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09-29-2026, 09:35 PM,
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Vater-Sohn Bonding-Experience
Victor konnte es kaum erwarten. Der Wind pfiff dem jungen Furier durch das Haar. Er wehte stark, doch nicht unangenehm, und brachte das hohe Gras der Hügel dazu, sich in Wellen zu beugen wie ein grünes Meer. Er liebte es hier. Die weite Freiheit, die nahen Wälder und weit und breit keine Stadt. Seine keltische Seite sehnte sich nach dem Grünen und dies hier war die reinste Wohltat. Und dann auch noch die vielen Pferde auf dem Landgut.
Sein Vater hatte erwähnt, dass Frowin dort sein würde. Er wusste, dass der Kelte ein bedeutender Fahrer und auch noch der Trainer der Blauen war, die sein Vater sponserte und anfeuerte. Er war sogar schon in großen Städten angetreten! Auf dem Landgut wohnte er eigentlich nicht, doch hin und wieder führte er wohl einige seiner vielversprechenden Jungtalente her, um die furischen Pferde kennenzulernen und mit ihnen zu üben. Diesmal folgte er wohl einer Einladung seines Vaters.
Doch so sehr er den lustigen Rothaarigen mochte, so freute sich Victor vor allem darauf, hier Zeit mit seinem Vater verbringen zu dürfen. Er hatte sich an den Worten seiner Mutter ein Beispiel genommen und viel gelernt und auch Sport getrieben, um seinem Vater Freude zu machen. Dass Carus nicht dabei war, war zwar etwas schade, gleichzeitig freute es Victor aber auch, mal der Einzige zu sein.
"Schau, gleich sind wir da!", rief er und deutete auf das Dach des Landguts, das hinter dem Hügel hervorlugte.
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10-01-2026, 03:48 PM,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furius Saturninus spürte die Kraft des britannischen Windes, doch seine Haltung blieb aufrecht. Unter ihm schnaubte Mandan unruhig. Der mächtige Hengst, eine seltene Kreuzung aus robusten hiesigen Stuten und einem feurigen persischen Urvater, machte seinem Namen alle Ehre: Der ewig Unverträgliche. Nur Saturninus' erfahrene, feste Hand am Zügel hielt das Tier im Zaum.
Saturninus spürte, wie die vier ledernen Hörnchen seines Sattels seine Hüften und Schenkel fest umschlossen. Mit einer minimalen, harten Bewegung seiner linken Hand straffte er die Zügel. Das schwere eiserne Kandarengebiss drückte im Maul des Hengstes gegen die Laden. Mandan warf den Kopf hoch, das bronzene Geschirr an seiner Brust klimperte leise, doch der Druck des Metalls zwangen dem Unverträglichen augenblicklich den Willen seines Herren auf.
Ein paar Schritte hinter ihm ritt Victor. Saturninus wartete, bis Victor aufgeschlossen hatte. Die Pferde standen Kopf an Kopf. Während er seinen Sohn beobachtete, entgingen dem Furius die feinen Veränderungen nicht. In der Villa wirkte der Junge oft mürrisch und linkisch, wie eingezwängt in eine Welt, die nicht die seine war. Doch hier, im Sattel, war Victor sichtlich glücklich, den engen Mauern entronnen zu sein. Er schien vollkommen in seinem Element.
"Schau, gleich sind wir da!", rief er und deutete auf das Dach des Landguts, das hinter dem Hügel hervorlugte.
Beim Anblick des Jungen erwachte eine fast zärtliche Regung in Saturninus' Brust. Er freute sich insgeheim an Victors Anmut und dessen unverfälschter Begeisterung. Der Junge sah ihm bemerkenswert ähnlich – die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Statur, die er selbst als Halbwüchsiger gehabt hatte. Nur das dunkle Haar wies einen deutlichen, roten Schimmer auf, den er von seiner Mutter geerbt hatte.
Gedanken an die gute Deirdre stiegen in Saturninus auf. Er hatte Victors Mutter immer aufrichtig gern gehabt.
Deirdre war ein wenig wie Britannia, schön, geheimnisvoll und sehr keltisch- überschwänglich, gewesen; die Erinnerung zauberte stets ein Lächeln auf Saturninus Gesicht. Nur Victor sollte nicht so sein wie Deirdre, sondern römisch.
Saturninus blickte über die grünen Hügel des furischen Landgutes, bevor er das Wort an seinen Sohn richtete. Er sprach bewusst noch nicht über Gefühle, die zwischen ihnen standen. Stattdessen kleidete er seine Zärtlichkeit in ein fast nüchternes Lob:
"Du sitzt fest im Sattel, Victor. Die Britannier haben ein Gespür für diese Tiere, und es scheint, als hättest du dieses Blut in dir. Es ist mir eine Freude, dir beim Reiten zuzusehen“
Eine feine, ihm fast selbst fremde Sentimentalität schwang in seiner Stimme mit, als er anfügte:
"Wie geht es eigentlich deiner Mutter? Und deinen jüngeren Geschwistern? Du hast sie kürzlich besucht, nicht wahr? Es müssten mittlerweile ganz schön viele Geschwister sein: Gibt es nicht ein fuchshaariges Zwillingspaar und dazu noch weitere Kinder von ihrem Mann Licinianus?“
Sich nach Deirdre zu erkundigen, war unverfängliches Gelände. Saturninus war überhaupt nicht gut mit Kindern. Seine eigenen, legitimen Kinder wurden von seiner Frau und extra dafür erworbenen Sklaven erzogen, so wie er selbst einst auch nur die Strenge griechischer Erzieher kennengelernt hatte. Er, Furius Saturninus, prüfte nur die Lernfortschritte (Carus) oder verhängte die Strafen (Saturnina). Am nachsichtigsten war er noch mit den Sklavenkindern; es war einfach, den kleinern Sklaven seines Hauses eine Freude zu machen. Aber mit Victor, da fühlte sich Saturninus oft überfragt, als verlange man immerzu etwas von ihm, von dem er keine Ahnung hatte.
