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		<title><![CDATA[Forum - Alle Foren]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 07:51:28 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[[Vicus, Lagerdorf] Ein Bärenfell muss für das ganze Leben reichen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1019</link>
			<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:52:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=157">Catia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1019</guid>
			<description><![CDATA[Sie hatte L. nicht wieder gesehen. Nie wieder. Als die Zeit ihrer Niederkunft nahte, ging sie zurück zu ihren Leuten. Vorher hatte sie alles verkauft, was sie besaß: Auch die feine Tunika, die ihr Rhea geschenkt hatte. Dafür hatte sie nun zwanzig Sesterzen im Gepäck. <br />
<br />
Catia gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Catiacos – Catias Kleiner, denn er hatte keinen Vaternamen. Sie ließ ihn und ihre Sesterzen bei ihrem Onkel Renan und ihrer Tante nördlich am Sabrinafluss, als sie Wochen nach der Geburt nach Iscalis zurückkehrte. Sie war bei ihnen nicht gut behandelt worden, doch Catiacos würden sie ordentlich aufziehen. Sie, Catia, bezahlte nämlich in römischen Münzen dafür, und außerdem war Catiacos ein Junge. <br />
<br />
Catia ging also zurück nach Iscalis, der einzigen Stadt, die sie kannte und von der sie meinte, dass sie Geld verdienen konnte. Sie nahm jede Arbeit an, die ihr ein paar kupferne Assaria – jene kleinen, alltäglichen Asses, die man im einfachen Volk von Hand zu Hand reichte – einbrachte. Auf dem Forum tauschte sie dieses Kleingeld in die größeren, silberglänzenden Sesterzen um, von denen vier Stück den Wert eines Denars ergaben. Wenn sie einige beisammenhatte, schickte sie sie mit Andrippus, dem Silberhändler, zu Onkel Renan. <br />
Ab und an besuchte sie Deirdre, die so gut zu ihr gewesen war, in Cheddar. Die Zwillinge und Aidan waren nicht mehr dort, denn ihre Väter hatten sie zu sich genommen, doch Deirdre und Owen hatten noch weitere Kinder bekommen. <br />
Doch lebte sie, Catia, eher schlecht als recht. <br />
Einmal lernte sie Bewohnerinnen des  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vicus</span>, wie sie es nannten, kennen. Diese Frauen behaupteten Catia gegenüber, dass sie im nahe gelegenen Lagerdorf direkt vor den Toren der Castra der Legio II Augusta, viel mehr verdienen könnte. Die Frauen waren mehrheitlich Britannierinnen, ungeniert und gut gekleidet. Ihre Gesichter glänzten. Sie sahen nicht hungrig aus, in ihren Beuteln klimperten die Münzen. <br />
Catia ging mit ihnen mit. <br />
<br />
Im Vicus drängten sich Händler, Handwerker, Schenken und Bordelle dicht an dicht; es war ein lauter, schmutziger Ort voller Soldaten, britannischer  und gallischer Marketender und Frauen, die vom Sold der Legionäre lebten.<br />
Die Soldaten dort bezahlten weitaus besser als die Iscaler Bürger. Ihre Tuniken waren oft verdreckt, hatten gar Blutflecken und viel war zu flicken. Catia löste die Flecken mit dem kalten Wasser vom Fluss, bleichte den Stoff in der Sonne und setzte feine, kleine Stiche, so dass ihre Kunden sie lobten. Sie gab sich Mühe, war zuverlässig und nicht zu teuer, und das sprach sich in den engen Gassen des Vicus schnell herum. <br />
<br />
Ab und an fragte sie einer, ob sie sich nicht mit ihm zusammen tun wollte. Viele Römer hatten ein festes Liebchen im Lagerdorf. Diese Frauen lebten im Vicus nicht schlecht, führten oft eigene kleine Haushalte und bekamen mit den Legionären Kinder, auch wenn diese Verbindungen nach römischem Recht bis zum Ende der Dienstzeit der Soldaten illegal waren. <br />
<br />
Doch Catia wollte nicht. Sie hatte keinen gern. Sie hatte ein einziges Mal in ihrem Leben mit all ihrer Kraft und all ihrer Seele geliebt. Der Mann war nicht geblieben. Die Erinnerung an ein Bärenfell, die reichte ihr, sie musste reichen. Sie würde nie wieder lieben. <br />
<br />
Doch dann war es der mit dem roten Umhang, ein Centurio, der ständig zum Wäscheabgeben persönlich zu Catia kam. Erst machte sie Witze darüber, dann machte er Witze, dann wollte er ihr ein ganzes Goldstück geben – einen echten Aureus, die wertvollste Münze des Imperiums, rein und schwer. <br />
Das stille Mädchen mit den roten Zöpfen und dem dunklen, forschenden Blick gefiel ihm wohl, das war ihm anzumerken. <br />
"Du brauchst nichts zu tun und es geht schnell, das ist so leicht verdientes Geld", sprach er und musterte Catia von oben bis unten: "Du musst mich auch nicht gern haben, wenn du das nicht willst." <br />
<br />
Catia hatte noch nie einen solchen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Goldling</span> in der Hand gehabt. Wie lange konnte sie mit diesem einen Aureus für Catiacos sorgen? Wie viele Sesterzen war es wert, dieses Blinkdings aus sonnengelbem Metall? Der Centurio sagte es ihr – ganze hundert Sesterzen war ein einziger Aureus wert –, und Catia wurde es schier schwindelig ob der Summe. Damit konnte Catiacos ein ganzes Jahr gut leben, eine neue Tunika konnte sie ihm kaufen und vielleicht sogar Spielsachen und Süßigkeiten. <br />
Der Mann schmeichelte und bat und ja... Es wurde Centurio Paullus, wenn er denn überhaupt so hieß. Paullus kam selten bei Catia im Vicus vorbei. Er war dann höflich, bezahlte anstandslos, und ansonsten ließ er Catia ihre Freiheit. Keiner mischte sich ins Leben des anderen ein.<br />
<br />
Catia dachte an ihre Mutter Regat. Wie lange schon war sie in der Anderswelt. Oder ob sie bereits wiedergeboren war? Auch Regat hatte in Burrium in einem Lagerdorf gelebt, nachdem Catias römischer Vater Aper sie verlassen hatte, und auch sie hatte sich und Catia auf die gleiche Weise durchgebracht, wie Catia nun für Catiacos sorgte. Nun war sie, Catia, also genau wie ihre Mutter. Nun würde man vielleicht auch ein Spottlied auf sie singen: <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Regat, Regat, warte auf mich,<br />
eines Tages hole ich dich,<br />
kehre froh zu Dir zurück,<br />
dann reicht es für ein kleines Glück...“ </span><br />
<br />
Aper kam nie zurück, niemals kam einer zurück; grausam war das Lied. <br />
<br />
<br />
Die Jahre verstrichen. Catia war eine Frau geworden, die mit roten Händen und schnellem Guss die Wäsche wusch. Ihre Stimme war rau, wenn sie laut schimpfend andere Frauen von ihrem Stammplatz am Wasser vertrieb. Es waren sechs harte Jahre, in denen am Fluss Sabrina Catiacos bei Onkel und Tante gross wurde....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sie hatte L. nicht wieder gesehen. Nie wieder. Als die Zeit ihrer Niederkunft nahte, ging sie zurück zu ihren Leuten. Vorher hatte sie alles verkauft, was sie besaß: Auch die feine Tunika, die ihr Rhea geschenkt hatte. Dafür hatte sie nun zwanzig Sesterzen im Gepäck. <br />
<br />
Catia gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Catiacos – Catias Kleiner, denn er hatte keinen Vaternamen. Sie ließ ihn und ihre Sesterzen bei ihrem Onkel Renan und ihrer Tante nördlich am Sabrinafluss, als sie Wochen nach der Geburt nach Iscalis zurückkehrte. Sie war bei ihnen nicht gut behandelt worden, doch Catiacos würden sie ordentlich aufziehen. Sie, Catia, bezahlte nämlich in römischen Münzen dafür, und außerdem war Catiacos ein Junge. <br />
<br />
Catia ging also zurück nach Iscalis, der einzigen Stadt, die sie kannte und von der sie meinte, dass sie Geld verdienen konnte. Sie nahm jede Arbeit an, die ihr ein paar kupferne Assaria – jene kleinen, alltäglichen Asses, die man im einfachen Volk von Hand zu Hand reichte – einbrachte. Auf dem Forum tauschte sie dieses Kleingeld in die größeren, silberglänzenden Sesterzen um, von denen vier Stück den Wert eines Denars ergaben. Wenn sie einige beisammenhatte, schickte sie sie mit Andrippus, dem Silberhändler, zu Onkel Renan. <br />
Ab und an besuchte sie Deirdre, die so gut zu ihr gewesen war, in Cheddar. Die Zwillinge und Aidan waren nicht mehr dort, denn ihre Väter hatten sie zu sich genommen, doch Deirdre und Owen hatten noch weitere Kinder bekommen. <br />
Doch lebte sie, Catia, eher schlecht als recht. <br />
Einmal lernte sie Bewohnerinnen des  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vicus</span>, wie sie es nannten, kennen. Diese Frauen behaupteten Catia gegenüber, dass sie im nahe gelegenen Lagerdorf direkt vor den Toren der Castra der Legio II Augusta, viel mehr verdienen könnte. Die Frauen waren mehrheitlich Britannierinnen, ungeniert und gut gekleidet. Ihre Gesichter glänzten. Sie sahen nicht hungrig aus, in ihren Beuteln klimperten die Münzen. <br />
Catia ging mit ihnen mit. <br />
<br />
Im Vicus drängten sich Händler, Handwerker, Schenken und Bordelle dicht an dicht; es war ein lauter, schmutziger Ort voller Soldaten, britannischer  und gallischer Marketender und Frauen, die vom Sold der Legionäre lebten.<br />
Die Soldaten dort bezahlten weitaus besser als die Iscaler Bürger. Ihre Tuniken waren oft verdreckt, hatten gar Blutflecken und viel war zu flicken. Catia löste die Flecken mit dem kalten Wasser vom Fluss, bleichte den Stoff in der Sonne und setzte feine, kleine Stiche, so dass ihre Kunden sie lobten. Sie gab sich Mühe, war zuverlässig und nicht zu teuer, und das sprach sich in den engen Gassen des Vicus schnell herum. <br />
<br />
Ab und an fragte sie einer, ob sie sich nicht mit ihm zusammen tun wollte. Viele Römer hatten ein festes Liebchen im Lagerdorf. Diese Frauen lebten im Vicus nicht schlecht, führten oft eigene kleine Haushalte und bekamen mit den Legionären Kinder, auch wenn diese Verbindungen nach römischem Recht bis zum Ende der Dienstzeit der Soldaten illegal waren. <br />
<br />
Doch Catia wollte nicht. Sie hatte keinen gern. Sie hatte ein einziges Mal in ihrem Leben mit all ihrer Kraft und all ihrer Seele geliebt. Der Mann war nicht geblieben. Die Erinnerung an ein Bärenfell, die reichte ihr, sie musste reichen. Sie würde nie wieder lieben. <br />
<br />
Doch dann war es der mit dem roten Umhang, ein Centurio, der ständig zum Wäscheabgeben persönlich zu Catia kam. Erst machte sie Witze darüber, dann machte er Witze, dann wollte er ihr ein ganzes Goldstück geben – einen echten Aureus, die wertvollste Münze des Imperiums, rein und schwer. <br />
Das stille Mädchen mit den roten Zöpfen und dem dunklen, forschenden Blick gefiel ihm wohl, das war ihm anzumerken. <br />
"Du brauchst nichts zu tun und es geht schnell, das ist so leicht verdientes Geld", sprach er und musterte Catia von oben bis unten: "Du musst mich auch nicht gern haben, wenn du das nicht willst." <br />
<br />
Catia hatte noch nie einen solchen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Goldling</span> in der Hand gehabt. Wie lange konnte sie mit diesem einen Aureus für Catiacos sorgen? Wie viele Sesterzen war es wert, dieses Blinkdings aus sonnengelbem Metall? Der Centurio sagte es ihr – ganze hundert Sesterzen war ein einziger Aureus wert –, und Catia wurde es schier schwindelig ob der Summe. Damit konnte Catiacos ein ganzes Jahr gut leben, eine neue Tunika konnte sie ihm kaufen und vielleicht sogar Spielsachen und Süßigkeiten. <br />
Der Mann schmeichelte und bat und ja... Es wurde Centurio Paullus, wenn er denn überhaupt so hieß. Paullus kam selten bei Catia im Vicus vorbei. Er war dann höflich, bezahlte anstandslos, und ansonsten ließ er Catia ihre Freiheit. Keiner mischte sich ins Leben des anderen ein.<br />
<br />
Catia dachte an ihre Mutter Regat. Wie lange schon war sie in der Anderswelt. Oder ob sie bereits wiedergeboren war? Auch Regat hatte in Burrium in einem Lagerdorf gelebt, nachdem Catias römischer Vater Aper sie verlassen hatte, und auch sie hatte sich und Catia auf die gleiche Weise durchgebracht, wie Catia nun für Catiacos sorgte. Nun war sie, Catia, also genau wie ihre Mutter. Nun würde man vielleicht auch ein Spottlied auf sie singen: <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Regat, Regat, warte auf mich,<br />
eines Tages hole ich dich,<br />
kehre froh zu Dir zurück,<br />
dann reicht es für ein kleines Glück...“ </span><br />
<br />
Aper kam nie zurück, niemals kam einer zurück; grausam war das Lied. <br />
<br />
<br />
Die Jahre verstrichen. Catia war eine Frau geworden, die mit roten Händen und schnellem Guss die Wäsche wusch. Ihre Stimme war rau, wenn sie laut schimpfend andere Frauen von ihrem Stammplatz am Wasser vertrieb. Es waren sechs harte Jahre, in denen am Fluss Sabrina Catiacos bei Onkel und Tante gross wurde....]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Absentia vulnerat, non necat.*]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1018</link>
