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Haustür (Ianua)
03-04-2025, 11:44 AM,
Beitrag #131
RE: Haustür (Ianua)
"Ich war noch nie in so einem Haus", gestand Catia mit Betonung auf dem so: "Nein, ich plumpse schon nicht ins Regenbecken. Du hast ein Hündchen? Wo ist es denn?" Catia folgte dann Cassia, die ihre Hand nahm, in den Säulenhof, wo die Kinder spielten >>>
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03-14-2025, 07:52 PM,
Beitrag #132
RE: Haustür (Ianua) - Abschied
Da ich nun wusste, dass mich meine Herrschaft nach Londinium mitnehmen würde, waren meine Tage in Iscalis also erst einmal gezählt. Vielleicht würde ich auch zurück kommen, denn die Domus Plautia, die zu meinem Zuhause geworden war, befand sich noch hier; aber wann und unter welchen Umständen stand in den Sternen. 
Schwer fiel mir der Gang, den ich nun zu tun hatte: Zu Cassia in die Villa Furia. Ich musste ihr davon erzählen, dass das unerbittliche Fatum uns trennte; und dass auch unser Wiedersehen ungewiss war. Das Herz wurde mir schwer ob des Abschieds, obgleich der Furius gewiss ein tausend Mal besserer Dominus war als ich - er zumindest bekam seine Sklaven satt, konnte sie kleiden und ihnen eine Schlafstätte bieten - all das, was ich meiner armen kleinen Cassia im Laufe unseres unsteten Wanderlebens nicht hatte geben können.
Ich hatte zwei Stunden frei und ging daher zur Villa, desssen Haushalt der kleine Zimtkopf angehörte. Dort klopfte ich, verneigte mich tief, als mir aufgemacht wurde und erklärte:

 "Salve o Wächter dieses edlen Hauses,
mein Name ist Nicander, bescheidener Sklave der Herrin Norbana Orestilla bin ich.
Bitte verzeih mein Begehren; doch es ist so,
dass ich nun verlassen muss die Iscalschen Gestade,
so dass die letzten Abschiedszähren meiner lieben Cassia gelten.

Cassia ist doch Sklavin hier?
Ich bitte, nein ich flehe: Darf ich sie sprechen?"
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"Scheinsklave" Norbana Orestilla
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03-14-2025, 09:13 PM,
Beitrag #133
RE: Haustür (Ianua)
[Bild: Seasnan0.png]
Seasnán

Seasnán war am heutigen Tag an der Tür eingeteilt und bewachte diese. Wie es seine Pflicht und Aufgabe als Türsklave war. Ein Hocker diente ihm als Sitzmöglichkeit, während die Wand in seinem Rücken ihm als Stütze diente. So ließ Seasnán seinen Blick zwischen der Porta und dem Atrium hin- und her gleiten. Bis es dann an der Porta klopfte und sich der Hüne, trotz seiner Größe, gar behände erhob. Mit zwei Schritten war er an der Porta und öffnete diese, um nach draußen zu blicken. Vor der Türe sah er eine wahrlich schmächtige Gestalt eines Männleins. Als eben jenes Männlein ein offensichtliches Gedicht zu rezitieren begann, blickte Seasnán wahrlich überrascht. Was sollte denn das werden wenn es fertig war, hm? Das einzige was Seasnán aus diesem Wortschwall heraushören konnte, war der Name -Cassia-. Das war doch die Gauklersklavin, die zugleich Kindermädchen der jungen Furia Saturnina war. “Du wünscht Cassia zu sprechen?“ Wiederholte Seasnán noch einmal die Frage des Männleins, der sich Nicander nannte. Mit einem Wink beorderte er Beli, den etwas pummeligen kupferlockigen Sklaven dazu, Cassia an die Porta zu holen. Geschwind, so schnell ihn seine pummeligen Füßchen trugen, eilte sich Beli. Um nach Cassia zu suchen. Diese war, wie so häufig um diese Uhrzeit in Furia Saturninas Cubiculum. Atemlos schlitterte Beli regelrecht in Furia Saturninas Cubiculum, so dass nicht nur Furia Saturnina, sondern auch Cassia empor blickten. Abwartend der Ausdruck auf Cassias Gesicht, als Beli auch schon hervorsprudelte, dass die Sklavin an der Porta erscheinen sollte. Ein kurzer Blick in Furia Saturninas Richtung. Doch das Mädchen spielte regelrecht selbstvergessen mit Cassias Hündchen, so dass sich Cassia also davon stehlen konnte. Als würde sie von Flügeln getragen werden, eilte sie gen der Porta und kam an dieser mit geröteten Wangen an. “Seasnán? Wer möchte mich sehen?“ Wollte Cassia von dem Ianitor wissen und erblickte im nächsten Moment Nicander, der an der Porta stand. Sogleich war es ein strahlendes Lächeln, welches über Cassias Gesicht huschte und ihre Augen hell erleuchten ließ. “Niiiiicander.“ Jubelte Cassia und wäre dem Älteren am liebsten um den Hals gefallen. Doch hielt sie sich zurück. Und so stand sie nun mit nervös ineinander verknoteten Fingern vor ihrem ehemaligen Herrn.
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03-16-2025, 03:05 PM,
Beitrag #134
RE: Haustür (Ianua)
"Nicht so steif!", lachte Nicander und umarmte Cassia herzlich, aber doch schnell. Er wollte dem Ianitor nicht den Eindruck geben, dass es ihm darum ginge, eine der Furiersklavinnen zu verführen. Dann schaute er Cassia bittend an:

