(10-13-2023, 03:53 PM)Titus Ovidius Decula schrieb: Octavius, den ich als Rivalen betrachtete, hatte sich bereits an das Brautpaar herangewanzt. Er redete mit einem der Sesselpupser, die ihre senatorische Abkunft benutzten, sich die lukrativsten Posten in der Provinz unter den Nagel zu reißen: Furius Saturninus. Man hörte, dass er auch schon ein paar Landgüter erworben hatte. Da war auch noch Saturninus Frau, die auch keinen zweiten Blick wert war. Wo hatten sie nur diese Ansammlung ebenso blaublütiger wie nichtssagender Weibsbilder aufgetrieben?
Mit meinem arglosesten Lächeln auf meinen Lippen begrüßte ich die Gastgeber und die Gäste.
(10-21-2023, 12:34 AM)Furia Serena schrieb: Ich trug daher nur mein einfaches pfirsichfarbenes Gewand, meinen hellroten Korallenschmuck und eine strenge, eher altmodische Hochsteckfrisur mit Wollbändern in der gleichen Farbe wie mein Kleid und die "Brautmutter" auch optisch darzustellen. Ein wenig lustig sah es allerdings bestimmt aus, da Prisca ja einen Kopf größer und Sabina bestimmt auch mindestens einen halben Kopf größer war als ich.
Die Gäste und der Bräutigam waren bereits alle anwesend und warteten nur noch auf die Ankunft der Braut und ihrem Gefolge und die Gespräche der Versammelten verstummten langsam, als Sabina ihren Platz einnahm. Es würde nun gleich losgehen und ich würde nicht weiter gebraucht werden bis zum Ende der Zeremonie. Ich drückte noch einmal kurz aufmunternd Sabinas Hand, ehe ich mich an die Seite meines Ehemanns begab und ihm meine Wange zur Begrüßung bot. "Salve, geliebter Gatte" flüsterte ich ihm zu, ehe ich mich in die Schar der Gäste ganz vorne einreihte.
Saturninus gab einem Sklaven ein Zeichen, dass er ihn bedienen solle, obwohl er eigentlich nichts brauchte. Doch das gab ihm Gelegenheit, Tribun Ovidius einfach zu übersehen. Er hatte dem Ritter die Vorkommnisse von Cheddar längst nicht verziehen und schon gar nicht, was er Aglaia angetan hatte. Wieder einmal überlegte er, wie man ihn beseitigen könnte. Und wer dazu fähig wäre. Seine eigenen Leute wollte er da gerne rauslassen.
Seine mordlüsternen Gedanken wurden jedoch völlig vom Erscheinen seiner Frau Serena, die die Braut begleitete, vertrieben wie der Wind Regenwolken vertrieb. Serena hatte sich auf eine Weise gekleidet, die sie älter erscheinen ließ; in Pfirsischfarben und mit Korallenschmuck und streng hochgestecktem Haar. Und Saturninus sah in ihr die Frau, mit der er tatsächlich alt werden wollte. So sollte sie aussehen, wenn sie im Atrium sitzend ihren Enkeln zusehen würden. Doch dann dachte er, dass Serena gerade einmal mit ihrem ersten Kind schwanger war. Bis dahin würde noch viel Wasser den Isca hinunterfließen.
Sie bot ihm ihre Wange zum Kuss. Er küsste sie und flüsterte ihr zu:
"Sind dir alle bekannt oder soll ich dir die, die es wert sind, vorstellen?"