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10-01-2026, 04:29 PM,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Victor kam mit seinem Tier ausgezeichnet zurecht. Ein gutmütiges Pferd, genau richtig für einen Jungen in seinem Alter. Voller Bewunderung beobachtete er, wie sein Vater den Hengst im Griff hatte und fragte sich insgeheim, ob er dazu schon imstande wäre. So recht traute er sich da noch nicht. Doch versuchen wollte er es irgendwann noch.
Natürlich freute es ihn, als sein Vater ihn für seine Reitkünste lobte. Das Lächeln des Jungen wurde breiter.
"Ich hab auch fleißig geübt!", verkündete er stolz, obwohl er sonst immer bestritt, sich bei etwas Mühe gegeben zu haben. Doch seine Mutter hatte einige Dinge in die rechte Perspektive gerückt und so wollte er seinem Vater gern eine Freude machen. "Und es war schön bei Mutter und ihrer Familie. Ich muss der Junge mit den meisten Brüdern auf der ganzen Welt sein." Während er das sagte, lachte er. Es war gesellig im Haus seiner Mutter und ihres Mannes, und das mochte er.
"Ihnen allen geht es gut. Und Mutter sagt, ich soll dir ein guter Sohn sein und immer recht viel lernen." Er vermisste sie jetzt schon. Doch leider waren seine Eltern nicht verheiratet. Wieder so ein römisches Ding. Doch sie hatte schon recht. Sein Vater hatte ihr vieles geschenkt. Und ihm natürlich auch. Das war schon gut so.
Gemeinsam hielten sie auf den Hof zu, wo ihnen bereits ein bekannter feuerroter Haarschopf entgegenleuchtete.
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10-01-2026, 04:35 PM,
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Furianus Frowin
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Beiträge: 283
Themen: 3
Registriert seit: Oct 2022
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furianus Frowin hatte soeben die letzten Arbeiten beendet. Wann immer er hier war, kümmerte er sich selbst um die Ausbesserung von Zäunen oder dem Dach. Dabei zur Hand gingen ihm die Jungs, die er dann und wann mit sich brachte, damit sie sich mit den preisgekrönten Tieren der Furier vertraut machen konnten. So auch dieses Mal. Heute begleitete ihn lediglich ein sehr hoffnungsvoller Kandidat. Perikles war Grieche und genauso alt wie er es damals gewesen war. Frowin war überaus froh, den Jungen erstanden zu haben, denn auf den Pferden bewegte er sich wie der Zephyr persönlich.
Noch ein weiterer Junge stromerte hier herum, der jedoch nicht zum Rennstall gehörte - noch nicht. Sein Sohn Conor war nämlich ebenso ein kleiner Wildfang auf dem Pferd und hatte reiten noch vor dem Laufen gelernt. Diesen trug er auf seinen Schultern, als er die Tiere mit ihren Reitern näherkommen sah und kam ihnen langsam entgegen.
"Heda! Willkommen!", rief er den beiden Herren zu. Furius Saturninus, seinem ehemaligen Dominus und dessen halb keltischer Sohn Victor, den er noch als Baby gekannt hatte. Frowin selbst war inzwischen selbst das Bild eines Kerls geworden. Größer und breiter, und das auf gute Weise, dachte er immerzu zufrieden.
Nun wo er Saturninus ankommen sah, freute er sich, dass sie sämtliche Ausbesserungen vollendet und die Zimmer vorbereitet hatten, sodass es keine Beschwerden geben würde.
"Furius Saturninus, es freut mich, dich wiederzusehen! Und Victor, du bist ja groß geworden! Darf ich vorstellen? Dieser kleine Wirbelwind ist Conor."
Er hob den Jungen mit beiden Händen von seinen Schultern und auch dieser stellte sich breit lächelnd vor. Furchtlos, wie sein Vater und so überhaupt nicht schüchtern.
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10-04-2026, 08:13 PM,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Saturninus atmete den vertrauten Duft dieses Landes ein – eine Mischung aus reichem, feuchtem Gras, herbstlicher Erde und den süßen, überreifen Äpfeln der weitläufigen Obstbäume, die die Allee zum Gutshof säumten.
" Höre auf deine Mutter, sie ist eine gescheite Frau", sagte er und wollte anfügen, dass Deirdre, obwohl sie nichts von römischer Bildung verstand, mit einem Wort Victor mehr zum Studium geführt hatte als seine eigene Strenge, da kam Frowin ihnen auch schon entgegen.
Der Blick des Furius glitt über den ehemaligen Sklaven, und ein anerkennendes, fast warmes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Frowin hatte sich wahrlich gemacht. Die Jahre im Rennsport und das harte Training hatten den einstigen Jungen in das perfekte Bild eines Mannes verwandelt – groß, breit an den Schultern und von einer unverkennbaren, rauen Attraktivität gezeichnet. Er war ein überaus erfreulicher Anblick, und Saturninus fragte sich einen Moment lang, wie es nun mit ihm auf der Kline wäre, da sie beide älter waren...
