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*Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
03-10-2025, 06:50 PM,
Beitrag #1
*Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Wie an jedem Tag war Damaris bereits vor dem Morgengrauen auf den Beinen und bereitete in der Küche alles für das morgendliche Frühstück zu. Ein Frühstück das jeden Morgen gleich aussah. Es gab Getreidebrei mit einigen Kräutern oder Früchten, wenn man denn welche erstand. Damaris war keine besonders herausragende Köchin, aber ihr Vater hatte sich noch nie über ihre Kochkünste beschwert. Und Damaris war sehr froh darüber. Sie bewohnte mit ihrem Vater eine der Insuale und teilte sich mit ihm dort einen großzügig geschnittenen Raum. Jener Raum war abgetrennt durch einen Vorhang, in dem sich ihre beiden Schlafmatten befanden. So hatte zumindest ein jeder von ihnen etwas Privatsphäre. Ebenso gab es einen hölzernen Tisch, mit zwei wackeligen Stühlen und einer äußerst kleinen Kochnische. Ein nur notdürftig an der Wand befestigtes Regal befand sich über der Kochnische. Für ihren Vater war dies ausreichend, während sich Damaris nach ihrer griechischen Heimat sehnte. Eine Heimat die sie wohl niemals wieder sehen würde. Denn sie wusste auch, dass ihr Vater in Londinium eindeutig das bessere Geschäft machte.

Sanft das Lächeln, als sie spürte wie ihr Vater durch ihre Strähnen strich und sie direkt zu ihm blickte. “Heute wird ein guter Tag, das spüre ich.“ Flüsterte Damaris, gab ihrem Vater einen Kuss auf die Wange und nahm ihre Schüssel an sich, welche sie säuberte. Um diese anschließend in das Regal zu stellen. Ebenso verfuhr sie mit der Schüssel ihres Vaters, der seinen Getreidebrei bereits gelöffelt hatte. “Hast du von der Hinrichtung gehört?“ Wollte ihr Vater wissen und Damaris nickte. Ihr Vater hatte ihr verboten bei diesem Spektakel anwesend zu sein, er selbst hielt sich von solcherlei Dingen ebenso fern. “Ein schrecklicher Tod.“ Sprach Damaris mit leiser Stimme und ihr Vater nickte daraufhin. Im nächsten Moment zog Damaris die Türe ins Schloss, hielt sich an ihrem Gehstock fest und presste ihre Lippen fest aufeinander. “Heute ist es wieder besonders schlimm.“ Sprach sie auf den fragenden Blick ihres Vaters. Es gab gute und weniger gute Tage und heute war einer dieser weniger guten Tag. Denn bis dato hatte sie kein Heilkraut. Kein Wässerchen gefunden, welches die Schmerzen in ihrem verkürzten, verkrüppelten linken Bein lindern konnte.

Am Forum angekommen herrschte dort bereits reger Betrieb und Damaris musste aufpassen, dass sie nicht aus Versehen von einem Pferdefuhrwerk über den Haufen gefahren wurde. Denn so geschwind wie ein Mensch ohne Behinderung war sie nun einmal nicht. Schon bereiteten sich Vater und Tochter auf einen neuen lukrativen Tag vor und eröffneten ihr Ladengeschäft, dass den klangvollen Namen ‚Aura Herbarum‘ trug. Und während sich ihr Vater in den hinteren Teil zurück zog und sich dort einer neuesten Kreation widmete, war Damaris sozusagen das Aushängeschild des Geschäftes.
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03-25-2025, 05:56 PM,
Beitrag #2
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
>>> Ihre Worte hatten offensichtlich Wirkung gezeigt, denn der dunkelhaarige Römer gab seinen beiden Sklaven den Wink sich in Bewegung zu setzen. Und Damaris tat es ihm gleich. Setzte sich unbewusst an die Spitze des kleinen Trosses. Denn woher sonst sollte der Römer wissen, in welche Gasse er einbiegen müsste, um zum *Aura Herbarum* zu gelangen. Auf dem Weg dorthin, lauschte die junge Griechin seinen Worten und blickte immer wieder zu dem Älteren empor. “Ich bin noch nie einem Dieb begegnet. Diebe halten sich in den Schatten auf und greifen zu, wenn man es am wenigsten erwartet.“ Antwortete Damaris. Und spürte im selben Moment wie sich eine Gänsehaut auf ihren Armen ausbreitete. So dass sie unwillkürlich über ihre Arme rieb. Nein. Lieber nicht länger an Diebe und anderes Gesindel denken.

