RE: [Dienstraum] Der Fall Verctissa
Es dauerte nicht lange, da erschien auch der Furier. Er hatte die alte Keltin mit in den Raum gebracht und begrüßte nun zuerst den Statthalter und dann auch mich.
"Salve Furius Saturninus! Besten Dank!", erwiderte ich und nickte der Frau freundlich zu.
Verctissa hatte sich für den heutigen Tag wirklich hübsch herausgeputzt. Sie trug ein neues Kleid, eine Kette mit bunten Glasperlen und Muscheln und trug sogar einen Torques, der davon kündete, dass sie und ihr Mann einst höher gestellt gewesen waren. Sie grüßte zunächst Petilius Rufus. Dabei wirkte sie auch diesmal wieder sehr scheu und nervös. Schließlich jam sie dann zu mir, drückte meine Hände und blieb neben mir stehen. Auch wenn ich es besser wusste, nickte ich ihr noch einmal zuversichtlich zu.
Als Petilius mir das Wort erteilte und mich dazu aufforderte, Vercissas Fall vorzutragen, begann ich zunächst mit der Übersetzung ihrer Begrüßung. "Verehrter Statthalter Petilius Rufus, es grüßt dich Vertissa, Vernicos Mutter. Um die Ermordung ihres Sohnes geht es im folgenden Fall, den meine Mandantin dir vorlegen möchte," begann ich.
"Vor etwa zwei Monaten begab sich meine Mandantin mit ihrem Sohn Vernico, der damals achtzehn Jahre alt war und an Sumpffieber erkrankt war, ins hiesige Neubaugebiet zur Praxis des Medicus Flavianus Pytheas. Sie wurde von ihrer Nachbarin, einer gewissen Totia, begleitet, die für sie übersetzen sollte. Da die Tür zur Praxis zu diesem Zeitpunkt noch verschlossen war, mussten sie warten. Als sich dann plötzlich die Tür öffnete, trat nicht etwa der Medicus heraus, sondern ein großer blonder Mann mit einem blutverschmierten Gesicht und einem Schwert in der Hand. Er trug eine Tunika, ein Cingulum, wie es für Legionäre üblich ist, und ein auffälliges, mit Gold verziertes Schwertgehänge. Das Blut in seinem Gesicht stammte von einer Verletzung - einem kleinen Schnitt. Dieser Mann hat ihren Sohn ohne ersichtlichen Grund niedergestochen. Daraufhin ist der Täter davongerannt. Ihr Sohn brach zusammen und starb dann vor Ort. Meine Mandantin hat um Hilfe geschrien, aber niemand wollte ihr helfen."" Soweit hatte ich nun Verctissas Aussage frei wiedergegeben.
"Die Aussage meiner Mandantin, wurde durch die Nachbarin Totia bestätigt," ergänzte ich noch.
Als "Lucius Tarutius Corvus"
Falke
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