"Frowin! Bei der göttlichen Victoria, die dir so viele Siege geschenkt hat, die Freude ist ganz auf meiner Seite", rief Saturninus mit fester, klangvoller Stimme und saß geschmeidig ab. Er reichte dem Wagenlenker die Hand. Auf dem Rennplatz hatte Saturninus nie den Patrizier raushängen lassen.
Dann wies er auf seinen Sohn, der ebenfalls abgestiegen war:
"Erinnerst du dich eigentlich noch an Victor, Frowin? Es ist eine Ewigkeit her, seit ihr euch das letzte Mal gesehen habt. Damals war er noch ein kleiner Kelte und trug Hosen"
Er musterte seinen Sohn mit einem Anflug von Stolz:
"Victor hat übrigens auch ein verdammt gutes Händchen für die Pferde entwickelt. Wenn der Grieche dort drüben also nichts taugt, Frowin, dann musst du eben meinen Ältesten für die Arena trainieren!"
Es war ein Scherz, und Saturninus lachte gut gelaunt auf. Natürlich war es reine Fiktion. Für Victors Zukunft hatte er längst ganz andere, handfeste Pläne geschmiedet: Der Junge sollte am liebsten zur Armee und als Centurio Karriere machen. Auf dem sandigen Boden des Circus hatte ein Furier, und sei es einer von ungleicher Geburt, nichts zu suchen.
Saturninus Blick fiel sogleich auf den kleinen Wirbelwind, den Frowin von den Schultern hob. Dass der Junge so gar keine Scheu vor dem mächtigen Dominus zeigte, sondern ihn stattdessen breit anlächelte, amüsierte Saturninus ungemein. Er hatte schon immer eine Schwäche für mutige, aufgeweckte Kinder gehabt. Er musterte erst Conor, dann den griechischen Jungen, Perikles, der sich im Hintergrund bei den Pferden nützlich machte.
"Du verlierst wahrlich keine Zeit, Frowin", sagte Saturninus und ein Funkeln trat in seine Augen:
"Kaum schaut man einmal nicht hin, hast du schon zwei Jungs im Schlepptau. Ein Auge für Talente hattest du ja schon immer. Der Grieche dort drüben sieht vielversprechend aus. Erzähl mir von ihm – taugen die neuen Burschen etwas für den Rennstall der Blauen?"
Er trat einen Schritt näher an Conor heran, ging leicht in die Hocke . Ein kleiner Wildfang, der reiten konnte, bevor er lief? Das Blut eines Wagenlenkers floss unverkennbar in seinen Adern. Hier wuchs zweifellos die nächste Generation für die Rennen heran:
" Salve Conor. Ich bin mir sicher, dass Senia Apfelkuchen gebacken hat und dass auf dich ein großes Stück wartet, junger Mann", sagte er freundlich und so langsam, dass das Kind ihn verstand.
Saturninus richtete sich wieder auf, legte die Hände auf den Gürtel und blickte Frowin mit scheinbar beiläufigem Interesse an. Doch hinter seinen dunklen Augen arbeitete der scharfe Verstand eines römischen Geschäftsmannes:
"Ein prächtiger Kerl, der kleine Conor. Ganz der Vater", begann er im Plauderton:
"Sag einmal, wer ist denn eigentlich die Mutter des Kleinen? Arbeitet sie hier auf dem Gut?"
Der Gedanke war so pragmatisch wie verlockend: Sollte die Mutter eine Sklavin dieses Landgutes sein, so galt im römischen Recht unumstößlich das ius sequitur ventrem – die Kinder folgten der rechtlichen Stellung der Mutter. Und das bedeutete, dass dieser vielversprechende, furchtlose kleine Nachwuchslenker rechtmäßig Saturninus' Eigentum wäre. Ein überaus glücklicher Umstand für die Zukunft der Blauen.
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10-04-2026, 08:43 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Frowin freute sich aufrichtig, den Furier wiederzusehen. Es war schon eine ganze Weile her. Nicht bereits acht Jahre, doch stimmte es, dass Saturninus seinen Sohn noch nie gesehen hatte. Es war auch nie zur Sprache gekommen bei all dem Geschäftlichen. Dass er, Frowin, mal Gespräche über Gewinne und Geld mit Patriziern führen würde...
"An Victor erinnere ich mich gut. Mut und Kraft für Zehn!", lachte der Rothaarige und brachte den jungen Halbrömer damit zum Strahlen. Victor sah seinem Vater sehr ähnlich. Er war kräftig für sein Alter. Kein Sohn, für den man sich schämen musste. "Aus dir machen wir schon einen Weltklasse-Fahrer. Aber die Hosen ziehen wir erst wieder an, wenn dein Vater abgelenkt ist, einverstanden?"
Victor lachte über diesen offensichtlichen Scherz. Frowin zwinkerte ihm zu, auch wenn er es besser wusste, als hinter dem Rücken seines Gönners Unsinn mit seines Sohnes Garderobe zu treiben. Er glaubte zwar auch nicht, dass Saturninus ihn Victor ernstlich trainieren ließe, doch bei der Begeisterung des Vaters für die Wagen und die Rennen wäre es wohl ein Wunder, wenn er ihn nicht zumindest ein paar Runden drehen lassen würde.
