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Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus
11-24-2023, 09:14 PM,
Beitrag #29
RE: Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus
(11-24-2023, 03:46 PM)Tiberius Furius Saturninus schrieb:

"Es gibt hier sehr viel weniger Menschen, die gar nichts tun und nur von der Annonae leben würden", erwiderte Saturninus. Ganz ehrlich, wenn sich hunderttausend Stadtrömer in Rom, die an der Zitze von  Göttin Annona hingen,  plötzlich in Luft aufgelöst hätten, hätte er sie nicht vermisst. Sie ruhten sich auf ihrem Bürgerrecht aus und pflegten ihre Stimmen an den Meistbietenden zu verkaufen:
"Ich nehme an, dass liegt daran, dass sich in Iscalis außer den Minen kaum Großbetriebe mit viel Sklavenpersonal befinden. Doch auch dort gibt es freie Minenarbeiter, nicht alle sind Sklaven. Wie die Kelten auch, arbeiten die unteren Schichten im Kleinhandwerk, als Gehilfen in allen möglichen Gewerben oder als Tagelöhner auf dem Land. Das hält sie beschäftigt, und sie neigen weit weniger zu Aufständen als das Proletariat in der Hauptstadt"

[...]

"Den Aulos nicht, aber Narcissus spielt gekonnt auf jeder Harfe", Saturninus merkte, dass der Statthalter seine Auswahl schöner Hetären beiderlei Geschlechts goutierte, und er winkte seinen Leibsklaven Scaevus zu sich heran. Der hatte die Stockhiebe gut überstanden und war so lieb wie immer.
"Wenn es dir hier in diesen Räumen für den ungestörten Hörgenuss zu unruhig sein sollte, so gibt es die Möglichkeit, sich in Cubicula zurück zuziehen. Das hier ist mein Sekretär Scaevus, er zeigt dir den Weg und bringt dir an Zerstreuung, was immer du wünschst, edler Petilius Rufus", er lächelte zuvorkommend.
Dem Sklaven hatte er aber befohlen, sein eigenes Cubiculum mit Kissen und Lampen prächtig herzurichten, und Batrachis, die leicht froschäugige Sklavin, würde dort die Dienste eines Pagen versehen. Saturninus wollte eine heitere, stressfreie Atmosphäre schaffen und je mehr sich der Statthalter entspannte, desto besser für Iscalis - und Saturninus selbst. 



Lucius Petilius Rufus nahm sich einen Becher verdünnten Weines.


“Die Versorgung von Sklaven ist Sache ihres Besitzers. Die Versorgung der Bürger Roms ist die Pflicht des Senats. Und es ist eine Ehre und ein Privileg, zu jenen zu zählen, die das möglich machen“, erinnerte Rufus an die Rollenverteilung innerhalb Roms. Auch wenn der Pöbel eben Pöbel war, er war auch Rom. Und jeder, der irgendwie politische Karriere machen wollte, stellte besser besonders heraus, wie sehr er sich um eben diesen kümmerte. Das wusste der Kaiser, und das wusste auch jeder Senator. Aber hier in der Provinz war es wohl anders und die Menschen hier suchten ihre Macht wohl weniger beim Volk.


Als das Gespräch auf die hübschen Unterhalter kam, lächelte Rufus kurz und schüttelte leicht den Kopf. Ja, es wurde häufig versucht, ihm jemanden ins Bett zu legen, um sich so seiner Gunst zu versichern. Das hier war zugegebenermaßen ein interessanter Versuch, das zu tun.
“Und allen anderen den Genuss der Darbietung vorenthalten? Das wäre schon sehr egoistisch“, meinte er und gab damit einer sofortigen Inanspruchnahme eine Absage. Einfach irgendwelche Prostituierten zu sich befehlen konnte er auch selbst, darin lag nun kein besonderer Reiz für ihn. Ja, den Blonden und die Nubierin zusammen zu sehen wäre sehr erregend und nach seinem Geschmack, aber nicht auf diese Weise. Vielleicht wollte Rufus ein wenig ernsthaft verführt werden und nicht einfach stumpf befehlen, zu erhalten, was ihm gefiel. Das war immer das Elend an Machtpositionen, dass alle auf Befehle warteten.
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RE: Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus - von Lucius Petilius Rufus - 11-24-2023, 09:14 PM

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