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[Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Druckversion

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[Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Tiberius Furius Saturninus - 03-22-2025

[Bild: Apollinaris-Maiordomus.png]


Apollinaris, der Hausverwalter, führt hier die Haushaltsbücher und teilt die Sklaven zu ihren Aufgaben ein.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Nefertem - 03-23-2025

>>> Den großgewachsenen Ianitor kannte Nefertem bereits. So lauschte er schweigend dessen Worte. Offensichtlich wusste bereits die gesamte Familia das ein neuer Sklave im Anmarsch war. Und diese Tatsache ..überraschte den Dunkelhaarigen. Doch, warum eigentlich? Der Furier überließ nichts dem Zufall, dies wusste Nefertem bereits. Und so atmete der Dunkelhaarige tief durch und neigte seinen Kopf kaum merklich. “Vielen Dank Leon.“ Bedankte sich Nefertem bei dem Ianitor und betrat die furische Villa durch die Haustüre. Jene Türe, die zukünftig für ihn verschlossen bleiben würde. Zukünftig würde er die Villa durch die Hintertüre betreten. Wie es sich für Sklaven gehörte. Wenn er denn überhaupt einmal hinaus geschickt wurde. Schließlich wusste der Dunkelhaarige noch immer nicht, wie er von der Familia aufgenommen werden würde. Was der Furier, sein neuer Herr, für Aufgaben für ihn hatte. Kurz glitten Nefertems Gedanken gen Claudia Sabina. Und gen des kleinen Marcus Iulius Cato Minor. Er würde es bei Domina Furia Stella gut haben, da war sich Nefertem sicher. Und wie es wohl Claudia Sabina erging? Hatte sie sich nach der Geburt erholen können? War sie bereits bei ihrem neuen Gemahl in Londinium angekommen?

All diese Gedanken glitten von Nefertem, als er die furische Villa betreten hatte und so wie es Leon ihm gesagt hatte, lenkte er seine Schritte hin gen der größere Kammer, direkt neben den Sklavenunterkünften. In dieser würde er den Hausverwalter finden. Mit diesen Gedanken in seinem Kopf und einem Dutzend mehr, fand Nefertem auch schon jene größere Kammer, neben den Sklavenunterkünften und pochte gegen das Holz der Türe. Sein Bündel hielt er dabei eng gegen sich gepresst. Und überzeugte sich davon, dass der Lederbeutel mit den Silberstücken weiterhin gut verborgen und sicher unter seiner Tunika steckte. “Hausverwalter Apollinaris? Ich wurde zu dir geschickt. Mein Name ist Nefertem und ich bin der neue Sklave in der furischen Villa. Domina Claudia Sabina hat mich an Dominus Furius Saturninus verkauft.“ Stellte sich Nefertem mit seiner angenehm weichen Stimme vor. Wobei er es vermied dem Hausverwalter allzu direkt entgegen zu blicken. Schließlich wollte er den ersten Eindruck nicht gleich zerstören, in dem er sich ungebührlich verhielt.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Tiberius Furius Saturninus - 03-24-2025


" Salve Nefertem", die Kaufsumme, die der Hausverwalter in den Büchern sah, ließ diesen einen Moment lang stutzen. Welche Fähigkeiten hatte der Knabe, dass der Herr einen solchen Batzen für ihn ausgab? Obwohl - Fähigkeiten! Apollinaris sah den Jungen an und konnte sich schon denken, warum der Herr ihn gerne wollte. So jemand war genau das richtige Irrlicht für ihn:
"Du kommst aus dem Haushalt der edlen Claudia Sabina. Was war dort deine Stellung?", fragte er, da es zu seinen Obliegenheiten gehörte, die Sklaven passend für ihre Aufgaben einzuteilen:
"Setz dich auf den Stuhl", er wies auf den Klappstuhl: "Und mich kannst du ruhig anschauen" 



RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Nefertem - 03-24-2025

Ein hauchfeiner Schauer rieselte dem jungen Aegypter über den Rücken, während er mit gesenktem Kopf vor dem furischen Hausverwalter stand. Abwartend. Bis dessen Stimme an sein Gehör drang und sich die Ohren des Dunkelhaarigen unwillkürlich spitzten. Schließlich wollte er keines der gesprochenen Worte verpassen, auch wenn er seinen Blick weiterhin auf seine Füße gerichtet beließ. Das der Hausverwalter ob der Summe die in den Büchern eingetragen war und die seine Kaufsumme darstellte, überrascht, bis höchst erstaunt sein dürfte, war beinahe mit Händen zu greifen. Natürlich war sein Kaufpreis ein stattliches Sümmchen.

