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Tür
08-08-2024, 05:05 PM,
Beitrag #11
RE: Tür
Ich drehte mich um und scheuchte Rhea spielerisch mit einem Grinsen davon, bevor ihr noch die Augen aus dem Kopf fielen. Die furische Sklavin war wirklich extrem neugierig. Erst dann wandte ich mich wieder dem feschen Mann vor mir zu, der mich zu einem Spaziergang einlud. Naja, wahrscheinlich nicht nur zum Spazieren aber das war ja okay. 

"Ein Spaziergang wäre sehr schön. Die Kinder schlafen schon, also hätte ich Zeit. Gib mir einen Moment!" Ich verschwand kurz im Haus und tauschte meine weichen Hausschuhe gegen meine Lederschuhe für draußen und warf mir noch einen Umhang um, falls die Nacht lang werden würde. Nachdem ich angezogen war ergriff ich Owains Hand und verkündete "Fertig!" Rhea musste ich ja nicht Bescheid geben, weil sie bestimmt gelauscht hatte.
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08-11-2024, 08:24 AM,
Beitrag #12
RE: Tür
Sie war meiner Einladung nicht abgeneigt, was mich natürlich sehr freute. Aber nachdem sie ihre Freundin verscheucht hatte, verschwand sie erst einmal, um… was auch immer zu tun, was Frauen eben taten, bevor sie das Haus verließen. Doch glücklicherweise dauerte es bei Deirdre nicht zu lange, bis sie wieder erschien und sich bei mir einhakte. "Gut, dann wollen wir mal," verkündete ich grinsend und ging mit ihr los. 

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01-30-2025, 03:15 PM,
Beitrag #13
RE: Tür
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Catia stand vor dem römischen Haus, das still in der Mittagssonne lag. Sie räusperte sich und klopfte: Poch...poch 
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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01-30-2025, 08:09 PM,
Beitrag #14
RE: Tür
Es war nicht die Hausherrin sondern die furische Sklavin Rhea die an diesem Tag die Tür öffnete. Schon von draußen konnte man das Plärren eines Kleinkindes hören, bei dem gelegentlich ein zweites Kind einstimmte. Rhea selbst sah abgekämpft und übermüdet aus, als sie die Tür öffnete und die junge Keltin vor der Tür musterte. "Salve, wir kaufen derzeit nichts" sagte Rhea bestimmt aber freundlich, während das Geplärre erneut losging aus dem Inneren des Hauses. Ein wenig ungeduldig wartete sie darauf, dass die junge Frau weggehen würde, da sie wirklich alle Hände voll zu tun hatte im Moment.
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02-01-2025, 06:39 PM,
Beitrag #15
RE: Tür
Die junge Frau, die Catia öffnete, sah überaus römisch aus. Sie sagte, dass sie nichts kaufen würden, aber Catia erriet mehr an ihren Mundbewegungen, was sie sprach anstatt dass sie sie hörte. Der Grund lag in dem ohrenbetäubenden Kindergeheul, welches zu ihnen drang. Catia musste ein wenig lachen; sofort fühlte sie sich wieder zuhause bei ihren Neffen und Nichten. Der kleine dicke Hedyn hatte genauso kreischen können, wenn er meinte, dass er weniger bekäme als die Geschwister.
"Salve, gnädige Frau, nein, ich will doch nichts verkaufen. Ich suche Arbeit als... Kindermagd", sagte Catia schnell und neigte zur Begrüßung ein wenig den Kopf:
"Ich heiße Catia ferch Regat.... hoppla!"
Ein ganz kleiner Kerl krabbelte heran. Sein Haar war feuerrot, und er wirkte wild  entschlossen, die Grenzen seines Heimes zu verlassen und durch ihre Beine hindurch durchzubrennen.
Catia bückte sich und fing den Jungen auf. Der griff sofort nach ihrem bunten Band in den Haaren und zog tüchtig daran.
"Aua... kannst du Hilfe gebrauchen? Ich kann auch sonst noch alle Aufgaben, die in einem Haushalt anliegen, erledigen"
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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02-03-2025, 09:07 PM,
Beitrag #16
RE: Tür
Rhea wollte eigentlich schon die Türe wieder schließen, nachdem sie klargestellt hatte, dass sie der Keltin nichts abkaufen wollte, aber diese schien sich von dieser Feststellung nicht abschrecken zu lassen und wollte ihre Dienste anbieten. Kurz schaute die furische Sklavin ein wenig skeptisch drein, doch dann fing der zweite Zwilling, der bis eben noch friedlich war, ebenfalls aus Leibeskräften zu brüllen an und Tiberius kam mit seinem Holzschwert in der Hand in Richtung Tür gerauscht um den "Angreifer" zu attackieren, da er ja nun "der Mann im Haus war". Deirdres Kinder würden Rhea noch 10 Jahre früher ins Grab bringen...

