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Mit dem Kopf und dem linken Knie stieß ich die Tür auf und trat ein in unser Reich. Die Vorhänge waren zugezogen und bauschten sich leicht in einer Frühlingsbrise. Es roch nach Veilchen, jemand hatte mit Veilchenöl die Teppiche benetzt.
Ich bettete meine Fridila auf unser Bett:
"Ich könnte mir vorstellen, dass die Sergier sehr böse auf Onkel Gerfridu werden, wenn es denn so aussieht, als brächte er eine brave Witwe vom Pfad der Tugend ab. Gewiss will die Familie sie für eine neue Ehe, deine Freundin ist schön und immer noch so jung, dass sie einem Ehemann Kinder schenken könnte", dachte ich laut nach und wartete Stellas Antwort ab. Eine wütende Patriziersippe am Hals hätte Gerfridu nicht verdient.
Derweil schnürte ich Stellas Schuhe auf und nahm ihre Füsse in meine Hände, um sie ihr zu massieren. Stellas Knöchel waren nicht geschwollen, was ein gutes Zeichen war. Vorsichtig knetete ich ihre zarten Sohlen und rüttelte an jedem Zeh:
"Ruhe dich nun aus, meine liebste Fridila"