			<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 14:48:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1018</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/LXS7br9R/(Serena-und-Sati-Verlobung-(1).png" loading="lazy"  alt="[Bild: (Serena-und-Sati-Verlobung-(1).png]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
**<br />
<br />
<br />
Der Regen Britanniens schlug gegen die Fensterspalten der Stadtvilla in Iscalis. Im goldenen Licht einer Öllampe saß Tiberius Furius Saturninus, Princeps Officii, Patrizier, Honoratior von Iscalis am Schreibtisch seines Tablinums.<br />
<br />
Seine Gedanken flogen in den Süden, dorthin, wo seine Sehnsucht lag. Im fernen, sonnenverwöhnten Tusculum, auf dem alten Landgut im Stammland der Furier, weilte seine Ehefrau Furia Serena. Sie hatte sich im rauen, feuchten Klima Britanniens nach der Geburt ihres dritten Kindes, des kleinen Antias, nicht gut erholt. Saturninus hatte sie fortschicken müssen, um ihr Leben und ihre Gesundheit zu retten. Er hing mehr an Serena, als es üblich in seinen Kreisen  war, und während jeder Geburt  ihrer Kinder hatte er zur göttlichen  Iuno gefleht: Nimm sie mir nicht! <br />
Furia Serena war eine Lucretia seiner Zeit, einer Zeit, in der sich die römischen Frauen seiner Ansicht nach zügellos emanzipierten – von erlesener Tugend, sanft, gütig und von vollkommenem Gehorsam. Auf dem Landgut webte sie mit eigenen Händen die Wolle für die Kleider der Familie. Doch in dieser makellosen Tugend lag ihre Macht über Saturninus: Serena begehrte ihn zumindest körperlich nicht. Sie war treu, begehrte auch keinen anderen Mann, das war es nicht. Aber sie schenkte sich ihm rein aus Pflichtgefühl und ehelicher Pietät. Weil sie nichts von ihm wollte, war Saturninus ihr gegenüber hilflos; er wartete auf jedes ihrer seltenen, süßen Worte.<br />
Zweimal nur hatte er sie seither im fernen Italia besuchen können. Aus diesen bittersüßen Wiedersehen waren zwei kleine Töchter hervorgegangen, die nun bei der Mutter in Italien aufwuchsen: die ältere Silvana, benannt nach seiner Großmutter, und die jüngere Maximilla, die den Namen von Serenas Mutter trug.<br />
(Dazu drückte ihn die Last des Geldes, denn Saturninus war ...hmm sparsam. Drei Töchter jedoch bedeuteten drei immense, standesgemäße <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dotes</span>, die er aufbringen musste, um die Allianzen seines Hauses in Rom zu sichern. Das Vermögen schwand unter den Ansprüchen einer fernen Provinz und dem Hofstaat seiner Frau in Latium.)<br />
<br />
Um den Hunger nach echter Leidenschaft zu stillen, hatte Saturninus Liebschaften. Er wählte sie mit kühlem Kalkül unter Plebejern, Freigelassenen, Sklaven oder Peregrini der Stadt –  schöne Gesichter , ein liebes Wesen, Männer wie Frauen. Manche hatten ein warmes Herz, und Saturninus hatte sie aufrichtig  gerne. Er sorgte für sie wie früher für Deirdre oder wie für den  jungen reizenden Medicus, der ihm die Einsamkeit versüsste, jener blonde Primus, seine aktuellste Flamme, klug und sehr gut aussehend. <br />
Saturninus redete sich ein, dass diese Liebschaften mithin ein Beweis seiner unerschütterlichen Loyalität zu seiner Ehefrau waren. Niemals hätte er eine Frau seines eigenen Standes berührt. Niemals eine Patrizierin. Das, so glaubte er fest, wäre der einzige echte Verrat an Serena gewesen. Indem er sich mit jenen umgab, die gesellschaftlich im Schatten standen, hielt er den Thron seiner Ehefrau unbefleckt.<br />
In den Armen dieser Geliebten suchte er nach dem, was seine angebetete Serena ihm nicht gab: das brennende, ungezügelte Gefühl,als Mann begehrt zu werden. Für ein paar Stunden erkaufte er sich jene Illusion. Sein Unbehagen kettete ihn wiederum fester an Serena, den Leitstern seines Lebens. Sie sagte ihm stets, wie ein Patrizier zu sein hatte.<br />
Er wusste nicht, ob er Serena damit kränkte. Wie sollte er auch? Ihre Ergebenheit war absolut; sie hätte ihn niemals kritisiert<br />
<br />
Unter seinem Dach gab kein Hauskind, das ihm keine Sorgen bereitete, ausser den drei Kleinen natürlich, die bei ihrer Mutter in Tusculum waren., und die er kaum beziehungsweise gar nicht kannte. <br />
<br />
Seine älteste Tochter, gerade erst zwölf Jahre alt und an der Schwelle zur Heiratsfähigkeit, Furia Saturnina. Sie war ihm im Charakter ähnlicher als alle anderen: stolz, trotzig und ungezähmt. Aber für ein Mädchen waren das Charakterfehler, und er glaubte, er müsse ihren Willen brechen, um eine Matrona aus ihr zu machen. Serena hatte Saturnina immer so früh wie möglich verheiraten wollen. <br />
Dannder neunjährige Erbsohn Carus, der unbegreiflich langsam im Lernen war. Wenn Saturninus ihn nach den Lektionen des gestrigen Tages fragte, starrte Carus nur verängstigt auf seine Wachstafel, unfähig, die Buchstaben vorzutragen. Saturninus’ unterdrückte Enttäuschung hing wie eine greifbare Last über dem Jungen, der seinen Vater liebte. <br />
Und dann Victor. Den vierzehnjährigen vielversprechenden jungen Mann, den er mit seiner keltischen Freigelassenen gezeugt hatte, hatte Saturninus in sein Haus geholt. Victor sollte eine römische Erziehung erhalten. Er hielt sich für großzügig, verstand aber nicht recht, wie sehr er Victor in eine Welt drängte, in der er nie ganz dazugehören durfte. Seine Versuche, seine britannischen Wurzeln zu bewahren, hielt Saturninus für eine gefährliche Schwäche.<br />
<br />
Vielleicht werden Antias, Silvana und Maximilla wohlgeratener sein, dachte Saturninus, an "wohlgeratener" im Sinne von "weniger anstrengend"  Die drei jüngeren Kinder wurden von Serena erzogen. Das konnte ihnen nur gut tun.<br />
<br />
Saturninus blickte auf eine kleine Wachstafel, auf der er keine Amtsschriften, sondern feine, tiefe Rillen gezogen hatte. Jede Rille stand für einen Tag. Die Sehnsucht nach Serena überkam ihn mit einer Wucht, die ihm den Atem raubte. Er vermisste sie so unendlich – ihre sanfte Stimme, den Duft nach römischem Sommer, den sie verströmte, und die Ruhe, die sie in sein häusliches Leben brachte. Mit fester Hand setzte er einen neuen Strich in das Wachs. Er zählte die Tage, zählte sie unermüdlich und betete und opferte zu den Heilgöttern, dass ihre Gesundheit im fernen Latium endlich wieder so weit wiederhergestellt sein möge, dass sie eines Tages die beschwerliche Reise über das Meer und die Alpen auf sich nehmen konnte, um zu ihm nach Britannien zurückzukehren....<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">* latein: Abwesenheit verwundet, aber sie tötet nicht<br />
** Bldnachweis: perchance org. ai image generator</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/LXS7br9R/(Serena-und-Sati-Verlobung-(1).png" loading="lazy"  alt="[Bild: (Serena-und-Sati-Verlobung-(1).png]" class="mycode_img" /></a><br />
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Der Regen Britanniens schlug gegen die Fensterspalten der Stadtvilla in Iscalis. Im goldenen Licht einer Öllampe saß Tiberius Furius Saturninus, Princeps Officii, Patrizier, Honoratior von Iscalis am Schreibtisch seines Tablinums.<br />
<br />
Seine Gedanken flogen in den Süden, dorthin, wo seine Sehnsucht lag. Im fernen, sonnenverwöhnten Tusculum, auf dem alten Landgut im Stammland der Furier, weilte seine Ehefrau Furia Serena. Sie hatte sich im rauen, feuchten Klima Britanniens nach der Geburt ihres dritten Kindes, des kleinen Antias, nicht gut erholt. Saturninus hatte sie fortschicken müssen, um ihr Leben und ihre Gesundheit zu retten. Er hing mehr an Serena, als es üblich in seinen Kreisen  war, und während jeder Geburt  ihrer Kinder hatte er zur göttlichen  Iuno gefleht: Nimm sie mir nicht! <br />
Furia Serena war eine Lucretia seiner Zeit, einer Zeit, in der sich die römischen Frauen seiner Ansicht nach zügellos emanzipierten – von erlesener Tugend, sanft, gütig und von vollkommenem Gehorsam. Auf dem Landgut webte sie mit eigenen Händen die Wolle für die Kleider der Familie. Doch in dieser makellosen Tugend lag ihre Macht über Saturninus: Serena begehrte ihn zumindest körperlich nicht. Sie war treu, begehrte auch keinen anderen Mann, das war es nicht. Aber sie schenkte sich ihm rein aus Pflichtgefühl und ehelicher Pietät. Weil sie nichts von ihm wollte, war Saturninus ihr gegenüber hilflos; er wartete auf jedes ihrer seltenen, süßen Worte.<br />
Zweimal nur hatte er sie seither im fernen Italia besuchen können. Aus diesen bittersüßen Wiedersehen waren zwei kleine Töchter hervorgegangen, die nun bei der Mutter in Italien aufwuchsen: die ältere Silvana, benannt nach seiner Großmutter, und die jüngere Maximilla, die den Namen von Serenas Mutter trug.<br />
(Dazu drückte ihn die Last des Geldes, denn Saturninus war ...hmm sparsam. Drei Töchter jedoch bedeuteten drei immense, standesgemäße <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dotes</span>, die er aufbringen musste, um die Allianzen seines Hauses in Rom zu sichern. Das Vermögen schwand unter den Ansprüchen einer fernen Provinz und dem Hofstaat seiner Frau in Latium.)<br />
<br />
Um den Hunger nach echter Leidenschaft zu stillen, hatte Saturninus Liebschaften. Er wählte sie mit kühlem Kalkül unter Plebejern, Freigelassenen, Sklaven oder Peregrini der Stadt –  schöne Gesichter , ein liebes Wesen, Männer wie Frauen. Manche hatten ein warmes Herz, und Saturninus hatte sie aufrichtig  gerne. Er sorgte für sie wie früher für Deirdre oder wie für den  jungen reizenden Medicus, der ihm die Einsamkeit versüsste, jener blonde Primus, seine aktuellste Flamme, klug und sehr gut aussehend. <br />
Saturninus redete sich ein, dass diese Liebschaften mithin ein Beweis seiner unerschütterlichen Loyalität zu seiner Ehefrau waren. Niemals hätte er eine Frau seines eigenen Standes berührt. Niemals eine Patrizierin. Das, so glaubte er fest, wäre der einzige echte Verrat an Serena gewesen. Indem er sich mit jenen umgab, die gesellschaftlich im Schatten standen, hielt er den Thron seiner Ehefrau unbefleckt.<br />
In den Armen dieser Geliebten suchte er nach dem, was seine angebetete Serena ihm nicht gab: das brennende, ungezügelte Gefühl,als Mann begehrt zu werden. Für ein paar Stunden erkaufte er sich jene Illusion. Sein Unbehagen kettete ihn wiederum fester an Serena, den Leitstern seines Lebens. Sie sagte ihm stets, wie ein Patrizier zu sein hatte.<br />
Er wusste nicht, ob er Serena damit kränkte. Wie sollte er auch? Ihre Ergebenheit war absolut; sie hätte ihn niemals kritisiert<br />
<br />
Unter seinem Dach gab kein Hauskind, das ihm keine Sorgen bereitete, ausser den drei Kleinen natürlich, die bei ihrer Mutter in Tusculum waren., und die er kaum beziehungsweise gar nicht kannte. <br />
<br />
Seine älteste Tochter, gerade erst zwölf Jahre alt und an der Schwelle zur Heiratsfähigkeit, Furia Saturnina. Sie war ihm im Charakter ähnlicher als alle anderen: stolz, trotzig und ungezähmt. Aber für ein Mädchen waren das Charakterfehler, und er glaubte, er müsse ihren Willen brechen, um eine Matrona aus ihr zu machen. Serena hatte Saturnina immer so früh wie möglich verheiraten wollen. <br />
Dannder neunjährige Erbsohn Carus, der unbegreiflich langsam im Lernen war. Wenn Saturninus ihn nach den Lektionen des gestrigen Tages fragte, starrte Carus nur verängstigt auf seine Wachstafel, unfähig, die Buchstaben vorzutragen. Saturninus’ unterdrückte Enttäuschung hing wie eine greifbare Last über dem Jungen, der seinen Vater liebte. <br />
Und dann Victor. Den vierzehnjährigen vielversprechenden jungen Mann, den er mit seiner keltischen Freigelassenen gezeugt hatte, hatte Saturninus in sein Haus geholt. Victor sollte eine römische Erziehung erhalten. Er hielt sich für großzügig, verstand aber nicht recht, wie sehr er Victor in eine Welt drängte, in der er nie ganz dazugehören durfte. Seine Versuche, seine britannischen Wurzeln zu bewahren, hielt Saturninus für eine gefährliche Schwäche.<br />
<br />
Vielleicht werden Antias, Silvana und Maximilla wohlgeratener sein, dachte Saturninus, an "wohlgeratener" im Sinne von "weniger anstrengend"  Die drei jüngeren Kinder wurden von Serena erzogen. Das konnte ihnen nur gut tun.<br />
<br />
