02-01-2025, 06:21 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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{Herbst 832} Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Die Rennstrecke selbst war eingeebenet und mit viel Mühe auch vom eindringenden Regenwasser drainagiert worden und führte um einen Hügel herum. Der Tag selbst war wolkenlos.
Die Strecke selbst war etwas länger als die zwei Stadien der offiziellen Rennbahn, nämlich fast eine Meile, und nur ein Hügel diente als Spina. Er hatte allerdings den Nachteil, dass weder Wagenlenker noch Zuschauer, wenn sie an den links und rechts aufragenden Abhängen saßen, sehen konnten, was geschah, wenn die Wagen hinter dem Hügel verschwanden.
Aber auch auf der "Spina" selbst standen Zuschauer, und die Dienerin Nisca, die wieder ein weißes Tuch zum Starten werfen sollte, war bei ihnen , und ihre Wangen waren vor Aufregung gerötet.
Cuno, Sohn des Cunomoltos, war ebenfalls hier und sollte das Rennen musikalisch auf seiner Harfe begleiten, so wie es auch in einem römischen Circus üblich war.
Die meisten Leute, Kelten und Römer jedoch, saßen auf weichen Decken an den Abhängen und veranstalteten eine Art Picknick. Einige Männer der Blauen hatten sich auch einverstanden erklärt, an der Strecke selbst als Beobachter zu fungieren.
Eisu Ap Comux groß und elegant, stand auf seinem Rennwagen und fuhr mit seinem Vierergespann - Camulorix war sein Leitpferd, Peredur war mit im Joch gespannt, Morhad und Morcant liefen an den Seiten mit Zugsträngen- eine Ehrenrunde. Wohin er kam, jubelten ihm seine Dobunni zu. Er aber nickte nur leicht. Erst als er Gabinia Claras Platz erreichte, zügelte er seine Pferde.
Lady Gerwina trug die Farben der Dobunni. Hier neigte der Fürst den Kopf und grüßte die junge Frau mit einer weitausholenden Geste. Das Haar der Lady schimmerte im Sonnenschein wie gesponnenes Gold.
Die Menschen jubelten, als sie verstanden. Dies also war die Erwählte ihres Herren. Eine Römerin, deren Haar verriet, dass ihre Ahnen aus einem nördlicheren Land als Italia stammten. Sollte es später auch Neider oder Zweifler geben, an diesem Tag ließen sie sich nicht sehen. Die Anwesenden freuten sich für ihren jungen Fürsten an dessen Glück.
Erst so setzte Eisu Ap Comux mit einem breiten Lachen seine Fahrt fort. Am Anfang der Rennstrecke kam er zum Stehen.
Nun grüßte er Frowin:
"Salve mein lieber Freund, bereit?" fragte er: "Was für ein herrlicher Tag um zu siegen oder zu unterliegen, nicht?"
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02-01-2025, 09:26 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Nun war es also soweit. Der Zeitpunkt, für den Eisu und er so hart trainiert hatten. Geheimnisse gab es nicht. Ebensowenig Einschüchterungen oder Taktiken. Sie beide hatten Seite an Seite geübt, die Technik des anderen gesehen und wussten, was sie erwartete.
Das Wetter war heiter. Das war natürlich gut für die Zuschauer, doch Frowin hätte bei nasser und schlammiger Strecke einen Vorteil gehabt, da er nicht so schwer war wie der Kelte.
Dennoch. Er hatte nicht vor, hier zu verlieren. Eisu war älter als er und auch erfahrener. Das Wagenrennen war für sein Volk eine Sache von Ehre und Stand, nicht bloß ein Sport. Es gab einen Haufen Gründe für ihn, zu gewinnen. Doch Frowin wollte endlich zeigen, was er konnte. Wozu er fähig war. Er wollte nicht mehr verlieren. Er hatte das Können, er hatte den Wagen und die wunderbaren Pferde, die zum Gewinnen gemacht waren.
"Und dir auch Salve", sagte er heiter. Von Nervosität keine Spur. Nicht wie sonst. Nicht wie früher. Er gab Eisu die Hand und obwohl der eine frei und der andere Sklave war, standen sie hier als ebenbürtige Freunde und Gegner. "Ich weiß ja nicht. Im Regen sieht man Tränen nicht so gut."
Der gutmütige Spott war etwas, das er sich von Eisu abgeschaut hatte. Sein schiefes Lächeln zeugte davon, dass er es nicht ernst meinte. Nun... vielleicht ein bisschen.
