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{Herbst 832} Freundschaftsrennen - Zuschauer
01-22-2025, 03:30 PM,
Beitrag #1
{Herbst 832} Freundschaftsrennen - Zuschauer

Die Rennstrecke selbst war eingeebenet und mit viel Mühe auch drainagiert  worden und führte um einen Hügel herum.
Die Weg war etwas länger als die zwei Stadien der offiziellen Rennbahn, nämlich fast eine Meile, und ein Hügel diente als Spina. Er hatte allerdings den Nachteil, dass weder Wagenlenker noch Zuschauer, wenn sie an den links und rechts aufragenden Abhängen saßen, sehen konnten, was geschah, wenn die Wagen hinter dem Hügel verschwanden, weshalb einige mutige junge Männer die "Spina" selbst erklommen hatten.  Nisca, die wieder ein weißes Tuch zum Starten werfen sollte, war bei ihnen , und ihre Wangen waren vor Aufregung gerötet. 
Cuno, Sohn des Cunomoltos, stand bei ihr und sollte das Rennen musikalisch auf seiner Harfe begleiten, so wie es auch in einem römischen Circus üblich war. Er fand das zwar fremdländischen Kram, ließ sich sich aber nichts anmerken.
Die meisten Leute, Kelten und Römer jedoch, saßen auf weichen Decken an den Abhängen und veranstalteten eine Art Picknick. Einige Männer der Blauen hatten sich auch einverstanden erklärt, an der Strecke selbst als Beobachter zu fungieren. Es gab Wein und Bier, und die Stimmung wurde, je höher die Sonne stieg, sehr gut.
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01-27-2025, 05:18 PM,
Beitrag #2
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Tiberius Furius Saturninus hatte einen der bequemen Plätze unter einem aufgespannten Sonnensegel ergattert. Eine kleine Steinmauer führte den Hang entlang, auf die Decken und Kissen gelegt worden waren.
Auch Philus und Gabinia Clara sollten auf den Ehrenplätzen sitzen. Anfangs waren die Zuschauer noch schüchtern, aber bald unterhielten sich Römer und Kelten ungezwungen. Viele der Dobunni sprachen gut Latein, und jungen Damen unter ihnen waren ausnehmend attraktiv. Da der Comuxhof zwar wohlhabend, aber dennoch von städtischen Vergnügungen mehrere Tagesreisen entfernt lag, freuten sie sich über die Abwechslung, die das Wagenrennen ihnen bieten würde.
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Honoratior von Iscalis
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01-28-2025, 08:01 PM,
Beitrag #3
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Heute war ein schöner Tag, es war der Tag des Freundschaftsrennens zwischen dem Fürst Eisu Ap Comux und dem Wagenlenker Frowin, der Sklave von Furius Saturninus war und Gerwina machte sich in Begleitung von Grunja und ihrem Leibwächter Durs auf den Weg zur Rennstrecke.

Da Gerwina noch unverheiratet war, trug sie ein jungfräuliches Kleid aus altrosafarbener feiner Wolle mit goldener Stickerei am Halsausschnitt und am Saum. Ihr langes lockiges Haar fiel ihr über den Rücken und leuchtete im Sonnenschein. Von der rechten Schulter zur linken Hüfte hat Gabinia über ihrem Kleid eine Schärpe in Schwarz und Gold mit Dobunni Wappen getragen. Es waren die Farben des keltischen Fürsten Eisu Ap Comux, die sie mit Stolz zu seiner Ehre trug.