Saturninus blickte auf eine kleine Wachstafel, auf der er keine Amtsschriften, sondern feine, tiefe Rillen gezogen hatte. Jede Rille stand für einen Tag. Die Sehnsucht nach Serena überkam ihn mit einer Wucht, die ihm den Atem raubte. Er vermisste sie so unendlich – ihre sanfte Stimme, den Duft nach römischem Sommer, den sie verströmte, und die Ruhe, die sie in sein häusliches Leben brachte. Mit fester Hand setzte er einen neuen Strich in das Wachs. Er zählte die Tage, zählte sie unermüdlich und betete und opferte zu den Heilgöttern, dass ihre Gesundheit im fernen Latium endlich wieder so weit wiederhergestellt sein möge, dass sie eines Tages die beschwerliche Reise über das Meer und die Alpen auf sich nehmen konnte, um zu ihm nach Britannien zurückzukehren....<br />
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<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">* latein: Abwesenheit verwundet, aber sie tötet nicht<br />
** Bldnachweis: perchance org. ai image generator</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Unter dem Albenstern]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1017</link>
			<pubDate>Sat, 19 Sep 2026 10:34:23 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=131">Cahir</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1017</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sommer 831 A.U.C.</span><br />
</div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Ein Jahr war seit meiner Hochzeit mit Rhian vergangen und sie hatte mir wunderschöne Zwillingsmädchen geschenkt. Schon bei der Namenszeremonie hatte die Priesterin der Brigantia uns versichert, dass unsere Älteste Rhiannon einst eine mächtige Königin werden würde und lange über unser Volk herrschen würde. Das Volk liebte seine neue Königin und seine kleine zukünftige Königin noch viel mehr, die durch die Große Hochzeit entstanden war. Das Korn wiegte sich golden auf den Feldern und schon bald würde die Ernte beginnen, die dieses Jahr ausgesprochen gut ausfallen dürfte. Eigentlich war alles in bester Ordnung, das Volk zufrieden, die Kornspeicher würden sich gut füllen für den Winter und auch das Vieh stand gut im Futter und war gesund. Wären da nur nicht die römischen Hunde...<br />
<br />
Ohne diese Bastarde einer läufigen Hündin könnte ich nun gemütlich im Bett mit meiner Frau liegen, mit meinen Verwandten frühstücken und meinen Kindern spielen. Alpia, die ich letzten Herbst als Nebenfrau angenommen hatte, hatte den Zwillingen einen kleinen Bruder geschenkt, der sie beschützen würde und ich war insgesamt sehr zufrieden, wie sich meine Familie entwickelte. Der kleine Alpin wurde einer Amme und Kinderfrau übergeben und würde hoffentlich groß und stark werden. Wortlos half ich Alpia auf ihr Pferd und nahm dann die Zügel unserer beider Pferde um sie zu Fuß zum Stadttor zu führen.<br />
</div>
<br />
Ich hatte eine Gruppe aus Kriegern ausgewählt und auch Alpia würde mich begleiten, da wir erneut auf dem Weg zu ihrer Sippe in Alba waren. Ihre Anwesenheit würde wichtig sein, auch wenn sie lieber bei ihrem neugeborenen Sohn sein wollte. Aber man konnte nicht immer alles haben, was man wollte im Leben. Ich hätte auch lieber Rhian an meiner Seite gehabt als Alpia, aber Rhian war die Königin der Brigantes und das Herz des Königreichs - sie musste hier sein und unser Volk leiten. Auch mein Ältester Cormac wollte mich auf diese Reise begleiten und es fiel mir schwer es ihm abzuschlagen. Er war bereits 14 Jahre alt und ein junger Mann, der sich seine Sporen verdienen wollte. Aber ich brauchte ihn hier um auf die Königin und seine Schwestern aufzupassen. <br />
<br />
Das Stadttor wurde bereits für uns geöffnet und bevor ich auf mein Pferd aufsaß, umarmte ich Cormac fest und wandte mich dann meiner Königin zu. Der Weg bis zum Stadttor war von frohen Abschiedsrufen der Untertanen am Wegesrand begleitet worden, aber zwischen den Reisegefährten und deren Anverwandten und Frauen herrschte größtenteils Schweigen. Ich drückte Rhian fest an mich und wollte sie gar nicht loslassen. Seit der Geburt der Mädchen erschien sie mir noch schöner und glanzvoller wie eine Göttin. Aus der jungfräulichen Priesterin der Göttin war eine stattliche Mutter und Herrscherin geworden, mit der ich am liebsten jede freie Minute verbracht hätte. Ich war mir sicher, dass nichts unseren Bund und das Band aus Liebe zwischen uns zerstören konnte. <br />
<br />
"Ich liebe dich so sehr, Rhian..." raunte ich mit rauer Stimme in das Ohr meiner Frau und hoffte, dass ich sie nicht erdrücken würde, weil ich sie so fest umarmte. Ich legte meine Stirn an ihre und schaute ihr dann tief in die Augen. "Ich werde so schnell von dieser Mission zurückkehren, wie ich kann - hoffentlich noch vor dem Winter..." Kurz senkte ich den Kopf um durchzuatmen und mich zu fangen, ehe ich Rhian zum Abschied innig küsste. Doch nun war es an der Zeit und ich trat an meinen Hengst Kajan heran und saß auf, während auch meine anderen Gefährten ihre Verabschiedungen beendeten und sich bereit zum Aufbruch machten. Ein letztes Mal streckte ich meine Hand nach Rhian aus, während mein Hengst in einen langsamen Schritt verfiel Richtung Stadttor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sommer 831 A.U.C.</span><br />
</div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Ein Jahr war seit meiner Hochzeit mit Rhian vergangen und sie hatte mir wunderschöne Zwillingsmädchen geschenkt. Schon bei der Namenszeremonie hatte die Priesterin der Brigantia uns versichert, dass unsere Älteste Rhiannon einst eine mächtige Königin werden würde und lange über unser Volk herrschen würde. Das Volk liebte seine neue Königin und seine kleine zukünftige Königin noch viel mehr, die durch die Große Hochzeit entstanden war. Das Korn wiegte sich golden auf den Feldern und schon bald würde die Ernte beginnen, die dieses Jahr ausgesprochen gut ausfallen dürfte. Eigentlich war alles in bester Ordnung, das Volk zufrieden, die Kornspeicher würden sich gut füllen für den Winter und auch das Vieh stand gut im Futter und war gesund. Wären da nur nicht die römischen Hunde...<br />
<br />
Ohne diese Bastarde einer läufigen Hündin könnte ich nun gemütlich im Bett mit meiner Frau liegen, mit meinen Verwandten frühstücken und meinen Kindern spielen. Alpia, die ich letzten Herbst als Nebenfrau angenommen hatte, hatte den Zwillingen einen kleinen Bruder geschenkt, der sie beschützen würde und ich war insgesamt sehr zufrieden, wie sich meine Familie entwickelte. Der kleine Alpin wurde einer Amme und Kinderfrau übergeben und würde hoffentlich groß und stark werden. Wortlos half ich Alpia auf ihr Pferd und nahm dann die Zügel unserer beider Pferde um sie zu Fuß zum Stadttor zu führen.<br />
</div>
<br />
Ich hatte eine Gruppe aus Kriegern ausgewählt und auch Alpia würde mich begleiten, da wir erneut auf dem Weg zu ihrer Sippe in Alba waren. Ihre Anwesenheit würde wichtig sein, auch wenn sie lieber bei ihrem neugeborenen Sohn sein wollte. Aber man konnte nicht immer alles haben, was man wollte im Leben. Ich hätte auch lieber Rhian an meiner Seite gehabt als Alpia, aber Rhian war die Königin der Brigantes und das Herz des Königreichs - sie musste hier sein und unser Volk leiten. Auch mein Ältester Cormac wollte mich auf diese Reise begleiten und es fiel mir schwer es ihm abzuschlagen. Er war bereits 14 Jahre alt und ein junger Mann, der sich seine Sporen verdienen wollte. Aber ich brauchte ihn hier um auf die Königin und seine Schwestern aufzupassen. <br />
<br />
Das Stadttor wurde bereits für uns geöffnet und bevor ich auf mein Pferd aufsaß, umarmte ich Cormac fest und wandte mich dann meiner Königin zu. Der Weg bis zum Stadttor war von frohen Abschiedsrufen der Untertanen am Wegesrand begleitet worden, aber zwischen den Reisegefährten und deren Anverwandten und Frauen herrschte größtenteils Schweigen. Ich drückte Rhian fest an mich und wollte sie gar nicht loslassen. Seit der Geburt der Mädchen erschien sie mir noch schöner und glanzvoller wie eine Göttin. Aus der jungfräulichen Priesterin der Göttin war eine stattliche Mutter und Herrscherin geworden, mit der ich am liebsten jede freie Minute verbracht hätte. Ich war mir sicher, dass nichts unseren Bund und das Band aus Liebe zwischen uns zerstören konnte. <br />
<br />
"Ich liebe dich so sehr, Rhian..." raunte ich mit rauer Stimme in das Ohr meiner Frau und hoffte, dass ich sie nicht erdrücken würde, weil ich sie so fest umarmte. Ich legte meine Stirn an ihre und schaute ihr dann tief in die Augen. "Ich werde so schnell von dieser Mission zurückkehren, wie ich kann - hoffentlich noch vor dem Winter..." Kurz senkte ich den Kopf um durchzuatmen und mich zu fangen, ehe ich Rhian zum Abschied innig küsste. Doch nun war es an der Zeit und ich trat an meinen Hengst Kajan heran und saß auf, während auch meine anderen Gefährten ihre Verabschiedungen beendeten und sich bereit zum Aufbruch machten. Ein letztes Mal streckte ich meine Hand nach Rhian aus, während mein Hengst in einen langsamen Schritt verfiel Richtung Stadttor.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Magie der Druiden im alten Britannien]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1016</link>
			<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 17:20:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1016</guid>
			<description><![CDATA[Im alten Irland waren die Begriffe Geas (ein magisches Tabu oder Schicksalsgebot) und die Filid (die seherischen Dichter) feste Säulen der Gesellschaft. <br />
Im britannischen Raum (dem keltischen Sprachraum der Briganten, Dobunni etc.) existierte ein fast identisches, tief verwurzeltes Rechts- und Magiesystem – allerdings unter eigenen Namen.<br />
Hier ein Überblick über die vielen Zauber, die einem Druiden und bis zu einem gewissen Grad auch einer Priesterin zu Gebote standen, sowohl aus Büchern antiker Autoren als auch auch späterer Literatur zusammen gestellt. Der Überblick erhebt daher keinen Anspruch auf historische Genauigkeit.<br />
<br />
Es ist wichtig, Folgendes zu beachten: Magie“ existiert in unserer Spielwelt genauso wenig wie im Real Life  nicht als reale, physikalische Kraft. <br />
Ein Druide konnte keine Wunden schließen, Blitze beschwören oder sich durch Willenskraft physisch in eine Krähe verwandeln.<br />
<br />
ABER: Der Glaube an diese Magie war absolut real und unerschütterlich. Sowohl für die Kelten Britannias als auch für die römischen Besatzer war die geistige Welt völlig existent.<br />
 Wenn ein Druide ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gogan</span> (einen rituellen Spott) gegen einen Krieger aussprach, schadete er ihm tatsächlich; nicht, weil ein Zauber auf ihm lag sondern weil die Zielperson psychisch fest davon überzeugt war, verflucht zu sein.<br />
<br />
Phänomene wie der „grüne Staub der Visionen“ oder Trancen waren auf tiefe Mediation als auch auf den Konsum von Halluzinogenen (wie bestimmten Pilzen, Kräutern oder Bilsenkraut) zurückzuführen. Die Charaktere erlebten dadurch reale Visionen und göttliche Eingebungen, die für sie absolut echt waren – auch wenn es aus moderner Sicht medizinische Ursachen hatte. Usw. Usw.<br />
<br />
Auf diese Weise ist bitte die Aufzählung der " Druidenzauber" zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Im alten Irland waren die Begriffe Geas (ein magisches Tabu oder Schicksalsgebot) und die Filid (die seherischen Dichter) feste Säulen der Gesellschaft. <br />
Im britannischen Raum (dem keltischen Sprachraum der Briganten, Dobunni etc.) existierte ein fast identisches, tief verwurzeltes Rechts- und Magiesystem – allerdings unter eigenen Namen.<br />
Hier ein Überblick über die vielen Zauber, die einem Druiden und bis zu einem gewissen Grad auch einer Priesterin zu Gebote standen, sowohl aus Büchern antiker Autoren als auch auch späterer Literatur zusammen gestellt. Der Überblick erhebt daher keinen Anspruch auf historische Genauigkeit.<br />
<br />
Es ist wichtig, Folgendes zu beachten: Magie“ existiert in unserer Spielwelt genauso wenig wie im Real Life  nicht als reale, physikalische Kraft. <br />
Ein Druide konnte keine Wunden schließen, Blitze beschwören oder sich durch Willenskraft physisch in eine Krähe verwandeln.<br />
<br />
ABER: Der Glaube an diese Magie war absolut real und unerschütterlich. Sowohl für die Kelten Britannias als auch für die römischen Besatzer war die geistige Welt völlig existent.<br />
 Wenn ein Druide ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gogan</span> (einen rituellen Spott) gegen einen Krieger aussprach, schadete er ihm tatsächlich; nicht, weil ein Zauber auf ihm lag sondern weil die Zielperson psychisch fest davon überzeugt war, verflucht zu sein.<br />
<br />