Die Sklavin gab sich geschlagen und gab den Weg ins Innere des Hauses frei. "Komm rein, Kindermagd. Die Herrin des Hauses ist derzeit aber nicht da und ich kann dir keinen Lohn anbieten, nur Kost und Logis. Das kannst du dann mit Furiana Deirdre besprechen, wenn sie wieder da ist. Rhea schloss die Tür wieder hinter Catia und ging dann in den Hauptraum des Hauses zurück.

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02-04-2025, 03:27 PM,
Beitrag #17
RE: Tür
[Bild: Sebastos-Sklave.jpg]

Der junge Furiersklave Sebastos kam an das Haus der Furiana Deirdre und gab für die Hausherrin folgende Botschaft ab:

Furius Saturninus grüßt seine werte Klientin Furiana Deirdre und hofft, dass sie, ihre Kinder und ihr werter Bräutigam sich bester Gesundheit erfreuen.
Ich wünsche, dass mein Sohn Tiberius Furius Victor meine Gattin und mich einmal für einen Tag in der Villa Furia besucht, um mit seinen Geschwistern zu spielen.  Er wird dir am Abend wieder zurückgebracht werden. In fünf Tagen* würde ich dir frühmorgens Furianus Gadrianus mit einem Pferdewagen vorbei schicken, um den Jungen und gegebenenfalls eine Wegbegleitung abzuholen. Bei uns zuhause kümmert sich  Saturninas Kindermädchen, eine junge Sklavin namens Cassia, um die Kinder, damit du Bescheid weißt, und es wird Tiberius an nichts fehlen.
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02-12-2025, 11:42 AM,
Beitrag #18
RE: Tür
Heute gaben sich aber die Leute die Klinke in die Hand bei Furiana Deirdres Haustüre. Kaum hatte Rhea Catia alles gezeigt und diese wollte aufbrechen um ihre Sachen zu holen, da klopfte es schon erneut an der Türe. Ein Bote mit einer Nachricht und einem bekannten Gesicht für Rhea. Es war ein Sklave aus der Villa Furia in Iscalis mit einer Einladung für den jungen Tiberius in fünf Tagen. Hoffentlich würde Deirdre bis dahin wieder zurück sein von wo auch immer sie sich gerade aufhielt. So genau hatte sie das Rhea nicht erklärt, nur dass sie Owain heiraten würde und in einigen Tagen wieder da sein würde. 

Nach einem kurzen Schwätzchen und einer Erfrischung für Sebastos, bei dem man ein wenig Klatsch austauschen konnte wie es den Sklaven und Herrschaften in der Villa Furia so ging, machte sich der Bote wieder auf den Weg und Rhea brachte die tabula mit der Nachricht in Deirdres Schlafzimmer, wo sie diese auf dem Tisch der Furiana ablegte. Falls Deirdre nicht selbst gehen wollte, so würde sich Rhea darauf freuen auch mal wieder hier aus dem Haus zu kommen und ihre Freunde in der Villa wiederzusehen.
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10-21-2026, 07:53 PM,
Beitrag #19
RE: Tür
Ich hob die Hand, doch bevor meine Finger das Holz berührten, hielt ich inne. 

Plötzlich war sie da. Nicht die Freude. Nicht die Erleichterung. Nein, die Angst. Zwei Jahre. Zwei lange Jahre.

Ich hatte Deirdre versprochen, nur ein Jahr fortzubleiben. Jede Nachricht, die über Händler und Reisende ihren Weg nach Albion gefunden hatte, hatte dieselbe Bitte enthalten: Warte auf mich.

Aber was, wenn sie irgendwann aufgehört hatte zu warten? Mein Magen zog sich zusammen.
Ich starrte auf die Tür, hinter der mein ganzes Leben lag. 

Deirdre war schön. Und es war kein Geheimnis, dass schon einige Männer sie vor mir begehrt hatten. Sie besaß etwas, was jeden Mann anzog. Während meiner Abwesenheit war sie wieder auf sich gestellt. Sie hatte die Kinder erzogen und das Haus und die Tiere versorgt. Sie hatte alles allein getragen.