Gerwina schaute sich um und erblickte ihren Nachbarn und Schwager Furius Saturninus, der unter einem aufgespannten Sonnensegel saß. "Salve, Furius Saturninus, darf ich den Platz neben dir nehmen? Ich möchte auch keinen Sonnenbrand bekommen..." Und sie lächelte ihn verschmitzt an.
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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01-29-2025, 12:48 PM,
Beitrag #4
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
"Gerne, werte Gabinia Clara, salve", sagte Saturninus, der sich auf das Rennen freute. Er rückte sogar ein wenig, damit die junge Frau Platz fand. Er hatte die Gabinia schon am Vortag begrüßt, und sich über ihre Gegenwart gewundert. Gabinius ist weit mehr ein Fuchs, als ich ihm zugetraut hätte, dachte er. Jetzt schickt er seine hübsche Schwester ins Feld, um für seine Pferdezucht zu verhandeln. Vermutlich weiß er, dass bei den Barbaren die Weibsleute etwas zu sagen haben. 
Die Gabinia trug ein rosa Kleid mit einer Schärpe in Gold und Schwarz, die ein nach links gerichtetes, galoppierendes Pferd abbildete.  Als sie sich setzte, sagte Saturninus:
"Ich hätte gedacht, dass Du, da dein Bruder doch mit meiner Cousine verheiratet ist, heute zu Ehren unserer römischen  Veneta Blau trägst. Doch du hast andere Farben gewählt", er musterte sie mit seinen dunklen Augen fragend. Für seinen Geschmack war die Gabiniusschwester viel zu unabhängig. Einmal hatte sie ihn sogar von ihrem Hof jagen lassen. Der Streit war allerdings schon länger her, und mittlerweile hatte sich Saturninus mit Furia Stella und ihrer nicht standesgemäßen Ehe ausgesöhnt. Die Ehe schien auch  sehr glücklich zu sein.
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Honoratior von Iscalis
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01-31-2025, 03:22 PM,
Beitrag #5
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Gerwina nickte dankend und nahm Platz neben Saturninus. Sie freute sich, so gut zu sitzen und den Überblick über alles zu haben. Der Panoramablick war sehr eindrucksvoll und sagenhaft schön. Der Patrizier musterte die junge Frau mit seinen brauen Augen und wunderte sich, dass sie keine "Blauen" Farben trug. "Ja, lieber Saturninus, so ist es", sie blickte ihn mit ihren unergründlichen, smaragdgrünen Augen an. "Ich trage heute diese Schärpe zu Ehren des edlen keltischen Fürsten Eisu Ap Comux und das sind seine Farben!", betonte sie und berührte die schöne Schärpe in Schwarz und Gold und mit Dobunni Wappen sanft. Dass sie seine Farben trug, bedeutete auch, dass Gerwina und Eisu Ap Comux zusammen gehörten.

Die Sonne stieg inzwischen langsam auf und bald sollte das Rennen beginnen. Gerwina war sehr aufgeregt, wartete aber geduldig auf dieses Ereignis und auf ihren Fürsten.

"Was denkst du, werter Schwager, wer wird das Rennen gewinnen?"
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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02-02-2025, 06:16 PM,
Beitrag #6
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
"Bürger Claudius Dobunnus muss dich ja sehr beeindruckt haben, werte Gabinia Clara", sagte Saturninus mit leichtem Spott, und er verwendete den römischen Namen der Comux- Sippe. Edler Keltenfürst, das galt doch höchstens für Barbaren. Römer hatten keine Fürsten, sie hatten Adel, und das waren Männer, deren Vorfahren sich im Dienst von Rom ausgezeichnet hatten. Aber so waren die Leute vom Gabinierhof, mehr germanisch als römisch schienen sie ihm. Saturninus wunderte sich, wie das  Cousine Stella nur aushielt. Allerdings war die Gabinia sehr anmutig, das Rosa ihres Kleides harmonierte aufs Prächtigste mit ihren Meeresaugen und ihrer hellen Haut. Und Saturninus wusste, wie gesagt, dass die junge Frau sehr kratzbürstig sein konnte. Er wollte auch nicht streiten, und daher sagte er freundlicher:
"Er ist aber auch wirklich eine beeindruckende Erscheinung, der Fürst. ich hoffe sehr, dass er mir auch einmal eines seiner Fohlen zur Zucht überlässt. Wenn ich die Himmelsdrachen von Taurus bekomme, so möchte ich Britannierpferde einkreuzen, um sie widerstandsfähig gegen die Kälte zu bekommen. - Ich hoffe, ich langweile dich nicht mit dem Gerede über Pferde", wenn Saturninus über ein Sachthema sprach, welches ihn interessierte, unterließ er jede Galanterie und war eben sachlich.