Phänomene wie der „grüne Staub der Visionen“ oder Trancen waren auf tiefe Mediation als auch auf den Konsum von Halluzinogenen (wie bestimmten Pilzen, Kräutern oder Bilsenkraut) zurückzuführen. Die Charaktere erlebten dadurch reale Visionen und göttliche Eingebungen, die für sie absolut echt waren – auch wenn es aus moderner Sicht medizinische Ursachen hatte. Usw. Usw.<br />
<br />
Auf diese Weise ist bitte die Aufzählung der " Druidenzauber" zu verstehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[August  834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1015</link>
			<pubDate>Thu, 13 Aug 2026 15:44:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=174">Dobunni</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1015</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/3JKjSXDR/Prinz-Inam.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Prinz-Inam.png]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Es waren drei Monde vergangen, seit Inam den Comuxhof verlassen hatte und von Lady Gerwina verflucht worden war. *<br />
<br />
Die ungewöhnliche Sommerhitze drückte schwer auf die Hügel um Isurium, doch es lag kein Glanz in dieser Jahreszeit. Der Himmel hatte die Farbe von schmutzigem Zinn angenommen. Hoch oben am Firmament kreisten Krähen, deren heisere Rufe wie ein ständiges Spottlied wirkten. Es waren viele Vögel für einen gewöhnlichen Nachmittag. Ein plötzlicher Windstoß wirbelte roten Staub auf, der sich wie frisches Blut über den ausgetrockneten Pfad legte – ein untrügliches Zeichen für diejenigen, die die Sprache der Götter verstanden.<br />
<br />
Durch diesen Staub schleppte sich ein kleiner Zug von fünfzig Männern auf die Tore der brigantischen Hauptstadt zu. An ihrer Spitze ritt Inam. Von der Pracht, die ihn einst als Prinzen der Dobunni ausgezeichnet hatte, war äußerlich nichts geblieben. Seine Tunika war zerschlissen, verkrustet mit dem Schmutz einer langen, entbehrungsreichen Flucht, und der Mantel hing ihm in Fetzen von den Schultern. Seine Waffen hielt er sorgfältig unter dem Stoff verborgen; es war kein Moment für offenen Stolz, sondern für bittere Notwendigkeit. Doch wer ihm in die Augen blickte, sah sofort, dass dieser Mann ungebrochen war. Seine Haltung im Sattel blieb königlich, der Blick scharf und voller unnachgiebigem Mut.<br />
<br />
Während sein Hengst den Hügel hinauf schritt, kreisten Inams Gedanken um die Frau, vor deren Mut seine Bitte um ein Bündnis abhängen würde. An den Feuern der Geächteten sprach man von Königin Rhian. Sie sollte eine Frau von atemberaubender Schönheit sein. Einst war sie dafür bestimmt gewesen, ihr Leben als Priesterin den Göttern zu weihen. Das Schicksal hatte sie aber mit König Cahir vermählt. Jedoch war der König von einer Fahrt in den Norden nicht zurück gekehrt. Aber Rhian wählte sich keinen neuen Gefährten unter den Verwandten ihres Mannes, was bedeutete, dass sie erwartete, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren würde.<br />
<br />
Inam hoffte, dass der Funke der Götter noch immer in der Königin der Briganten brannte. Er brauchte diese Verbindung zu den höheren Mächten ebenso sehr wie ihre Krieger. Noch aber lebte Rhian nicht in offener Feindschaft mit Rom. Die abtrünnigen und rebellischen Dobunni mussten daher äußerst vorsichtig sein. <br />
<br />
Inams Blick schweifte über die kargen Felder vor den Toren Isuriums. Überall sah er das Werk der Besatzer. Rom nutzte das Territorium der Briganten schamlos als Aufmarschgebiet und logistische Basis für eine geplante Großoffensive in den ungezähmten Norden. Um die Legionen zu füttern, beuteten die Tribune das Land bis aufs Blut aus, und der Statthalter im fernen Londinium erlaubte es natürlich.<br />
<br />
Prinz Inam lachte schnaubend: So sieht Roms Gerechtigkeit aus! Jede Familie hier oben hatte einen Grund, zornig zu sein. <br />
<br />
Hinter dem Prinzen folgten seine verbliebenen Leute wie eine Schar von Geistern. Sie waren ausgezehrt, die Gesichter von Hunger und Erschöpfung gezeichnet. Einige von ihnen gingen barfuß, die Füße blutig von steinigen Pfaden . Andere hielten die Arme eng am Körper, um zu verbergen, dass sie nicht einmal mehr ein einfaches Messer besaßen. Sie glichen eher Flüchtlingen als einer Kriegerschar, und doch lag in ihrem dumpfen Schweigen Entschlossenheit.<br />
<br />
Als der Zug die Befestigungen von Isurium erreichte, unterbrachen die Bewohner ihre Beschäftigungen. Das Elend, das die römischen Tribute über ihr Land gebracht hatten, spiegelte sich in den Gesichtern der Einheimischen wider. <br />
<br />
Über den Köpfen der Torwachen stieß eine gewaltige Krähe einen gellenden Schrei aus und landete schwerfällig auf dem hölzernen Torbalken. <br />
Cenmonoc, der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Bluthund des Druidenrates</span> , zog eine Augenbraue hoch. Er war ein dunkelhaariger Mann mit dunklen Augen, groß, breitschultrig und mehr Krieger als Priester. Schon lange Zeit war er Druidenschüler, und man munkelte, dass er die schwierigen Prüfungen auch gar nicht bestehen würde. Aber in diesen Zeiten war er dem Rat nützlich. Auch wenn es  Cenmonoc an Gelehrsamkeit fehlte; er verstand sich darauf, Männern Ideen einzugeben, von denen sie später glaubten, dass es ihre eigenen gewesen wären und seine Ziele zu verfolgen, ohne sich jemals abschütteln zu lassen.<br />
<br />
" Dieses Land  und seine Götter sind voller Zorn, aber wir sind es nicht, die ihren Zorn erregen",  sprach der Druidenschüler leise zum Prinzen:<br />
" Ich rieche Blut. Ein Opfer wurde gebracht, doch nicht einmal das hat die Erde besänftigt" <br />
Imam konnte ein Schaudern nicht unterdrücken . Es hatte also ein Menschenopfer gegeben. Solch eine wertvolle Gabe an die Götter wurde niemals grundlos geleistet. Aber das Land würde erst wirklich Frieden finden, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sie</span> von seinen heiligen Hainen und Hügeln vertrieben worden waren....<br />
Cenmonoc nickte kaum unmerklich, als hätte er Inams Gedanken gehört....<br />
<br />
Am Tor verkündete der Älteste der Krieger mit rauer Stimme: <br />
"Prinz Inam von den Dobunni entbietet Königin Rhian seinen Gruß und bittet um eine Audienz" <br />
Cenmonoc erwähnte er auf dessen "Bitte"  nicht. <br />
<br />
Inams Kriegerschar war nun am Ende ihres langen  Weges angekommen, um die einstige Priesterin aufzusuchen und mit ihr  gemeinsam das Feuer des Widerstands zu entfachen.<br />
<br />
<br />
* <span style="color: #ffff44;" class="mycode_color">Die damit verbundenen Ereignisse kann man <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1006" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">hier</a> nachlesen.</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/3JKjSXDR/Prinz-Inam.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Prinz-Inam.png]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Es waren drei Monde vergangen, seit Inam den Comuxhof verlassen hatte und von Lady Gerwina verflucht worden war. *<br />
<br />
Die ungewöhnliche Sommerhitze drückte schwer auf die Hügel um Isurium, doch es lag kein Glanz in dieser Jahreszeit. Der Himmel hatte die Farbe von schmutzigem Zinn angenommen. Hoch oben am Firmament kreisten Krähen, deren heisere Rufe wie ein ständiges Spottlied wirkten. Es waren viele Vögel für einen gewöhnlichen Nachmittag. Ein plötzlicher Windstoß wirbelte roten Staub auf, der sich wie frisches Blut über den ausgetrockneten Pfad legte – ein untrügliches Zeichen für diejenigen, die die Sprache der Götter verstanden.<br />
<br />
Durch diesen Staub schleppte sich ein kleiner Zug von fünfzig Männern auf die Tore der brigantischen Hauptstadt zu. An ihrer Spitze ritt Inam. Von der Pracht, die ihn einst als Prinzen der Dobunni ausgezeichnet hatte, war äußerlich nichts geblieben. Seine Tunika war zerschlissen, verkrustet mit dem Schmutz einer langen, entbehrungsreichen Flucht, und der Mantel hing ihm in Fetzen von den Schultern. Seine Waffen hielt er sorgfältig unter dem Stoff verborgen; es war kein Moment für offenen Stolz, sondern für bittere Notwendigkeit. Doch wer ihm in die Augen blickte, sah sofort, dass dieser Mann ungebrochen war. Seine Haltung im Sattel blieb königlich, der Blick scharf und voller unnachgiebigem Mut.<br />
<br />
Während sein Hengst den Hügel hinauf schritt, kreisten Inams Gedanken um die Frau, vor deren Mut seine Bitte um ein Bündnis abhängen würde. An den Feuern der Geächteten sprach man von Königin Rhian. Sie sollte eine Frau von atemberaubender Schönheit sein. Einst war sie dafür bestimmt gewesen, ihr Leben als Priesterin den Göttern zu weihen. Das Schicksal hatte sie aber mit König Cahir vermählt. Jedoch war der König von einer Fahrt in den Norden nicht zurück gekehrt. Aber Rhian wählte sich keinen neuen Gefährten unter den Verwandten ihres Mannes, was bedeutete, dass sie erwartete, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren würde.<br />
<br />
Inam hoffte, dass der Funke der Götter noch immer in der Königin der Briganten brannte. Er brauchte diese Verbindung zu den höheren Mächten ebenso sehr wie ihre Krieger. Noch aber lebte Rhian nicht in offener Feindschaft mit Rom. Die abtrünnigen und rebellischen Dobunni mussten daher äußerst vorsichtig sein. <br />
<br />
Inams Blick schweifte über die kargen Felder vor den Toren Isuriums. Überall sah er das Werk der Besatzer. Rom nutzte das Territorium der Briganten schamlos als Aufmarschgebiet und logistische Basis für eine geplante Großoffensive in den ungezähmten Norden. Um die Legionen zu füttern, beuteten die Tribune das Land bis aufs Blut aus, und der Statthalter im fernen Londinium erlaubte es natürlich.<br />
<br />
Prinz Inam lachte schnaubend: So sieht Roms Gerechtigkeit aus! Jede Familie hier oben hatte einen Grund, zornig zu sein. <br />
<br />
Hinter dem Prinzen folgten seine verbliebenen Leute wie eine Schar von Geistern. Sie waren ausgezehrt, die Gesichter von Hunger und Erschöpfung gezeichnet. Einige von ihnen gingen barfuß, die Füße blutig von steinigen Pfaden . Andere hielten die Arme eng am Körper, um zu verbergen, dass sie nicht einmal mehr ein einfaches Messer besaßen. Sie glichen eher Flüchtlingen als einer Kriegerschar, und doch lag in ihrem dumpfen Schweigen Entschlossenheit.<br />
<br />
Als der Zug die Befestigungen von Isurium erreichte, unterbrachen die Bewohner ihre Beschäftigungen. Das Elend, das die römischen Tribute über ihr Land gebracht hatten, spiegelte sich in den Gesichtern der Einheimischen wider. <br />
<br />
Über den Köpfen der Torwachen stieß eine gewaltige Krähe einen gellenden Schrei aus und landete schwerfällig auf dem hölzernen Torbalken. <br />
Cenmonoc, der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Bluthund des Druidenrates</span> , zog eine Augenbraue hoch. Er war ein dunkelhaariger Mann mit dunklen Augen, groß, breitschultrig und mehr Krieger als Priester. Schon lange Zeit war er Druidenschüler, und man munkelte, dass er die schwierigen Prüfungen auch gar nicht bestehen würde. Aber in diesen Zeiten war er dem Rat nützlich. Auch wenn es  Cenmonoc an Gelehrsamkeit fehlte; er verstand sich darauf, Männern Ideen einzugeben, von denen sie später glaubten, dass es ihre eigenen gewesen wären und seine Ziele zu verfolgen, ohne sich jemals abschütteln zu lassen.<br />
<br />
" Dieses Land  und seine Götter sind voller Zorn, aber wir sind es nicht, die ihren Zorn erregen",  sprach der Druidenschüler leise zum Prinzen:<br />
" Ich rieche Blut. Ein Opfer wurde gebracht, doch nicht einmal das hat die Erde besänftigt" <br />
Imam konnte ein Schaudern nicht unterdrücken . Es hatte also ein Menschenopfer gegeben. Solch eine wertvolle Gabe an die Götter wurde niemals grundlos geleistet. Aber das Land würde erst wirklich Frieden finden, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sie</span> von seinen heiligen Hainen und Hügeln vertrieben worden waren....<br />
Cenmonoc nickte kaum unmerklich, als hätte er Inams Gedanken gehört....<br />
<br />
Am Tor verkündete der Älteste der Krieger mit rauer Stimme: <br />
"Prinz Inam von den Dobunni entbietet Königin Rhian seinen Gruß und bittet um eine Audienz" <br />
Cenmonoc erwähnte er auf dessen "Bitte"  nicht. <br />
<br />
Inams Kriegerschar war nun am Ende ihres langen  Weges angekommen, um die einstige Priesterin aufzusuchen und mit ihr  gemeinsam das Feuer des Widerstands zu entfachen.<br />
<br />
<br />
* <span style="color: #ffff44;" class="mycode_color">Die damit verbundenen Ereignisse kann man <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1006" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">hier</a> nachlesen.</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zukunftssprünge & Altern - Thread]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1014</link>
