"Es ist nicht mein Druidenschüler", widersprach Inam, aber die Worte der Königin hatten ihn von der Last des
gogan befreit, und die Drohung unterbrochen, so dass er wieder freier atmete:
"Wir haben einen langen Weg hinter uns, edle Königin. Ich bin hier mit fünfzig Mann und wir sind seit unserem
Aufenthalt auf dem Comuxhof nicht aus dem Sattel gekommen. Dort leben nur miese
romani- uassi,* möge Andraste sie holen."
Inam stieß die Hand mit gekrümmten Fingern gen Himmel, als wolle er die Krallen der Kriegsgöttin höchstpersönlich auf seinen verräterischen Cousin herabbeschwören:
"Mir ist dort der Appetit vergangen. Ich bitte Dich daher um die Gastfreundschaft deines wahrhaftig königlichen Hauses", nun wagte er ein dünnes Lächeln:
"Vielleicht fehlt Cenmonoc einfach nur eine Mütze Schlaf, damit er wieder klar denken kann"
Seine Augen straften seine Lächeln jedoch Lügen. Er hätte den Druidenschüler zu gerne losbekommen, würde aber selbstverständlich niemals selbst Hand an ihn legen können. Die Erschöpfung selbst war keine Lüge. Sie hatten seit ihrem Besuch bei Eisu Ap Comux weder ausgeruht noch Zeit gehabt, zu jagen.
Cenmonoc nickte wider Erwartens und tat so, als sei er auch nur an Ruhe und einer Mahlzeit interessiert. Aber was er wollte, hatte er gesagt, sein Angebot stand, und wenn die Königin ihn wünschte, würde sie wissen, wo er zu finden war. Doch nun sprach er, um Inam zu unterstützen:
"Es ist noch schlimmer, Königin, als Du es Dir vorstellen kannst. Im Süden brachen sie nicht nur das uralte Recht und raubten einem Prinzen seinen rechtmäßigen Thron.
Sie schänden unsere heilige Insel. Sie holzen die heiligen Eichen ab, um Steintempel für die römischen Götter zu bauen.
Die Quelle, an der Du einst als Jungfrau der Großen Mutter Brigantia gedient hast, da werfen sie Münzen hinein und freuen sich darüber, wie das Wasser getrübt wird. Über unsere Gebete und Opfer lachen sie. Alles, was Du ihnen an Tribut schicken musst, o edle Herrin, füttert ihren Hochmut und ihre Macht.
Rom nimmt niemals nur das Gold. Rom nimmt die Seele ein jedes Volkes. Wenn Du ihnen heute alles Vieh und Getreide gegeben hast, wonach sie verlangen - was kannst Du ihnen morgen noch geben?"
Inam erkannte den Moment, sich zurück zu ziehen. Die Saat war gesät. Nun musste sie in der Dunkelheit der Gedanken Rhians aufgehen.
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frühbritonisch (konstruiert): Römerknechte, Römlinge