“Ich heiße Damaris.“ Antwortete die Griechin auf seine fragenden Worte. Wobei sie zu ihm empor blickte. Fragend der Ausdruck in ihren Augen. Ja. Jetzt wollte sie auch seinen Namen wissen. Nur getraute sie sich nicht diese Frage zu stellen. Stattdessen knabberte sie unruhig auf ihrer Unterlippe herum. Bevor sie sich dann doch einen Ruck gab. “Jetzt nachdem du nun meinen Namen weißt. Wie darf ich dich nennen?“ Ein leises Lächeln auf den Lippen.

Wie es Damaris gesagt hatte, war der Weg vom Brunnen hin gen des Ladengeschäftes ihres Vaters tatsächlich nicht weit. Schon erreichte Damaris das Geschäft und öffnete die Türe. Der Geruch nach Kräutern und salbigen Ölen schlug dem geneigten Besucher entgegen, wenn man sich in das Innere vorwagte. Menandros arbeitete stillschweigend. Hob dann seinen Kopf an, als er die Anwesenheit von Besuch spürte und fokussierte den Dunkelhaarigen unter seinen dichten, buschigen Augenbrauen. “Damaris, Tochter. Wer ist dieser Unbekannte den du mit bringst?“ Wollte der alte Grieche wissen. “Ein Mann der ausgeraubt wurde. Ich habe ihm angeboten, dass du dir seine Verletzungen ansiehst.“ Erklärte Damaris an ihren Vater gewandt. Schon trat Menandros hinter dem Tisch hervor, an dem er bis vor kurzem gearbeitet hatte und fokussierte den dunkelhaarigen Römer eindringlich. “Du bist Römer.“ Stellte Menandros fest. “Damaris. Biete ihm unser Minzwasser an. Während ich mir seine Verletzungen ansehe.“ Sprach da der Grauhaarige und Damaris gehorchte. Sie entfernte sich in den hinteren Teil des Ladengeschäftes und hantierte dort wohl mit Krügen und Bechern. Schon hörte man wie etwas in ein Gefäß gefüllt wurde und Damaris kehrte mit einem Becher, gefüllt mit Wasser mit Minzduft zurück.

In der Zwischenzeit hatte Menandros den Römer gebeten auf einem hölzernen Schemel Platz .zu nehmen und begann seine Verletzungen zu untersuchen. Die Schrammen in seinem Gesicht waren nicht gefährlich. Was Menandros jedoch mit Sorge erfüllte war die Beule an seinem Hinterkopf. Diese war taubeneigroß und musste wohl schmerzen. “Ich werde dir eine Salbe mischen für diese Beule an deinem Kopf. Wenn du in den nächsten Tagen Schwindel bekommst oder das Gefühl hast, dass du ständig müde bist, dann komme wieder her.“ Erklärte der Grieche und begann für den Furier eine Salbe zu mischen. Währenddessen reichte Damaris dem Furier das Minzwasser.
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03-26-2025, 01:12 PM,
Beitrag #3
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Saturninus war Damaris gefolgt. Drei Sklaven ließ er draußen warten, nur Sidonius nahm er mit hinein. Denn nun trat er in die Taberna ihres Vaters, und das etwas abgedunkelte Licht tat ihm wohl. Es duftete nach Gewürzen, Kräutern und teuren Essenzen, und das goldgelbe Licht fiel auf glitzernde Phiolen und Tonkrüge mit geheimnisvollem Inhalt und ließ kleine Staubflocken tanzen.
Der Eigentümer kam sofort: "Du bist Römer", stellte er fest. 

"Tiberius Furius Saturninus ist mein Name", wandte sich der Furius an Vater und Tochter gleichermaßen, obwohl er bei Ausländern nicht annahm, dass sie ihn gleich richtig einordnen konnten:
"Ich bin euch zu Dank verpflichtet",  er zuckte einige Male , als der Grieche bei seiner Untersuchung zu sehr an seine Beule am Hinterkopf rührte.

Damaris kehrte zurück und reichte ihm einen Becher Minzwasser. Sie strömte den Duft nach Kühle und Frische aus; und Saturninus fragte sich, wie es sein würde, wenn sie ihm ihre Hand auf die Stirn legte. Vielleicht war sie auch so kühl und lindernd wie das Getränk. 

