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RE: Tür
Als die Jungen sich auf mich stürzten, lachte ich. Sie waren so groß geworden! Doch mein Blick suchte nur eine Person: Deirdre.
Sie eilte ebenfalls zur Tür, die Schürze noch um die Hüften gebunden, als wäre kein Tag vergangen. Und doch lagen zwei lange Jahre zwischen uns.
In diesem Augenblick begriff ich, wie grundlos meine Ängste gewesen waren. Wie ein Narr hatte ich vor der Tür gestanden und mir Sorgen gemacht, die keinen Schatten Wahrheit in sich getragen hatten. Sie hatte auf mich gewartet. Nicht ihre Augen, nicht ihr Lächeln, nicht die Art, wie sie mich ansah, verrieten irgendeine Fremdheit. Ich war noch immer ihr Mann. Und sie war noch immer meine Frau.
Während die Kinder redeten und an mir zerrten, konnte ich den Blick kaum von ihr lösen. So oft hatte ich mir ihr Gesicht ins Gedächtnis gerufen. So oft hatte ich nachts wachgelegen und versucht, mich an jede Einzelheit zu erinnern. Doch keine Erinnerung kam der Wirklichkeit gleich.
Langsam trat ich auf sie zu. Plötzlich waren die zwei Jahre mit voller Wucht zurück. Die langen Nächte. Die Einsamkeit. Die Sehnsucht. So viele Male hatte ich mir vorgestellt, wie es sein würde, sie wiederzusehen. Doch jetzt, da sie tatsächlich vor mir stand, fehlten mir die Worte.
Meine Hände fanden ihre. Ich hielt sie fest, als müsste ich mich davon überzeugen, dass sie wirklich hier war. "Deirdre ..." Mehr brachte ich zunächst nicht hervor. Meine Kehle war wie zugeschnürt.
Ich betrachtete ihr Gesicht, strich mit dem Daumen über ihre Hand und spürte, wie endlich all die Anspannung der vergangenen Jahre von mir abfiel.
Ich hatte so vieles gesehen: Rom und andere große Städte, prächtige Werkstätten, Dinge, von denen ich früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Aber nichts davon hatte die Leere füllen können, die ihre Abwesenheit hinterlassen hatte. Nichts.
Ich zog sie näher zu mir und schloss für einen Moment die Augen. Da war sie wieder. Ihre Wärme. Die Vertrautheit ihrer Nähe. Mein ganzer Körper sehnte sich nach ihrem Leib und ihrem Schoß, nach dem Gefühl, endlich nicht mehr allein zu sein. Mein Atem stockte. Govannos sei mein Zeuge, ich hatte mich so sehr nach ihr gesehnt.
"Ich habe jeden einzelnen Tag an dich gedacht, mein Herz", sagte ich leise. Zum ersten Mal seit meiner Abreise fühlte ich Frieden.
Behutsam hob ich die Hände an ihr Gesicht. Für einen Moment betrachtete ich sie nur. Zwei Jahre hatte ich von diesem Augenblick geträumt. Als sich unsere Stirnen berührten, spürte ich ihren Atem auf meiner Haut. Alles, wonach ich mich in unzähligen Nächten gesehnt hatte, war plötzlich wieder zum Greifen nah. Dann legte ich eine Hand in ihren Nacken und küsste sie. Lang und innig, als wollte ich die verlorenen Jahre zwischen uns auslöschen. Für einen Augenblick vergaß ich alles um mich herum.
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