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Der wachsende Haushalt
03-08-2025, 06:50 PM,
Beitrag #1
Der wachsende Haushalt
Es waren fast zwei Wochen vergangen seit Deirdre und Owain zu der Quelle aufgebrochen waren um ihre Hochzeit zu feiern und leider war bei der Rückreise das Wetter sehr matschig, so dass die beiden nur sehr langsam vorangekommen waren. Doch nun waren die frisch verheirateten Eheleute endlich wieder in Cheddar angekommen und ritten im Schritttempo durch das Dorf zu dem römischen Haus, das von nun an auch das Zuhause ihres Mannes sein würde. Der Ausflug war kein Geheimnis gewesen und der eine oder andere Dorfbewohner winkte dem Paar freudig zu auf dem Weg. Es schien als würde diese Heirat den Großteil des Makels als Römerliebchen von Deirdre waschen. Nicht, dass sie sich viel daraus gemacht hatte...

Als sie das Haus erreicht hatten, ging sogleich die Tür auf und meine Kinder mitsamt Rhea und einer mir unbekannten weiteren jungen Frau strömten heraus um uns zu begrüßen. Ich ließ mich hinter Owain aus dem Sattel gleiten und ging in die Knie um zuerst Aidan und dann die bereits herumstaksenden Zwillinge zu umarmen. Von allen dreien prasselten gleich Geschichten auf mich ein, weil mir ein jeder meiner Söhne gleich alle Neuigkeiten auf einmal erzählen wollte und ich so natürlich absolut gar nichts verstand. Ich musste lachen und drückte die Kinder einfach nur an mich, da ich sie so vermisst hatte. Wie immer war es absolutes Chaos aber ich wollte es auch gar nicht anders haben. 

Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit die Kinder wieder losließ und mich erhob, ergriff ich Owains Hand. "Kinder, wie ich euch vor meiner Reise erzählt habe, haben Owain und ich geheiratet. Er wird von nun an bei uns leben." Bisher waren die Kinder immer gehorsam gewesen und mochten Owain auch ganz gern, aber dass er nun fix bei uns leben würde, war doch eine andere Situation. Ich hoffte, dass die Kinder auch in Zukunft gut zu Owain waren und ihn respektieren würden als ihren Stiefvater. Nachdem ich meinen Teil gesagt hatte, schaute ich neugierig zu der unbekannten jungen Frau. "Und wer bist du?" fragte ich neugierig und freundlich.
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03-11-2025, 12:38 PM,
Beitrag #2
RE: Der wachsende Haushalt
Niemand hatte genau gewusst, wann die Eltern zurück kehrten. Aber als jetzt etwas am Gartentor zu hören war, da spitzte Aidan sofort die Ohren und sauste los: "Die Mama! Und Owain!", verkündete er. 
"Lieber Himmel! Wir müssen eine Mahlzeit vorbereiten!", sagte Rhea. Das was die Frauen und Kinder gegessen hatten und was durchaus wohlschmeckend gewesen war, zählte plötzlich nicht mehr.
Catia ließ sich zu gerne von der Freude anstecken. Sie nahm einen der Zwillinge - es war Ruari, irgendwie hielt sie sie mittlerweile an Kleinigkeiten auseinander - und lief den anderen nach.
Die Ankömmlinge waren ein hochgewachsener blonder Mann mit einem freundlichen Gesicht und eine noch junge, wie Catia fand, sehr schöne Frau mit langem roten Haar, die sich gerade vom Pferd herunterschwang, auf dem sie mit dem Mann gesessen hatte.
Für die Kinder ging die Sonne auf. Aidan versuchte, in drei Sätze die Ereignisse der letzten Monate zu fassen und Ruari zappelte, wollte runter von ihrem und desgleichen Ronan von Rheas Arm und beide rothaarige kleine Jungs stapften entschlossen auf die Mutter zu.
Furiana Deirdre umarmte ihre Kinder, und dann fasste sie nach Owains Hand:
" "Kinder, wie ich euch vor meiner Reise erzählt habe, haben Owain und ich geheiratet. Er wird von nun an bei uns leben.", schaffte sie sich Gehör. Sie wirkte wirklich wie eine Göttin der Liebe und des Glücks.