			<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 18:19:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=1">Tribun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1014</guid>
			<description><![CDATA[<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" class="tborder" style="width:65%;"><tr> <td valign="top" align="left" style="background: url(images/Tabula-oben.png);"> <p>
<br />
</p>
</td></tr><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula-mitte.png);"><p>
<br />
<br />
<br />
Bitte vor dem Beginn eurer "Zeitreise" in <br />
diesem Thread eintragen. <br />
<br />
Die Regeln stehen <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1012&amp;pid=14511#pid14511" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">hier.</a><br />
<br />
Sprecht euch vorher bitte ab.(Nicht jeder mag mitaltern)<br />
<br />
Kurze Zusammenfassung:<br />
<br />
- Betreffende IDs oder den betroffenen Haushalt/ die Gruppe<br />
- Anzahl der Jahre <br />
- Beschreibung der Ereignisse in der Zwischenzeit.(fakultativ)<br />
<br />
</p></td></tr><tr ><td   valign="top" align="right" style="background: url(images/Tabula-unten.png);"><p>
<br />
<br />
</p>
</td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" class="tborder" style="width:65%;"><tr> <td valign="top" align="left" style="background: url(images/Tabula-oben.png);"> <p>
<br />
</p>
</td></tr><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula-mitte.png);"><p>
<br />
<br />
<br />
Bitte vor dem Beginn eurer "Zeitreise" in <br />
diesem Thread eintragen. <br />
<br />
Die Regeln stehen <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1012&amp;pid=14511#pid14511" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">hier.</a><br />
<br />
Sprecht euch vorher bitte ab.(Nicht jeder mag mitaltern)<br />
<br />
Kurze Zusammenfassung:<br />
<br />
- Betreffende IDs oder den betroffenen Haushalt/ die Gruppe<br />
- Anzahl der Jahre <br />
- Beschreibung der Ereignisse in der Zwischenzeit.(fakultativ)<br />
<br />
</p></td></tr><tr ><td   valign="top" align="right" style="background: url(images/Tabula-unten.png);"><p>
<br />
<br />
</p>
</td></tr></table>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einführung von Zukunftssprüngen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1012</link>
			<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 17:57:50 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=1">Tribun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1012</guid>
			<description><![CDATA[Wichtige Neuerung:<br />
<br />
Liebe Forenmitglieder<br />
unsere Geschichten wachsen, und mit ihnen auch unsere Charaktere.<br />
Um euch mehr kreativen Freiraum zu geben – zum Beispiel, um Kinder zu Teenagern heranwachsen zu lassen und diese Phase aktiv zu bespielen –, führen wir auf Wunsch einiger Forenmitglieder offiziell die Möglichkeit von Zukunftssprüngen und Charakteraltern (Flash-Forwards) ein.<br />
Ihr seid im Ingame ab jetzt nicht mehr strikt an die aktuelle Forenzeit gebunden, wenn ihr die persönliche Zukunft eurer IDs ausspielen wollt.<br />
<br />
Wie funktioniert das System?<br />
<br />
Diese Regelung gilt nicht nur für einzelne Charaktere. Ihr könnt auch einen kompletten Haushalt oder eine ganze Familie gemeinsam in die Zukunft überführen, um das dortige Familienleben auszuspielen.<br />
<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1014&amp;pid=14513#pid14513" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">Zukunftssprünge &amp; Altern - Thread <br />
</span></span></a></div>
<br />
<br />
Bevor ihr euren ersten Zukunftsthread startet, müsst ihr den Sprung im oben genannten Thread kurz ankündigen (bei einer ganzen Gruppe reicht ein gemeinsamer Post des Haushaltsvorstands/der beteiligten Spieler). Postet dort bitte: Welche IDs oder welcher komplette Haushalt den Zeitsprung macht (z. B. Familie Furia springt "+10 Jahre").Eine kurze Zusammenfassung, was die IDs in dieser übersprungenen Zeit getrieben haben, ist möglich und hilfreich. Ebenso dürfen natürlich die Avatare angepasst werden.<br />
<br />
Wichtig: <br />
<br />
<br />
Damit die Logik der Welt erhalten bleibt und kein Chaos entsteht, gelten folgende Regeln:<br />
Die Zeit ist eine Einbahnstraße: Was in der Zukunft passiert, bleibt bestehen. Wenn eine ID stirbt, schwer verletzt wird oder sich dramatisch verändert, ist das für ihre persönliche Timeline absolut bindend. Ihr könnt danach nicht mehr in die Gegenwart zurückkehren und so tun, als wäre nichts passiert. Überlegt euch einschneidende Ereignisse in der Zukunft also gut!<br />
<br />
Die globale Forenspielzeit und Politik ändern sich nicht: Eure Zeitsprünge sind rein private Charakter- und Familiengeschichten. Die allgemeine Forenspielzeit bleibt davon völlig unberührt: Titus ist und bleibt in diesem Jahr weiterhin Kaiser, und die politischen Verhältnisse sowie die Lore des Forums verändern sich durch eure privaten Vorgriffe nicht vorab.<br />
<br />
Wir hoffen, diese Neuerung ist interessant und nimmt euch den Druck, monate- oder gar jahrelang "warten" zu müssen, bis eine ID alt genug ist!<br />
<br />
Bei Fragen oder Unsicherheiten könnt ihr euch jederzeit unter "Frage und Probleme"  melden.  Viel Spaß beim Planen eurer Zukunft!<br />
<br />
Tribun]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wichtige Neuerung:<br />
<br />
Liebe Forenmitglieder<br />
unsere Geschichten wachsen, und mit ihnen auch unsere Charaktere.<br />
Um euch mehr kreativen Freiraum zu geben – zum Beispiel, um Kinder zu Teenagern heranwachsen zu lassen und diese Phase aktiv zu bespielen –, führen wir auf Wunsch einiger Forenmitglieder offiziell die Möglichkeit von Zukunftssprüngen und Charakteraltern (Flash-Forwards) ein.<br />
Ihr seid im Ingame ab jetzt nicht mehr strikt an die aktuelle Forenzeit gebunden, wenn ihr die persönliche Zukunft eurer IDs ausspielen wollt.<br />
<br />
Wie funktioniert das System?<br />
<br />
Diese Regelung gilt nicht nur für einzelne Charaktere. Ihr könnt auch einen kompletten Haushalt oder eine ganze Familie gemeinsam in die Zukunft überführen, um das dortige Familienleben auszuspielen.<br />
<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1014&amp;pid=14513#pid14513" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">Zukunftssprünge &amp; Altern - Thread <br />
</span></span></a></div>
<br />
<br />
Bevor ihr euren ersten Zukunftsthread startet, müsst ihr den Sprung im oben genannten Thread kurz ankündigen (bei einer ganzen Gruppe reicht ein gemeinsamer Post des Haushaltsvorstands/der beteiligten Spieler). Postet dort bitte: Welche IDs oder welcher komplette Haushalt den Zeitsprung macht (z. B. Familie Furia springt "+10 Jahre").Eine kurze Zusammenfassung, was die IDs in dieser übersprungenen Zeit getrieben haben, ist möglich und hilfreich. Ebenso dürfen natürlich die Avatare angepasst werden.<br />
<br />
Wichtig: <br />
<br />
<br />
Damit die Logik der Welt erhalten bleibt und kein Chaos entsteht, gelten folgende Regeln:<br />
Die Zeit ist eine Einbahnstraße: Was in der Zukunft passiert, bleibt bestehen. Wenn eine ID stirbt, schwer verletzt wird oder sich dramatisch verändert, ist das für ihre persönliche Timeline absolut bindend. Ihr könnt danach nicht mehr in die Gegenwart zurückkehren und so tun, als wäre nichts passiert. Überlegt euch einschneidende Ereignisse in der Zukunft also gut!<br />
<br />
Die globale Forenspielzeit und Politik ändern sich nicht: Eure Zeitsprünge sind rein private Charakter- und Familiengeschichten. Die allgemeine Forenspielzeit bleibt davon völlig unberührt: Titus ist und bleibt in diesem Jahr weiterhin Kaiser, und die politischen Verhältnisse sowie die Lore des Forums verändern sich durch eure privaten Vorgriffe nicht vorab.<br />
<br />
Wir hoffen, diese Neuerung ist interessant und nimmt euch den Druck, monate- oder gar jahrelang "warten" zu müssen, bis eine ID alt genug ist!<br />
<br />
Bei Fragen oder Unsicherheiten könnt ihr euch jederzeit unter "Frage und Probleme"  melden.  Viel Spaß beim Planen eurer Zukunft!<br />
<br />
Tribun]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dunkelheit lastet schwer auf dem Land….]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1011</link>
			<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 11:07:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=114">Rhian</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1011</guid>
			<description><![CDATA[Ihre beiden Töchter hatte Rhian in Gesellschaft ihrer Kinderfrauen gelassen. Während sie selbst hoch zu Ross auf ihrer silbernweißen Stute Sadhbh thronte. Ein Blick auf ihre beiden Töchter, die artig an der Seite ihrer Kinderfrauen standen, als Rhian den Hof verließ. Durch das Tor ritt und erst als sie die beiden Wachen passiert hatte, schien ein großer Teil Last von ihren Schultern zu fallen. Denn die Tatsache, dass sie alleine für das Volk der Briganten zu sorgen hatte, nach dem verschwinden ihres Gemahls drückte Rhian an manchen Tagen doch sichtlich schwer aufs Gemüt. Natürlich ließ sie sich nichts davon anmerken, schon gar nicht vor ihren beiden Töchtern und den Söhnen ihres Gemahls. Auch nicht vor ihrem Volk, denn dieses sollte in ihr die strahlende und erhabene Königin sehen, die Rhian ihnen zeigte. Niemand sollte merken, dass auch sie Angst hatte. Angst vor ihrer Zukunft. Denn selbst wenn sie die Göttin befragte, zeigte ihr diese doch lediglich einen unwirtlichen Nebel. Keine Gesichter, keine Zeichen. Oder sonstige Symbole. Um sich auch hier auf andere Gedanken zu bringen, drückte Rhian ihrer Stute die Fersen in die Flanken und trieb das treue Tier in einen schnellen Trab. Je weiter sie sich von ihrem neuen zu Hause entfernte, desto befreiter fühlte sich Rhian und ließ auch ihre beiden Wachen alsbald hinter sich. Denn mittlerweile hatte sie ihre treue Stute in einen Galopp getrieben und flog mit ihr regelrecht durch das windgepeitschte Gras, welches sich unter den donnernden Hufen ihrer Stute regelrecht verneigte. Schließlich zügelte Rhian ihre Stute, als sie in einem kleinen Wäldchen ankam. In diesem befand sich eine heilige Quelle, so viel wusste sie. Und eben jene Quelle würde sie nun aufsuchen. Vielleicht erschien ihr dort ihre Göttin. Und gab ihr ein stilles Zeichen, wie es mit ihrer Zukunft und der Zukunft ihres Volkes weiterging. Wie es um Cahir bestellt war. Sie hatte schon so lange kein Lebenszeichen von ihm erhalten, spürte aber auch dass sein Lebensfaden noch intakt war. Zwar zerfaserte dieser, aber war noch lange nicht durchschnitten. Und daran klammerte sich Rhian jeden Abend, bevor sie mit Tränen in den Augen auf ihr Felllager sank. Die Hufe ihrer Stute hinterließen kaum ein Geräusch im Gras, als sie Sadhbh in Richtung eben jener Quelle lenkte, welche sich tief verborgen inmitten der Bäume befand. Behände sprang Rhian aus dem Sattel und band Sadhbh an einen der niedrigen Sträucher an. So, dass ihre Stute an das frische Gras herankam. Ihren beiden Bewachern, welche sie mittlerweile eingeholt hatten, gab Rhian das Zeichen sich zurück zu halten, was die beiden Männer schließlich taten. Ihren Umhang zog Rhian von ihren Schultern, ebenfalls ihre Schuhe von den Füßen. Beides ließ sie bei ihrer Stute zurück, als sie sich nur noch in ihrem einfachen Kleid der Quelle näherte. Je näher Rhian kam, desto lauter, beinahe bedrohlicher sprudelte das Wasser über die Steine, eh‘ es sich in dem Becken ergoss. Ein Becken welches von ungleichmäßig geformten Steinen eingefasst war. Sanft das Lächeln auf Rhians Lippen, als sie sich auf einem der Steine niedersinken ließ und mit ihrer hohlen Hand Wasser aus der Quelle schöpfte, um sich jenes Wasser über ihre Stirn und ihre Brust träufeln zu lassen. Eine stumme Reinigung für ihre Göttin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ihre beiden Töchter hatte Rhian in Gesellschaft ihrer Kinderfrauen gelassen. Während sie selbst hoch zu Ross auf ihrer silbernweißen Stute Sadhbh thronte. Ein Blick auf ihre beiden Töchter, die artig an der Seite ihrer Kinderfrauen standen, als Rhian den Hof verließ. Durch das Tor ritt und erst als sie die beiden Wachen passiert hatte, schien ein großer Teil Last von ihren Schultern zu fallen. Denn die Tatsache, dass sie alleine für das Volk der Briganten zu sorgen hatte, nach dem verschwinden ihres Gemahls drückte