“Im Haus der edlen Claudia Sabina bekleidete ich die Position des Hausverwalters.“ Erklärte Nefertem mit seiner weichen Stimme. Denn dies war seine Stellung im Haushalt der jungen Römerin gewesen. Dass er zuvor der Leibsklave des Iuliers war, stand hier nicht zur Debatte. Denn danach hatte Apollinaris nicht gefragt.

Als ihn der Hausverwalter aufforderte auf dem Klappstuhl vor seinem Schreibtisch platz zu nehmen, zögerte Nefertem für einen kurzen Augenblick. Setzte sich dann doch in Bewegung, direkt auf den Stuhl zu und nahm darauf Platz. Allerdings wirkte er wahrlich unentspannt. Was auch kein Wunder war. Schließlich überwog hier noch immer die Aufregung vor allem Neuen. Schließlich war dies sein neues zu Hause. Wie würde man auf ihn reagieren? Wie waren die übrigen Sklaven und Sklavinnen? Wie die Hausherrin? Fragen über Fragen die Nefertem durch den Kopf geisterte.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Tiberius Furius Saturninus - 03-25-2025

[Bild: Apollinaris-Maiordomus.png]

"Hausverwalter wirst du hier nicht, da ich das schon bin", sagte Apollinaris mit einem breiten Lächeln:
"Der Herr hat mir gesagt, dass du sein neuer Cubicularius sein wirst. Er ist übrigens in Londinium, wir erwarten ihn jedoch in wenigen Tagen zurück.

Weißt du, was ein Cubicularius zu tun hat?" Apollinaris erwartete, dass der neue Sklave ihm diese Stellung beschrieb. Was er nicht wusste oder vergaß, würde der furische Hausverwalter ergänzen oder ihm zeigen.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Nefertem - 03-25-2025

Mit ehrlichen Worten antwortete Nefertem auf die an ihn gerichtete Fragen. Es brachte schließlich nichts, wenn er sich hier selbst belog oder dem Hausverwalter die Unwahrheit auftischte. Keinem von beiden brachte dies etwas. “Ich wollte dich niemals persönlich angreifen Hausverwalter Apollinaris und dich um deine Stellung bringen.“ Konnte man Nefertems weiche Stimme vernehmen, nachdem er einige Zeit geschwiegen hatte. Sich wohl Gedanken über die an ihn gerichteten Worte gemacht hatte.

Die Tatsache, dass ihn der Furier als seinen Cubicularius wissen wollte, schmeichelte Nefertem unwillkürlich. Sogar seine Wangen röteten sich leicht, was man dank seiner bronzefarbenen Hautfarbe nicht allzu deutlich erkennen konnte. “Es ehrt mich, dass der Hausherr diese Stellung für mich auserwählt hat.“ Erklärte Nefertem mit ruhigen Worte. Auch wenn ihm das Herz vor Aufregung hastiger in der Brust pochte. Denn, wer wäre nicht aufgeregt, wenn man in einen neuen Haushalt gegeben wurde, um dort seinen Dienst zu verrichten?

Schon ging es weiter und die Stimme des Hausverwalters erklang erneut. “Ich weiß was die Aufgaben eines Cubicularius sind Hausverwalter Apollinaris. Ein Cubicularius ist für die Kleidung, die Hygiene und das Wohlbefinden seines Herrn zuständig. Ein Cubicularius bereitet das Bad vor und organisiert die Garderobe seines Herrn. Außerdem ist ein Cubicularius für die Ordnung und die Sauberkeit und den Komfort der privaten Schlaf- und Wohnräume seines Herrn verantwortlich.“ Ja. Nefertem wusste was seine zukünftigen Aufgaben sein würden. Natürlich waren die Dienste eines Cubicularius von Haus zu Haus unterschiedlich. Und wenn Apollinaris Änderungen und Anmerkungen hatte, dann würde er diese mit Sicherheit im nächsten Moment an sein Gehör dringen lassen. “Ich hoffe ich habe nichts vergessen.“ Endete Nefertem mit seiner Aufzählung und blickte dem Bärtigen direkt entgegen. Denn Apollinaris hatte ihm doch erlaubt, seinen Blick anzuheben und seinem Blick zu begegnen.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Tiberius Furius Saturninus - 03-26-2025

