"
Atrebatin, so so. War dein Vater ein Veteran der Hilfstruppen, der für sich und seine Nachkommen das Bürgerrecht bekommen hat oder waren er und deine Mutter von Geburt an römische Bürger?", fragte Saturninus, der sich plötzlich viel mehr für Tarutius Hintergrund interessierte:
" Hast du eine Abschrift deiner Bürgerrechtsurkunde mitgebracht? Keine Sorge, wenn nicht, fordern wir sie in Calleva Attrebatum an. Das kann allerdings ein wenig dauern, was aber in diesem Fall unerheblich ist.
Schreiber habe ich genug, doch einen Dolmetscher, der nicht nur Britonisch sprechen, sondern auch Latein in Schrift beherrscht, könnte ich gut brauchen. Es ist sogar eine verantwortungsvolle Stellung. Du müsstest bei unserem allergnädigsten Kaiser und dem höchsten Iuppiter schwören müssen, dass du getreu übersetzt, nichts dazu dichtest oder weglässt.
Machen wir einfach eine Probe. Valentinus, sage der Keltin, sie darf eintreten und bringe sie vor mich"
Valentinus schaute fragend, und Saturninus winkte ab:
"Es ist nicht gesagt, dass ich ihr Anliegen bearbeite oder gar den Statthalter mit irgendwelchen Barbarinnen belästige, Valentinus"
Es ging dem Princeps Officii nur darum, zu sehen, wie sich der junge Mann anstellte.
Valentinus verschwand und kam kurze Zeit später mit einer Frau in den Vierzigern zurück.
Sie trug ihr Haar sorgfältig gekämmt, hatte einen verzierten Ring um den Hals und ihre Kleidung war zwar an manchen Stellen geflickt, aber sauber und ordentlich. Ihre blauen Augen waren groß und seelenvoll. Sie legte beide Hände auf ihre Brust und deutete eine Verneigung an.
Niemand von den Togaträgern sah jedoch aus, als könnte er Mitgefühl mit ihr haben und ihr wegen ihres toten Sohnes Gerechtigkeit verschaffen. Und sie konnte sich nicht einmal verständigen.
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