Eine Griechin hatte ihn geschlagen - nicht wortwörtlich natürlich, metaphorisch - eine Griechin konnte ihn jetzt vielleicht heilen.

Er lächelte nun, so wie er es zuweilen tat, wenn er gelöst und auf gewisse Weise dankbar war:
"Das schmeckt gut", sprach er freundlich oder zumindest bemühte er sich um Freundlichkeit, zu Damaris: "Ist das ein Rezept aus deiner Heimat?"
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Honoratior von Iscalis
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03-26-2025, 02:19 PM,
Beitrag #4
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Menandros mischte mit geübten Handgriffen die Salbe, die er auf die Beule am Hinterkopf des Furiers auftragen würde. Zeitgleich war Damaris im hinteren Teil der Tabernae beschäftigt, ein Getränk zuzubereiten. Sie entschied sich für Minzwasser. Eine besondere Komposition aus ihrer Heimat Ephesos. Mit einem Becher in den Händen trat Damaris vorsichtigen Schrittes zurück in den Hauptraum. Vorsichtig deswegen, weil sie ihren Gehstock nicht dabei hatte und sie spürte wie ihr verkürztes Bein immer wieder nachgab. Ihre Schrittfolge wackelig anmutete. Geschickt und routiniert trug Menandros die Salbe auf den Hinterkopf des Römers auf. Wobei er besonders behutsam zu Werke ging. Schließlich wusste er, was eine Kopfverletzung und mochte sie noch so nichtsagend sein wie diese Beule, für spätere Auswirkungen haben konnte. Bis hin zum Tod konnte eine solch harmlose Kopfverletzung führen. Doch so weit wollte man hier gar nicht erst denken. “Ihr habt uns nicht zu danken Herr.“ Antwortete der Grieche mit seiner ruhigen Art und blickte dem Römer aus sanften Augen entgegen.

Schon trat Damaris mit dem Becher Minzwasser in den Händen näher. Abwartend ihre Körpersprache. Denn sie wusste, dass ihr Vater es nicht mochte, wenn sie ihn in seiner Behandlung störte. Den Becher hielt sie in ihren Händen und wartete darauf, bis sie diesen dem Römer reichen konnte. Es war ein angedeutetes Lächeln welches Damaris Lippen umspielte, als sie bemerkte, wie der Römer ihr den Becher aus den Händen nahm und sich ihre Finger kurzzeitig berührten. “Das hätte jeder getan.“ War es nun Damaris die ihre Stimme vorsichtig erhob. Um sich dann wieder zurück zu ziehen. Oder dies zumindest versuchte.

“Ich habe dem Original-Rezept ein paar Nuancen eines besonderen Minzkrauts hinzugefügt Herr. Das Original-Rezept stammt aus meiner Heimat.“ Erklärte Damaris und ließ ihren Blick kurzzeitig auf dem dunkelhaarigen Römer ruhen. “Konntest du seine Verletzungen behandeln Vater?“ Wandte sich Damaris im nächsten Moment auch schon an ihren Vater, den Parfümhersteller Menandros und dieser nickte auf die Frage seiner Tochter. “Wenn er sich die nächsten Tage schont. Dann dürfte er keine bleibenden Schäden zurück behalten. Die Schrammen in seinem Gesicht werden innerhalb weniger Tage verheilen. Es werden auch keine Narben zurück bleiben. Wenn es allerdings zu einem Druckkopfschmerz kommt, dann kommt wieder.“ Sprach der Bärtige mit eindringlicher Stimme und fokussierte den Furier aus seinen eindringlichen Augen.
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03-26-2025, 02:55 PM,
Beitrag #5
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Saturninus wurde der Aufwand etwas peinlich, er hob halb lachend eine Hand: "Mir geht es gut, Meister Menandros. Ich habe mich ein wenig geprügelt, doch ich werde daran nicht sterben. Wenn es mir schlechter gehen sollte, dann komme ich aber wieder", das Versprechen war ihm ernst, der forschende, stille Blick des Parümeurs ließ keine Ausrede zu. 

Damaris sagte auf seinen Dank nur: "Das hätte jeder getan" Wo ihre Heimat genau lag, verriet sie ihm leider nicht. 