Rhian an manchen Tagen doch sichtlich schwer aufs Gemüt. Natürlich ließ sie sich nichts davon anmerken, schon gar nicht vor ihren beiden Töchtern und den Söhnen ihres Gemahls. Auch nicht vor ihrem Volk, denn dieses sollte in ihr die strahlende und erhabene Königin sehen, die Rhian ihnen zeigte. Niemand sollte merken, dass auch sie Angst hatte. Angst vor ihrer Zukunft. Denn selbst wenn sie die Göttin befragte, zeigte ihr diese doch lediglich einen unwirtlichen Nebel. Keine Gesichter, keine Zeichen. Oder sonstige Symbole. Um sich auch hier auf andere Gedanken zu bringen, drückte Rhian ihrer Stute die Fersen in die Flanken und trieb das treue Tier in einen schnellen Trab. Je weiter sie sich von ihrem neuen zu Hause entfernte, desto befreiter fühlte sich Rhian und ließ auch ihre beiden Wachen alsbald hinter sich. Denn mittlerweile hatte sie ihre treue Stute in einen Galopp getrieben und flog mit ihr regelrecht durch das windgepeitschte Gras, welches sich unter den donnernden Hufen ihrer Stute regelrecht verneigte. Schließlich zügelte Rhian ihre Stute, als sie in einem kleinen Wäldchen ankam. In diesem befand sich eine heilige Quelle, so viel wusste sie. Und eben jene Quelle würde sie nun aufsuchen. Vielleicht erschien ihr dort ihre Göttin. Und gab ihr ein stilles Zeichen, wie es mit ihrer Zukunft und der Zukunft ihres Volkes weiterging. Wie es um Cahir bestellt war. Sie hatte schon so lange kein Lebenszeichen von ihm erhalten, spürte aber auch dass sein Lebensfaden noch intakt war. Zwar zerfaserte dieser, aber war noch lange nicht durchschnitten. Und daran klammerte sich Rhian jeden Abend, bevor sie mit Tränen in den Augen auf ihr Felllager sank. Die Hufe ihrer Stute hinterließen kaum ein Geräusch im Gras, als sie Sadhbh in Richtung eben jener Quelle lenkte, welche sich tief verborgen inmitten der Bäume befand. Behände sprang Rhian aus dem Sattel und band Sadhbh an einen der niedrigen Sträucher an. So, dass ihre Stute an das frische Gras herankam. Ihren beiden Bewachern, welche sie mittlerweile eingeholt hatten, gab Rhian das Zeichen sich zurück zu halten, was die beiden Männer schließlich taten. Ihren Umhang zog Rhian von ihren Schultern, ebenfalls ihre Schuhe von den Füßen. Beides ließ sie bei ihrer Stute zurück, als sie sich nur noch in ihrem einfachen Kleid der Quelle näherte. Je näher Rhian kam, desto lauter, beinahe bedrohlicher sprudelte das Wasser über die Steine, eh‘ es sich in dem Becken ergoss. Ein Becken welches von ungleichmäßig geformten Steinen eingefasst war. Sanft das Lächeln auf Rhians Lippen, als sie sich auf einem der Steine niedersinken ließ und mit ihrer hohlen Hand Wasser aus der Quelle schöpfte, um sich jenes Wasser über ihre Stirn und ihre Brust träufeln zu lassen. Eine stumme Reinigung für ihre Göttin.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Tablinum] Der neue Hauslehrer]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1010</link>
			<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 18:06:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1010</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.postimg.cc/hP0CHPfD/Furia-Wappen.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Furia-Wappen.png]" class="mycode_img" /><br />
</div>
Das feuchte, kühle Licht des britannischen Morgens drang nur spärlich durch die schmalen Fensteröffnungen des Tablinums, in dem sich der schwere Duft von importiertem Weihrauch gefangen hatte. <br />
An der Stirnseite des Raumes zog das hölzerne Lararium die Blicke auf sich; die kleinen, bronzenen Larenfiguren glänzten im flackernden Schein der Öllampe. Direkt daneben thronten in Nischen zwei Ahnenbüsten aus Wachs, deren Züge im Halbdunkel streng wirkten. Am prominentesten platziert war die idealisierte Darstellung des Telegonus, des mythologischen Stammvaters der Furier. Seine gemeißelten Augen blickten unerbittlich auf die versammelte Hausgemeinschaft hinab, als forderte er von jedem Einzelnen die Aufrechterhaltung römischer Disziplin und römischer Haltung.<br />
Die Hauskinder , Diener, Sklaven und Angestellten des Hauses hatten sich im weiten Halbkreis aufgestellt, und die feine, unerbittliche Hierarchie des Haushalts bildete sich in ihrer Aufstellung ab. Ganz vorne standen die Hauskinder, der halbwüchsige Tiberius Victor, die zwölfjährige Saturnina und der junge Carus mit seiner Kinderfrau Phaedra. Carus hatte den Mund halb geöffnet und seine Aufmerksamkeit galt einem Lichtfleck auf dem Boden, der von den glänzenden Laren geworfen wurde.<br />
Der alte Hausvorsteher Apollinaris stützte sich leicht auf den Arm des jüngeren Aegypters Nefertem, der ihn seit langem schon seine Bürde abnahm.<br />
<br />
An den Flanken der Versammlung hielten die Wächter der Villa Position.<br />
Nahe der Tür stand Leon, der spartanische Ianitor, wie eine unbewegliche Säule aus Muskeln, die Augen unaufhörlich wachsam. Neben ihm überragte Seasnán, der gallische Leibwächter, die gesamte Menge um Haupteslänge. Trotz seiner furchterregenden Statur und der breiten Schultern lag ein sanfter, fast liebevoller Ausdruck in seinen Zügen, während er ruhig auf das Geschehen blickte.<br />
<br />
Weiter hinten im Raum weitete Batrachis ihre großen grünen Froschaugen noch mehr, während ihr eine intensive Röte in die Wangen stieg. Sie fand Medicus Primus, den sie kurz gesehen hatte, wunderschön und fragte sich insgeheim, ob er wohl die Heckenrose hinter ihrem Ohr bemerken würde oder ob er sogar ihre Hände verbinden würde, wenn sie sich das nächste Mal an den Laugenbecken verletzte.<br />
 Neben ihr wechselten Seang und Sabi einen schnellen, wissenden Blick. Die beiden Köchinnen unterdrückten nur mühsam ein Kichern; der Dominus hatte sich also ein neues, überaus ansehnliches Spielzeug gegönnt. Sie beschlossen sogleich, dass der junge Mann kräftiges Essen brauchen würde, um die anstrengenden Nächte des Herrn zu überstehen und gleichzeitig den langsamen Carus zu bändigen. Morgen würden sie ihm einen deftigen Puls mit feinstem Olivenöl kochen.<br />
<br />
Am Lararium selbst stand Saturninus. Er sah überraschend frisch aus, was daran lag, dass er sich hatte von Leon tüchtig durchmassieren lassen. Er trug eine Haustoga, die nicht aus ganz so viel Stoff bestand wie seine offiziellen Gewänder.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.postimg.cc/hP0CHPfD/Furia-Wappen.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Furia-Wappen.png]" class="mycode_img" /><br />
</div>
Das feuchte, kühle Licht des britannischen Morgens drang nur spärlich durch die schmalen Fensteröffnungen des Tablinums, in dem sich der schwere Duft von importiertem Weihrauch gefangen hatte. <br />
An der Stirnseite des Raumes zog das hölzerne Lararium die Blicke auf sich; die kleinen, bronzenen Larenfiguren glänzten im flackernden Schein der Öllampe. Direkt daneben thronten in Nischen zwei Ahnenbüsten aus Wachs, deren Züge im Halbdunkel streng wirkten. Am prominentesten platziert war die idealisierte Darstellung des Telegonus, des mythologischen Stammvaters der Furier. Seine gemeißelten Augen blickten unerbittlich auf die versammelte Hausgemeinschaft hinab, als forderte er von jedem Einzelnen die Aufrechterhaltung römischer Disziplin und römischer Haltung.<br />
Die Hauskinder , Diener, Sklaven und Angestellten des Hauses hatten sich im weiten Halbkreis aufgestellt, und die feine, unerbittliche Hierarchie des Haushalts bildete sich in ihrer Aufstellung ab. Ganz vorne standen die Hauskinder, der halbwüchsige Tiberius Victor, die zwölfjährige Saturnina und der junge Carus mit seiner Kinderfrau Phaedra. Carus hatte den Mund halb geöffnet und seine Aufmerksamkeit galt einem Lichtfleck auf dem Boden, der von den glänzenden Laren geworfen wurde.<br />
Der alte Hausvorsteher Apollinaris stützte sich leicht auf den Arm des jüngeren Aegypters Nefertem, der ihn seit langem schon seine Bürde abnahm.<br />
<br />
An den Flanken der Versammlung hielten die Wächter der Villa Position.<br />
Nahe der Tür stand Leon, der spartanische Ianitor, wie eine unbewegliche Säule aus Muskeln, die Augen unaufhörlich wachsam. Neben ihm überragte Seasnán, der gallische Leibwächter, die gesamte Menge um Haupteslänge. Trotz seiner furchterregenden Statur und der breiten Schultern lag ein sanfter, fast liebevoller Ausdruck in seinen Zügen, während er ruhig auf das Geschehen blickte.<br />
<br />
Weiter hinten im Raum weitete Batrachis ihre großen grünen Froschaugen noch mehr, während ihr eine intensive Röte in die Wangen stieg. Sie fand Medicus Primus, den sie kurz gesehen hatte, wunderschön und fragte sich insgeheim, ob er wohl die Heckenrose hinter ihrem Ohr bemerken würde oder ob er sogar ihre Hände verbinden würde, wenn sie sich das nächste Mal an den Laugenbecken verletzte.<br />
 Neben ihr wechselten Seang und Sabi einen schnellen, wissenden Blick. Die beiden Köchinnen unterdrückten nur mühsam ein Kichern; der Dominus hatte sich also ein neues, überaus ansehnliches Spielzeug gegönnt. Sie beschlossen sogleich, dass der junge Mann kräftiges Essen brauchen würde, um die anstrengenden Nächte des Herrn zu überstehen und gleichzeitig den langsamen Carus zu bändigen. Morgen würden sie ihm einen deftigen Puls mit feinstem Olivenöl kochen.<br />
<br />
Am Lararium selbst stand Saturninus. Er sah überraschend frisch aus, was daran lag, dass er sich hatte von Leon tüchtig durchmassieren lassen. Er trug eine Haustoga, die nicht aus ganz so viel Stoff bestand wie seine offiziellen Gewänder.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Spiel zu spielen, während das Brett bereits brennt]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1009</link>
			<pubDate>Sun, 12 Jul 2026 14:37:12 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=7">Claudia Sabina</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1009</guid>
			<description><![CDATA[Ich genoss Fabia Tertias Gastfreundschaft und wehrte so gut wie ich konnte ihre Neugier ab. <br />
<br />
ich war allein, nicht wirklich allein, natürlich, aber ich hatte keinen Vertrauten.  Anaxarete kümmerte sich eher um die leibliche  Ordnung, und <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=260&amp;pid=2204#pid2204" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Agamedes</a>, mein guter alter Hauslehrer, war im letzten Winter gestorben. Er hatte mit letzter Kraft meine Tränen weg gewischt: "Aber Kind, hast du denn gar nichts bei mir gelernt?", geflüstert, und ich, Claudia Sabina, hatte geweint, bis ich keine Tränen mehr hatte. Oh, Cloelia hätte mich ausgelacht. Um einen Sklaven weinen! Ich hatte Agamedes schon lange freilassen wollen, doch er hatte keinen Wert darauf gelegt. Er war immer gewesen, wer er war. Ich war mir sicher, dass Agamedes nicht einmal auf dem Kaiserthron seinen Charakter geändert hätte. Friede seiner Asche. <br />
<br />
Nun schrieb ich jedoch an Furia Stella folgenden Brief:<br />
<br />
<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">
<br />
Claudia Sabina ihrer liebsten Furia Stella Gruß.<br />
Setz dich am besten hin, meine Gute und Liebe, <br />
und gieße dir einen Becher deines besten Falerner-Weins ein. <br />
Wenn diese Wachstafel dich erreicht, ist meine zweite Ehe bereits<br />
so gründlich Geschichte <br />
wie die Republik. Ja, du liest richtig. Das Tischtuch zwischen mir und meinem zweiten Gemahl ist zerschnitten, die Mitgift wandert zurück und das Ehebett ist kalt. Doch weine nicht um mein kurzes Glück: Mein geschätzter Vormund hat mir keine Tränen gegönnt, sondern mich sofort auf dem Heiratsmarkt neu taxiert.<br />
Man sagt, aller guten Dinge seien drei, und so werde ich bald wieder den Flammeum anlegen. Mein zukünftiger Gebieter ist kein Geringerer als Servius Cornelius Scipio Salvidienus Orfitus. Du siehst, ich heirate in die allerhöchste, wenn auch gefährlichste <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nostalgie</span> Roms ein.<br />
Dein treuer Gabinius wird nun zweifellos den Kopf schütteln. Ich ahne, dass er nicht viel von mir hält.<br />
Richte ihm dennoch meine wärmsten Grüße aus und versichere ihm, dass das Leben als Schachfigur ungemein spannend ist.<br />
Doch nun zum wichtigsten Punkt, der mein Herz trotz allem erwärmt: Mein ehrwürdiger Scipio Orfitus - er hat mir geschrieben -  zeigt eine ganz unerwartete, fast schon rührende Großmut. Er verlangt ausdrücklich danach, meinen Sohn – deinen kleinen Pflegling – in seinem Haus willkommen zu heißen. <br />