Er sah an Eisu vorbei. Das dort war wohl seine Zukünftige, von der er stets so schwärmte. Eine Augenweide, tatsächlich. Doch nicht SEINE Augenweide, weshalb er nicht zu lange starrte, sondern lieber schaute, wer da sonst noch auf den Plätzen saß. Da waren Nautius Philus und sein Herr. Ebenso wie Helios, der sich gut mit dem Nautier zu verstehen schien. Die übrigen Veneta saßen in der Nähe oder waren auf der Strecke positioniert. Alles war bereit.
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02-03-2025, 06:42 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Die Ehrenrunde war vorüber, und die beiden Wagenlenker nahmen ihre Aufstellung. Eisu Ap Comux schüttelte Frowin kräftig die Hand: "Tränen?....Ah, ich weiß, wenn man sich mit den Zügeln da unten verheddert, das kann tüchtig weh tun", flachste er und deutete auf seine Hoden: "Ich hoffe doch, du trägst einen guten Schutz", aber Eisu wusste, wie es gemeint war, und seine blauen Augen blickzten freundlich, und er nickte Frowin zu:
"Keine Nachsicht, Frowin! Möge der Bessere gewinnen heute", sagte er zu seinem jüngeren Freund und drückte ihm noch einmal die Hand zum Zeichen dafür, dass weder Sieg noch Niederlage ihre Freundschaft wieder auseinander bringen würde.
Gespannt schaute er auf den Hügel, der die Spina bildete. Dort stand die liebliche Nisca, und sie hielt mit beiden Händen ein großes weißes Tuch fest. Ein bisschen kämpfte sie mit dem Wind.
Auf ein akkustisches Signal hin würde sie es loslassen und wenn es den Boden berührte, startete das Wagenrennen.....da kam es, das Tröten einer Trompete, die jedoch im Gegensatz zur Carnyx friedlichen Zwecken diente.
Die junge Frau stellte sich auf Zehenspitzen. Sie warf das Tuch hoch in die Luft, dort blieb es einen Moment und senkte sich dann, vom Wind getrieben, sanft hinab auf das Gras....
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02-08-2025, 08:49 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
"Wie sich das anfühlt, weiß ich nicht. Da hast du mir etwas voraus", war der letzte Spott des Galliers, denn nunmehr beobachtete er das Tuch, das flatternd und unendlich langsam den Hügel hinunterflog. Das Mädchen, das es geworfen hatte, verschwand aus seinen Gedanken, ebenso wie alles andere. Er spürte nur den Wind und seinen eigenen Herzschlag. Die Rufe der Leute waren ihm egal und verschwammen im Hintergrundrauschen. Jetzt galt es. Seine Chance.
Das Tuch fiel mitten auf die Strecke, in den nunmehr getrockneten Schlamm. Und das Herzklopfen verstummte jäh, als der Lärm mit voller Kraft auf sie einprasselte. Frowin gab seinen Pferden das Signal, die sofort reagierten.
Das Rennen hatte begonnen.
Mit einem ohrenbetäubenden Donnern schlugen die Hufe der Pferde auf. Noch gleich nebeneinander waren sie. Er konnte Eisu knapp in seinem Augenwinkel die Tiere antreiben sehen. Der Hügel kam näher, die Straße war mal enger und mal breiter. Hier würden sie aufpassen müssen, einander nicht von der Strecke zu drängen. Obwohl es wohl eher Eisu wäre, der Frowins Gefährt hinunterdrängen würde.
'Schneller', dachte er, denn er wollte hier nicht gezwungen sein, hinter dem Kelten zurückzubleiben, denn dann war das Überholen schwer. Die herrlichen furischen Tiere gaben wirklich alles. Täuschte er sich oder freuten sie sich, endlich wieder in Aktion zu treten?
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02-11-2025, 01:25 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Das Rennen begann, als das Tuch den Boden berührte. Hier auf der geraden Strecke hatte Eisu durch die Größe seiner Pferde einen Vorteil, weiträumig holten Camulorix, Peredur, Morhad und Morcant aus. Camulorix, der links eingespannt war, war das Leitpferd. Die Räder donnerten, die Hügel und die Zuschauer verschwammen zu einer grün- bunten gleichförmigen Masse:
"Lauft meine Schönen! Fliegt meine Könige!", spornte Eisu, der die Zügel nach römischer Sitte um den Leib gewickelt hatte und so durch Gewichtsverlagerung seine Tiere beherrschte, seine Rösser an, jetzt aber brauchte er diese Kunst gar nicht, denn seine Pferde flogen nur so dahin, als hätten sie selbst Freude an ihrem Tun.
