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*Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
03-30-2025, 03:34 PM,
Beitrag #11
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
"Verzeihung, werter Menandros", sagte Saturninus auch sofort, als der Alte sich räusperte: "Ich wollte deiner Tochter bestimmt nicht respektlos begegnen. Wenn es sich so anhörte, war das nicht so gemeint", er hatte vor dem Griechen durchaus Respekt bekommen, und er wollte keineswegs riskieren, dass der Mann sich beim Statthalter über ihn beschwerte, weil er seiner Tochter zu nahe getreten wäre. Er hatte schon so bei Petilius Rufus keinen guten Stand.
Damaris erklärte ihm, dass sie ein verkürztes Bein hätte, und Saturninus nickte. Dergleichen Geburtsfehler und Unfälle kamen vor:
"Deshalb wirst du doch einen guten und liebenden Ehemann finden, das wünsche ich dir von ganzem Herzen", erwiderte er. Da Damaris Jungfrauenkleidung trug, nahm er an, dass sie noch unvermählt war. Aber sie war gütig und hübsch, und ihre Verkrüppelung würde sie nicht daran hindern, einem Ehemann gesunde Kinder zu schenken, also konnte er diesen Wunsch aussprechen:
"Ich wohne im Haus der Fabia Tertia, einer Verwandten", antwortete er dann: "Dort werden sie sich bestimmt schon Sorgen machen, wo ich bleibe. Ich möchte eure Zeit nicht länger in Anspruch nehmen. Vielen Dank für alles"
Sein Blick flog zu Damaris. Er wusste zu deuten, dass sie ihn zumindest als Mann interessant fand. Ein wenig ärgerte sich Saturninus darüber, dass seine Stellung gerade so fragil war.
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Honoratior von Iscalis
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03-30-2025, 04:15 PM,
Beitrag #12
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Der bärtige Grieche musterte den dunkelhaarigen Römer schweigend und mit einer empor gezogenen Augenbraue. Fast wirkte es so, als wäre der Furier ein Fisch am Haken, der sich hin- und her wand und versuchte aus seiner misslichen Lage auszubrechen. So kam ihm zumindest der dunkelhaarige Römer in diesem Moment vor. Und Furius Saturninus verhielt sich genauso. Wie ein Fisch am Haken. “Du hast dich mir nicht respektlos verhalten.“ War es jedoch Damaris Stimme die erklang. Auch wenn sie sogleich verstummte und ihren Blick senkte. Denn die buschigen Augenbrauen ihres Vaters zogen sich verdächtig zusammen und ein warnender Glanz hielt in seinen Augen Einzug. “Du hast meine Tochter gehört. Du hast dich ihr gegenüber nicht respektlos verhalten.“ Wiederholte der Grieche mit seiner ruhigen Stimme, der man dennoch einen warnenden Klang anhaften hören konnte.

Aus dem Augenwinkel musterte die junge Damaris ihren Vater und runzelte kaum merklich ihre Stirn. Ihr Vater wusste doch, dass sich seine Tochter sehr gut alleine verteidigen konnte. Ganz gleich vor wem. Ob es nun wegen ihres verkrüppelten Beines war oder der Tatsache, dass sie ein Mädchen war und noch unverheiratet. Wieder einmal bemerkte Menandros, dass seine Tochter sehr viel von ihrer verstorbenen Mutter als Eigenschaften mit auf den Weg bekommen hatte. Positive, als auch negative. Eine explosive Mischung, der Menandros bis dato noch Herr geworden war. Nun gut, wenn sich ein passender Ehemann für seine Tochter fand, würde ihr Sturkopf in den Händen ihres Zukünftigen liegen. “Einen guten und liebenden Ehemann? Das wünschst du dir für mich?“ Kritisch ihre zusammen gezogenen Augenbrauen, wobei sie den Römer durchdringend musterte. Er wünschte sich tatsächlich einen treusorgenden Ehemann für sie? Wieso?