Ich werde mein Kind also bald aus deiner behüteten, idyllischen Festung abholen müssen. Bereite ihn darauf vor, die ländliche Ruhe gegen das Vipernnest Roms einzutauschen. Habt ihr die griechische Amme  und ihr Kind noch? Es tut Cato Minor vielleicht gut, wenn er zu Anfang wenigstens vertraute Gesichter um sich hat. Meines kennt er ja nicht.<br />
ich bete zu Isis um Schutz für dich und dein Haus. Bis bald<br />
<br />
<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/cLNP4MY9/Claudia-(1)-(1).png" loading="lazy"  alt="[Bild: Claudia-(1)-(1).png]" class="mycode_img" /></a><br />
<br />
</td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich genoss Fabia Tertias Gastfreundschaft und wehrte so gut wie ich konnte ihre Neugier ab. <br />
<br />
ich war allein, nicht wirklich allein, natürlich, aber ich hatte keinen Vertrauten.  Anaxarete kümmerte sich eher um die leibliche  Ordnung, und <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=260&amp;pid=2204#pid2204" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Agamedes</a>, mein guter alter Hauslehrer, war im letzten Winter gestorben. Er hatte mit letzter Kraft meine Tränen weg gewischt: "Aber Kind, hast du denn gar nichts bei mir gelernt?", geflüstert, und ich, Claudia Sabina, hatte geweint, bis ich keine Tränen mehr hatte. Oh, Cloelia hätte mich ausgelacht. Um einen Sklaven weinen! Ich hatte Agamedes schon lange freilassen wollen, doch er hatte keinen Wert darauf gelegt. Er war immer gewesen, wer er war. Ich war mir sicher, dass Agamedes nicht einmal auf dem Kaiserthron seinen Charakter geändert hätte. Friede seiner Asche. <br />
<br />
Nun schrieb ich jedoch an Furia Stella folgenden Brief:<br />
<br />
<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">
<br />
Claudia Sabina ihrer liebsten Furia Stella Gruß.<br />
Setz dich am besten hin, meine Gute und Liebe, <br />
und gieße dir einen Becher deines besten Falerner-Weins ein. <br />
Wenn diese Wachstafel dich erreicht, ist meine zweite Ehe bereits<br />
so gründlich Geschichte <br />
wie die Republik. Ja, du liest richtig. Das Tischtuch zwischen mir und meinem zweiten Gemahl ist zerschnitten, die Mitgift wandert zurück und das Ehebett ist kalt. Doch weine nicht um mein kurzes Glück: Mein geschätzter Vormund hat mir keine Tränen gegönnt, sondern mich sofort auf dem Heiratsmarkt neu taxiert.<br />
Man sagt, aller guten Dinge seien drei, und so werde ich bald wieder den Flammeum anlegen. Mein zukünftiger Gebieter ist kein Geringerer als Servius Cornelius Scipio Salvidienus Orfitus. Du siehst, ich heirate in die allerhöchste, wenn auch gefährlichste <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nostalgie</span> Roms ein.<br />
Dein treuer Gabinius wird nun zweifellos den Kopf schütteln. Ich ahne, dass er nicht viel von mir hält.<br />
Richte ihm dennoch meine wärmsten Grüße aus und versichere ihm, dass das Leben als Schachfigur ungemein spannend ist.<br />
Doch nun zum wichtigsten Punkt, der mein Herz trotz allem erwärmt: Mein ehrwürdiger Scipio Orfitus - er hat mir geschrieben -  zeigt eine ganz unerwartete, fast schon rührende Großmut. Er verlangt ausdrücklich danach, meinen Sohn – deinen kleinen Pflegling – in seinem Haus willkommen zu heißen. <br />
Ich werde mein Kind also bald aus deiner behüteten, idyllischen Festung abholen müssen. Bereite ihn darauf vor, die ländliche Ruhe gegen das Vipernnest Roms einzutauschen. Habt ihr die griechische Amme  und ihr Kind noch? Es tut Cato Minor vielleicht gut, wenn er zu Anfang wenigstens vertraute Gesichter um sich hat. Meines kennt er ja nicht.<br />
ich bete zu Isis um Schutz für dich und dein Haus. Bis bald<br />
<br />
<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/cLNP4MY9/Claudia-(1)-(1).png" loading="lazy"  alt="[Bild: Claudia-(1)-(1).png]" class="mycode_img" /></a><br />
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</td></tr></table>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gartenpavillon]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1007</link>
			<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 14:44:03 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=14">Furia Stella</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1007</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=863&amp;pid=14447#pid14447" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.ibb.co/xKRx7GBS/Pavillon-Foto.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Pavillon-Foto.jpg]" class="mycode_img" />*</div>
<br />
Während meiner Schwangerschaft bin ich viel spazieren gegangen und habe mich auf <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=225&amp;pid=6955#pid6955" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">"Claras Bank"</a> in einer gemütlichen Ecke im Garten unter einer alten, mächtigen Rotbuche, ausgeruht. Der Baum bot mit seiner dichten Krone nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor leichten Regenschauern. Und so kam mir die Idee, hier einen Pavillon zu errichten, als idealen Ort für unsere Familie, um die warmen Tage zu genießen.<br />
<br />
Nun, einen Monat nach der Geburt unseres Sohnes Iliborn, konnte ich meinen Traum verwirklichen. Dafür benötigte ich unseren <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=863&amp;pid=13161#pid13161" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Baumeister Sionn</a>, der sein handwerkliches Können bereits unter Beweis gestellt hatte, indem er sämtliche Reparaturen an unserer alten Villa Rustica Gabiniana zu unserer Zufriedenheit ausgeführt hatte.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.postimg.cc/vHh7bRBV/Sionn-1.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Sionn-1.png]" class="mycode_img" /></div>
<br />
Ich traf Sionn im Garten, führte ihn zu "Claras Bank" und erzählte ihm von meinem Vorhaben. Die Luft war erfüllt vom Duft blühender Sträucher und dem leisen Rauschen der Blätter, als ich ihm ein sorgfältig gezeichnetes Pergament reichte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Sionn, ich möchte dich bitten, unter dieser Rotbuche diesen Pavillon zu bauen"</span>, sagte ich und sah den Meister an, der mit großem Interesse die Skizze studierte und seine Herrin dann begeistert anlächelte... <span style="color: #b3d5f4;" class="mycode_color">"Das ist großartig, Herrin. Ich werde den Pavillon mit feinem Holz aus dem umliegenden Wald bauen und durch elegante Säulen soll er gestützt sein."</span><br />
<br />
Der Bau des Pavillons wurde vom Baumeister mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail durchgeführt. Der Knecht Durs und die Kelten, die auf dem Hof arbeiteten, halfen mit einfachen Werkzeugen, mit Hämmern und Schnitzmessern, um die Balken passgenau zu bearbeiten. Und Fenia achtete darauf, dass die Leute ihre Mahlzeiten rechtzeitig bekamen.<br />
<br />
Oft kam ich mit unseren Kindern Quiwon und Stellula, um die Bauarbeiten zu beobachten. Sie sahen voller Neugier dem Fortschritt zu und versuchten, auch zu helfen, wo sie nur konnten. Auch Onkel Gerfridu kam ab und zu vorbei und gab ein paar Ratschläge …<br />
<br />
Nach einigen Tagen standen die Säulen fest im Boden verankert, und das Dach nahm allmählich Gestalt an. Abschließend wurden die eleganten Korbsitzmöbel und der Teppich gebracht, um dem Pavillon eine gemütliche Atmosphäre zu verleihen. Ich war begeistert von dem Ergebnis und schaute mich nach Friudel um. Der Pavillon strahlte eine angenehme Schlichtheit aus, die zugleich elegant und einladend wirkte.<br />
<br />
Der Baumeister Sionn wurde von mir reichlich belohnt, denn sein handwerkliches Talent übertraf alle meine Vorstellungen.<br />
<br />
<span style="color: #888888;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><br />
*Das Bild ist </span></span><span style="color: #888888;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">mit KI erstellt</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=863&amp;pid=14447#pid14447" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.ibb.co/xKRx7GBS/Pavillon-Foto.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Pavillon-Foto.jpg]" class="mycode_img" />*</div>
<br />
Während meiner Schwangerschaft bin ich viel spazieren gegangen und habe mich auf <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=225&amp;pid=6955#pid6955" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">"Claras Bank"</a> in einer gemütlichen Ecke im Garten unter einer alten, mächtigen Rotbuche, ausgeruht. Der Baum bot mit seiner dichten Krone nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor leichten Regenschauern. Und so kam mir die Idee, hier einen Pavillon zu errichten, als idealen Ort für unsere Familie, um die warmen Tage zu genießen.<br />
<br />
Nun, einen Monat nach der Geburt unseres Sohnes Iliborn, konnte ich meinen Traum verwirklichen. Dafür benötigte ich unseren <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=863&amp;pid=13161#pid13161" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Baumeister Sionn</a>, der sein handwerkliches Können bereits unter Beweis gestellt hatte, indem er sämtliche Reparaturen an unserer alten Villa Rustica Gabiniana zu unserer Zufriedenheit ausgeführt hatte.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.postimg.cc/vHh7bRBV/Sionn-1.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Sionn-1.png]" class="mycode_img" /></div>
<br />
Ich traf Sionn im Garten, führte ihn zu "Claras Bank" und erzählte ihm von meinem Vorhaben. Die Luft war erfüllt vom Duft blühender Sträucher und dem leisen Rauschen der Blätter, als ich ihm ein sorgfältig gezeichnetes Pergament reichte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Sionn, ich möchte dich bitten, unter dieser Rotbuche diesen Pavillon zu bauen"</span>, sagte ich und sah den Meister an, der mit großem Interesse die Skizze studierte und seine Herrin dann begeistert anlächelte... <span style="color: #b3d5f4;" class="mycode_color">"Das ist großartig, Herrin. Ich werde den Pavillon mit feinem Holz aus dem umliegenden Wald bauen und durch elegante Säulen soll er gestützt sein."</span><br />
<br />
Der Bau des Pavillons wurde vom Baumeister mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail durchgeführt. Der Knecht Durs und die Kelten, die auf dem Hof arbeiteten, halfen mit einfachen Werkzeugen, mit Hämmern und Schnitzmessern, um die Balken passgenau zu bearbeiten. Und Fenia achtete darauf, dass die Leute ihre Mahlzeiten rechtzeitig bekamen.<br />
<br />
Oft kam ich mit unseren Kindern Quiwon und Stellula, um die Bauarbeiten zu beobachten. Sie sahen voller Neugier dem Fortschritt zu und versuchten, auch zu helfen, wo sie nur konnten. Auch Onkel Gerfridu kam ab und zu vorbei und gab ein paar Ratschläge …<br />
<br />
Nach einigen Tagen standen die Säulen fest im Boden verankert, und das Dach nahm allmählich Gestalt an. Abschließend wurden die eleganten Korbsitzmöbel und der Teppich gebracht, um dem Pavillon eine gemütliche Atmosphäre zu verleihen. Ich war begeistert von dem Ergebnis und schaute mich nach Friudel um. Der Pavillon strahlte eine angenehme Schlichtheit aus, die zugleich elegant und einladend wirkte.<br />
<br />
Der Baumeister Sionn wurde von mir reichlich belohnt, denn sein handwerkliches Talent übertraf alle meine Vorstellungen.<br />
<br />
<span style="color: #888888;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><br />
*Das Bild ist </span></span><span style="color: #888888;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">mit KI erstellt</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1006</link>
			<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 13:56:36 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=136">Eisu Ap Comux</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1006</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=998&amp;pid=14438#pid14438" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/JhcHvSD6/Eisus-Arbeitszimmer.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Eisus-Arbeitszimmer.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Dieser kleine Raum ist im Gegensatz zur Halle römisch eingerichtet, mit einer Lesekline und Wandnischen mit Schriftrollen in zum Teil schön gearbeiteten Schriftrollenbehältern, importierten Gefässen und Statuen. Hier erledigen die Hausherren ihre Büroarbeiten und empfangen Besucher, für die kein Empfang in der Halle vorgesehen ist oder deren Angelegenheiten vertraulich bleiben sollen<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Bildnachweis: erstellt mit Perchance<a href="https://perchance.org/ai-text-to-image-generator" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> AI Image Generator</a></span></span> <br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=998&amp;pid=14438#pid14438" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/JhcHvSD6/Eisus-Arbeitszimmer.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Eisus-Arbeitszimmer.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