Conor hingegen? Der würde ein Reiter wie sein Vater werden, hatte auch Frowin sich bereits überlegt. Den Jungen interessierte gar nichts anderes als Pferde. So wie es sein musste, dachte sich der Kelte zufrieden, ehe er mit einem leisen Stich anhörte, dass der Hausherr den Kleinen mit Kuchen vollstopfen wollte. Dabei hatte der listige Conor die Gastfreundschaft Senias schon sehr wohl ausgekostet und würde dies wohl auch weiterhin tun.
"Oh, Conor hier hatte schon Leckereien noch und nöcher. Wir sind bereits seit zwei Tagen hier."
"Papa hat ganz viel gearbeitet und repariert!", plauderte der Kleine kurz darauf auch schon los. "Komm, ich zeig dir den Weg! Senia kocht lecker!"
Mit diesen Worten griff der Jüngere auch schon Victors Hand und führte ihn bestimmt in Richtung des Haupthauses. Frowin lachte und zuckte mit den Schultern.
"Die beiden werden sich gut verstehen. Conor und Victor sind beides kleine Rabauken", grinste der Vater, ehe er mit einem wissenden Blick - er kannte Saturninus inzwischen - auf die Überlegungen des Furiers antwortete: "Oh, Conor hier ist ein Freier. Seine Mutter lebt zwischen hier und Londinium auf dem Landgut ihres Onkels. Ein sehr duldsamer Mann, auch wenn der mir damals auch die Ohren langgezogen hat. Er ist ein Anhänger der Blauen, doch von ihrem besten Fahrer einen Neffen zu bekommen, fand er dann doch nicht so gut. Ihre Eltern waren weniger freundlich..."
Etwas verlegen erzählte Frowin von seiner damaligen Eroberung. Doch was sollte er sagen? Er war ein erfolgreicher Rennfahrer und jung gewesen, dazu noch etwas betrunken und sie völlig hin und weg davon, dass dieser Athlet ihr schöne Augen machte. Upps.
Conor jedoch ging es gut und ihr auch, wenngleich sie einander nicht oft sahen.
Das breite und etwas dümmliche Lächeln bezeugte jedoch, dass Frowin diese Nacht nicht wirklich bereute, auch wenn es seiner damaligen Flamme einiges an Ärger gemacht hatte.
"Ich habe noch einen zweiten Sohn, Duncan. Er ist sehr wohl ein Sklave. Ich will ihn freikaufen. Ihn und nach Möglichkeit auch seine Mutter, und ihn zu mir holen. Doch der Besitzer scheint den Umstand, dass Duncans Vater ein Wagenlenker ist... prestigeträchtig zu finden. Ich hatte gehofft, dich überreden zu können, ihn des... Wohlwollens deiner Familie zu versichern, wenn er mich meinen Sohn freikaufen lässt. Ich will ihn auch nicht übervorteilen. Nur soll der Kleine nicht als Sklave aufwachsen."
Ein ungewohnt ernstes Thema gleich zum Beginn. Es hatte sich so ergeben, auch wenn Frowin eigentlich auf einen günstigeren Zeitpunkt hatte warten wollen.
"Aber das können wir auch später besprechen. Ich habe mir die Freiheit genommen, uns einen Platz am Bach unten vorzubereiten. Für wenn die Jungs schlafen..."
Sein vielsagendes Lächeln sagte alles, doch natürlich sollte der Tag heute Saturninus und seinem Sohn gelten.
Der Rothaarige nickte dem Griechenjungen zu, den er herbeiwinkte.
"Perikles hier ist mein bester Neuling! Sonst hätte ich ihn nicht hergebracht. Ich will sicher sein, dass ich nur die richtigen Jungen an deine preisgekrönten Tiere lasse."
Der Junge eilte sofort herbei und neigte bescheiden den Kopf.
"Salve, Dominus", grüßte er mit leiser und wohlklingender Stimme. "Deine Pferde und dein Haus sind wirklich erhaben. Ich bin stolz, hier sein zu dürfen!"
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10-08-2026, 12:44 PM,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furius Saturninus beobachtete die beiden Jungen mit einer Mischung aus sanfter Herablassung und stiller Belustigung. Zu kleinen Kindern hatte der Furier Zeit seines Lebens wenig Bezug gehabt. Den Kleinen mit Süßigkeiten und Kuchen zu überhäufen, war schlichtweg seine persönliche Art gewesen, Wohlwollen zu zeigen.
Als Conor nun Victors Hand ergriff und ihn entschlossen in Richtung des Haupthauses zog, nickte Saturninus leicht.
"Siehst du das, Frowin?“, bemerkte er mit einer Kopfbewegung in Richtung der Jungen. "Dein Conor fackelt nicht lange. Ein wahrer Anführer. Gib den beiden im Haus ruhig noch mehr von Senias Kuchen. Kinder sind wesentlich umgänglicher, wenn sie beschäftigt und satt sind"
Das Lächeln des rothaarigen Kelten bei der Erwähnung seiner alten Eroberung entlockte auch dem Patrizier ein leises, amüsiertes Lächeln. Er erfreute sich an Frowins unbekümmerter Virilität. Seine Lust an der Eroberung hatten Patron und Klient durchaus gemeinsam, hier waren sie Komplizen. Im Privatleben schien Frowin dieselbe ungestüme Risikobereitschaft an den Tag zu legen wie in der gefährlichsten Kurve des Circus.