Frowin neben ihm war aber fast genauso schnell wie er selbst, der agile junge Mann schien mit den Venetapferden förmlich verwachsen. Kritisch würde die Haarnadelkurve, denn da die Strecke sehr lang war, wurden nicht wie bei römischen Rennen üblich sieben Runden, sondern nur eine Runde gefahren, um den Hügel herum werden. Eisu hoffte, dass Camulorix genau über die Kurve Bescheid wusste, dort musste er abbremsen, damit sich sein Rennwagen ohne zu kippen, seitlich legen konnte. Eisu war dieses Manöver schon manchmal gelungen, doch nie bei solch schwergängigem Boden. Dieses Rennen war anders als eines im Circus.
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02-18-2025, 08:43 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
"Nicht zurückbleiben!", keuchte Frowin, der mit Eisu immer noch gleichauf war. Doch er konnte ihn überholen. Sein eigener Wagen war leichter, wenngleich Eisus Pferde kräftiger waren. Er war flinker als der Kelte und nun mussten sie es beweisen.
Die Haarnadelkurve kam näher. Immer noch waren sie gleichauf. Frowin wusste, es war klüger, zurückzufallen. Wenn sie gegeneinanderprallten, würde Eisu ihn abdrängen, denn sein Wagen war zu leicht, um dessen Wagen standzuhalten.
Doch dann wäre er hinter Eisu. Das konnte er nicht zulassen! Wenn, sagte er sich, wenn je der Zeitpunkt gewesen war, aufs Ganze zu gehen, dann jetzt. Er MUSSTE seinem Herrn beweisen, dass er alles riskierte, um zu gewinnen.
"Nicht langsamer. Los! Los, Malachit!"
Langsam arbeitete er sich vor, ließ Eisu gerade so zurück. Frowins Herz schlug bis zum Hals. Die Kurve kam immer näher. Gleich würde es krachen...
Vorbei!
Frowin atmete aus und warf die Arme in die Luft. Das entsetzte Aufatmen der Menge meinte er bis hier zu hören, als er die Hengste antrieb. Die Strecke wurde wieder breiter, doch allein dafür schrie er bereits im Triumph auf.
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02-22-2025, 04:26 PM,
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Eisu Ap Comux
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Eisu Ap Comux fiel zurück. Das Manöver, dass sein Freund/ Konkurrent gerade geliefert hatte, war halsbrecherisch gewesen, und der Keltenfürst dachte nicht daran, sich jetzt den Hals zu brechen. Zumindest nicht, wenn Lady Gerwina im Publikum saß und seine Farben trug. Frowin war am gewinnen; er war risikobereiter, verrückter und wagemutiger als er selbst, das erkannte Eisu an.
Auf der geraden Strecke ließ er seine Pferde noch einmal weit ausholen. Der Furiersklave war dicht vor ihm; seine eigenen Pferde schoben ihre Köpfe fast über die Radachse des Venetawagens. Die Hufen donnerten; die Zuschauer ein Meer aus Blau und Grün und Weiß.
" Camulorix! Peredur! Morhad! Morcant!", rief Eisu die Tiere bei ihren Namen und es klang wie eine alte Beschwörungsformel.
Da sah er schon das weiße Leinenband, welches über die Strecke gespannt war und nun die Ziellinie des Rennens bildete......
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02-28-2025, 11:09 PM,
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Furianus Frowin
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Frowins Schrei von Freiheit und Triumph klang wie der Schrei eines Hahns, der durch das Tal hallte, von unbändiger Lebensfreude zeugend. Die Aktion hatte ihn nach vorn gebracht und die donnernden Hufe von Eisus Pferden hinter sich wissend, trieb er seine Jungs umso schneller an. Sein Herz pochte im Einklang mit deren Lauf, als wolle es aus seinem Brustkorb raus. Er spürte das pure Leben durch seine Adern schießen und lächelte obwohl das Rennen noch gar nicht vorbei war. Sie jagten über die Strecke, fern von den Augen der Zuschauenden. Das satte Grün der Hügel fegte vorbei, in wirren Schlieren, während die Strecke kristallklar vor ihm auftauchte.
Sie waren immer noch nah beieinander. Er würde Eisu nicht abschütteln, dazu war sein Konkurrent zu gut. Doch überholen würde ihn der Kelte auch nicht mehr, dafür sorgte er schon. Frowins Lächeln war keines der Siegessicherheit, vielmehr eines, das die Angst und Unsicherheit abgeschüttelt hatte, denn nun war er wieder gänzlich Fahrer. Jetzt und für immer.
Er sah das Leinenband vor sich. Sie hatten die weite Kurve im letzten Abschnitt hinter sich gebracht und da war die jubelnde Menge aus picknickenden Veneta und Dienern Eisus. Frowin riss die Arme hoch und entließ einen weiteren Schrei, als seine Tiere das Band passierten und langsam hinter dem Ziel ausliefen. Sie alle warfen die Köpfe zurück als ob sie selbst jubelten.