[Bild: Apollinaris-Maiordomus.png]


“Ich wollte dich niemals persönlich angreifen Hausverwalter Apollinaris und dich um deine Stellung bringen.“, sprach der Jüngling mit samtweicher Stimme.

Apollinaris beugte er sich vor und fasste den Knilch genau ins Auge. Er sollte sich nur nichts einbilden, weil er ein zugegebenermaßen hübsches Antlitz und einen hübschen Hintern hatte!

"Du bist nicht in der Position, mich persönlich anzugreifen, mein Jungchen", sprach er durchaus gelassen und strich sich seinen Bart:
"Mich um meine Stellung bringen - soso. Weshalb glaubst du denn, dass du das überhaupt kannst?"
Er räusperte sich:

"Die Aufgaben als Cubicularius hast du gut beschrieben. Außer dir aber sorgt auch ein Privatsekretär für des Herren...Bequemlichkeit. Er heißt Scaevus, du wirst ihm gewiss öfter begegnen.

Nun zu den Herrschaften: Den Dominus Saturninus kennst du bereits. Die Hausherrin ist Domina Furia Serena. Sie leitet diesen Haushalt mit Strenge und gleichzeitig sanfter Hand. Es wäre besser, sie nicht zu verärgern. Sie liebt ihre Ruhe.
Ihre Kinder sind die kleine Herrin Saturnina", selbst Apollinaris konnte sich dem Charme der kleinen, wilden Furia nicht entziehen und lächelte ein wenig:
"Und der Erbsohn: Dominus Carus, der aber noch ein Kleinkind ist. Auch die Beiden und ihre Amme hast du mit Respekt zu behandeln.

Die meisten anderen Sklaven wirst du noch kennen lernen, wenn du jetzt in der Küche etwas isst und trinkst. Unsere Küchenfeen Sabi und Seang sind keine Sklavinnen; sie sind angestellte Köchinnen aus Iscalis. Sie sind sehr freundlich, und bestimmt haben sie noch etwas Leckeres für dich aufgehoben. Sie wussten ja auch, dass du kommen sollst.

Solange der Herr nicht da ist, schläfst du im allgemeinen Sklavenquartier. Später wird er dir sagen, wo er dich haben möchte. Im Balneum kannst du abends baden und wenn es nötig ist, bekommst du von Batrachis, unserer Wäscherin, eine frische Tunika. Die Domini sind empfindlich, was Gerüche angeht, so dass sich die Dienerschaft immer sauber halten soll.

Hast du alles verstanden, was ich dir sagte oder war das zu viel? In diesem Fall würde ich meine Worte noch einmal wiederholen"


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Nefertem - 03-26-2025

Den musternden Blick des Hausverwalters spürte Nefertem deutlich auf sich. Wie er ihn fokussierte, als wollte er ihn durchleuchten. Was auch kein Wunder war. Schließlich war Nefertem doch der Neuling. Derjenige der sich unterzuordnen hatte und der dem Hausverwalter mit Respekt begegnen sollte. Auch wenn der Dunkelhaarige dem Älteren niemals mit respektlosem Verhalten begegnen würde. Niemals. So war der Sklave nicht erzogen worden. Und dennoch hatte er das Verlangen dem Hausverwalter zu verdeutlichen, dass er ihn garantiert, nicht um seine Stellung zu bringen versuchet. Oh nein! Schließich wusste Nefertem um seinen Status. Er war ein Sklave, auch wenn er im claudischen Haushalt die Position eines Maiordomus innegehabt hatte. So war er doch unter seinem einstigen Herrn dem Iulier als dessen persönlicher Leibsklave eingesetzt gewesen. “Ich hatte dieses Gefühl Hausverwalter Apollinaris.“ Antwortete Nefertem wahrheitsgemäß auf die an ihn gestellte Frage. “Niemals würde ich dir deine Position streitig machen.“ War es Nefertem ernst, an seine zuvor gesprochenen Worte anzufügen. Schließlich wusste er, dass der Hausverwalter ihm das Leben wahrlich schwer machen konnte, sollte er es sich mit ihm verscherzen. Als sich Apollinaris anschließend räusperte, schluckte der junge Aegypter vernehmlich und verknotete seine schlanken Finger miteinander.

