RE: "Das war ganz billig.... das andere war noch teurer!"
Die Berührung des jungen Bran ließ Cassia erstaunt dreinblicken. Auch seine Worte erstaunten die junge Sklavin, was man an der steilen Falte zwischen ihren Augenbrauen erkennen konnte. Hm? Was sprach Bran denn da? Es würden Faye kommen und sie mitnehmen? Aber wohin denn? Und war es dort schön?
“Deine Worte verwirren mich Bran. Ich habe noch nie etwas von Sommerland oder Anderswelt gehört. Ich weiß gar nicht was das ist.“
Erwiederte Cassia auf seine Worte und blickte den Jungen aus großen Augen an.
“Aber vielleicht, kannst du mir erklären was es mit Sommerland und Anderswelt auf sich hat? Und sind Faye so etwas wie Feen? So klitzekleine Geschöpfe mit Flügeln?“
Dabei musste Cassia schmunzeln, als sie sich eine solche Faye vorstellte, wie diese mit ihren kleinen Flügelchen flatterte. Hm. Schreckliche Orte? Was genau meinte Bran denn nur damit? Oh ja. Das musste er ihr ganz genau erklären. Ja, ganz genau erklären. Und das am besten s o f o r t.
“Hm. Aber als Krieger kann man ganz schnell sterben. Und was ist dann mit deiner Ehre? Ich würde ganz dolle um dich weinen.“
Dabei schmunzelte Cassia mit geröteten Wangen und strich sich verlegen eine ihrer Strähnen aus der Stirn. Oh je. Hoffentlich hatte Bran ihre Worte nicht so genau wahrgenommen. Als Bran erklärte, dass auch sie ein Dummkopf wäre, schüttelte Cassia gar empört ihren Kopf und plusterte ihre Bäckchen auf.
“Ich bin kein Dummkopf Bran. Und du bist auch kein Dummkopf, nur weil wir nicht lesen und schreiben können. Wir können uns doch unsere eigene S p r a c h e ausdenken. So eine Zeichensprache die nur wir verstehen?“
Denn Zeichen konnten sie sich beide selbst ausdenken und die E r w a c h s e n e n wüssten dann nie wovon sie beide sprachen. Oh ja. Das wäre sehr, sehr lustig. Doch dann wollte Bran etwas von ihrem Können sehen und Cassia griff beherzt nach den kristallenen kleinen Kugeln. Diese Kugeln fühlten sich wie fließendes Wasser in ihren Händen an, so dass Cassia wahrlich aufpassen musste, dass ihr diese kleinen Kugeln nicht aus den Fingern flutschten. Doch schon bald jonglierte Cassia mit den kleinen Kugeln, als hätte sie in ihrem Leben noch nie etwas anderes getan. Und diese gar artistische Aktion lockte einige Menschen an, so dass sich alsbald ein Halbkreis um die drei jungen Sklaven bildete. Strahlend das leuchten in den Augen der jungen Cassia, die die kleinen Bälle fest im Blick behielt und diese immer wieder sicher auffing. Ungeachtet der Tatsache, dass Batrachis wahrlich Angst zu haben schien, dass Cassia eine dieser kostbaren Kugeln fallen ließ. Denn eine dieser Kugeln war sehr viel mehr wert als es die Sklavin je sein würde.
Immer mehr Menschen drängten sich um das kleine Grüppchen, während Cassia mit einem sanften Lächeln auf ihren Lippen die kleinen Kugeln geschickt in die Höhe warf und diese nicht minder geschickt wieder auffing. Die Menschenmenge trampelte sich regelrecht auf die Füße, als sich ein besonders eilig aussehender Herr zwischen den Menschen hindurch zu zwängen versuchte und dabei gegen Cassia stieß. Ohne ein weiteres Wort hastete dieser Kerl weiter, doch Cassia stolperte leicht, geriet ins taumeln und es gelang ihr nicht, alle kleinen Kristallkugeln sicher aufzufangen. So landete eine der Kugeln auf dem Boden und ...zerbarst dort in tausende funkelnde Teilchen. Die Menschenmenge gab empörte Geräusche von sich, während Cassia stocksteif stehen blieb und sich Tränen in ihren Augen sammelten.
“Nein. Oh nein. Nein. Nein.“
Murmelte sie und legte die übrigen Kugeln hastig auf die Theke des Tresens, bevor sie selbst in den Staub sank und versuchte die Überreste der Kugel zusammen zu sammeln. Vielleicht, könnte man diese hübsche Kugel noch irgendwie h e i l e machen? Bittend der Glanz in den Augen Cassias in Brans Richtung.
“Bran. Bitte hilf mir.“
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