"Könntest du euren Hausverwalter fragen, ob du mit mir einen kleinen Spaziergang machen darfst? Es wird nicht lange dauern. Natürlich nicht, wenn du noch Pflichten hast, dann komme ich später oder an einem anderen Tag wieder. Ich möchte keinesfalls, dass du deinen Dienst vernachlässigst, mein lieber Zimtkopf"

Das wollte ich wirklich nicht, weil ich mir wünschte, dass Cassia in ihrer Familia geschätzt und gerne gehabt wurde. Sie sollte glücklich werden. Denn der Tag unserer Trennung nahte, und ich würde nicht mehr auf sie aufpassen können. Zumindest nicht direkt - anderseits lag Londinium auch nicht am anderen Ende der Welt. Es war höchstens eine Wochenreise von Iscalis entfernt.
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"Scheinsklave" Norbana Orestilla
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03-16-2025, 05:21 PM,
Beitrag #135
RE: Haustür (Ianua)
"Nicht so steif!", sagte Nicander lachend und auch Cassia stimmte, nach anfänglichem Zögern in sein Lachen mit ein. Nur leider hielt die sanfte Umarmung nur wenige Augenblicke an, denn Nicander ließ sie dann auch schon relativ schnell wieder los. Eine Tatsache die Cassia dann doch verwunderte und so blickte sie aus großen, fragenden Augen zu dem Älteren empor. Es musste etwas wichtiges sein, dass Nicander ihr mitteilen wollte, denn sonst hätte er auch einfach einen Brief schreiben können. Hart musste Cassia dann doch schlucken, als Nicander fragte, ob sie ihn begleiten durfte. “Ja, sehr gerne. Ich frage schnell nach.“ Jubelte Cassia mit nun strahlenden Augen und eilte sich dann auch schon, den furischen Maiordomus in dessen Arbeitszimmer anzutreffen. Hoffentlich war der furische Maiordomus auch wirklich in seinem Arbeitszimmer. Mit beschwingten Schritten eilte Cassia dann auch davon, ließ Nicander an der Porta einfach stehen und flitzte durch die Gänge, bis sie leicht außer Atem am Arbeitszimmer des furischen Maiordomus pochte. Von drinnen war im ersten Moment kein Geräusch zu vernehmen. Dann erklang doch die Stimme des Maiordomus und Cassia öffnete vorsichtig die Türe. “Apollinaris? Hast du noch etwas zu erledigen für mich? Furia Saturnina sitzt an ihrem Webstuhl und muss wieder weben und spinnen.“ Ganz betrübt blickte Cassia dabei drein. Bevor sie sich auch schon besann wieso sie den Hausverwalter aufgesucht hatte. Und schon sprudelte es über Cassias Lippen. “Nicander steht an der Porta. Du weißt doch, der Sklave von Domina Norbanna Orestilla. Ich habe ihn schon sooooooooo lange nicht mehr gesehen. Und er möchte mit mir einen Spaziergang machen. Ich verspreche auch, dass ich ganz bald wieder zurück. Oh bitte Apollinaris.“ Bettelte Cassia mit nun wahrlich bittenden Augen. “Du bist pünktlich wieder zurück, wenn Furia Saturnina ins Bett geschickt wird. Du weißt doch, dass sie dich immer dabei haben möchte.“ Erklärte Apollinaris und musterte Cassia mit einem schalkhaften funkeln in seinen Augen. “Ich würde die kleine Domina nie alleine lassen. Nie.“ Beeilte sich Cassia über ihre Lippen dringen zu lassen. Bevor sie dann auch schon vor Freude aufjauchzte und mit wehenden Locken durch die Gänge, zurück an die Porta eilte. “Nicaaander? Apollinaris hat es erlaubt. Wir können einen kleinen Spaziergang machen. Pünktlich zum Abendessen soll ich wieder hier sein.“ Erklärte die furische Sklavin mit leuchtenden Augen und blickte zu ihrem einstigen Dominus empor.
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03-19-2025, 01:04 PM,
Beitrag #136
RE: Haustür (Ianua)
Ich sah, dass Cassia sich freute, und das bedrückte mich: "Wir gehen nicht weit, nur die Straße auf und ab", erklärte ich ihr. Außer Sichtweite des Ianitors nahm ich ihre Hand >>>
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"Scheinsklave" Norbana Orestilla
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03-21-2025, 10:50 PM,
Beitrag #137
RE: Haustür (Ianua)
>>> Wie es sich für einen wohlerzogenen Sklaven gehörte, hatte Nefertem den letzten Wunsch der Claudia Sabina erfüllt. Er hatte das Kind, Marcus Iulius Cato Minor, auf den Gabinierhof gebracht. Ebenso dessen Amme und deren Tochter. Die Milchamme war ohnehin hin- und weg von dem kleinen Kerl und wäre ihm wohl auch an jeden anderen Ort gefolgt. Nefertem jedoch war froh, dass er diesen schwierigen Schritt hinter sich gebracht hatte. Der Säugling würde es bei Furia Stella gut haben und zusammen mit anderen Kindern aufwachsen. Und Claudia Sabina würde ihrem neuen Gemahl mit Sicherheit eigene Kinder schenken. Bei dem Gedanken an die junge Römerin spürte Nefertem wie ihm das Herz schwer wurde und er tatsächlich tief durchatmen musste. Seine Domina hatte so entschieden und dieser Entscheidung musste sich der Sklave beugen. Ein letztes mal blickte sich der Dunkelhaarige in seinem einstigen Arbeits- und Wohnbereich in der claudischen Villa um. Seine wenigen, wenngleich teuren Kleidungsstücke, hatte er fein säuberlich in einen ledernen Beutel gepackt. Ebenso die Silbermünzen, die ihm Claudia Sabina gegeben hatte. Jene Silbermünzen trug Nefertem dicht an seinem Körper. Während er den Lederbeutel schulterte, als er der claudischen Villa Lebewohl sagte. Vielleicht nicht für immer? Doch mit diesem Gedanken wollte sich Nefertem gar nicht länger herumplagen. Schließlich würden ihn diese Gedanken nur von seiner neuen Herausforderung abhalten. Und seine Herausforderung war der furische Hausstand.

