Auf nach Londinium! - Narcissus und Owains Reise
Die ersten Sonnenstrahlen krochen über den Horizont, als ich meinen treuen Kubbo sattelte und mich auf den Weg machte. Die Luft war kalt und klar, der Raureif glitzerte auf den Wiesen um Cheddar. Ich hatte in der Nacht kaum geschlafen, zu sehr kreisten meine Gedanken um Aglaia. Der Gedanke an das Wiedersehen, falls ich sie tatsächlich in Londinium finden sollte, ließ mir keine Ruhe. Es kam mir vor, als wären seit unserer letzten Begegnung Jahre vergangen. Dabei war es kaum ein Jahr her, dass sie mich abserviert und mein Leben aus den Angeln gehoben hatte.
Am Horizont tauchten die ersten Häuser von Iscalis auf. Dort würde ich Narcissus treffen. Seine Hilfe konnte ich gut gebrauchen, nicht nur, weil er Kontakte in Londinium hatte, sondern auch, weil er eine gewisse Leichtigkeit mitbrachte, die ich selbst nur selten aufbrachte. Ich hoffte nur, dass er den mehrtägigen Ritt nach Londinium gut überstehen würde. Er war es gewohnt, bequem in einem Reisewagen zu sitzen, vielleicht mit einem Krug Wein in der Hand und einer Decke über den Beinen. Aber diesmal würde er sich mit dem Sattel begnügen müssen. Und ich war mir sicher, dass ich seine Kommentare die ganze Reise über anhören durfte. Trotzdem war ich froh, ihn dabei zu haben. Seine Hilfe war wichtig, zumal er Aglaia gut kannte. Wenn sie jemand finden würde, dann er!
Die Straßen der Stadt waren fast menschenleer, als ich endlich in die Stadt ritt. Der Weg zur Casa Liciniana war mir immer noch vertraut. Dort angekommen, sprang ich vom Pferd, band es fest und klopfte an die Tür.