RE: Owains neues Zuhause
Ich hielt sie noch eine Weile in meinen Armen. Lediglich ihr Atem war zu hören und das Plätschern des Wassers, wenn wir uns bewegten. Alles schien so friedlich in diesem Moment. So friedlich, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Zuletzt hatte ich meine Frau so gehalten, als wir uns aus dem Dorf davongeschlichen hatten, um gemeinsam zu baden und uns zu lieben. Im letzten Sommer, als alles noch gut gewesen war. Das war so unendlich lange her! Meine Frau hatte ich nicht beschützen können, aber meine Herrin konnte ich beschützen. Hier so nah bei mir konnte ich ihr Wärme und Sicherheit geben. Und vielleicht auch außerhalb dieses Raumes, wenn sie das wollte. Ein Gedanke, der mir gefiel.
Überhaupt fragte ich mich, was sie mit mir vorhatte. Nachdem ich das Haus gesehen hatte und die eindeutigen Bilder im Atrium, war mir langsam klar geworden, dass ich in einem Haus gelandet war, in dem körperliche Liebe verkauft wurde. Ich hatte davon gehört, dass die Römer hauptsächlich Sklavinnen und Sklaven hierfür benutzten. Das erklärte nun auch, weshalb sie mir zugesichert hatte, dass ich mich auch verweigern durfte, wenn jemand etwas von mir verlangte, was ich nicht wollte. Vielleicht war das hier nur ein Test gewesen, bei dem ich mich offensichtlich gut geschlagen hatte.
Nein, daran wollte ich nicht glauben! So würde mein weiteres Leben nicht aussehen! Und wenn es doch so war? Dann würde ich mich fügen. So wie ich mich gefügt hatte, als sie mich und die anderen dem Sklavenhändler übergeben hatten. Dann würde ich mich wieder tief in mein Innerstes eingraben, denn dort befand sich mein einziger verbliebener Rückzugsort.
Genau in dem Moment, asl mir die schlimmsten Befürchtungen durch den Kopf gingen, schien auch sie darüber nachzudenken, wie sie mich in Zukunft einsetzen wollte. Während sie mit ihren Fingern Kreise auf meine Brust malte, offenbarte sie mir, dass sie mir eine Schmiede einrichten wollte. Jedoch war ihr noch nicht ganz klar, was sie dafür benötigte. Als ich begriff, was sie da gesagt hatte, erhellten sich meine Augen. Ich hätte sie küssen können! Nein ich tat es sofort, auf der Stelle!
"Das willst du wirklich?" fragte ich und konnte meine Freude darüber kaum bremsen. "Ich kann Brennofen selber bauen und ich kann sagen, was gebraucht wird!" Einen Blasebalg, einige Rohre aus Ton, eine Zange, die hohen Temperaturen Stand hielt, einen Tiegel, indem das das flüssige Metall aufgefangen wurde und natürlich Gießformen, die ich auch selbst herstellen konnte. Den Brennofen selbst konnte ich aus Lehm und Pferdemist bauen. "Ich verspreche, ich werde alles tun, was du verlangen! Ich mache Schmuck für dich. Schöne Schmuck für dein Hals und Ohrringe und für Arme." Dabei küsste ich die erwähnten Stellen, die ich zu schmücken gedachte. "Und ich dich beschützen. Immer!" Verdammt, ich musste unbedingt diese Sprache besser lernen!
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