Eisu kam mit einem Diener zurück, der ein Fässchen trug, wie es die Gallier erfunden hatten. Er selbst trug die Becher:
"Bestes Bier!", sagte er zufrieden, ließ das Fässchen anstechen und schaute zu, wie sich der fast dunkelbraune Gerstensaft in die Becher ergoss, auch wenn viel daneben ging:
"Zum Wohl meine Herren!", damit meinte er selbstverständlich auch Helios, dem er erklärte:
"Bei meinem Volk ist ein Wagenlenker hoch geehrt. Zumeist ist er ein Krieger, und derjenige, der mit ihm im Wagen fährt, ist wie sein Bruder. Beide müssen sich unbedingt aufeinander verlassen können. Mein Vater ist der Wagenlenker von König Catti und damit selbst ein Adliger", aber da Philus zugegen war, kritisierte er die römischen Sitten nicht. Für ihn würdigten sie die besten Berufe, die ein Mann haben konnte, zu einem Spektakel herab: Wagenlenker wurden zu Circusathleten, Krieger zu Gladiatoren und Schmiede, die diese edle Kunst beherrschten, zu Handwerkern, auf die herabgeschaut wurde. Sogar römische Ärzte standen, da sie ja mit den Händen arbeiteten, in keinem großen Ansehen.
Eisu war über seinen Vater selbst römischer Bürger, doch er hieß weder alles gut noch konnte er es immer nachvollziehen.
Das Gespräch zwischen Philus und Helios hatte Eisu Ap Comux nicht mitbekommen, jedoch während sie weiter gingen, kamen sie bei den
Pferdeweiden an.
Der Kelte zeigte seinen Gästen seine Vierergespann: Camulorix und Peredur, Eisus Lieblingshengste von schwarzbrauner Farbe, und Morhad und Morcant. Alle waren sie britannische Pferde, doch im Unterschied zu anderen waren sie ungewöhnlich groß, fast grobknochig, und sie passten gut zu einem schweren Mann wie es der Fürst war und zu seinem großen Wagen.
Er zeigte ihnen auch Argante, die zierliche silberfellige Stute:
"Dies ist das Pferd, welches ich meiner Dame Gabinia Clara schenken werde, wenn wir uns verloben dürfen. Ich konnte ihren Bruder noch nicht fragen, doch hoffe ich, dass er einverstanden ist", erklärte er und wischte sich den Bierschaum vom Schnurrbart:
"Die kleine Stute hat Feenblut. Sie soll ihr Glück bringen. -", er lächelte und seine blauen Augen strahlten. Eisu war sehr verliebt in die Gabinierin, und sie liebte ihn wieder:
"Doch zunächst..." , er schaute seine beiden Begleiter an:
" Geht es um Sieg oder Niederlage auf der Rennbahn! Ich hoffe, dass mich Freund Frowin nicht um allzu viele Längen schlägt!", das war Selbstironie, denn Eisu Ap Comux rechnete damit, dass er selbst gewann. Es gab durchaus für jeden Fahrer Vor- und Nachteile, die die Siegesgöttin noch abwägen konnte.