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Vater-Sohn Bonding-Experience
10-18-2026, 04:49 PM,
Beitrag #11
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Saturninus schenkte Frowin einen scharfen Blick. Auch wenn er ihn als Freund betrachtete, war er doch immer noch sein Freigelassener, und es ging nicht an, dass er sich allzu freimütig über seine Patrona äußerte.
Die Frage Frowins hing jedoch noch wie ein ungeladener Gast in der Luft: Ob es Ärger geben würde mit Serena?
Saturninus spürte ein mattes, fast mitleidiges Lächeln auf seinen Lippen, das er jedoch nicht nach außen dringen ließ.
Er schüttelte kaum merklich den Kopf. Nein, es würde weder Geschrei, noch zerbrochenes Glas oder Verwünschungen geben. Furia Serena würde sich niemals dazu herablassen, die Beherrschung zu verlieren. Das wäre viel zu plump und zu gewöhnlich für seine Ehefrau  gewesen.

Es war etwas anders. Es gab eine Kälte, die einem den Atem raubte, noch ehe sie überhaupt eingesetzt hatte. Saturninus kannte diese Kälte besser als jeder andere. Er war in ihr aufgewachsen, hatte sie eingeatmet wie den klammen Frühnnebel, der im Herbst vom Tiber aufstieg. Sie war ein System aus eisigem Ignorieren, aus einer Höflichkeit, die schärfer schnitt als jedes Gladius.
Man konnte Victors Anwesenheit im Peristyl mit einer vollendeten, fast zärtlichen Gleichgültigkeit dulden. Wenn der Junge sprach, konnte eine winzige, kaum wahrnehmbare Pause entstehen, bevor das Gespräch der Erwachsenen einfach fortgeführt wurde, als hätte sich nur der Wind in den Säulen verfangen. Es war ein Verrat ohne Worte, ein langsames, subtiles Ersticken der Seele, gegen das man sich nicht wehren konnte. Man konnte niemanden für ein Ausbleiben eines Lächelns anklagen. Man konnte niemanden dafür hassen, dass er die Hand wegzog, noch ehe sie den Stoff der Toga berührte.
Saturninus dachte an seine eigene Kindheit. Diese Kälte hinterließ keine blauen Flecken, aber sie fror das Herz ein, bis es hart und gefühllos wurde. Und er war immerhin der Erbsohn der Furier gewesen.

"Furia Serena ist eine edle Dame, und sie wird den Jungen so behandeln, wie es ihm zusteht", antwortete Saturninus eine Spur kühler als vorhin, eine Spur nur:
"Es wird keinen ...Ärger geben, wie du es ausdrückst. Ich hoffe, dass Du Recht behälst damit, dass Victor schlau genug ist. Und damit meine ich nicht nur das Bücherwissen, obwohl er die beste Erziehung erhalten soll, die Iscalis zu bieten hat"

Sie entspannten dann mit Gerede über die Pferde, und Frowin zeigte an Perikles, welch ausgezeichneter Lehrer er war.
Dann kehrte Victor mit Conor Huckepack zurück. Conor war klitschnass und lachte sich kaputt, und beide Jungen behaupteten, dass Frowins Sohn in den Bach gefallen wäre. Sein Vater schien das schon zu kennen, er nahm Victor den Kleinen nämlich ab, um ihn ins Bad bringen und dann Senia Bescheid zu sagen, damit sie das Abendessen richtete.

"Victor ist so freundlich mit fast allen, obwohl er im Fall von Carus seine Gutmütigkeit eher verschwendet", bemerkte Saturninus: "Mit seiner Schwester streitet er dagegen wie ein Brunnenputzer. Ich bekomme den Anlass nicht mit, und so weiß ich nicht, wer Recht hat, aber Saturnina ist das Mädchen, und sie muss lernen, sich zu fügen"

(10-17-2026, 11:35 PM)Furianus Frowin schrieb: Schon waren sie wieder zu zweit. Vater und Sohn. Victor richtete sich rasch wieder auf und wirkte ebenso würdevoll wie zuvor, wenn auch etwas nasser.
„Hat Frowin dir von seinem letzten Rennen erzählt?“, fragte er neugierig und betrachtete die Himmelsdrachen interessiert. „Die sind aber toll! Oh, ist der Wagen etwa auch hier? Darf ich mal drauf stehen, Papa?“