Mit einem letzten Blick über seine Schulter schritt Nefertem schließlich über die Schwelle und trat hinaus. Hinaus auf das Pflaster der Straße, verließ somit die Villa Claudia und atmete im selben Moment tief durch. Sein Griff um den Lederbeutel wurde eine Spur fester und sein Blick einen Augenblick etwas grimmiger. Noch immer schwindelte ihm, als er sich die Summe ins Gedächtnis rief, die der Furier für ihn bezahlt hatte. Für einen einfachen Sklaven, wenngleich er Marcus Iulius Catos Leibsklave war und im claudischen Haushalt als Maiordomus gedient hatte. “Vergangenheit Nefertem. Vergangenheit.“ Sprach der Dunkelhaarige mit leiser Stimme an sich selbst gewandt. Versuchte seine Gesichtszüge zu entspannen und setzte sich im selben Moment in Bewegung. Den vorüberströmenden Menschen wich der Sklave geschickt aus und lenkte seine Schritte zielgerichtet voran. Für den Anlass des Umzugs hatte er sich in jene Tunika gehüllt, die er einst von Marcus Iulius Cato erhalten hatte. Die hübsch verarbeitete mit den Gold- und Silberfäden an Kragen und an den Ärmeln. Für einen kurzen Augenblick ließ sich Nefertem irgendwie dann doch von der Menschenmenge treiben. Bis er die furische Villa aus dem Augenwinkel erblickte und seine Schritte zielgerichtet darauf zulenkte.

An der Haustür angekommen, strich sich Nefertem durch seine dunklen, gelockten Haare, atmete tief durch und pochte gegen die Haustür. In der stillen Hoffnung, dass man ihm öffnen würde.
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03-22-2025, 07:10 PM,
Beitrag #138
RE: Haustür (Ianua)
[Bild: Leon-1.png]

Heute war Leon wieder im Dienst, und als er die Tür öffnete und Nefertem erkannte, lächelte er ihn freundlich an:

"Willkommen, Nefertem, du sollst zu unserer Familia gehören, habe ich gehört, und ich habe dich schon erwartet. Sei nicht ängstlich, hier lässt es sich aushalten. Heute darfst du ausnahmsweise hier durch die Haustür spazieren; künftig wirst du die Hintertür benutzen.
Und nun gehe durch zu Apollinaris, das ist der Hausverwalter. Er wird dir sagen, was zu tun ist"

Leon öffnete die Haustür und deutete auf eine größere Kammer direkt neben den Sklavenunterkünften, in der Apollinaris zu finden war.
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