"Jippie, jetzt kriege ich gezeigt, wie man ein Schwert macht!", rief Aidan, der den Mann anscheinend schon näher kannte. Catia schloss daraus, dass dieser ein Schmied oder sogar ein Waffenschmied war. Das waren für ihr Volk heilige Berufe, und sie empfand etwas Ehrfurcht.

Dann aber wandte sich die Hausherrin an Catia und fragte freundlich, wer sie sei.

Catia machte so etwas wie eine kleine Verbeugung: "Mein Name ist Catia ferch Regat, edle Herrin. Rhea hat mich vorläufig als Kindermagd eingestellt", erklärte sie, und sie hoffte sehr, dass man sie hier bleiben ließ. Sie hatte die drei Buben sehr lieb gewonnen. Ihre Arbeit fiel ihr daher nicht schwer. Und sie war hier in der Nähe von Louarn, und er hatte doch versprochen, dass er kommen würde.
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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03-17-2025, 10:24 AM,
Beitrag #3
RE: Der wachsende Haushalt
Es war Aidan, der als mein Ältester natürlich auch immer als Erster und am lautesten rufen musste, da er sich über Owains Anwesenheit in unserem Leben freute. Das wunderte mich nicht, da er seinen römischen Vater nur selten zu Gesicht bekam und eine männliche Präsenz in seinem Leben als Vorbild bestimmt nicht schaden konnte. Auch die Zwillinge staksten auf Owain zu, auch wenn sie noch nicht so recht begriffen, warum genau sich alle so freuten, da sie noch kein Konzept von Heirat oder einem Stiefvater hatten. Aber die allgemeine Stimmung war eben ansteckend und so stürzten sich meine drei Söhne gleich auf meinen Ehemann um diesen ebenfalls mit ihrer Zuneigung und Umarmungen zu erdrücken. 

Ich musste nur schmunzeln und griff nicht ein, während sich meine Rasselbande auf Owain stürzte. Im Gegenteil - ich wandte mich wieder der jungen Frau zu, die nun alleine neben mir stand. Rhea musste schon wieder zurück ins Haus verschwunden sein. "Es freut mich deine Bekanntschaft zu machen, Catia ferch Regat. Und ich bin keine edle Herrin sondern nur Deirdre, wenn du magst auch Furiana Deirdre." Danach beugte ich mich ein wenig näher zu Catia. "Und wenn Rhea dich noch nicht vor die Tür gesetzt hat, dann musst du wohl tüchtig sein. Rheas Standards sind sehr hoch..." sagte ich leise und hinter vorgehaltener Hand mit einem verschmitzten Lächeln zu meiner neuen Magd. 

Als ich meinen Mann in der Kindermenge versinken sah, musste ich aber erneut lachen. "Ich fürchte wir müssen so schnell es geht mit dem Ausbau des Hauses beginnen!" rief ich Owain gut gelaunt zu, ehe ich mein Bündel vom Pferd holte und mein Gepäck ablud. Viel hatten wir ja eh nicht mitgenommen außer ein wenig Wechselkleidung und Proviant, aber das wollte verstaut werden. Ehe ich aber nach drinnen ging, wandte ich mich noch an Catia. "Hast du die Zwillinge schon einmal zu ihrem Vater Ciaran gebracht? Er wohnt in der kleinen Hütte da hinten. Morgen ist der letzte Tag der Woche und da bringen Rhea oder ich meist die Zwillinge vorbei für einen Besuch. Kannst du das morgen erledigen? Ich bin noch ganz durch von der Reise! Rhea kann dir den Weg zeigen, falls du ihn noch nicht kennst." Ich deutete in die Richtung von Niamhs Hütte, die man zwar nicht direkt von hier aus sehen konnte, die aber in dieser Richtung lag.
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03-17-2025, 07:45 PM,
Beitrag #4
RE: Der wachsende Haushalt
Kaum hatte Deirdre die Schwelle des Hauses betreten, stürmten die Kinder auf sie zu. Ich konnte sehen, wie ihre Augen zu leuchten begannen, während sie ihre Arme weit nach ihr ausstreckten. Deirdre lachte, beugte sich hinab und schloss sie alle in ihre Arme, während ich im Hintergrund stand und den Moment schmunzelnd beobachtete.