Außer ihm würde es auch noch einen weiteren Sklaven, den Privatsekretär Scaevus, geben, der sich um des Herren Bequemlichkeit sorgen würde. “Ich bin aufgeregt Hausverwalter Apollinaris. Ein neuer Haushalt ist immer etwas Besonderes.“ Schon schwieg der Dunkelhaarige und würde den weiteren Worten des Hausverwalters lauschen. Außer dem Hausherren, lebte noch seine Gemahlin Furia Serena in der Villa Furia. Eine sanfte Persönlichkeit mit einer strengen Hand. Zumindest beschrieb Apollinaris die Hausherrin mit genau diesen Attributen. Dass es im Hause Furia Kinder gab, wusste Nefertem. Denn er hatte Claudia Sabina darüber sprechen hören. Somit gab es ein kleines, quirliges Mädchen und den Erbsohn. “Mir würde es nie einfallen, respektlos zu sein Hausverwalter Apollinaris.“ Antwortete Nefertem mit seiner sanften Stimme. Und wenn Apollinaris Zweifel an seinen Worten hatte, konnte er sich bei Claudia Sabina rückversichern, dass dem wirklich so war.

Mit diesen Worten wurde Nefertem in Richtung der Culina verabschiedet. Zuvor gab ihm der Hausverwalter jetzt noch den Hinweis, dass er, solange der Herr nicht anwesend war, in den allgemeinen Sklavenquartieren schlafen würde. “Ich habe alles verstanden Hausverwalter Apollinaris.“ War Nefertems sanfte Stimme zu vernehmen. Dies war auch gleichzeitig ein Indiz dafür, dass Nefertem ein helles Köpfchen war und sich einiges merken konnte. Ein fragender Blick galt nun dem Hausverwalter. Durfte er sich zurück ziehen? Und würde ihm der Hausverwalter den Weg in die Culina beschreiben oder müsste sich Nefertem selbst seinen Weg dorthin suchen?


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Tiberius Furius Saturninus - 03-27-2025

[Bild: Apollinaris-Maiordomus.png]

Der Jüngling ging also nach Gefühl! und sein Gefühl verriet ihm, dass er ihm den Rang streitig machen konnte, wenn er nur wollte? Schon verrückt!  Nun ja, Apollinaris war schon einiges an Launen seines Herren gewöhnt, daher sagte er nichts darauf, sondern schaute Nefertem nur aufmerksam an:

"Ich nehme einmal an, dass dich die neuen Eindrücke und die Aufregung etwas verwirren", sagte er:"Das ist normal am Anfang, und es ist besser, erst einmal anzukommen",

er schaute an Nefertem vorbei zur Tür, wo der kleine Beli, der als Botenjunge Spiros ersetzte, aufgetaucht war.
[Bild: Bali113.jpg]

"Das hier ist Beli, unser Kücken. Er ist der Cursor im Haus", stellte Apollinaris den Jungen vor:
" Beli, das hier ist Nefertem, der neue Cubicularius unseres Herren. Bitte führe ihn überall herum. Erst in die Küche, da mag er etwas essen, dann kann er sein persönliches Habe unter einem freien Bett verstauen. Und mache ihn mit allen bekannt. Die meisten hier kennen Nefertem bereits, da er vorher der Cousine der Domina gehört hat"

Oh, Beli war neugierig. Er kam etwas schüchtern näher, lächelte aber.