"Du hast wirklich nichts anbrennen lassen, mein Lieber. Ein Anhänger der Blauen also? Es muss der Mutter nicht schaden, wenn sie ihre Fruchtbarkeit schon bewiesen hat. Bei Jungfrauen kauft man doch die Katze im Sack.
Mit meiner Gattin Serena hatte ich Glück. Wir haben schon fünf Kinder. In Rom wird man mich deswegen für verrückt halten, weil ja alle standesgemäß versorgt werden müssen. Serena kommt übrigens nach Britannia zurück. Das muss ich Victor noch schonend beibringen"
Nicht nur für seine Gemahlin, auch für den Stiefsohn würde das eine Umstellung sein. Saturninus runzelte einen Moment lang die Stirn, doch als guter Patron kümmerte er sich zuerst um Frowins Angelegenheiten, bevor er über eigene Probleme sprechen würde:
"Willst du Conors Mutter denn heiraten? Es wäre möglich, und mit dem nötigen Schmiermittel ließe sich die Begeisterung ihres Vaters gewiss steigern"
Als das Gespräch jedoch auf Duncan und dessen Sklavenstatus kam, wich die Belustigung aus Saturninus’ Zügen und machte wiederum einer kühlen, berechnenden Ernsthaftigkeit Platz. Er enpfand eine tiefe Verpflichtung gegenüber jenen, die unter seinem Schutz standen, und Frowins Erfolg war schließlich auch ein Spiegel seines eigenen Einflusses. Dass ein anderer Besitzer versuchte, aus dem Ruhm des Wagenlenkers Kapital zu schlagen und die Freilassung des Jungen blockierte, missfiel dem Furius zutiefst.
Als Frowin dann jedoch mit einem vielsagenden Lächeln den Platz am Bach erwähnte – für wenn die Jungs schlafen –, veränderte sich die Atmosphäre zwischen den beiden Männern spürbar. Für einen Moment trat das Geschäftliche in den Hintergrund. Saturninus’ Blick glitt unwillkürlich über die mittlerweile markanten Züge des Wagenlenkers, hinab zu den breiten Schultern und den kräftigen Armen, die so meisterhaft die Zügel zu führen wussten. Erinnerungen an vergangene, sehr schöne Nächte....
In den dunklen Augen des Römers flammte ein vertrautes, besitzergreifendes Begehren auf, das Frowin nicht verborgen bleiben konnte.
Saturninus fing sich jedoch rasch wieder, auch wenn seine Stimme nun eine Nuance tiefer und intimer klang, als er auf das Thema von Frowins Sklavensohn Duncan zurück kam. Der Habitus des Patrons kehrte, gepaart mit dem festen Willen, das zu beschützen, was ihm – und Frowin – gehörte, ebenfalls zurück:
"Ein Platz am Bach klingt verlockend, mein Lieber, doch wir müssen dieses Geschäft nicht aufschieben“, entgegnete er:
"Wenn dieser Dominus glaubt, den Sohn meines besten Fahrers als Prestigeobjekt halten zu müssen, dann hat er die Rechnung ohne das Haus der Furier gemacht.
Wenn du möchtest, werde ich noch heute Abend einen Brief an den Herren der Sklavin und deines Sohnes von Scaevus aufsetzen lassen. Du zahlst ihm einen fairen Preis – keinen Sesterzen mehr, aber auch keinen weniger. Nenn mir nachher einfach seinen Namen und seinen Wohnsitz, dann kümmere ich mich darum. Wenn er sich quer stellt, macht er mit der tödlichsten Waffe des Imperiums Bekanntschaft:...", Saturninus stupste Frowins sanft an, um ihm anzudeuten , dass letzteres nicht ganz ernst gemeint war:
"...der unangekündigten Steuerprüfung"
Erst als die Angelegenheit mit Duncan besprochen war, wandte sich Saturninus dem jungen Griechen zu, den Frowin herbeigerufen hatte. Seine dunklen Augen musterten Perikles eingehend, prüften die Haltung und den Blick des Jungen. Die ehrfürchtigen Worte und die bescheidene Begrüßung des Neulings gefielen dem Patrizier, der Disziplin und Respekt über alles schätzte.
"Salve, Perikles“, erwiderte Saturninus, und ein seltenes, dünnes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Der Junge sah sehr griechisch aus:
"Frowins Wort hat großes Gewicht bei mir. Wenn er dich für fähig hält, meine Tiere zu pflegen, dann will ich dir diese Chance gewähren. Meine Pferde sind temperamentvoll und dulden keine schwache Hand – doch wer von den Besten lernt, sollte damit umzugehen wissen. Zeige was Du kannst und sattle Mandan und Victors Pferd ab und reibe sie trocken "
Mandan, der ewig Unverträgliche, mochte keine Fremden. Manche nannten ihn hinter Saturninus Rücken einen irren Gaul. Er konnte genau so unleidlich sein, wie sein Name versprach, aber Frowin hatte sich schon an seinem ersten Tag mit ihm angefreundet. Saturninus wechselte mit Frowin einen Blick. Mal sehen, wie sich Perikles hier schlug.
