08-20-2023, 04:23 PM,
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RE: Lughnasadh
(08-13-2023, 05:27 PM)Ceridwen schrieb: Gerade meine Antwort auf seine letzte Frage, ließ ihn nachdenklich zurück. Natürlich hatte ich keine Ahnung, dass er in gewisser Weise selbst betroffen war. Ich sah es ihm geradezu an, wie es in seinem Kopf ratterte. Dann schließlich gab er seine Antwort zurück und meinte, es sei barbarisch, wenn die Väter auf ihre Söhne verzichteten. In seinem Blick lag pure Arroganz. Offenbar zeigte er nun sein wahres Gesicht! Das Gesicht eines Römers eben.
Bevor ich noch etwas entgegnen konnte, badankte er sich fur meine 'interessanten Ausführungen' und ließ mich einfach stehen. Arroganter Schnösel!
Ceridwens Gesicht verschloss sich. Saturninus nahm wahr, wie fragil das Gleichgewicht zwischen ihm und seinem Klientendorf doch war; kaum gab es eine Annäherung, konnte ein falscher Schritt alles wieder zunichte machen. Die Cheddarer zeigten das Verhalten von Menschen, die glaubten, dass ihnen Unrecht widerfuhr. Aber es war göttlicher Wille, dass Rom hier war. Es war kein Unrecht. Sie mussten miteinander leben lernen. Nun, der arrogante Satz war gesagt. Der Furius konnte ihn nicht wieder zurücknehmen. Es war auch nicht seine Art einzulenken oder um Verzeihung zu bitten. Eher verließ er sich auf Serenas ausgleichende Lieblichkeit. Die Frauen waren der Kitt zwischen allen Parteien. Mochte Furia Serena dem Dorf Gutes tun! Er tat es auf seine Art auch.
(08-13-2023, 02:27 PM)Louarn schrieb: Dafür, dass er meinen Namen geradezu schlachtete, durfte er sich nicht beschweren, dass ich seinen falsch aussprach. Saturnus oder Satanus, so groß war der Unterschied auch nicht. Aber ich nahm es leicht. Ohnehin war ich viel zu sehr von Niamh abgelenkt, um mich großartig mit dem Römer zu unterhalten. Und er merkte es auch und schlug mir gleich mehr oder weniger vor, mit ihr zum heiligen Stein zu gehen und sie zu heiraten. Er hatte keine Ahnung, wovon er redete.
Ich lächelte gezwungen und wünschte ihm noch “Viel Glück", ehe ich mich ganz Niamh zuwandte. Wenn er vom Feld zurück käme, wäre ich schon nicht mehr dort.
Für den Furius war es selbstverständlich, dass er sich ausländische Namen nur unzureichend merkte oder sie latinisierte. Weshalb sollte er fremde Sprachen lernen, wenn alle Untertanen genauso gut Latein lernen konnten? Und Latein war ohnehin die schönste, die logischste, die prägnanteste Sprache der Welt, und es war die Sprache, mit der die Herrin der Welt die Welt beherrschte.
Der rothaarige Kelte, der ihm Schläger und Schärpe hinterlassen hatte, war vermutlich mit der Rothaarigen abgezogen. Sicherlich würde sie ihm viele fuchshaarige Kinder schenken. In Saturninus Vorstellung waren Barbaren eher einfach gestrickt, keine Tiere natürlich, aber längst nicht so ausdifferenziert und kultiviert wie sein eigenes Volk - oder die Griechen. Die Griechen waren zwar auch Untertanen, aber vor denen hatte er wie alle patrizischen Jungen, die gnadenlos
" kósmos, kósmou, kósmo" eingebläut bekommen hatten, doch eine andere Vorstellung.
Luarnus hatte ihm Glück gewünscht, und Saturninus hatte mit dem Schläger salutiert: "Ich kann es gewiss brauchen, danke", hatte er gut gelaunt gemeint.