RE: [Neben den Sklavenunterkünften] Officium des Hausverwalters - Nefertem - 03-27-2025

Zwar klang die Stimme des Hausverwalters milde, doch Nefertem bekam den Gedanken nicht aus seinem Kopf, dass sich Apollinaris innerlich über ihn amüsierte. Ein Gedanke der Nefertem ganz und gar nicht gefiel. Wenngleich er seine Gedanken für sich behielt und Apollinaris stattdessen kaum merklich zunickte. “Es war tatsächlich ein langer Tag mit vielen neuen Eindrücken Hausverwalter Apollinaris.“ Pflichtete der Dunkelhaarige dem Bärtigen bei. Schließlich wollte er unter keinen Umständen, dass man ihn für hochnäsig oder arrogant hielt. Oder dass er sich für etwas besseres hielt. Denn dies war Nefertem definitiv nicht. Und so würde er auch niemals denken. Waren sie doch alle Sklaven im Hause der furischen Gens. “Dennoch vielen Dank für dein freundliches Willkommen.“ Fühlte sich Nefertem noch bemüßigt an seine Worte anzufügen. Bevor er sich auch schon der Türe näherte, welche im nächsten Augenblick aufgestoßen wurde und ein Rotschopf das Officium des Hausverwalters betrat. Beli, so hieß der Rothaarige, war also der Cursor des Haushaltes. Eben jener Beli sollte ihm nun alles zeigen. Eine Verbeugung erfolgte an den Hausverwalter, als Nefertem dem quirligen Beli, der schüchtern in seine Richtung blickte, nachfolgte. Denn Beli war es, der ihn nun auf den Gang vor das Officium des Hausverwalters geleitete. Die Türe ins Schloss zog und Nefertem tief durchatmete. Die erste Bewährungsprobe hatte er wohl mit Bravour bestanden, oder?

Beli tippelte nervös neben dem neuen Cubicularius einher und blickte dabei immer wieder zu Nefertem empor. Denn der Dunkelhaarige war doch einige Köpfe größer als der kleinere Cursor. “Ich bin aufgeregt.“ Gestand Nefertem und Beli schüttelte kaum merklich seinen Kopf. “Das brauchst du nicht. Die furische Familia ist sehr, sehr nett. Die anderen Sklaven und Sklavinnen sind auch alle sehr, sehr nett.“ Plapperte Beli weiter und Nefertem nickte auf seine Worte. Von dem gelockten Cursor ließ er sich zuerst in die Küche bringen. Dort konnte er zwei Frauen erblicken. Eine davon war jünger, die andere etwas älter. Zumindest vermutete dies der neue Cubicularius. Beli stellte Nefertem den beiden Frauen vor.  Dies mussten wohl besagte Küchenfeen Sabi und Seang sein, von denen Apollinaris gesprochen hatte. “Salve.“ Ließ Nefertem seine leise Stimme erklingen und erntete von den beiden Frauen ebenfalls eine Begrüßung. Daraufhin wurde er von Beli regelrecht genötigt am Tisch Platz zu nehmen und es war der kleine Cursor der einen Brei für Nefertem aus einer Schüssel in eine kleinere Schüssel löffelte. Jene Schüssel schob Beli direkt vor Nefertem und platzierte sich neben dem neuen Cubicularius. Offenbar hatte er in Beli sogleich einen Freund im furischen Haushalt gefunden. Denn obwohl der Rotgelockte etwas schüchtern wirkte, so war er doch neugierig.

Nachdem Nefertem seinen Brei gegessen hatte, war es Beli der ihn zu den Sklavenunterkünften führte. Dort deutete der Cursor auf ein freies Bett und meinte, dass die Truhe vor dem Bett seine sein könnte. Dort könnte er seine persönlichen Habseligkeiten hinein legen. Es würde auch nichts wegkommen. Nefertem nickte dankbar und schielte kurz gen Beli. Als er sich der Truhe näherte und den Deckel empor klappte. Schon ließ er den Lederbeutel mit seinen feinen Tuniken hineingleiten. Das Ledersäckchen mit den Silbermünzen trug Nefertem weiterhin dicht an seinem Körper. Würde, wenn nötig sogar damit nächtigen. “Vielen Dank Beli für deine Führung.“ Sprach der Dunkelhaarige mit seiner ruhigen Stimme an den Rotgelockten gewandt. Und Beli strahlte.