RE: Die alte Schmiede am Dorfrand
Im Laufe des Tages waren einige Dorfbewohner zu mir gekommen und hatten ihre Rechnungen für erledigte Schmiedearbeiten bezahlt. Ich hatte mit ihnen vereinbart, mich in Naturalien zu bezahlen. So kam eine Hausfrau mit ihren zwei kleinen Kindern und brachte mir einen Laib Brot und Honiggebäck vorbei. Die Frau des Schusters hatte für mich einen Krug Met gebraut und die Nachbarkinder hatten für mich Blumen gepflückt und damit das Innere der Schmiede geschmückt. Es sollte schön sein, wenn Aglaia kam. Und es sollte ihr an nichts fehlen. Es gab genügend Speisen und Met. Ich war mir nicht sicher, ob sie Met kannte und mögen würde. Zu Hause hatten wir immer darüber gewitzelt, dass Römer nur mit Wasser verdünnten Wein tranken.
Im Laufe des frühen Nachmittags hatte ich die Glut des Ofens gelöscht und hatte alle Werkzeuge aufgeräumt. Für den Abend hatte ich vor der Schmiede eine Feuerstelle vorbereitet. Wenn Aglaia da war, würde ich dort Feuer machen, um später den Hasen dort zu grillen.
Damit sie es im Haus warm hatte, brannte schon seit dem Morgen das Herdfeuer, das den ganzen Innenraum aufgeheizt hatte.
Bevor sie kam, wollte ich mich noch waschen, denn ich war schmutzig und roch nach Schweiß. Zur Arbeit trug ich meist nur ein paar Hosen und nur ganz selten eine Tunika. Dafür war es am Ofen einfach zu heiß. Hinter dem Haus hatte ich ein altes Holzfass entdeckt, in dem sich das Regenwasser sammelte. Hier wusch ich mich immer nach der Arbeit. So auch heute.
Mit feuchtem Haar und nacktem Oberkörper trat ich vor das Haus. Lediglich der Anhänger, den ich an einem Lederbändchen befestigt hatte, hing um meinen Hals. Ich hatte eine Stimme gehört, die meinen Namen gerufen hatte. Es war Aglaia! Sie war früher, als erwartet hier. Aber das war nicht schlimm! Oh, wie sehr hatte ich sie vermisst! Sie trug ein hübsches blaues Kleid und darüber ihre Palla.
Ich rannte freudestrahlend auf sie zu, als ich sie sah, umarmte und küsste sie. "Oh, mein Liebling! Da bist du endlich! Wie sehr hab ich dich vermisst!" Dem ersten Begrüßungskuss folgten noch einige mehr.
"Komm mit, ich habe Überraschung für dich!" Ich führte sie zum Haus und war gespannt, was sie zu den vielen Blumen sagte, die überall im Haus verteilt waren. Die Kinder hatten auch einige Blütenblätter auf dem Bett verteilt.
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