Nachdem sie die Kinder begrüßt hatte, richtete sie sich wieder auf und strich Aidan sanft über das Haar. Die Kinder starrten sie mit großen Augen an, als sie ihnen erklärte, dass wir nun verheiratet waren und ich nun Teil ihrer Familie sei. Aidan schien sofort zu begreifen, was sie meinte. Er musterte mich einen Moment lang nachdenklich, bevor er nickte, als hätte er es bereits gewusst. Die Zwillinge hingegen kicherten fröhlich, ohne wirklich zu verstehen, was das für sie bedeutete. Für sie war es einfach nur eine weitere aufregende Veränderung in ihrer kleinen Welt.

Dann wandten sich die Kinder mir zu. Aidan trat als Erster vor und begrüßte mich mit einem breiten Lächeln. Lautstark freute er sich darüber, dass er nun doch noch Schmied werden konnte. Auch Ruari und Ronan griffen ungeduldig nach meinen Händen. Ihre überschäumende Freude ließ mich schmunzeln. Ich liebte Deirdres Kinder, als wären es meine eigenen und hatte mir fest vorgenommen, dass diese Rasselbande bald noch mehr Geschwister bekommen würde. Sofort ging ich vor ihnen in die Hocke, um ihre Umarmungen zu erwidern, fuhr Aidan sanft durch das Haar und verlor beinahe das Gleichgewicht, als die Zwillinge versuchten, an mir hochzuklettern.

Während Deirdre sich einer jungen Frau zuwandte, die ebenfalls aus dem Haus gekommen war, ließ ich meinen Blick prüfend über sie gleiten. Sie wirkte höflich, aber auch unsicher. Sie stellte sich als Catia vor. Eine neue Magd, also. Es war gut, dass Rhea nun Unterstützung hatte, besonders bei all dem Trubel, den dieses Haus sicher bald erleben würde.
Ich konnte nicht anders, als zu schmunzeln, als Deirdre anmerkte, dass der Ausbau des Hauses dringend notwendig sei. Sie hatte vollkommen recht. Mit mir als zusätzlichem Bewohner würde es nicht lange dauern, bis es sich zu eng anfühlte. Ich strich mir eine blonde Strähne aus der Stirn und schüttelte leicht den Kopf, während die Kinder weiterhin an mir hingen. "Dann sollten wir besser bald damit anfangen", erwiderte ich gut gelaunt.