Vielleicht war eines Tages jemand gekommen, der geblieben war. Jemand, der nachts an ihrer Seite gelegen hatte, während ich selbst irgendwo in einer kalten Werkstatt Roms gearbeitet hatte. Jemand, der die Kinder zum Lachen gebracht hatte. Jemand, der die gebrochenen Zäune repariert, das Feuerholz gehackt und die Aufgaben übernommen hatte, die eigentlich meine gewesen wären.

Ein bitterer Stich fuhr durch meine Brust. Die alten Ängste schnürten plötzlich wieder mein Herz ein. Schon einmal hatte mich eine Frau einfach abserviert. Doch Deirdre war nicht Aglaia!
Aber dann fragte ich mich, hätte ich selbst getan? Hätte ich zwei Jahre auf jemanden gewartet, ohne zu wissen, ob er jemals zurückkehrte? Die Wahrheit war, dass ich die Antwort nicht kannte.

Meine Hand sank wieder herab. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft fürchtete ich mich wirklich.
Nicht vor Räubern. Nicht vor Stürmen. Nicht vor den Gefahren der Reise. Sondern vor dem, was mich hinter dieser Tür erwarten konnte. Vielleicht würde Deirdre mich mit Tränen in den Armen empfangen. Vielleicht würde sie vor Freude lachen. Vielleicht würden die Kinder aufgeregt auf mich zustürmen. Doch vielleicht würde ein fremder Mann diese Tür öffnen.

Ich schloss die Augen. Sofort erschien mir Deirdres Gesicht vor meinem inneren Auge. Ich erinnerte mich an ihren Blick am Tag meines Aufbruchs. An die Tränen, die sie vor mir hatte verbergen wollen.

Ich atmete tief durch. Dann schüttelte ich den Kopf. "Du bist ein Narr, Owain", murmelte ich mir selbst zu. Selbst wenn die Sorge berechtigt gewesen wäre, würde ich die Wahrheit nicht erfahren, indem ich wie ein Feigling vor meiner eigenen Haustür stand.

Ich straffte die Schultern. Dann hob ich die Hand erneut und klopfte.
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Gestern, 12:13 PM,
Beitrag #20
RE: Tür
Im Inneren des Hauses herrschte das übliche Tohuwabohu, das in jedem Haus voller Söhne herrschte. Das Klopfen war so leise gewesen, dass es niemand richtig gehört hatte und nur durch Zufall hatte Rhea gerade die Vordertüre aufgemacht, da sie noch Fleisch vom Bauern holen wollte. Dabei hätte sie den Hausherren fast über den Haufen gerannt, der gerade geklopft hatte. "Oh Verzeihung, Herr Owain!" Ein freudiges Lächeln breitete sich auf dem Gesicht der furischen Sklavin aus, die schon quasi zum Inventar des Hauses gehörte. "Frau Deirdre ist in der Küche." sagte sie nur und huschte dann davon Richtung Dorf.

In der Küche war ich gerade dabei, den Eintopf fürs Abendessen anzusetzen und das Wasser blubberte schon im Kessel, als ich noch Wurzelgemüse und dergleichen dazukippte. Einige Kräuter und Körner und perfekt war der Eintopf, der nun nur noch einige Stunden ziehen musste. Dann fehlte nur noch das Fleisch, das Rhea gerade besorgte und dann konnte man die hungrigen Wölfe des Hauses damit füttern. Zufrieden wusch ich mir die Hände und trocknete sie an meiner Schürze ab, als ich mich umdrehte und meinen Ehemann erblickte. 

Zwei lange Jahre waren vergangen, in denen einige meiner Söhne bereits ausgezogen waren und meine jüngeren Söhne mit Owain wie Unkraut gewachsen waren. Das Haus war ein wenig leerer geworden, aber keineswegs ruhiger. Meine zwei Jüngsten waren nun 6 und 4 Jahre alt und zankten sich gerade lautstark um ein Holzpferd und Dálach war draußen Holz hacken und sah seinem Vater jeden Tag ähnlicher in Wuchs und Gesicht. Als sie aber ebenfalls ihren Vater erblickten, flog das Holzpferd schnell in die Ecke und beide stürzten sich auf ihren Vater mit lauten "Papa! Papa!"-Rufen, die auch Dálach schnell ins Haus lockten, der mit seinen knapp 10 Jahren schon meine Größe erreicht hatte und in zwei, drei weiteren Jahren wahrscheinlich so groß wie sein Vater sein würde. 

Auch Dálach und ich stimmten in die Gruppenumarmung ein, während mein armer Gatte wahrscheinlich schon erdrückt wurde von seinen Söhnen und mir - und trotzdem wollte ihn niemand loslassen nach der langen Abwesenheit.
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