RE: [In der Nähe der Villa Furia] Abschied von Zimt umd Rosen
Cassia beruhigte sich ein wenig. Sie schluchzte nicht mehr so arg, doch ihre Lippen zitterten und ihre Augen blieben tränenverhangen. Sie sagte mir, dass Londinium so weit weg und gefährlich sei, und dass wir uns gewiss nie wiedersahen.
Auch ich weinte immer noch: "Liebe kleine Cassia, warum sollen wir uns nicht wieder sehen?", fragte ich :
" Wir sind doch beide jung und bei bester Gesundheit. Und Londinium ist viel kleiner als Antiochia. Da passiert nicht viel Gefährliches. Obwohl ich mir wirklich eine große Gefahr wünsche, aus der ich die Herrschaften retten kann. Denn dann gibt es doch immer einen Wunsch frei", ich wischte mir eine Träne von der Wange:
"Hoffentlich werde ich stattdessen nicht freigelassen. Denn ich habe kein Geld, und du hast kein Geld, was soll da nur werden? Aber liebe Cassia, ich sehe es schon vor mir:
Die Domina, aus Todesgefahr befreit, noch zitternd schmiegt sie sich in die Arme des Herren und spricht:
Leander, mein Gemahl, Nicander hat uns vor dem Tod gerettet. So bitte ihn, seinen Herzenswunsch zu äußern!"
Und der Herr spricht: "Wie du es wünschst, meine Gattin, so ist es gerecht. Nun sprich, Nicander, Treuster der Treusten, was wünschst du dir? Und sollte es die Freiheit sein, so hast du mein Ehrenwort"
Und der treue Nicander, noch verletzt und verbunden, hinkt in den Raum und trotz seiner Schmerzen beugt er das Knie:
"Oh, Dominus, oh Domina, die Freiheit begehre ich nicht. Doch in der Villa Furia zu Iscalis, da lebt eine Sklavin, die Cassia heißt. ich bitte dich, kaufe sie!"
Und die Herrschaften sprechen: "Dein Wunsch ist unbillig nicht, Nicander. Er soll dir erfüllt werden."
Da geht Nicander wieder auf die Knie, ergreift die Hände der Domini, küsst sie vor überaus großer Freude... Oh, Cassia, hast du gehört? Bald sehen wir uns wieder! Aber da der mutige Sklave von seinem Einsatz noch verletzt ist, strauchelt er nun und wird gar ohnmächtig.... was für ein treuer, guter Diener...",
ich verstummte, hingerissen und überwältigt von dem, was ich gerade im Geiste erlebt hatte. Für mich war es, als wäre es wirklich geschehen, und ich war mir so sicher, dass es geschehen konnte. Für mich war das, was geschah und das was ich mir ausdachte, nicht solch ein großer Unterschied:
"Bitte trockne dir die Tränen, mein lieber Zimtkopf. Und bete und hoffe mit mir, denn mit Beten und Hoffen wird es gelingen"
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