Saturninus lehnte den Kopf an das Mauerwerk hinter ihm:
"In welcher Welt lebst du eigentlich,  dass du glaubst, dass jeder gütig ist?", fragte er sie wieder recht schroff, als könne er Selbstlosigkeit gar nicht ertragen. Denn nein, nicht jeder hätte ihm helfen wollen. Nicht jeder hätte sich um seine Schrammen gekümmert. Eher Hohn und Spott hätte ihm gegolten, oder was vielleicht noch mehr schmerzte als Hohn; die fürchterliche Gleichgültigkeit von Liciniana Aglaia, als er ihr sagte, dass es ihm nicht gut ging und dass er einfach nur einen Menschen gesucht hatte in dieser Stadt zum Reden.

Und nun traf er, der stolze römische Bürger, der Ausländer nicht einmal als vollwertige Menschen betrachtete, hier, wo er es nicht erwartet hatte, stille Fürsorge von Wildfremden, denen weder er noch sie ihm etwas schuldeten...

Saturninus konnte nicht glauben, dass er etwas geschenkt bekam, ohne dass er etwas dafür leisten oder zumindest sein musste. Einen Hintergedanken mussten die hübsche Damaris und ihr Vater doch haben!
"Ich werde euch eure Dienste gut belohnen", murmelte er daher.
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Honoratior von Iscalis
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03-26-2025, 06:42 PM,
Beitrag #6
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Der Römer war ungefähr im Alter seiner Tochter. So schätzte der Parfümeur Menandros den Dunkelhaarigen ein. Und so behandelte er ihn auch, als wäre er sein Sohn. Was vielleicht etwas merkwürdig anmuten musste. Doch für den Bärtigen war dies etwas vollkommen normales. So hatte er für des Furiers Worte auch nur ein feines Schmunzeln übrig. “Natürlich wirst du daran nicht sterben. Aber du wirst die blauen Flecken auch noch eine ganze Zeitlang spüren. Ebenso wie die Beule an deinem Hinterkopf. Damaris? Gebe ihm einen Tiegel der Salbe mit. Damit kann er sich seine Verletzungen anschließend selbst verarzten.“ Ordnete der Graubärtige an. Denn auch wenn er eine Koryphäe auf dem Gebiet der Parfümherstellung war. So kannte er sich doch auch mit den unterschiedlichsten Heil- sowie Wald- und Wiesenkräutern aus. Damaris tat wie ihr geheißen. Geschickt füllte sie die Salbe in einen kleineren Tiegel und reichte diesen dem dunkelhaarigen Römer. Dabei ertappte sie sich, wie ihr Blick kurzzeitig über sein ansehnliches, wenngleich zerschrammtes Antlitz, wanderte.

Nachdem Damaris ihre Hand zurückgezogen hatte, bemerkte sie wie sich der Ältere zu entspannen begann. Denn er lehnte seinen Kopf gegen das Mauerwerk in seinem Rücken und dies tat man doch nur, wenn man vorhatte etwas länger als nötig hier zu verweilen. “Ich bin nicht auf den Kopf gefallen. Ich weiß, dass Güte ein äußerst rares Gut ist.“ Antwortete die junge Griechin auf seine Worte. Wobei sie kurzzeitig gen ihren Vater blickte. War sie etwa zu schroff mit dem Römer ins Gericht gegangen? Dabei hatte sie doch eigentlich nur auf seine Worte geantwortet. Und dennoch hatte Damaris das Gefühl, als müsste sie sich vor ihm verteidigen.