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Dieser kleine Raum ist im Gegensatz zur Halle römisch eingerichtet, mit einer Lesekline und Wandnischen mit Schriftrollen in zum Teil schön gearbeiteten Schriftrollenbehältern, importierten Gefässen und Statuen. Hier erledigen die Hausherren ihre Büroarbeiten und empfangen Besucher, für die kein Empfang in der Halle vorgesehen ist oder deren Angelegenheiten vertraulich bleiben sollen<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Bildnachweis: erstellt mit Perchance<a href="https://perchance.org/ai-text-to-image-generator" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> AI Image Generator</a></span></span> <br />
<hr class="mycode_hr" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Dicke beißt sich durch]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1005</link>
			<pubDate>Sat, 30 May 2026 15:15:17 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=24">Lucius Asinius Rufus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1005</guid>
			<description><![CDATA[Rufus war mittlerweile schon Jahre bei den Adlern. Er war zuverlässig und ein Arbeitstier und bei seinen Kameraden beliebt, wenn er auch nicht der Erste war, den man auf eine Sauftour mitgenommen hätte. Es gab immer etwas Reserviertes bei Rufus. Man hätte es für Vornehmheit oder gar Dünkel halten können, doch das war nicht so. <br />
Als Junge hatte sich Asinius Rufus in seine <a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&amp;uid=23" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Tante Fabata </a>verliebt. Er hatte gewusst, dass diese Liebe ohne Zukunft war, erstens war sie verheiratet und hatte vier Kinder, und zweitens war sie viel zu eng mit ihm verwandt, als dass er sie hätte heiraten können. Es blieb also bei einer Schwärmerei. Er schrieb ihr gefühlvolle Briefe, aber er erhielt nie eine Antwort. Dennoch war Fabata für Rufus die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Idee der Liebe, </span>rein und fein und was fürs Herz.<br />
Dieses sehr einseitige Idyll ( Fabata hatte Rufus immer wie einen Neffen behandelt) wurde jä beendet, als der Gasthof seiner Tante, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weiße Pferd</span>, in <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=567&amp;pid=7811#pid7811" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Flammen aufging. </a>Das Ehepaar starb, um die vier  verwaisten kleinen Nichten kümmerten sich nun seine- Rufus- Eltern. Fabatas Tod war aber etwas, was Rufus veränderte. Er war tapfer gewesen, nun wurde er geradezu tollkühn. Er war fleißig gewesen, nun war er besessen von Arbeit. Er lebte nur noch für die Legion. Sie war das einzige, was ihm Sinn im Leben gab. Rufus besuchte auch seine Familie kaum noch. Er wollte die kleinen Nichten nicht sehen. <br />
Aber die Familie kam nun zu ihm, sozusagen. Sein <a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&amp;uid=171" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">jüngerer Bruder</a>, er hieß auch Lucius, die Eltern hatten wenig Phantasie bei der Benennung ihrer Sprösslinge, war als Rekrut eingetreten. <br />
Rufus ignorierte ihn. Er machte ihm klar, dass er keine Lust hatte, Kindermädchen zu spielen. Aber Nero hatte ihm eine Nachricht zukommen lassen. Er wollte ihn treffen. Hier bei den Werkstätten. <br />
Rufus war da. Er war zuverlässig. Aber er war nicht im Geringsten bewegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Rufus war mittlerweile schon Jahre bei den Adlern. Er war zuverlässig und ein Arbeitstier und bei seinen Kameraden beliebt, wenn er auch nicht der Erste war, den man auf eine Sauftour mitgenommen hätte. Es gab immer etwas Reserviertes bei Rufus. Man hätte es für Vornehmheit oder gar Dünkel halten können, doch das war nicht so. <br />
Als Junge hatte sich Asinius Rufus in seine <a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&amp;uid=23" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Tante Fabata </a>verliebt. Er hatte gewusst, dass diese Liebe ohne Zukunft war, erstens war sie verheiratet und hatte vier Kinder, und zweitens war sie viel zu eng mit ihm verwandt, als dass er sie hätte heiraten können. Es blieb also bei einer Schwärmerei. Er schrieb ihr gefühlvolle Briefe, aber er erhielt nie eine Antwort. Dennoch war Fabata für Rufus die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Idee der Liebe, </span>rein und fein und was fürs Herz.<br />
Dieses sehr einseitige Idyll ( Fabata hatte Rufus immer wie einen Neffen behandelt) wurde jä beendet, als der Gasthof seiner Tante, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weiße Pferd</span>, in <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=567&amp;pid=7811#pid7811" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Flammen aufging. </a>Das Ehepaar starb, um die vier  verwaisten kleinen Nichten kümmerten sich nun seine- Rufus- Eltern. Fabatas Tod war aber etwas, was Rufus veränderte. Er war tapfer gewesen, nun wurde er geradezu tollkühn. Er war fleißig gewesen, nun war er besessen von Arbeit. Er lebte nur noch für die Legion. Sie war das einzige, was ihm Sinn im Leben gab. Rufus besuchte auch seine Familie kaum noch. Er wollte die kleinen Nichten nicht sehen. <br />
Aber die Familie kam nun zu ihm, sozusagen. Sein <a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&amp;uid=171" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">jüngerer Bruder</a>, er hieß auch Lucius, die Eltern hatten wenig Phantasie bei der Benennung ihrer Sprösslinge, war als Rekrut eingetreten. <br />
Rufus ignorierte ihn. Er machte ihm klar, dass er keine Lust hatte, Kindermädchen zu spielen. Aber Nero hatte ihm eine Nachricht zukommen lassen. Er wollte ihn treffen. Hier bei den Werkstätten. <br />
Rufus war da. Er war zuverlässig. Aber er war nicht im Geringsten bewegt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Abendsonnengemach] Das dritte Kind]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1004</link>
			<pubDate>Sat, 30 May 2026 14:33:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=19">Publius Gabinius Secundus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1004</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/jSVNXnB6/Zimmer-S-S-(1).jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Zimmer-S-S-(1).jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Wie bei den beiden anderen Kindern auch, stand das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wigelin</span> aus Eisenholz nahe an Stellas Bett, damit sie jederzeit nach dem Kleinen sehen konnte. Sylvana hatte Decken und Tücher aus Leinen und Seide, ja sogar aus Baumwolle aus dem fernen Indien zu recht gelegt. Aus Seide gab es auch Hemdchen und Käppchen. Da Gabinius und Stella es nicht leiden mochten, ihre Kinder zu wickeln, fehlten Wickelbänder. Ansonsten war alles komplett und wartete auf Klein- Ilborns Ankunft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/jSVNXnB6/Zimmer-S-S-(1).jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Zimmer-S-S-(1).jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Wie bei den beiden anderen Kindern auch, stand das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wigelin</span> aus Eisenholz nahe an Stellas Bett, damit sie jederzeit nach dem Kleinen sehen konnte. Sylvana hatte Decken und Tücher aus Leinen und Seide, ja sogar aus Baumwolle aus dem fernen Indien zu recht gelegt. Aus Seide gab es auch Hemdchen und Käppchen. Da Gabinius und Stella es nicht leiden mochten, ihre Kinder zu wickeln, fehlten Wickelbänder. Ansonsten war alles komplett und wartete auf Klein- Ilborns Ankunft.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Sonderlieferung]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1003</link>
			<pubDate>Sat, 23 May 2026 20:02:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=169">Marcus Aelius Varro</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1003</guid>
			<description><![CDATA[Marcus Aelius Varro hatte keine Ahnung, weshalb man ihn zu dieser frühen Stunde bereits aus dem Bett und hier herausgeschickt hatte. Der Legionär, der ihn leise und doch eindringlich wachgerüttelt hatte, führte ihn nunmehr über den Platz zu den Ställen. Die Sonne war noch nicht einmal aufgegangen. Einzig am Horizont zeigte sich ihr fahles Licht und kündigte das Kommen eines neuen Tages an. <br />
Varro war müde. Tage voller harter Arbeit und Exerzieren, Nächte, in denen sie kaum ans Schlafen kamen. Er hatte nicht vermutet, dass es in der Legion derart unmenschlich zur Sache ging und hatte das Gefühl, sich heillos überschätzt zu haben. Er wusste nicht, ob er das durchhielt. Dass seine beiden Kameraden noch mehr klagten als er oder nachts, wenn sie glaubten, keiner höre sie, weinten, fand er seltsam nachvollziehbar. Er wusste, wo seine Talente lagen. Beschaffung aller Arten von Dingen und das zu einem annehmbaren Preis, das war seine Berufung. Geschäftsbeziehungen knüpfen. Netzwerke spannen. Wieso nur hatte er gedacht, dass er damit für die Legion in Frage kommen würde? Bevor man ihn entsprechend zuteilen würde, hatte er doch längst ins Gras gebissen. <br />
"Warte hier", sprach der ältere Kollege, der sich schon anschickte, ihn allein zu lassen. <br />
"He, aber was soll ich... tun?" Seine Stimme war leise geworden, denn der Kamerad hatte ihm schon nicht mehr zugehört, sondern sich wieder auf den Weg gemacht - vermutlich ins eigene Bett. Müde, mürrisch und ein wenig bibbernd von der nächtlichen Kälte rieb er sich die Oberarme. Sein Atem stieg als weiße Wolke vor ihm in die Luft. Im Stall brannte irgendwo Licht. Die Tiere rührten sich kaum, schliefen oder standen ganz stumm da, auf ihren nächsten Einsatz wartend. <br />
Bei den Göttern. Hoffentlich setzte es keinen Ärger. Weil er neulich beim Exerzieren gestolpert war? Oder weil er sich bei der Essensausgabe heimlich Nachschlag erschlichen hatte? Nein, wohl kaum. Dafür bestellte man einen nicht zum Stall. Trotzdem... Er hatte überhaupt kein gutes Gefühl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Marcus Aelius Varro hatte keine Ahnung, weshalb man ihn zu dieser frühen Stunde bereits aus dem Bett und hier herausgeschickt hatte. Der Legionär, der ihn leise und doch eindringlich wachgerüttelt hatte, führte ihn nunmehr über den Platz zu den Ställen. Die Sonne war noch nicht einmal aufgegangen. Einzig am Horizont zeigte sich ihr fahles Licht und kündigte das Kommen eines neuen Tages an. <br />
Varro war müde. Tage voller harter Arbeit und Exerzieren, Nächte, in denen sie kaum ans Schlafen kamen. Er hatte nicht vermutet, dass es in der Legion derart unmenschlich zur Sache ging und hatte das Gefühl, sich heillos überschätzt zu haben. Er wusste nicht, ob er das durchhielt. Dass seine beiden Kameraden noch mehr klagten als er oder nachts, wenn sie glaubten, keiner höre sie, weinten, fand er seltsam nachvollziehbar. Er wusste, wo seine Talente lagen. Beschaffung aller Arten von Dingen und das zu einem annehmbaren Preis, das war seine Berufung. Geschäftsbeziehungen knüpfen. Netzwerke spannen. Wieso nur hatte er gedacht, dass er damit für die Legion in Frage kommen würde? Bevor man ihn entsprechend zuteilen würde, hatte er doch längst ins Gras gebissen. <br />
"Warte hier", sprach der ältere Kollege, der sich schon anschickte, ihn allein zu lassen. <br />
"He, aber was soll ich... tun?" Seine Stimme war leise geworden, denn der Kamerad hatte ihm schon nicht mehr zugehört, sondern sich wieder auf den Weg gemacht - vermutlich ins eigene Bett. Müde, mürrisch und ein wenig bibbernd von der nächtlichen Kälte rieb er sich die Oberarme. Sein Atem stieg als weiße Wolke vor ihm in die Luft. Im Stall brannte irgendwo Licht. Die Tiere rührten sich kaum, schliefen oder standen ganz stumm da, auf ihren nächsten Einsatz wartend. <br />
Bei den Göttern. Hoffentlich setzte es keinen Ärger. Weil er neulich beim Exerzieren gestolpert war? Oder weil er sich bei der Essensausgabe heimlich Nachschlag erschlichen hatte? Nein, wohl kaum. Dafür bestellte man einen nicht zum Stall. Trotzdem... Er hatte überhaupt kein gutes Gefühl.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>