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03-01-2025, 05:25 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
Eisu Ap Comux konnte Frowin nicht mehr einholen.
"Gewonnen hat Frowin von den Furiern!", verkündeten rufend und winkend die Schiedsrichter.
Aber als der Junge nun die Ziellinie durchbrochen hatte, kam der Kelte wenig später selbst ins Ziel, warf Caillan die Zügel zu, sprang ab, ging etwas steifbeinig auf den Furiersklaven zu und schloss ihn, staubig und dreckig wie er war, krachend in die Arme:
"Grandios!", sagte er nur mit breitem Lachen, dann wurde ihm ein Beutel mit Korma, Weizenbier, gereicht und er trank mit gewaltigen Schlucken und gab ihn dann an seinen Konkurrenten weiter.
"Ich habe doch tatsächlich mein Hengstfohlen Balloch an Furius Saturninus verloren!", sagte er mit Blick auf die jubelnden Venetis.
Danach nahm er den Rest des Bieres und goss es sich über seinen Kopf und schüttelte sein rotes Haar, dass die Tropfen flogen.
Das nächste, das schier flog, war eine Gestalt mit aufgelöstem Haar. Es war die liebliche Nisca. Tränen voll Glück vergoss sie, als sie auf Frowin zustürmte, um ihm einen silbernen Becher voll mit Wein zu reichen:
"Frowin, du hast gewonnen", sagte sie überglücklich.
Eisu Ap Comux aber suchte mit seinem Blick seine Dame, Lady Gerwina, Gabinia Clara. Er lächelte ihr zu und tippte zum Gruß an seine Stirn. Der Bessere hat gewonnen, dachte er ganz ohne Groll, doch die Siegesgöttin hat auch dem den Sieg geschenkt, der seiner mehr bedarf als ich selbst.......
"Lasst uns den wohlverdienten Sieg des Frowin von den Furiern feiern!", rief er
seinen Leuten zu.
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03-02-2025, 03:25 PM,
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RE: Freundschaftsrennen: Frowin versus Eisu
(02-23-2025, 07:20 PM)Gabinia Clara schrieb: "Nur zu, lieber Schwager", der Patrizier wollte also diese bösartigen Wasser-Geschöpfe haben und sein Übermut, der seinesgleichen suchte, ließ Gabinia ungehemmt lachen...
Gabinia Clara hatte immer etwas Spottlustiges und Unergründliches, das nach Saturninus Meinung auch der Grund war, weshalb sie trotz ihrer unzweifelhaften Schönheit noch keinen Mann abbekommen hatte. Schönheit war vergänglich, ein sanftes und verträgliches Wesen waren es nicht.
"Und du siehst, dass ich eines von Comux Pferden bekomme!", triumphierte der Furius der Gabinia gegenüber, während es ihn aber nicht mehr auf seinem Platz hielt. Mit wehendem Mantel lief er los. Schon war er unten bei Frowin, Begeisterung riss ihn mit, obgleich das hier nur ein Freundschaftsrennen gewesen war. Dennoch: Um die Ehre war es gegangen, Römer gegen Kelten (auch wenn der Comux römischer Bürger war)
Er stieg halb auf den Wagen, umarmte Frowin, küsste ihn links und rechts auf die Wangen und rief laut:
" Liber esto! - Er sei frei!"
Gerade gab mehr als die sieben vom Gesetz geforderten Zeugen bei einer Freilassung "unter Freunden" , nämlich fast alle Veneti aus Iscalis, und Saturninus wiederholte seinen Ruf auch noch einmal.
"Ich gratuliere dir, mein Frowin, zu diesem Sieg! Aber bei der Kurve....", einen Moment lang verlor Saturninus den Überschwang, er wurde ernst:
"...da blieb mein Herz fast stehen. Du hast da Kopf und Kragen riskiert... ", er sagte jedoch nicht: Mach das nie wieder! Das konnte man einem Auriga, der dem Sport aus vollstem Herzen ergeben war, nicht sagen. Seinen Hals zu riskieren, das war das Schicksal jener Lieblinge der Göttin Victoria, jener Helden des Circus, bis sie sich zur Ruhe setzten oder auf der Rennbahn den Tod fanden. Seinem Schicksal konnte man nicht entgehen, sondern nur versuchen, es möglichst gut auszufüllen.
Dann kamen die Schiedsrichter aus den Reihen der Veneti, die der Ziellinie am nächsten standen, und gratulierten Frowin fröhlich zu seiner Freilassung und seinem großen Glück....
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