(08-13-2023, 04:38 PM)Owain schrieb: Offenbar hatte ich mich zu früh gefreut, von dem Römer als eigenständige Person wahrgenommen zu werden, denn kurz nach meiner Frage hatte er nur noch Augen für Aglaia. Ntürlich gefiel mir das nicht besonders und ich setzte einfach auch auf Aglaia, dass sie heute nicht schon wieder arbeiten wollte. Er begrüßte sie und stellte ihr seine Frau vor. Statt mit mir über seine Aufträge zu sprechen, was ihm so vorschwebte, erzählte er alles Aglaia und machte ihr Hoffnung, dass ich durch ihre Stiftung noch weitere hochgestellte römische Kunden bekäme. Während er noch weiter mit Aglaia sprach, machte ich mir bereits Gedanken, wie ich die Aufträge realisieren konnte. Vom technischen Standpunkt aus, wusste ich genau, wie ich Gegenstände zu gießen hatte. Es war natürlich ein großer Unterschied, ob ich Schmuck und Gefäße herstellte oder ob ich Statuen goss. Für die beiden Statuen zum Beispiel würde ich eine Dauerform herstellen müssen und sie dann im Schalen- oder vielleicht sogar im Kernguss gießen. Die große Schwierigkeit lag allein lag in der Herstellung der Form, die ich aus Stein hauen musste. Kleinere Gegenstände waren für mich kein Problem. Das gehörte zu meinem täglichen Geschäft. Eine Statue im römischen Stil herzustellen war aber etwas ganz anderes. Ich würde mir vorher einige andere römische Statuen ansehen müssen, um ein Gespür dafür zu bekommen. Mit dem Brunnen würde es wahrscheinlich noch schwieriger werden, je nachdem, wie groß er werden sollte.
Aglaia wandte sich schließlich wieder an mich und fragte, ob ich auch Statuen gießen könne. Ich wollte sie nicht enttäuschen und ich besaß auch den nötigen Ehrgeiz, den man brauchte, um solche Aufträge in Angriff zu nehmen."Das Gießen von Gegenständen, ganz gleich, was gegossen wird, ist kein Problem für mich. Allerdings müsste ich mich mehr mit den Feinheiten des römischen Stils beschäftigen. Ich müsste mir zum Beispiel andere römische Statuen anschauen, um eine Gussform herstellen zu können." antwortete ich.
"Das Haus deiner Herrin ist natürlich sehr geschmackvoll eingerichtet. Und du könntest auch in mein Haus kommen, um zu sehen und zu lernen", sagte Saturninus, der nicht viel Ahnung davon hatte, was der Unterschied zwischen Gießen und Schmieden war ... etwas mit Metall eben
"Schreibe mir eine Einkaufsliste, und du sollst haben, was du brauchst. Ach Moment einmal, du kannst gar nicht schreiben. Sage, was du brauchst, nur deiner Domina, und sie schreibt es für Dich auf"
(08-12-2023, 07:42 PM)Liciniana Aglaia schrieb: Dann aber war schon Saturninus da und fragte Owain wegen eines Auftrages. Ich wollte mich ja eigentlich dezent zurückziehen, aber Saturninus hinderte mich daran und stellte mir sogar seine Ehefrau vor. Ich lächelte dem jungen, wahnsinnig ernst aussehenden Ding freundlich zu. “Es ist mir eine Ehre und Freude, deine Bekanntschaft zu machen, werte Furia“, grüßte ich sie sehr freundlich. Ich wusste nicht, wie viel sie wusste oder ahnte, aber eine gute Hetäre versuchte zumindest, sich mit der Ehefrau ihres Liebhabers gut zu stellen. Auch wenn Saturninus genau das nicht mehr war.
Aber er schien selbst nicht ganz so zufrieden damit zu sein, denn immer wieder blickte er fast schon sehnsüchtig zu mir, während er mir mehr als Owain erklärte, was er wollte. Drei Grazien in einem Brunnen. Ich lächelte, hatte ich doch von einer der Grazien meinen Namen.Und ich konnte froh sein, dass es nicht Euphrosyne geworden war, wie eine der beiden anderen hieß.
Vielleicht war das Saturninus’ Art mich um Verzeihung zu bitten. Vielleicht hatte er auch einfach nur Sehnsucht oder hatte es sich vielleicht sogar doch noch anders überlegt, auch wenn ich letzteres für sehr unwahrscheinlich hielt. Schon das letzte Mal hatte er keinerlei Bedenken gehabt, sich mit Kiki zu vergnügen anstatt meiner – auch wenn ich das angeboten hatte – also rechnete ich nicht damit, dass er mich so sehr vermisste, um über seinen Schatten zu springen. Wozu auch, wo doch Alternativen für ihn so leicht erreichbar waren?
