03-28-2024, 08:31 AM,
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Furiana Nivis
Flüchtling aus Éire
   
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RE: [Garten]Frühlingsfest (AnnaPerenna)
(03-26-2024, 12:31 PM)Publius Gabinius Secundus schrieb: Ich bemerkte, dass es dem jungen Mädchen unangenehm war, dass sich Furius wegen der Katzensache über es lustig machte. Und dass es ein wenig erschrak, als ich es fragte, ob es Pferde mochte. Wer wusste, welches Schicksal Niamh von Hibernia hinter sich hatte. Ich wollte sie keinesfalls ängstigen, sondern ihr zeigen, dass sie hier in Sicherheit und unter freundlichen Menschen war.
Ich nahm Sylvana meinen kleinen Sohn ab und setzte ihn auf meine Schultern, damit er alles gut sehen konnte und nicht aus Versehen getreten wurde. Quiwon hielt sich an meinen Ohren fest, wobei mir sein Spielhase um das Gesicht flog. Ich deutete nach vorne:
"Da kommt die Überraschung bereits, werte Niamh, wenn dir denn Pferde gefallen. Eisu ap Comux ist aber selbst kein König, da irrt sich der gute Elfried. Doch sein Vater ist Wagenlenker des Königs der Dobunni und daher ist er ein edler Herr. Ich habe ihm zwei Pferde abgekauft: Einen Hengst und eine Stute. Hier sind sie!"
Eine Füchsin, etwas dunkler als Malika, wurde von den Neuankömmlingen mit sich geführt. Es war eine schöne und anmutige Stute. Das war Eleyne. Neben ihr lief ein großer brauner Hengst, seine Mähne war dicht und lang und sein Schweif reichte fast bis zum Boden. Das war Marix, der "Mächtige König.
Vor Aufregung fasste ich die Hand meiner Frau fester: "Sind sie nicht schön, Fridila?", fragte ich Stella, denn sie erblickte beide Tiere zum ersten Mal.
Quiwon streckte nun seine kleine Hand an meinem Ohr vorbei: "Feed - Hottehü! Via!", sagte er.
ich lachte, denn ich wusste, was mein Sohn sagen wollte: Das ist ein Pferd. Wenn man: Via! ruft, galoppiert es.
Nun übergab ich Quiwon aber an Durs, der den Jungen genauso wie ich vorhin auf seine Schultern nahm, denn ich wollte den Neuankömmling begrüßen.
Eisu ab Comux hatte zehn mit Streitäxten bewaffnete Männer dabei. Mir war es nicht recht, sie eintreten zu lassen, aber da sah mich Eisu ap Comux, stieg von seinem eigenen Pferd ab und ging auf mich zu:
"Sei gegrüßt, werter Gabinius Secundus! Erlaubst du meinen Männern, vor deinem Tor zu lagern?"
Das fand ich sehr anständig, denn ich konnte mir vorstellen, dass seine Schar die römischen Gäste erschreckte. Sie waren allein schon einen Kopf größer als die meisten Anwesenden (außer mir):
"Willkommen, edler Herr Eisu Ap Comux! Es wäre mir sehr Recht, wenn deine Männer direkt hier das Lager aufschlagen. Meine Knechte werden sie mit genügend Speise und Trank und warmen Decken versorgen"
Das schien allen recht zu sein, und ich befahl Elfried und Rango, sich um Eisus Schar zu kümmern.
Dann begrüßte ich die beiden neuen Pferde, die unter Durs Aufsicht von den Pferdeknechten auf eine separate Koppel geführt werden sollten, bis sich die Herde an sie gewöhnt hatte.
Eisu ap Comux, der nie den Kopf neigte, verbeugte sich nun leicht vor meiner Fridila:
"Du bist die Herrin Stella, so wie sie mir beschrieben wurde. Ich freue mich, dich kennen zu lernen"
Sein Blick fiel auf Niamh. Ein wenig stutzte er, aber dann sah er Gerwina. Meine Schwester war ein schönes Mädchen, doch ich hatte selten gesehen, wie sehr ihr Liebreiz einen Mann gefangen nehmen konnte.
"Salve!", sprach er zu ihr: "Ich wusste nicht, dass auf dem Gabinierhof auch die unsterblichen Fae zu Gast sind"
Fae, sagte er, Feen, Wesen zwischen Göttern und Menschen. Ab und an schön von Gestalt oder hässlich, ab und zu freundlich oder böse. Auch wir im Chattenland hatten dergleichen, sie hießen nur anders: Alben.
Doch ich bemerkte, dass Eisu ap Comux mit meiner Schwester flirtete und das gefiel mir nicht so gut:
"Sind deine Verlobte, die Herrin Damona, und dein werter Vater hoffentlich wohlauf?", fragte ich, um Gerwina vorzuwarnen, dass Eisu ap Comux gebunden war.
Doch da glitt ein düsterer Schatten über Eisu Ap Comux Gesicht: "Diese Frage beantworte ich dir später, mein Freund, an einem angemesseneren Platz", sagte er:
"Ich bedanke mich für die Einladung für dieses Frühlingsfest. Nun lasst uns feiern und fröhlich sein! Salvete!",
er nickte allen Anwesenden zu und trat ein.
Ich wandte mich an Gerwina: "Magst du unseren Gast zu seinem Ehrenplatz führen?", bat ich sie.
Recht bald schon wurde mir klar, dass meine Bedenken unbegründet waren. Gabinus‘ Überraschung war in der Tat das, was ich als solche auch empfand. Der Neuankömmling, den der Junge als keltischer König angekündigt hatte, war ein stattlicher Mann. Aus Gabinus‘ Worten entnahm ich, dass er ein Krieger der Dobunni war. Er war in Begleitung von zehn seiner Männer gekommen, die mit Streitäxten bewaffnet waren. Dabei boten sie ein Bild, das mich ein wenig an meinen Vater und dessen getreue Männer erinnerte. Aber auch auf schmerzliche Weise an Louarn, der mich verlassen hatte.
Bei der Überraschung aber handelte es sich eindeutig um die beiden Pferde, die Eisu ap Comus mit sich führte. Sie waren wirklich wunderschön, so dass ich meinen staunenden Blick kaum von ihnen lassen konnte. Gerne hätte ich mir die beiden anmutigen Tiere etwas genauer angeschaut. "Sie sind so schön!", entgegnete ich Gabinus, was eigentlich völlig untertrieben war. Doch meine mangelnde Sprachkenntnis zeigte mir auch hier wieder meine Grenzen auf. Jedoch lag in meinen Worten so viel Begeisterung, so dass Gabinus sicher verstand, was ich gerade empfand.
Der Krieger, der nach Gabinus‘ Worten ein Wagenlenker seines Königs war, stieg von seinem Pferd und begrüßte den Gastgeber und seine Frau. Als er mich sah, stutzte er ein wenig. Dennoch nickte ich ihm freundlich zu. Doch sein Blick ging weiter zu Gabinus‘ Schwester. Die neuen Pferde wurden indessen von einigen Knecht auf die Weide geführt. Etwas sehnsüchtig wandte ich mich schließlich von ihnen ab und folgte den anderen Gästen in den Garten, wo alles schon bereit stand, damit das Fest beginnen konnte.
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