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10-11-2026, 03:00 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Frowin, der die Pferde beide am Zügel führte, sah den Jungen hinterher. Es stimmte. Conor war furchtlos und hatte kein Verständnis für Stand und Stellung. Das war charmant, aber nur solange er niemanden beleidigte. Doch zumindest Saturninus schien er damit schon einmal gewonnen zu haben, auch wenn es den jungen Vater verlegen lächeln ließ.
„Mir wäre es lieber, er bekäme weniger Kuchen, sonst gewöhnt er sich noch daran, bevor wir wieder abreisen.“
Wo er in der Frauenwelt Verantwortung zuverlässig entkam, fühlte er seinen Kindern gegenüber eine sehr starke wiederum. Doch er wollte nicht so sein. Sie waren nicht jeden Tag hier und Conor sollte ruhig seinen Spaß haben. So konnte er sich in Ruhe unterhalten, auch wenn Saturninus ja nicht (nur) wegen ihm gekommen war. Frowin lachte, halb ertappt, aber auch halb stolz.
„Ich bin Wagenlenker, gut trainiert, sehe gut aus, bin erfolgreich und auch nicht arm. Warum mich fesseln?“ Er war nie eitel gewesen oder verwöhnt, doch er hatte sich auch nie unter Wert verkauft. Und die Wahrheit war, dass er ein sehr gutaussehender und erfolgreicher Mann war. Und dann noch ein gesellschaftsfähiger Athlet und nicht etwa ein Gladiator, die man sich bloß heimlich ins Bett holte. „Und ich… Ich weiß es nicht, ob ich sie heiraten will. Sicher, irgendwann wird’s Zeit. Aber ich habe das Gefühl, mich an eine zu binden. Dabei will ich noch viel reisen und sehen…“ Er lief bewusst offen, was er damit genau meinte. Sie wussten es beide. „Sie wäre gewiss eine gute Ehefrau. Fleißig, geduldig, bildschön. Du wärst begeistert.“ Schön waren jedoch viele Frauen.
Dann jedoch eröffnete ihm Saturninus, dass seine eigene Frau wieder zurückkehren würde. Anders als bei sich selbst, der ein so unstetes Leben führte, fand er Saturninus‘ Ehe vollkommen angemessen. Er klopfte dem Patrizier kräftig auf den Rücken.
„Ich beglückwünsche dich! Das wird aber auch Zeit. Du Ärmster hast das Gewusel ganz allein durchmachen müssen! Aber wieso musst du es Victor beibringen? Sag bloß, sie verstehen sich nicht. Hat sie eine Abneigung?“ Frowin sprach solche Dinge an. Wenn er zu sehr in seines Patrons Angelegenheiten herumstochern sollte, würde Saturninus ihn schon zurechtweisen. „Ich freue mich, sie wiederzusehen. Ich kenne sie nicht gut, aber ich mochte sie immer.“
Als sie auf Frowins zweiten Sohn und dessen Mutter zu sprechen kamen, lauschte der Rothaarige seinem Patron mit wachsender Erleichterung. Mit Saturninus‘ Rückhalt würde er keine Probleme bekommen, wenn es an das Auslösen Duncans ging.
„Ich danke dir. Das hatte ich gehofft. Ich wünschte natürlich, ich müsste es nicht soweit kommen lassen – wer braucht schon böses Blut -, doch wenn es hilft, bin ich für deine Unterstützung dankbar. Geld ist kein Problem. Ich bezahle den angemessenen Preis für beide.“
Natürlich brauchte die Mutter dann etwas zum Wohnen. Frowin hatte nichts dagegen, sie aufzunehmen, zumindest vorerst. Er weilte ohnehin meist im Vereinshaus oder auf Reisen – oder eben hier. Und es war ja keine Ehe, also hatte er da keinerlei Verpflichtungen. Er wollte jedoch, dass es ihr gut ging.
Frowin fiel ein Stein vom Herzen. Nur ungern fragte er Saturninus um einen solchen Gefallen und war erleichtert, wie schnell dieser ihm beigepflichtet hatte. Ein Freund, in der Tat. Nun beobachtete er den jungen Griechen, der sich beliebt zu machen wusste, folgsam und doch neugierig war und mit den Tieren fast so gut umgehen konnte wie er selbst.
„Natürlich, Dominus“, rief der Junge sofort und machte sich an die Aufgabe, die Pferde abzusatteln, wobei ihm scheinbar sofort Mandans Unleidlichkeit aufzufallen schien. Frowin fand es gewagt, ihn ohne Vorwarnung auf den Hengst loszulassen, doch Perikles kam damit schon zurecht.
„Nähere dich langsam von vorne. Er wird nervös, wenn du aus seinem Blickfeld verschwindest“, mahnte er und beobachtete zufrieden, wie der Junge seine Anweisungen umsetzte. Vielleicht war er ein Naturtalent oder es war Frowins Stimme, die das Tier beruhigte. Doch er schien keine Mätzchen zu machen. Sehr gut.
In diesem Augenblick kamen die Jungs aus dem Haupthaus gelaufen, sodass erst Frowins Wink ihnen klarmachte, leiser zu sein. Sie beobachteten Perikles staunend bei der Arbeit und knabberten dabei an dem Süßzeug, das sie sich hatten geben lassen.
„Papa, können wir gleich zum Fluss? Conor sagt, da gibt es Frösche!“, ließ Tiberius Victor sogleich verlauten und schien sich pudelwohl zu fühlen. „Und zeigst du mir den Wagen? Glaubst du, ich darf auch mal fahren?“
Ganz der Vater, dachte sich Frowin.