Trotzdem war ich ein wenig traurig wegen des Verlustes und ja, ich machte mir Sorgen um meine finanzielle Zukunft. Aber das war beides kein Thema für jetzt und hier. Stattdessen wandte ich mich also an Owain. “Was meinst du, kannst du auch Statuen gießen?“ fragte ich ihn, da das sicher etwas anderes war, als Ohrringe und Halsketten herzustellen.
Saturninus gefiel es, mit welchem Respekt und welcher Anmut zugleich, Aglaia seine Gattin begrüßte. Natürlich stand Furia Serena weit über ihr, und dennoch , beide Frauen so nebeneinander zu sehen, dies war ein Anblick, den er zumindest einen Moment lang genoss. Furia Serena war sehr würdevoll, und - da hatte Saturninus großes Glück, denn vermutlich hätte er sie auch geheiratet, wenn sie wie eine Harpyie ausgesehen hätte, um in verwandtschaftliches Verhältnis mit dem Consular Claudius Menecrates zu treten - sie war auf ihre zurückhaltende Art sehr hübsch. Sie hatte ein liebreizendes Gesicht mit dunklen Augen und eine weibliche Figur. Und außerdem war Serena so sanft und freundlich, dass er sich jeden Abend darauf freute, zu ihr nach Hause zu kommen. Serena war seine Nachtigall.
Aglaia war von Venus mit herausragender Schönheit gesegnet worden. Wenn Serena eine Nachtigall war, so war sie ein Paradiesvogel, und zudem kannte sie alle Künste der Liebe. Saturninus dachte bei sich, dass Serena bestimmt froh darüber war, wenn er zu einer exklusiven und gebildeten Hetäre ging und nicht zu irgendeinem Gossenmädchen. Er sehnte sich nach Aglaias Verführungskünsten, die seiner Ansicht nach auch nichts mit dem zu tun hatten, was in seinem Ehebett geschah ( Nur einmal vor einem Monat, eben während dieses Brandes in Iscalis, da war es mit Serena.... beinahe wie mit Aglaia gewesen. Aber darüber sprach er mit seiner Gemahlin nie. Er hatte das Gefühl, dass sie sich schämen würde. Auch ihm war es, auch wenn es verboten schön gewesen war, peinlich)
"Ich hoffe, dass niemand von deinen Leuten beim Feuer in Iscalis verletzt worden ist. Kiki und Narcissus geht es hoffentlich gut? Die Legion hatte dann doch rasch alles in Griff und konnte das Feuer auf einen Block begrenzen" Etwas sorgenvoll schaute er für einen Moment drein. Der Brand war während des Festes des Regierungsjubiläums des Kaisers ausgebrochen. Die Angelegenheit war noch nicht vorüber. Er selbst war dabei gewesen, als Tribun Iulius Cato die Brandstelle untersuchte und die Ergebnisse waren so beunruhigend, dass er einen Brief an den Statthalter geschrieben hatte. *
Aber das war kein Thema für ein fröhliches Fest. Heiterer war es, von einem eigenen Missgeschick zu erzählen:
"Ich habe dieses Spiel, das die Kelten dort auf der Wiese mit so viel Passion spielen, vorhin mal ausprobiert. Sie haben auch verschiedene Wörter für Schläger und Ball und Tor, die ich mir nicht gemerkt habe. Ich habe gerade einmal fünf Minuten durchgehalten. Es ist kein schöner Anblick, wenn eine Menge rothaariger Kerle mit grimmigen Gesichtern auf einen zustürmen. In diesem Moment vermisste ich meine Rüstung und mein Schwert außerordentlich", er grinste:
"Nein, natürlich habe ich nichts davon vermisst. Heute ist ein Tag des Friedens. Keine Waffen und keine Soldaten" Er wünschte sich aufrichtig, dass es so bliebe, doch ihn beschlich das dunkle Gefühl, dass es nicht so bleiben würde.
*Sim off: Wird noch erledigt
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