Saturninus Augen funkelten vor Vergnügen. Er hatte einen unstandesgemäßen Hang zum Wagenrennen, und sein Sohn hatte ihn auch. Er sagte: "Probiere es aus, mein Junge. Weißt du, dass dein alter Herr vor einigen Jahren selbst noch bei den Equirria, dem Pferderennen zu Ehren des Mars, mitgemacht hat?"
Jetzt fragt mich Victor bestimmt gleich, ob ich denn gewonnen habe, dachte Saturninus.
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Honoratior von Iscalis
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10-27-2026, 12:35 AM,
Beitrag #12
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
"Jap! Das hat Frowin mir mal erzählt!", sagte der junge Victor, der jedoch die Erfolge seines alten Herren viel weniger spannend zu finden schien als die des berühmten Wagenlenkers. So war es eben mit den Jungen. "Und hast du auch gewonnen?"
Was für eine Frage. Gegen Frowin doch ganz sicher nicht. Trotzdem war er natürlich stolz auf den Papa, vor dem er nun in Richtung der Stallungen lief. Einen bewundernden Blick für die exotischen Pferde hatte der Junge durchaus übrig. Aber es war um ihn geschehen, als er Saturninus' Wagen erspähte, der hinten darauf wartete, bespannt zu werden. Frowin und die übrigen Fahrer der Blauen nutzten natürlich die Wagen im Vereinshaus, doch dieser hier war das historische Herzstück ihres Vereins. Hiermit hatte Frowin gelernt und seitdem viele seiner Neulinge.
"Der sieht ja toll aus! Können wir den benutzen? Oh, aber vielleicht musst du dich vorher ausruhen? Es war ja ein langer Ritt." Und der Papa war schließlich schon alt.
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Gestern, 05:40 PM,
Beitrag #13
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Ein fast lausbubenhaftes Lächeln stahl sich auf Saturninus Gesicht:
"Ich habe haushoch verloren, Victor. Aber etwas Gutes hatte die Sache doch: Das Oktoberpferd ist das Handpferd des Siegers. Es wird dem Gott Mars geopfert. Da ich die Biga genommen hatte, ohne zu fragen, war ich doch froh, um die Ehre gekommen zu sein, sonst hätte es Prügel gegeben"
Statt den Jungen zur Vernunft zu rufen, beschloss er, ihm die Grundlagen des Rennsports höchstselbst beizubringen, denn das machte ihm selber viel zu viel Spaß ( Victors Bedenken bekam er ja nicht mit):
"Nein, ich habe mich bereits mit Frowin beim Plaudern ausgeruht, mir geht es gut. Ein bisschen kann ich Dir zeigen, wenn wir den Wagen nach draußen schaffen. Hilf mir bitte. Das ist übrigens mein alter Wagen, mit dem ich startete, da war ich kaum älter als Du heutzutage "
Es war schwer, schwerer als es Saturninus in Erinnerung hatte, doch vor Victors Erwartung wollte sich der Furius nicht lumpen lassen. Endlich stand das Gefährt dort, wo der Furius es haben wollte: Am Anfang des flachen Weges. Saturninus wischte sich mit dem Ärmel seiner Tunika ein paar Schweißtropfen von der Stirn:
"Zieh einmal deine Schuhe aus, mein Sohn. Ein Auriga wie Frowin übt ersteinmal barfuß auf dem Wagen. Du musst das Holz unter deinen Sohlen spüren, jede Erschütterung des Bodens und die exakte Neigung des Gefährts, noch bevor deine Augen es sehen“ 
Er stieg selbst kurz auf den hölzernen, noch unbespannten Korpus, um es vorzumachen:
"Stell die Beine breit auf. Die Knie bleiben elastisch, hörst du? So federst du die harten Stöße der Holzachse ab. Und verlagere dein Gewicht leicht nach hinten, sonst fliegst du beim ersten Anrucken vornüber“
Saturninus stieg ab, stauchelte dabei etwas und hätte sich beinahe lange hingelegt. Es war doch schon eine Ewigkeit her, seit er auf einem Rennwagen gestanden hatte.
Als der Junge seine Position eingenommen hatte, nahm Saturninus die schweren Lederzügel und wickelte sie Victor ein paar Mal, aber nicht allzu straff, um den Leib:
"Im Circus steuerst du nicht mit den Armen, dafür sind die Pferde viel zu stark“, erklärte er mit sachlicher Stimme. Saturninus konnte auch geduldig erklären, wenn ihm ein Thema am Herzen lag:
"Du lenkst allein durch das Zusammenspiel von Füßen und Verlagerung deines Körpergewichts"
Seine Miene wurde schlagartig ernst, und er tippte mit dem Zeigefinger auf Victors leere Gürtelseite: 
"Wir lassen es jetzt weg, weil wir erst einmal ohne Pferde üben, aber ein Wagenlenker fährt niemals, wirklich niemals ohne sein Messer am Gürtel“, schärfte er ihm mit eindringlichem Blick ein:
 "Da die Zügel normalerweise fest um deinen Bauch gewickelt wären, bist du eins mit dem Wagen. Wenn das Gespann stürzt oder der Wagen zersplittert, reißen dich die panischen Pferde mit. Ohne dieses gekrümmte Messer, mit dem du die Lederriemen im Bruchteil einer Sekunde kappen kannst, wirst du im Sand des Zirkus zu Tode geschleift. Es ist deine einzige Lebensversicherung.“

Der Vater trat entschlossen vor den Wagen, packte selbst die hölzerne Deichsel und simulierte mit kräftigen Rucken und plötzlichen Schwenks die Bewegungen eines echten Gespanns. 
"Lehn dich rein! Belaste die rechte Seite, wenn ich nach links ziehe! Halt dagegen, Victor!“, rief er ihm anfeuernd zu.
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Honoratior von Iscalis
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