“Du musst uns dafür nicht entlohnen.“ War es Menandros Stimme die erklang. Dessen Blick für einen kurzen Augenblick durchdringend auf dem Römer ruhte. “Wie willst du unsere Dienste überhaupt belohnen? Du wurdest ausgeraubt.“ War es dann Damaris Stimme die erklang und den Furier wohl an den Verlust seiner Münzen erinnerte. “Bitte schlagt euren Sklaven deswegen nicht.“ Fügte die junge Frau an ihre zuvor gesprochenen Worte an und warf einen vorsichtigen Blick gen Sidonius. Denn dieser hatte sich doch berauben lassen, nicht wahr?
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03-27-2025, 03:41 PM,
Beitrag #7
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
"Ich wurde nicht ausgeraubt. Meinem Sklaven wurde ein Geldbeutel gestohlen. Weißt du überhaupt, wie....", wie reich ich bin, hatte Saturninus sagen wollen. Diese Damaris schien auch zu glauben, dass man sämtliche Besitztümer mit sich durch die Straßen trug! 
"Ich hatte nicht mein ganzes Geld dabei", sprach Saturninus wiederum in freundlichem Tonfall. Er wusste nicht, warum, aber die junge Frau und ihr Vater rührten ihn. Er war längst nicht so hochmütig ihnen gegenüber, wie er das normalerweise gewesen wäre.
Und als sie ihn nun darum bat, den Sklaven, der sich hatte ausrauben lassen, nicht zu züchtigen, sah er sie aus dunklen Augen nachdenklich an:
"Wenn das der Dank ist, den du begehrst, Damaris, so soll es so sein", sprach er und winkte Sidonius an seine Seite:
"Sidonius, bedanke dich bei deiner Beschützerin. Ich werde dich nicht bestrafen"
Der schwarzlockige Sklave ging auf die Knie und wollte nach Damaris Hand greifen, um sie zu küssen.....
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Honoratior von Iscalis
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03-27-2025, 11:45 PM,
Beitrag #8
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Ausgeraubt? Geldbeutel gestohlen? War das nicht das gleiche? Die Münzen waren futsch. Doch jene Gedanken behielt Damaris für sich. Schwieg stattdessen und ließ ihren Blick kurzzeitig über die hohen Regale gleiten, in denen verschiedenste Töpfchen und Tiegel in unterschiedlichen Größen und Farbschattierungen standen. Jede Farbe stand für eine andere Essenz, die in dem Töpfchen befindlich war. Kurz verdunkelte sich das Gesicht der jungen Frau, als sie ihren Blick erneut auf den Schwarzhaarigen richtete. “Hm. Ist denn ausgeraubt werden und Diebstahl nicht das gleiche? Dein Geldbeutel ist unwiederbringlich verschwunden. Da ist es doch egal welches Wort du dafür verwendest.“ Erklärte Damaris und musterte ihr Gegenüber. Nicht belehrend, dies würde ihr nie einfallen. Aber doch mit einer steilen Falte zwischen ihren Augenbrauen die zeigte, dass sie garantiert nicht kuschen würde. Egal welchen Tonfall er ihr gegenüber anschlagen würde.

“Und doch schimpfst du über diesen dreisten Dieb.“ Sprach Damaris, als der Römer meinte, er hatte nicht sein komplettes Geld dabeigehabt. Dann wäre er nämlich auch noch schön blöd. Diese Gedanken verkniff sich die junge Frau sicherheitshalber. So wie sie sich sehr viele Gedanken in seiner Gegenwart verkniff. Einfach um ihn nicht zu verärgern. Auch wenn sie selbst nicht wusste, wieso sie dies tat.

