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Die alte Schmiede am Dorfrand
05-16-2023, 09:16 PM,
Beitrag #81
RE: Die alte Schmiede am Dorfrand
(05-15-2023, 10:12 PM)Titus Ovidius Decula schrieb: Von innen wurde die Tür geöffnet. Das war wohl der neue Schmied. Und die weibliche Stimme, die ich vorhin im Hintergrund vernommen hatte, war seine Frau? Man hatte mir gesagt, dass heute überall in Britannien eine nächtliche Orgie, zu der alle jüngeren Kelten gehen würden, stattfinden sollte. Der Schmied, den ich nun sah, war jedoch noch jung. Und die Frau vermutlich ebenso. Vielleicht hatte er deshalb lieber zuhause seine eigene kleine Privatorgie abgehalten. Dann musste er die Frau nicht teilen. Bisher zumindest. Denn jetzt waren wir hier.

Der Typ sprach Latein. Das machte ihn nicht unverdächtig. Im Gegenteil. Die subversiven Schmierereien  auf dem Forum waren auf Latein geschrieben gewesen. Vielleicht war diese Bonni, die wir festgenommen hatten, keine Einzeltäterin.

"Von der Tür weg.  Mit dem Rücken zur Wand, so dass ich deine Hände sehen kann" Ich schaute nicht auf seine Hände, sondern auf seine Augen. Die Augen eines Mannes verrieten genau den Moment, wann er angreifen wollte. Und wenn ich ihm dann die Kehle durchschnitt, brachen sie und verloren allen Glanz. Ich hatte während meines Einsatz im Osten einiges gelernt.

"Du hast die Schmiede eines Mannes namens Bedran übernommen? Gehörst du zu seiner Familie? Wie heißt du? Ist das da dein Weib? Sag ihr, dass sie sich ruhig verhalten soll. Und auch an die Wand stellen. Hände auf den Kopf legen"
 Wenn die Frau diese Haltung einnahm, gab sie mir Gelegenheit, sie näher zu betrachten. Ich hatte den flüchtigen Eindruck, dass sie ganz ansehnlich war. 

"Du weißt, dass es dir verboten ist, über den persönlichen Gebrauch hinaus Arbeiten anzufertigen, die als Hieb- oder Stichwaffen verwendet werden können. Wir machen Stichproben. Durchsucht diese Hütte"
 Befehl an die Männer. Ich dachte nicht einmal daran, wirklich etwas zu finden. Es war egal.
Was gerade persönlicher Gebrauch war oder nicht, würde ich festlegen. Ein Jagdmesser war in Ordnung, drei waren es nicht. Kam darauf an, wie frech der Kerl wurde. Ich mochte Barbaren nur schön unterwürfig. Und ich war mir sicher, dass Plinius und die anderen Jungs genauso dachten.

(05-16-2023, 06:40 AM)Legionär schrieb: Weiter durchsuchen oder ähnlich lautete der Befehl. Gerne folgten Plinius und Arrius auf und schon hatten sie den ersten Fund, es war eine ihre Kleider zusammenraffende Schlampe. „Du brauchst dir gar nicht erst die Mühe mit dem Anziehen zu machen“, griente Arrius. Plinius ergänzte, „dann habe ich und die Jungs weniger Arbeit. Schade, dass der Tribun dich vorher sehen will. Aber er hat nun einmal das Recht als erster einen Treffer zu versenken.“ Schon standen sie neben dem Weib, um sie sie zwischen sich zu packen und mehr oder weniger sanft vor den Füßen von Ovidius zu packen. „Erster Fund und nun geht es weiter an die wichtigen Sachen Tribun.“ Kam es von Plinius, schade dass er jetzt erst einmal weiter suchen musste, denn zu gerne hätte er bei der Unterhaltung zugehört.
Inzwischen war ich hellwach. Auch das letzte bisschen Müdigkeit war wie weggeblasen. Jetzt nur nicht unüberlegt etwas tun oder sagen! Meine letzte Zusammenkunft mit römischen Soldaten hatte dazu geführt, dass man mich in Ketten gelegt hatte und einige Tage später an einen Sklavenhändler verkauft worden war. Eigentlich konnte es nicht mehr schlimmer werden. Außer diese Typen töteten mich jetzt. Dann aber würden sie sicher großen Ärger von Aglaia bekommen. Letztendlich würde mir das zwar auch nicht mehr helfen. Darum wollte ich nichts riskieren, dass es so weit kam.
 
Ich ließ sofort die Tür los und stellte mich mit leicht erhobenen Händen an die Wand. Mein Herz schlug wie verrückt, denn ich hatte nun wirklich Angst. Ganz egal, was war, diese Typen würden immer einen Grund finden, jemandem etwas hineinzuwürgen! Hoffentlich taten sie Aglaia nichts! Das war mein erster Gedanke.
Die Soldaten drangen ins Haus ein. Ihr Anführer blieb bei mir stehen und musterte mich. In seinen Augen spiegelte sich die Verachtung, die er für mich empfand. Er stellte mir ein paar Fragen, auf die ich mich gar nicht richtig konzentrieren konnte, denn meine Augen versuchten immer wieder hinüber zu Aglaia zu schauen. Zwei Legionäre näherten sich ihr und sprachen sie an.
"Ja, ich Nachfolger von Bedran. Nein, nicht Familie! Ich heiße Owain." Zu gerne hätte ich diesem Mistkerl gesagt, dass sie mein Weib war. Aber in diesem Fall wäre das sehr unklug gewesen. Denn als Frau eines Kelten hätte sie sicher noch schlechtere Karten gehabt! "Nein, sie mein Domina. Ich ihr Sklave!" Wieder schaute ich hinüber zu ihr, die beiden Dreckskerle hatten sie gepackt "He, lasst sie los!" Es fiel mir sehr schwer, nicht einfach zu ihr hinüber zu eilen und den beiden meine Faust in ihr Gesicht zu rammen.

Der Kerl, der mir gegenüberstand und mich ausfragte, hatte mir zu verstehen gegeben, dass sie nach Hieb- und Stichwaffen suchten. Mir fielen natürlich gleich die drei alten Schwerter ein, die ich hier behalten hatte, um sie einzuschmelzen. Aber jeder normale Mensch konnte sehen, dass sie stumpf und verbogen waren und bereits Rost angesetzt hatten. Dummerweise hatte ich sie bei meinem Werkzeug offen liegen gelassen. Dann fiel mir noch der Dolch ein, der auch als Jagdmesser durchging. Wo war nur der Dolch? Zuletzt hatte ich damit den gegarten Hasen am Abend zuvor zerteilt. Der Dolch musste noch draußen bei der Feuerstelle liegen. Aber es war schon irgendwie seltsam, dass die Typen ausgerechnet ein paar Tage später auftauchten, nachdem ich die Waffen gefunden hatte. Einen Moment dachte ich daran, dass mich vielleicht jemand verpfiffen hatte. Aber wer sollte das bitte sein? Die Gwrach vielleicht? Nein, ganz sicher nicht! Und auch sonst kam niemand von den Dorfbewohnern in Frage.
 
Die beiden Legionäre hatten Aglaia inzwischen zu meinem Gegenüber gezerrt. Aber sie war nicht auf den Mund gefallen und klärte ihn sofort auf, wer sie war und bestätigte im Prinzip alles, was ich schon gesagt hatte. Sie hatte sogar den Mumm, den Kerl in ihr Haus einzuladen und meinte dann noch frech, dass die Legionäre nach ihren Schuhen suchen sollten.
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