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{Herbst 832} Das Freundschaftsrennen - Ankunft
02-08-2025, 08:55 PM,
Beitrag #21
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux - Ankunft
Philus mochte den lockeren Eisu gut leiden. Als dieser das Bier holen ging, musste er jedoch zunächst über Helios' Charme lachen, den dieser an den Tag legte.
"Strahlende Haarpracht, hm?", fragte er grinsend und dachte an dessen Äußerung. Dieser Helios, dachte er vergnügt, schien Frowin wohl nicht bloß für dessen Reitkönnen zu schätzen. "Tja, es ist ja sonnig, das heißt, du wirst zumindest meine auf den Zuschauerrängen bewundern dürfen.
Nun, Helios, erzähl mehr über dich. Wie kommt es nur, dass wir zuließen, dass dich ein anderer Verein kauft?"
Er fragte sich, ob Saturninus, der Frowin sehr vermisst hatte, heute Abend der einzige sein musste, der heute Abend Spaß haben konnte. Womöglich färbte der Furier schlecht auf ihn ab, dachte Philus, doch der Gedanke, den Champion des letzten Rennens zu beglücken, war doch erhebend, vor allem da es ein rivalisierender Fahrer war.
"Nun, mein Freund Saturninus hat genügend Freunde und Kollegen, mit denen er schimpfen und jubeln kann, deshalb kannst du gleich neben mir sitzen", bestimmte er. "Glaubst du denn, Frowin wird gewinnen? Du bist schon gegen beide gefahren, oder?"
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02-08-2025, 09:14 PM,
Beitrag #22
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux - Ankunft
Wie lange der keltische Römer wohl zum Bierholen benötigte? Denn die Sonne strahlte gar erbarmungslos von einem wolkenlosen Himmel hernieder und Hélios spürte wie ihm die Zunge immer stärker am Gaumen klebte. Und nicht nur das, auch seine Tunika begann ihm am Körper zu kleben. Schon sehr merkwürdig diese Hitze. Beschweren würde sich der Blondschopf jedoch nicht. Stattdessen atmete er tief durch und hatte den Eindruck, als würde sich die Hitze in seinem gesamten Körper ausbreiten. Blieb nur die Frage ob diese Hitze wahrlich von der Sonne herrührte oder doch von etwas ganz anderem. “Oh nein. Ich wollte hier niemanden bevormunden oder benachteiligen. Gar beleidigen.“ Beeilte sich Hélios sogleich zu entschuldigen und hob sogar seine Hände an. Wie um seine Worte dadurch zu unterstreichen. Aus dem Augenwinkel linste Hélios dann in Richtung der beiden Wagenlenker, wobei sein Augenmerk hauptsächlich den furischen Wagenlenker studierte. Hach ja. Beinahe wäre ihm ein leises, sehnsüchtiges Seufzen entkommen. Doch presste er seine Lippen rechtzeitig zusammen und konzentrierte sich dann auch schon auf die Worte des Nautiers, der ihn direkt ansprach. “Was willst du von mir hören? Ich bin in Mogontiacum aufgewachsen. Mein Fahrer war bereits Wagenlenker in den Diensten der Roten. Und ich wurde als Sklave des Marcus Salvius Falko auf dessen Landgut geboren. Als ich älter zu werden begann, wurde ich zu seinem Wagenlenker ausgebildet. Ich folgte Marcus Salvius Falko nach Iscalis und dort wurde dann mein Dominus Aulus Plautius Montanus auf mich aufmerksam und machte Marcus Salvius Falko ein Angebot, dass dieser nicht abschlagen konnte. Und nun, jetzt fahre ich für die Weiße Circuspartei.“ Hélios erzählte dies, als würde es ihn überhaupt nichts angehen. Als hätte er soeben nicht über sich selbst berichtet, sondern über eine gänzlich andere Person. “Es ist mir egal für wen ich fahre. Hauptsache ich kann meine Zeit meinen vierbeinigen Freunden widmen.“ Erklärte der junge Germane und musterte den Nautier, als dieser beschloss dass er neben ihm sitzen sollte. Schon nahm Hélios neben Marcus Nautius Philus Platz und richtete seinen Blick auf die Strecke. “Frowin ist ein starker Fahrer. Er wird gewinnen. Seine Pferde werden ihn zum Sieg verhelfen. Es sind immer die Pferde die das eigentliche Rennen gewinnen. Nie die Fahrer.“ Erklärte der germanische Wagenlenker und blickt gen des blonden Römers. “Ich bin bisher nur gegen Frowin gefahren.“ An ihre letzte Begegnung als Wagenlenker wollte Hélios nicht gerne zurück denken. Denn damals hatte er den furischen Lenker geschlagen.
