RE: Porta und Wachstube (JEDER BESUCHER MUSS HIER DURCH)
Nach einer hübschen Prostituierten, einem Bad in einem kleinen Badehaus und ein paar Happen, die ich völlig entgegen jeglichen Schamgefühls direkt vor Ort verzehrt hatte, anstatt sie wie ein anständiger Mensch nach Hause zu nehmen und dort zu essen – kleine Rebellionen dann und wann mussten sein – hatte ich mich dann doch den breiteren Hauptstraßen zugewendet, um zum Statthalterpalast zu gelangen. Wirklich schwer zu finden war der ja nicht, denn das Gebäude allein war riesig und maß allein an der Außenwand zur Straße hin mehr als ein griechisches stadium. Und alle paar Schritt standen grimmige Wachen, um Leute davon abzuschrecken, die Wände zu beschmieren oder ihr Glück beim Übersteigen der Mauern zu versuchen. Man konnte es quasi gar nicht nicht finden, wie in jeder Provinzhauptstadt und jedem festen Legionslager eben auch. Wo der Chef wohnte, sah auch ein Blinder.
Vor dem Eingang war wie wohl immer was los. Die meisten wurden weggeschickt von den wachen, wie wohl auch immer und überall. Ich war mal brav und wartete, ohne mich vorzudrängeln und wichtig zu machen, schon allein, weil das gesiecht der Wachen dann umso lustiger sein würde, wenn sie erkannten, dass ich war, wer ich gleich zu sein behaupten würde.
Irgendwann war ich also vorne. “Viel los, hm?“ Die Wachen schauten genervt. Scherzkekse konnten sie offensichtlich genauso wenig leiden wie die meisten Wachen. Aber ehrlich, da ich auch schon Wachdienst gehabt hatte, ich konnte es verstehen, dass man dafür irgendwann einfach keinen Kopf mehr hatte.
“Ich bin Lucius Petilius Vindex. Ich glaube, meine Mutter erwartet mich schon.“ Ich ließ den Wachen kurz Zeit, einen Blick zu tauschen, ehe ich ganz leicht lächelte.
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