RE: Cubiculum | Aglaias Privatzimmer
Die letzten Tage hatte ich mich etwas schlapp und angeschlagen gefühlt. Nichts wirklich bedeutsames, aber das Wetter machte mir wohl zu schaffen, und in meinem Bauch rumorte irgendetwas. Ich bekam wohl auch wieder meine Tage – endlich, sollte ich sagen, denn ich war durchaus spät dran – denn alles dort unten zwickte und zog und fühlte sich verkrampft an. Dementsprechend war meine Laune auch etwas leidlich, und ich war froh, dass Owain wenigstens Nachts bei mir war und neben mir schlief. Es war ein sehr sicheres und beruhigendes Gefühl, ihn in den dunklen Stunden der Nacht, wenn die schlimmen Erinnerungen kamen, neben mir zu wissen.
Und so hatte ich auch heute neben ihm geschlafen und wollte eigentlich etwas länger schlafen, als mich plötzlich etwas weckte. Ich schlug die Augen auf und überlegte noch, was genau es war, als ich es jetzt ganz heftig bemerkte.
Ich schaffte es gerade noch, mich über den Rand des Bettes zu beugen und irgendwie nach dem Nachttopf zu angeln, als auch schon ein Schwall bitterer Galle meine Kehle hochstieg und ich würgend erbrechen musste. Noch ein zweites Mal kam sehr undamenhaft geräuschvoll etwas nach draußen und landete in dem Eintopf und ließ mich einen Moment schwach, verwirrt und zitternd zurück.
“Oh, nein, nein, nein“, betete ich und fasste prüfend nach meiner Brust. Fühlte die sich geschwollen an? Empfindlich war sie. Und warm. War das vom Schlaf so? “Oh bitte, nicht jetzt“, jammerte ich und richtete mich leicht auf, vorsichtig, ob noch etwas kommen würde. Aber scheinbar war es mit diesem einen Mal getan. Es war ja auch nichts in meinem Magen, was hätte rauskommen können.
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