Während Deirdre Catia eine Aufgabe übertrug, nutzte ich die Gelegenheit, um die Zwillinge sanft auf den Boden zu stellen. Ich erhob mich und nickte der jungen Frau freundlich zu. "Es freut mich, dich kennenzulernen. Mein Name ist Owain. Ich bin der Schmied hier im Dorf und nun auch der Mann dieser wundervollen Frau." Ich trat ein, zwei Schritte zu meiner Frau und küsste sie sanft.
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03-18-2025, 06:10 PM,
Beitrag #5
RE: Der wachsende Haushalt
(03-17-2025, 10:24 AM)Furiana Deirdre schrieb: ...
Ich musste nur schmunzeln und griff nicht ein, während sich meine Rasselbande auf Owain stürzte. Im Gegenteil - ich wandte mich wieder der jungen Frau zu, die nun alleine neben mir stand. Rhea musste schon wieder zurück ins Haus verschwunden sein. "Es freut mich deine Bekanntschaft zu machen, Catia ferch Regat. Und ich bin keine edle Herrin sondern nur Deirdre, wenn du magst auch Furiana Deirdre." Danach beugte ich mich ein wenig näher zu Catia. "Und wenn Rhea dich noch nicht vor die Tür gesetzt hat, dann musst du wohl tüchtig sein. Rheas Standards sind sehr hoch..." sagte ich leise und hinter vorgehaltener Hand mit einem verschmitzten Lächeln zu meiner neuen Magd. 
...
Ehe ich aber nach drinnen ging, wandte ich mich noch an Catia. "Hast du die Zwillinge schon einmal zu ihrem Vater Ciaran gebracht? Er wohnt in der kleinen Hütte da hinten. Morgen ist der letzte Tag der Woche und da bringen Rhea oder ich meist die Zwillinge vorbei für einen Besuch. Kannst du das morgen erledigen? Ich bin noch ganz durch von der Reise! Rhea kann dir den Weg zeigen, falls du ihn noch nicht kennst." Ich deutete in die Richtung von Niamhs Hütte, die man zwar nicht direkt von hier aus sehen konnte, die aber in dieser Richtung lag.
(03-17-2025, 07:45 PM)Licinianus Owain schrieb: Während Deirdre sich einer jungen Frau zuwandte, die ebenfalls aus dem Haus gekommen war, ließ ich meinen Blick prüfend über sie gleiten. Sie wirkte höflich, aber auch unsicher. Sie stellte sich als Catia vor. Eine neue Magd, also. Es war gut, dass Rhea nun Unterstützung hatte, besonders bei all dem Trubel, den dieses Haus sicher bald erleben würde.
....
Während Deirdre Catia eine Aufgabe übertrug, nutzte ich die Gelegenheit, um die Zwillinge sanft auf den Boden zu stellen. Ich erhob mich und nickte der jungen Frau freundlich zu. "Es freut mich, dich kennenzulernen. Mein Name ist Owain. Ich bin der Schmied hier im Dorf und nun auch der Mann dieser wundervollen Frau." Ich trat ein, zwei Schritte zu meiner Frau und küsste sie sanft.

Deirdre hatte ihr gesagt, dass sie keine edle Herrin war, aber Catia traute sich nicht, sie einfach nur Deirdre zu nennen. Das erschien ihr nicht recht.
Sie lächelte, als sie die Familienszene beobachtete. Sie mochte es gerne, wie die Jungen sich auf ihre Mutter freuten, und wie sie auch am Stiefvater hingen. Es war so fröhlich, und es erinnerte Catia an die Zeit, als sie selbst ein ganz kleines Mädchen gewesen war. Ihr Vater war gekommen, hatte die Arme ausgebreitet, und sie, Catia war ihm in die Arme geflogen. Damals hatte er ihr ihr Amulett mit dem Eberkopf umgelegt. Aber das war wie gesagt schon sehr lange her. Sie erinnerte sich nur daran, dass er jung und heiter gewesen war, dunkel und mit schwarzen Augen wie sie selbst.

 "Und wenn Rhea dich noch nicht vor die Tür gesetzt hat, dann musst du wohl tüchtig sein. Rheas Standards sind sehr hoch..." sagte Furiana Deirdre leise und hinter vorgehaltener Hand lächelnd zu Catia.
"Ich hoffe, dass Rhea mit mir zufrieden ist", antwortete Catia und lächelte etwas scheu zurück:
"Und du und der Herr natürlich auch. Ich bin sehr gerne hier"

Nun sprach auch der  Ehemann der Hausherrin Catia an:
" Es freut mich, dich kennenzulernen. Mein Name ist Owain. Ich bin der Schmied hier im Dorf und nun auch der Mann dieser wundervollen Frau." Er trat einige Schritte auf seine Frau zu und gab ihr einen Kuss.
Catia mochte seine freundliche Art. Wieder machte sie einen kleinen Knicks: "Danke, Herr", sagte sie und freute sich auch darüber, dass die Eheleute so offensichtlich verliebt waren. Es war schön, Verliebte zu sehen, fand sie.