Bei seinem nun nachdenklichen Glanz in den Augen zuckte Damaris zusammen und senkte unwillkürlich ihren Blick. Schlug ihre Augen nieder. Doch nicht so wie es Sklaven normalerweise taten. Sanfter. Vorsichtiger. So dass sie unter gesenkten Wimpern bemerkte, wie er seinen Sklaven an seine Seite beorderte. Und es nun Sidonius war, der nach ihrer Hand griff, und sich vor sie kniete. “Nein. Nicht.“ Entwich es daraufhin Damaris Lippen. Eh‘ sie abrupt verstummte und Sidonius den Moment nutzte, um seine Lippen zu einem zarten Schmetterlingskuss auf ihren Handrücken zu betten. Hart das schlucken der jungen Frau, die auf Sidonius gesenkten Kopf herniederblickte und sich nicht wagte zu rühren. “Ich bin keine feine Dame. Das hättest du nicht machen müssen Sidonius.“ Sprach Damaris an den Sklaven gewandt, entwand ihm vorsichtig ihre Hand und legte ihm eine ihrer schmalen Hände auf die Schulter. Ihn dadurch animierend sich wieder zu erheben. Ungeachtet der Tatsache, dass Sidonius‘ Herr in ihrer unmittelbaren Nähe stand. “Es soll niemand vor mir knien.“ Oh nein. Und diese Meinung vertrat Damaris auch nach außen. Entschieden die Worte der jungen Griechin, die selbst wohl niemals knien könnte. Schon alleine auf Grund ihres verkürzten Beines.
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03-29-2025, 06:59 PM,
Beitrag #9
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
"Ein Raub impliziert ein gewaltsames Vorgehen. Der Dieb war jedoch nur ein Taschendieb und zwar ein geschickter", erklärte Saturninus:
"Ja, es war ärgerlich. Denn was meinst du, wie ich zu meinen Verletzungen gekommen bin? Später war ich in einer Taberna und als ich die Zeche bezahlen wollte, war mein Geld weg. Und der Wirt hat mich mit einem Knüppel verprügeln wollen - nun ja, ich habe ihm aber auch tüchtig was zurück gegeben"
Er machte eine Handbewegung zu Sidonius: "Du hast die Dame gehört! Sie mag keine Handküsse - zumindest nicht von dir!", Saturninus grinste nun ein wenig, obwohl es weh tat, die Lippen zu verziehen. Er hätte schon Lust gehabt, Damaris zu küssen, doch nicht die Hände. Aber ihm war nicht entgangen, dass die junge Frau leicht hinkte:
"Und du, du hast dich auch verletzt?", fragte er und wies auf ihr Bein.
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Honoratior von Iscalis
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03-30-2025, 12:58 AM,
Beitrag #10
RE: *Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum
Die Tatsache, dass sich seine Tochter in einem Wortduell mit dem römischen Herrn verstrickte, ließ Menandros leise räuspern. Wie um verständlich zu machen, dass solche Themen nichts für seine Tochter waren. Und dies der Römer doch eigentlich hätte wissen müssen. Damaris jedoch ließ ihren Blick auf dem durch die Verletzungen entstellten Gesicht des Römers ruhen und lauschte seiner Stimme. Einer Stimme, die der jungen Griechin irgendwie gefiel. Ja, ihr gefiel seine Stimme. Nicht seine Kleidung oder die Tatsache, dass er womöglich einiges an Gold in seinen Truhen zu Hause sein eigen nannte. Es war seine Stimme und Damaris wollte mehr von dieser Stimme hören. Das der Römer später in einer Tabernae von dem Wirt mit einem Knüppel verjagt wurde, ließ Damaris leise mit ihrer Zunge schnalzen. Ein Zechpreller war er also auch. Eigentlich ein schlimmer Junge. Und genau dies implizierte auch der Gesichtsausdruck ihres Vaters, der den dunkelhaarigen Römer mit einem ernsten Ausdruck in seinen Augen fokussierte. “Man sollte immer wissen wann Schluß ist.“ Erklärte Menandros mit seiner ruhigen Stimme, wobei sein Blick nun besonders auf dem Römer ruhte. Und man den Eindruck gewinnen konnte, der Bärtige würde in dem Dunkelhaarigen so etwas wie einen Sohn sehen, den er nie haben würde. Denn genau so sprach er mit dem Furier. Wie mit einem verloren geglaubten Sohn.

Bei der Handbewegung gen des Sklaven, zog sich dieser sogleich zurück und Damaris Lippen öffneten sich, wie um Worte darüber entfliehen zu lassen. Worte die ihr jedoch in der Kehle stechen blieben. So dass die junge Griechin schlußendlich doch schwieg und dem Sklaven einen entschuldigenden Blick entgegen warf. “Du solltest noch nicht zu viel sprechen. Sonst platzt deine Lippe wieder auf.“ Erklärte Damaris mit ihrer ruhigen Stimme, wobei sie den Römer direkt anblickte. Wieso sollte sie auch ihren Blick senken? Und dies trotz der Tatsache, dass ihr Herz einige Takte rascher in ihrer Brust pochte. Als der Furier sie auf ihr hinken ansprach, zuckte Damaris leicht zusammen und schüttelte anschließend ihren Kopf. “Nein, das ist keine Verletzung. Ich bin mit einem verkrüppelten Bein auf die Welt gekommen. Kein Heiler oder Medicus konnte mein Bein bisher gerade biegen. So bin ich auf diese Gehhilfe angewiesen.“ Erklärte Damaris mit ruhiger Stimme und wies dabei auf den Stock mit den hübschen Verzierungen.

“Ich habe keine Schmerzen oder dergleichen, wenn du das als nächstes sagen möchtest. Ich komme mit meiner ..Behinderung sehr gut zurecht.“ Tatsächlich blitzte es bei diesen Worten in den Augen der jungen Griechin auf. “Wo ..wohnst du?“ Platzte es dann auf einmal über Damaris Lippen. Wobei ihr Vater entrüstet dreinschaute und seine Tochter am liebsten ermahnt hätte, solche Worte nicht laut auszusprechen. Schon gar nicht in Gegenwart dieses Herrn. Doch nun war es dafür zu spät und ihre Worte bereits ausgesprochen.
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