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02-11-2025, 12:39 PM,
Beitrag #23
RE: Das Freundschaftsrennen Frowin versus Eisu Ap Comux - Ankunft
Eisu kam mit einem Diener zurück, der ein Fässchen trug, wie es die Gallier erfunden hatten. Er selbst trug die Becher:
"Bestes Bier!", sagte er zufrieden, ließ das Fässchen anstechen und schaute zu, wie sich der fast dunkelbraune Gerstensaft in die Becher ergoss, auch wenn viel daneben ging:
"Zum Wohl meine Herren!", damit meinte er selbstverständlich auch Helios, dem er erklärte:
"Bei meinem Volk ist ein Wagenlenker hoch geehrt. Zumeist ist er ein Krieger, und derjenige, der mit ihm im Wagen fährt, ist wie sein Bruder. Beide müssen sich unbedingt aufeinander verlassen können. Mein Vater ist der Wagenlenker von König Catti und damit selbst ein Adliger", aber da Philus zugegen war, kritisierte er die römischen Sitten nicht. Für ihn würdigten sie die besten Berufe, die ein Mann haben konnte, zu einem Spektakel herab: Wagenlenker wurden zu Circusathleten, Krieger zu Gladiatoren und Schmiede, die diese edle Kunst beherrschten, zu Handwerkern, auf die herabgeschaut wurde. Sogar römische Ärzte standen, da sie ja mit den Händen arbeiteten, in keinem großen Ansehen. 
Eisu war über seinen Vater selbst römischer Bürger, doch er hieß weder alles gut noch konnte er es immer nachvollziehen.
Das Gespräch zwischen Philus und Helios hatte Eisu Ap Comux nicht mitbekommen, jedoch während sie weiter gingen, kamen sie bei den Pferdeweiden an.
Der Kelte zeigte seinen Gästen seine Vierergespann: Camulorix und Peredur, Eisus Lieblingshengste von schwarzbrauner Farbe, und Morhad und Morcant. Alle waren sie britannische Pferde, doch im Unterschied zu anderen waren sie ungewöhnlich groß, fast grobknochig, und sie passten gut zu einem schweren Mann wie es der Fürst war und zu seinem großen Wagen.
Er zeigte ihnen auch Argante, die zierliche silberfellige Stute:
"Dies ist das Pferd, welches ich meiner Dame Gabinia Clara schenken werde, wenn wir uns verloben dürfen. Ich konnte ihren Bruder noch nicht fragen, doch hoffe ich, dass er einverstanden ist", erklärte er und wischte sich den Bierschaum vom Schnurrbart:
"Die kleine Stute hat Feenblut. Sie soll ihr Glück bringen. -", er lächelte und seine blauen Augen strahlten. Eisu war sehr verliebt in die Gabinierin, und sie liebte ihn wieder:
"Doch zunächst..." , er schaute seine beiden Begleiter an:
" Geht es um Sieg oder Niederlage auf der Rennbahn! Ich hoffe, dass mich Freund Frowin nicht um allzu viele Längen schlägt!", das war Selbstironie, denn Eisu Ap Comux rechnete damit, dass er selbst gewann. Es gab durchaus für jeden Fahrer Vor- und Nachteile, die die Siegesgöttin noch abwägen konnte.
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