brief ist wunderschön, lieber Gerfridu und es gibt nichts zu korrigieren. Wenn wir etwas ändern würden, würde der Charme und die Echtheit deiner Worte verloren gehen." Ich nickte und sagte mit einem warmen Lächeln, "Du kannst den Brief abschicken, Viola wird sich sehr freuen".
Währenddessen führten mein Gemahl und mein Sohn ein leises Gespräch, das mir entging, weil ich dem Onkel konzentriert lauschte. Dann verließ der glückliche Germane das Officium und Quiwon lief hinter ihm her! Als die beiden "Krieger" weg waren, sagte Sonnwin, dass Quiwon wusste, dass wir in diesem Jahr nicht in die Sabrinamarschen reisen können. Ob er traurig darüber war, wusste sein Vater nun nicht, weil das Kind schon weg war ... "Ich bin aber traurig, hoffe nur, dass wir im nächsten Sommer unsere Reise nachholen können!"
Dann umarmte mich mein Friudel und küsste mich zärtlich. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter und seufzte leicht. "Mir geht es gut, mein Herz. Ja, wir können gleich gehen, ich bin heute mit meinen Aufgaben fertig." Als Sonnwin mich dann fragte, ob Gerfridu wegen Viola sehr leide, antwortete ich: "Ich denke schon, aber, ich glaube, er hofft auch, dass sie wiederkommt!"
Dabei dachte ich kurz nach: "Sergia Viola ist eine Patrizierin, gebunden an die Traditionen und Erwartungen ihrer Familie und weiß, dass eine Verbindung zu einem Germanen in ihrer Gesellschaft als Skandal angesehen werden würde. Ich weiß aber, dass sie Gerfridu liebt und muss nur eine Entscheidung treffen". Ich machte eine Pause und fügte hinzu: "Wenn sie in diesem Sommer wieder kommt, dann hat sie ihre Entscheidung getroffen".
Bevor wir uns auf den Weg machten, fiel mir noch etwas ein: "Mein liebster Friudel, ich würde gern wissen, worüber ihr euch, Vater und Sohn, unterhalten habt, während dein Onkel seinen Brief vorlas? Das würde mich sehr interessieren!"
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