Rhea kam nun wieder, strich sich mit einem Tuch über die Stirn und verkündete: "Das Mahl wird in einer halben Stunde aufgetragen" Es roch von innen nach gebratenem Fleisch, und Catia nahm an, dass sie zur Ehre der Herrschaft einem jungen Huhn den Hals umgedreht hatte.

Ehe Furiana Deirde aber nach drinnen ging, wandte sie sich noch an Catia. "Hast du die Zwillinge schon einmal zu ihrem Vater Ciaran gebracht? Er wohnt in der kleinen Hütte da hinten. Morgen ist der letzte Tag der Woche und da bringen Rhea oder ich meist die Zwillinge vorbei für einen Besuch. Kannst du das morgen erledigen? Ich bin noch ganz durch von der Reise! Rhea kann dir den Weg zeigen, falls du ihn noch nicht kennst." , sagte sie und deutete in die Richtung von Pallys Hütte.

"Ich kenne den Ort", erwiderte Catia: "Aber dort wohnt kein Herr Ciaran. Der Bewohner heißt Pally", und sie beschrieb ihn: " Er ist groß, hat schwarze Haare, die Seiten rasiert, braune Augen und ein Bärtchen" Das er merkwürdig war, sagte Catia nicht dazu.
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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03-23-2025, 08:43 PM,
Beitrag #6
RE: Der wachsende Haushalt
Ich schloss meine Augen und genoss den kleinen Kuss, den mein Mann mir auf die Wange drückte und ergriff die Gelegenheit um mich an ihn zu schmiegen und meinen Arm um seine Hüfte zu legen. Als Catia allerdings absolut treffend Ciaran beschrieb, musste ich lachen. "Den Mann, den du beschreibst und der in dieser Hütte wohnt, heißt Ciaran und nicht Pally. Er ist ein wenig eigen und nennt nicht jedem Unbekannten seinen Namen. Er hat dich ein wenig an der Nase herumgeführt, aber es bestimmt nicht böse gemeint." Ich lächelte Catia warm an und setzte dann fort. "Aber immerhin kennst du ihn ja jetzt schon und auch den Weg. Dann sollte dem Besuch mit den Kindern ja nichts im Wege stehen." Eine Pflicht weniger, um die ich mich nicht kümmern musste.

Auch Rhea kam mir entgegen und wie die gute Seele und emsige Biene, die sie war, hatte sie uns etwas zu essen organisiert. "Es duftet jetzt schon herrlich, Rhea. Ich kann es kaum erwarten und bin schon total ausgehungert. Vergiss aber nicht, dass wir nun einen Kerl im Haus haben." Schwer arbeitende Männer konnten einem die Haare vom Kopf fressen. Da fiel mir noch etwas ein. "Ich glaube den Stall müssen wir auch vergrößern, Liebling! Ich glaub das Pferd passt da aktuell nicht rein. Mit der Kuh und den zwei Ziegen ist es da schon eigentlich zu voll." Den Stall würden wir auch ausbauen müssen - nicht nur das Haus. Aber ich hatte ja noch mehr als genug Platz auf dem Grundstück, das zum Haus gehörte.
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03-23-2025, 10:12 PM,
Beitrag #7
RE: Der wachsende Haushalt
2Die Kleine war wirklich niedlich! Als sie mich Herr nannte, schüttelte ich sofort den Kopf. "Du musst mich nicht Herr nennen. Darauf lege ich keinen Wert. Ebenso wie meine Frau bin auch ich kein edler Herr. Also belassen wir es einfach bei Owain," erklärte ich ihr mit einem freundlichen Augenzwinkern.

