Er konnte es sich nicht verkneifen, Iulius Cato musste näher an das Opfertier herantreten, um einen genauen Blick auf das Schweinchen und seine Innereien werfen.
Zufrieden mit dem Ergebnis schaute er auf seinen Augenstern. Auch wenn er keine Ahnung von der Leberschau hatte, sicher war sicher, er war nun einmal ein misstrauischer Mensch.
Erleichtert atmete er auf nachdem die Gebete verklungen und die Stille zu ende war.
Jetzt nur noch den Ehevertrag und alle Förmlichkeiten vorbei gehen lassen. Der Schleier war gefallen und jeder konnte die strahlende Braut sehen.
Starr stand er da, strahlte seine Braut an und wartete nur noch darauf, dass die Pronuba Prisca, die Hände von Sabina und ihm, Cato ineinanderlegte.
Bei genauem hinsehen sah man den Schweißfilm auf seiner Stirn. Ihn quälte die Frage wann durfte er seine Frau endlich küssen? Wann war es angebracht, schicklich oder wie immer man das nannte?
Für ihn gab es jetzt einfach kein halten mehr, wie in einem Traum nahm er ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie einfach voller Leidenschaft. Sollte es doch jeder sehen.
Natürlich hatte er keinen Hunger, nur einen kleinen Schluck wein bevor er sich um die Gäste kümmerte. Endlich Nefertem erschien und hatte seinen Überraschungsgast bei sich. Auf dem Weg zu der Dorfältesten sah er Narcissus den Künstler in der Kunst der Wunscherfüllung und lächelte ihn an.
Für einen Römer und ganz bestimmt für Iulius, unüblichen leichten Verbeugung begrüßte er sie. „Werte Ceridwen, es freut mich, dass du meine Einladung angenommen hast. Darf ich dir meine Gemahlin vorstellen?“ Mit einer Handbewegung wies er die Richtung an. Er spürte die Blicke und wie einige ihm fast Löcher in die Haut brannten.