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10-15-2026, 08:12 PM,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
"Warum sollte man in den Hafen der Ehe einlaufen, wenn man soviele Hafenrundfahrten haben kann wie man nur will?", stimmte Saturninus zu: "Du hast kein Haus, welches du weiterführen musst" ..das sagte er ohne böse Absicht, nur als Realität:
"Dass Du dir Sorgen um die Mütter deiner Söhne machst, ehrt freilich Deinen Charakter" Er lehnte sich zurück und wurde nachdenklich:
Einen langen Moment blickte er schweigend auf die Jungs, während auf seinem Gesicht ein bitteres, fast schmerzliches Lächeln lag. Er sah Victor, der mit seinen vierzehn Jahren und dieser rührenden, fast noch kindlichen Begeisterung neben dem kleinen Conor stand. Ein Sohn, auf den jeder römische Vater stolz sein müsste. Und dann dachte er an Carus, seinen ehelich geborenen Sohn, dessen Geist so schwerfällig und langsam war:
"Geht nur zu den Fröschen, Jungs!"
Saturninus atmete tief aus, fuhr sich mit einer Hand durch das Haar und wandte sich mit gedämpfter, ernster Stimme an Frowin:
"Du triffst den Nagel auf den Kopf, Frowin. Es ist kein Geheimnis, dass Serena wegen ihrer Gesundheit jahrelang im Süden war – aber ihre Rückkehr bringt eine Realität mit sich, vor der ich mich nicht mehr verstecken kann. Serena war eine Lucretia aus edelstem Hause und nun ist sie eine genauso hochgeborene Furia. Und für sie wird Victors bloße Existenz in meinem Haus wie ein Stachel im Fleisch sein.“
Er machte eine kurze Pause und hielt den Blick seines Freigelassenen und Freundes:
"Victor wurde geboren, noch bevor ich Serena geheiratet habe. Er ist legitimiert, er trägt mein Blut. Und er hat jede einzelne Tugend, die man sich von einem Stammhalter nur wünschen kann: Er ist scharfsinning, mutig, ein Junge, der Rom Ehre machen würde. Aber er ist eben der Sohn von Deirdre, einer keltischen Freigelassenen. Und Carus... Carus ist neun und schafft es kaum, einem einfachen Gespräch zu folgen. Verstehst du das Dilemma? Für eine Frau wie Serena ist es die ultimative Demütigung. Mein ehelicher Sohn, ihr Fleisch und Blut, ist im Kopf langsam geblieben, während der Bastard einer ehemaligen Sklavin im Glanz seiner Jugend erstrahlt und all das verkörpert, was Carus verwehrt bleibt.“
Saturninus sah Victor hinterher, und in seinem Blick mischten sich tiefe Vaterliebe und pure Sorge:
"Sie wird mich nicht angreifen, das ist nicht Serenas Art. Sie ist eine ergebene Gemahlin und eine echte Patrizierin von großer Würde.
Doch ich muss Victor darauf vorbereiten, bevor sie hier eintrifft. Er ist... nun, du siehst ihn ja selbst. Er ist mit seinen vierzehn Jahren noch so arglos, fast kindlich in seiner Art. Er hat keine Vorstellung davon, wie grausam der Stolz einer römischen Matrone sein kann. Wenn ich nicht aufpasse, zerreißt uns dieser Konflikt das Haus.“
Saturninus wandte sich mit einem dankbaren, aber entschlossenen Nicken von dem schweren Thema ab, weil die beiden Jungen jederzeit wieder zurück kommen konnten. Es tat ihm gut, die Sorgen des Haushalts für einen Moment beiseitezuschieben und sich dem zu widmen, was ihn und Frowin am meisten verband: der Leidenschaft für den Wagenrennsport. Sein Blick glitt hinüber zu den Stallungen, wo seine beiden kostbarsten Schätze standen.