Als Deirdre sich an mich schmiegte, spürte ich die vertraute Wärme ihres Körpers und den leichten Duft ihrer Haare. Für einen Moment wünschte ich mir, wir wären allein – nur sie und ich, fernab vom Trubel des Hauses. Doch die traute Zweisamkeit musste noch warten. Es gab Wichtigeres zu tun. Ich seufzte innerlich, löste mich sanft von ihr und griff nach dem Gepäck. "Ich bring das erst mal ins Haus, dann haben wir den ganzen Kram aus dem Weg." Mein Blick glitt kurz zu ihr, ein Schmunzeln auf den Lippen. "Aber später, wenn Ruhe einkehrt, gehörst du mir, mein Schatz."

Als Catia plötzlich von einem gewissen Pally sprach, runzelte ich die Stirn und sah sie fragend an. Doch dann brach Deirdre in Lachen aus, und mir wurde klar, was los war. Ich hob eine Augenbraue. "Ciaran also. Und er erzählt Fremden, er hieße Pally?" Ich schüttelte den Kopf und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. "So ein verrückter Kerl!"

Der Duft von gebratenem Fleisch stieg mir in die Nase, und mein Magen machte mir unmissverständlich klar, dass es Zeit war zu essen. Und Deirdre hatte vollkommen recht – von nun an gab es einen Mann im Haus. Als Rhea das Mahl ankündigte, atmete ich tief ein und grinste. "Rhea, du bist meine Heldin. Ich sterbe fast vor Hunger." Ich zwinkerte ihr zu. "Aber keine Sorge, ich lasse noch genug für die anderen übrig."

Als Deirdre den Stall erwähnte, hielt ich kurz inne. Sie hatte natürlich recht – mit all den Tieren war dort kaum noch Platz für mein Pferd."Dann fange ich gleich morgen früh damit an! Kubbo kann für die Nacht noch in seinem Unterstand bei der Schmiede bleiben," rief ich ihr zu.

Ich nahm mir vor, den Stall nicht nur zu vergrößern, sondern ihn gleich richtig herzurichten. Schließlich war das jetzt mein Zuhause - und ich wollte, dass es für uns alle so schön wie möglich wurde.
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03-25-2025, 12:49 PM,
Beitrag #8
RE: Der wachsende Haushalt
Das Pally seinen Namen wechselte, wunderte Catia allerdings nicht sehr. Sie kannte die Sitte des Gelegenheitsnamens noch von den älteren Leuten in ihrem Dorf. In alter Zeit hatten ja die Druiden Kindern ihre Namen gegeben, und wenn ihnen etwas Wichtiges im Leben wiederfuhr, wurde er geändert. Auch der größte Held Hibernias hieß als Kind Sétanta ; den Namen Cú Chulainn „Hund des Culann“ bekam er mit sechs Jahren, nachdem er einen großen Hund getötet hatte und den Schaden durch eigenen Dienst ersetzte.
Mittlerweile jedoch hatten sich die meisten Kelten der römischen Sitte angepasst, ihren Geburtsnamen zu behalten. Bei jungen Männern wie Ciaran war es also doch seltsam, aber Catia fand, dass der ganze Ciaran seltsam war. Allerdings war sie zu höflich, das auszusprechen, sie nickte:

"Ich werde dafür sorgen, dass der Herr Ciaran seine Kinder sehen kann"

Auch Owain wollte einfach nur Owain genannt werden. Nun gut, Catia würde, so weit es ging, sich vor der direkten Anrede drücken. 

Da Rhea ein Mahl vorbereitet hatte, ging sie,  damit das Ehepaar in Ruhe speisen konnte, mit den drei Kindern in den Garten. Mittlerweile glaubten die Zwillinge nicht mehr, dass sie sich verstecken konnten, wenn sie sich ihre kleinen Patschhände vor die Augen hielten, was das Spiel zwar nicht lustiger, aber für Aidan interessanter machte.

"Saturninas Sklavin hat ein Hündchen. Darf ich auch einen Welpen haben?", fragte er irgendwann. Ruarí und Ronán horchten auf: " Auch!", echoten sie.
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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