“Bei Fabia Tertia also.“ Murmelte Damaris mit ganz leiser Stimme. Während es auch schon ihr Vater war, der sich dem Römer näherte und zu verabschieden gedachte. “Wenn du bei deiner Verwandten ein paar lobende Worte über uns verlauten lassen würdest, wären wir dir sehr verbunden.“ Erklärte der Grieche mit seiner ruhigen Stimme und musterte den Furier aus seinen nachdenklich dreinblickenden Augen. “Vielleicht gibt es ein kleines Geschenk, dass deine Verwandte begehrt. Zögere dich nicht, dich hier umzusehen.“ Fügte Menandros an seine Worte an. Während es Damaris Blick war, der auf dem stattlichen Römer ruhte. “Vielleicht können wir uns wieder sehen?“ Sprach die junge Griechin ihren Wunsch aus und blickte dabei zu dem Dunkelhaarigen empor. Äußerst leise hatte sie ihre Worte gesprochen, so dass ihr Vater diese garantiert nicht mitbekommen würde.
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Gestern, 01:38 PM,
Beitrag #13
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Aha, der Alte möchte mir etwas verkaufen, dachte Saturninus, als Menandros sagte, er solle sich ruhig umsehen, seinen Laden der Fabia Tertia empfehlen oder ihr ein kleines Geschenk besorgen, und seltsamerweise fühlte sich der Furius gleich besser. Mit diesem Wunsch konnte er umgehen, mit unerwarteter Güte konnte er es nicht.
"Ich werde dich sehr gerne weiter empfehlen, werter Menandros", sagte er, und wieder flog sein Blick zurück zu Damaris. Die hatte auf einen Allerweltswunsch - und alle ledigen Mädchen wollten heiraten, Saturninus kannte das nicht anders - sehr kritisch reagiert, mit zusammengezogenen Augenbrauen, die ihrem hübschen Gesicht etwas Drolliges verliehen.
"Nun ja, du bist eine junge, hübsche Dame im heiratsfähigen Alter", sagte Saturninus, und ein wenig lächelte er:
"Hätte ich dir einen schlechten und dich hassenden Gatten wünschen sollen?", 
dann kam ihm aber, dass sich die junge Frau vielleicht wegen ihres lahmen Beins schämte. Er wollte sie keineswegs kränken oder sich über sie lustig machen, jedoch Damaris verstand seine Worte eventuell auf diese Weise? Die Bewerber standen vielleicht nicht gerade Schlange. Er sagte also etwas zerknirscht:
"Entschuldige, ich wollte nicht spotten. Ich habe heute anscheinend einen Pechtag, was meinen Umgang mit jungen Damen angeht. Schon zuvor im Wollmarkt hat mich eine frühere Freundin stehen lassen und mir gezeigt, dass unser zufälliges Wiedersehen ihr ganz und gar nicht behagte.
Jetzt könntest du glauben, dass ich mich lustig mache, werte Damaris. Aber so ist es nicht gewesen! Ich bin ein Tölpel"

Saturninus schaute erst zerknirscht drein und dann sich nun tatsächlich im Laden um, da die kühlende Salbe ihm wohlgetan hatte und seine Lebensgeister zurückgekehrt waren. Beim Anblick einer kleinen Phiole, die einen goldenen Verschluss in Form einer Rose hatte und in der sich wohl Rosenöl befand, blieb er stehen:
"Ich denke, die werte Fabia Tertia wird sich über diese Aufmerksamkeit freuen. Sie benutzt, soweit ich es riechen kann, sehr gerne Rosenöl aus Persien. -  Wenn ihr dieses Kleinod in das Haus der Fabia Tertia bringt, wäre ich überaus verbunden", 
Saturninus warf einen kurzen Blick zu Damaris. Ob sie diesen Einkauf auslieferte? Dann hätte er eine Chance, mit der jungen Frau zu sprechen, ohne dass der Argusblick des Vaters auf ihm lastete.
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Honoratior von Iscalis
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Gestern, 07:48 PM,
Beitrag #14
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Menandros war nun einmal Kaufmann und wenn sich ein Römer in sein Geschäft verirrte wieso dann nicht Profit daraus schlagen, hm? Auch wenn der Dunkelhaarige das Geschäft wohl nicht betreten hätte, wenn er am Brunnen seiner Tochter nicht begegnet wäre. Hm... somit müsste der ältere Grieche seiner Tochter gar dankbar sein. Später würde Menandros das Gespräch mit seiner Tochter suchen. Jetzt noch nicht. Denn der Römer schien gar nicht abgeneigt zu sein, ein kleines Gastpräsent kaufen zu wollen. “Ich wäre dir sehr verbunden.“ Antwortete der ältere Grieche. Während sich Damaris im Hintergrund hielt. Denn wenn sich ihr Vater mit einem potentiellen Kunden unterhielt, sollte sie schweigen und sich im Hintergrund halten.

“Ich freue mich wenn sich eine passende Partie für mich ergibt.“ Antwortete Damaris mit leiser Stimme. Wobei ihr glühender Blick für einen kurzen Augenblick allzu intensiv auf dem Römer ruhte. Natürlich durfte sie sich niemals ausmalen einen Römer als Heiratskandidaten zu erwählen. Wohl eher wäre es ein anderer Kaufmmannsgeselle oder dergleichen. Das sich der Dunkelhaarige im nächsten Moment entschuldigte und nun wahrlich zerknirscht drein blickte, ließ Damaris fragend drein blicken. “Wie mir scheint ist heute dein Pechtag was die Damenwelt betrifft.“ Pflichtete Damaris dem Furier bei. Ohne ihn jedoch verspotten zu wollen.

Der Parfümhersteller Menandros bemerkte den Blick des Furiers und war sofort zur Stelle. “Wie du wünscht Herr. Diese hübsch verarbeitete Parfümphiole wird in das Haus der Fabia Tertia gebracht. Damaris wird die Botin sein.“ Erklärte Menandros. Und besagte Damaris nickte artig. Dies bedeutete im Umkehrschluss, sie könnte vielleicht ein paar mehr Worte mit dem Römer mit den durchdringenden Augen wechseln.
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