"Genug von all den Frauen und ihren Befindlichkeiten", sagte Saturninus, und seine Stimme gewann sofort an Kraft und Begeisterung: "Lass uns zu den Pferden gehen. Ich will, dass du meine beiden Himmelsdrachen beurteilst. Doch sei bitte ehrlich“
Er führte Frowin ein Stück weiter zu den Boxen, in denen die beiden parthischen Hengste standen. Ihr Fell schimmerte im britannischen Tageslicht wie pures, flüssiges Gold – eine seltene Pracht, die Saturninus mit enormem Stolz erfüllte Sie hatten ihn ein Vermögen gekostet:
"Sie sind noch mitten in der Ausbildung für die großen Rennen, aber meiner Meinung nach haben sie Potenzial. Sie haben auch diesen typischen, unermüdlichen parthischen Geist, den man auf der Rennbahn braucht, doch sie sind so verdammt eigenwillig wie Athener Hetären. Wenn man sie falsch anfasst, blockieren sie sofort.“
Er beobachtete, wie der junge Grieche Perikles gerade Mandans Unleidlichkeit parierte, und rief dann dem Jungen zu:
"Perikles! Wenn du mit dem Absatteln fertig bist, ist das hier deine nächste Aufgabe. Du wirst die Himmelsdrachen pflegen. Aber Vorsicht: Geh ihnen nicht gleich mit dem harten Striegel an die Flanken. Parthische Pferde sind extrem kitzlig und dünnhäutig. Fang am Hals an, benutz eine weiche Bürste und lass sie deine Hand spüren, bevor du das Werkzeug ansetzt. Sie müssen lernen, dir zu vertrauen, wenn du sie jemals im Renngeschirr halten willst.“
Er wandte sich wieder an Frowin, die Augen voller Vorfreude:
"Wenn Perikles auch das schafft, ohne dass einer der beiden ausschlägt, hat er den Test bestanden. Was meinst du, Frowin? Haben sie nicht die perfekte Kruppe für den Antritt im Circus? Du mit deinem Haar wie leuchtendes Kupfer und dazu links und rechts diese Pferde mit Fell wie reinstes Gold - der Kinnladen wird den Zuschauern runterfallen, wenn sie dich so sehen werden"
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10-17-2026, 11:35 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Frowin kam nicht umhin, den stillen Kummer zu bemerken, der sich in Saturninus‘ Miene schlich. Noch ein Grund, nicht zu heiraten, dachte der Wagenlenker wehmütig, als er an Serenia dachte, und die Fragen, die sich der Hausherr stellen musste. Dessen Worte rückten Serenia in Frowins Augen in ein neues Licht, denn ihr Hass auf einen Jungen, der für seine Existenz nun auch nichts konnte, machte sie für ihn hässlich vor Abneigung. Er mochte solche Dramen nicht, zog es vor, sich ihnen zu entziehen, ehe sie außer Kontrolle zu geraten drohten. Er wusste jedoch, dass er es niemandem gestatten würde, seine Söhne schlecht zu behandeln, am allerwenigsten seiner Frau. Möglicherweise war er voreingenommen. Er fand Victor einnehmend. Freundlich, aber auch scharfsinnig. Und es kam ihm vor, als ob Saturninus den Jungen unterschätzte.
„Eben. Er kam vor ihr. Wäre Victor geboren, nachdem ihr geheiratet hattet, so könnte ich es ja noch verstehen. Letztendlich ist Carus der Stammhalter. Nichts, was Victor tut oder wie gut er in manchen Dingen ist, wird daran etwas ändern. Und wenn es Ärger gibt, heiße halt alle zur Ordnung. Ich glaube nicht, dass du dir um deinen Ältesten Sorgen machen musst. Der Junge ist schlau. Ich weiß, dass er nur so tut, als habe er Schwierigkeiten beim Latein oder Rechnen. Ich glaube, er ist gut vorbereitet.“
Sie widmeten sich den Pferden. Frowin leitete Perikles besonders akribisch an, damit Saturninus mit den Gedanken fortkam von all den düsteren Überlegungen. Immerhin sollte er sich auf seine Frau freuen und nicht innerlich bereits Feuer löschen, wo noch gar keine waren. Bei den Göttern, die würden früh genug kommen. Und Perikles erfüllte glücklicherweise auch die Erwartungen, sodass er sich alsbald dem Gutachten der parthischen Pferde widmen konnte. Seit damals hatte es diese Rasse Saturninus angetan. Die Himmelsdrachen waren teuer, aber auch Publikumsmagneten (fast so sehr wie er selbst!). Auch Frowin hatte etwas für die Tiere übrig, die ihren Artgenossen an Kraft und Stammbaum in nichts nachstanden.
Sie fachsimpelten noch nach einer Stunde, als die beiden Jungen längst von ihrem Ausflug wiederkamen. Beide waren ziemlich nass. Warum allerdings Victor Conor huckepack auf dem Rücken trug, wunderte Frowin.
„Was ist denn mit euch passiert?“
„Conor ist im Bach gestürzt“, erklärte der Ältere Junge erschöpft, während der rothaarige Zwerg unverschämt gut gelaunt schien. „Er meinte er kann nicht laufen, aber ich glaube, er wollte nur, dass ich ihn trage.“
Frowin wollte wetten, dass es so war. Denn sein kleiner Fuchs feixte als habe er gerade einen Hühnerstall leergeräubert. Auch Perikles war dem falschen Charme seines Ältesten schon zum Opfer gefallen. Doch Victor wirkte nicht überrumpelt, sondern gleichmütig. Er hatte dem Kleinen seinen Willen lediglich gelassen. Mit einem Mal war Frowin beruhigt. So einer würde auch den Zorn einer Matrone über sich ergehen lassen. Conor allerdings…
„Komm schon runter, Conor. Sowas tut man nicht“, entgegnete er streng, was den frechen Burschen jedoch nur milde beeindruckte.
„Lass uns bald wieder hingehen!“, beschloss er, ehe sich Frowin den Kleinen unter den Arm klemmte, wo er lachend protestierte. Der Wagenlenker seufzte.
„Heute gehst du nirgendwo mehr hin, du kleiner Wildfang. Komm, du brauchst ein Bad. Perikles, bring die Pferde unter. Saturninus, ich werde Fenia bitten, das Abendessen zurechtzumachen. Ruft mich, wenn ihr etwas braucht.“
Schon waren sie wieder zu zweit. Vater und Sohn. Victor richtete sich rasch wieder auf und wirkte ebenso würdevoll wie zuvor, wenn auch etwas nasser.
„Hat Frowin dir von seinem letzten Rennen erzählt?“, fragte er neugierig und betrachtete die Himmelsdrachen interessiert. „Die sind aber toll! Oh, ist der Wagen etwa auch hier? Darf ich mal drauf stehen, Papa?“
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