Dann aber fuhren die beiden Aurigae einmal ihre Ehrenrunde, um die Zuschauer zu begrüßen und der Keltenfürst hielt direkt vor ihnen an und entbot Gabinia Clara - nicht ihm, Saturninus - einen persönlichen Gruß.
Die Beziehung der Beiden musste ja schon weit gediehen ein, dachte Saturninus, sagte aber nichts, obwohl das ihn ein wenig ärgerte. Aber er machte gute Miene zum bösen Spiel. 

Wenig später erhob sich Saturninus und winkte Frowin auf seiner Ehrenrunde aus Leibeskräften zu, während die Veneti nun blaue Tücher zogen und damit auf und nieder wedelten: "Frowin! Frowin! Frowin!" Ab und an rief auch einer von ihnen Minos - der schlaue Leithengst von Frowin war in der Factio wohlbekannt.

"Ich wette darauf, dass mein Junge gewinnt, werte Gabinia Clara", sprach Saturninus: "Möchtest du denn gerne dagegen wetten - um keine hohe Geldsumme und nichts Ehrenrühriges natürlich?"
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Honoratior von Iscalis
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02-03-2025, 07:44 PM,
Beitrag #7
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Heute war ein besonderer Tag und Gerwina reagierte gelassen auf Furius Spott und verzichtete auf  Sticheleien. "Ja, Saturninus, es ist wahr, der Bürger Claudius Dobunnus hat mich völlig becirct." Gabinia nickte und blickte dem Löwen herausfordern direkt in die Augen. 

Dann gab er zu, dass der Fürst ihn doch beeindruckt hat und hoffte, dass er ihn ein Fohlen zur Zucht überlässt. "Dann frage ihn, ob es möglich wäre, und nein, du langweilst mich nicht, werter Saturninus, aber sage mir, wer ist Taurus und wer sind die  Himmelsdrachen?", Gerwina zeigte auf einmal Interesse an dem Gespräch, "Eisu Ap Comux hat eine silberfellige Stute Argante hier und die Knechte meinen, sie stammt von Wasserpferden oder Feenpferden, die an Gewässern, Flüssen oder auch im Meer wohnen. Und die sind bösartig. Das hat mir der Fürst erzählt, aber er glaubt nicht daran und ließ mich diese schöne Stute reiten!" Gabinia lachte vergnügt.

Und da sah Gerwina ihren wunderschönen Fürsten, der auf seinem Rennwagen stand. Sie beobachtete mit Bewunderung, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz Eisu Ap Comux sein Vierergespann mit seinen edlen und wertvollen Pferden eine Ehrenrunde führ. Die Menge jubelte, als er Gerwinas Platz erreichte und seine Pferde zügelte und grüßte seine Lady mit einer weit ausholenden Geste. Eine Wärme durchflutete Gerwina, sie nickte und lächelte ihren Fürsten gefühlvoll an, dabei winkte sie ihm mit einem kleinen rosa Tüchlein. Nun wussten alle, dass die beiden zusammengehörten und das machte sie glücklich...

Gerwina wandte sich dann wieder an Saturninus, "Nein, ich möchte nicht wetten, ich wünsche mir natürlich, dass Eisu Ap Comux gewinnt, aber es ist ein Freundschaftsrennen und ich würde mich auf den Sieger freuen!"
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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02-05-2025, 02:37 PM,
Beitrag #8
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
"Taurus, damit meine ich Cacilius Taurus, den hiesigen Kaufmann. Sein Bruder macht Geschäfte im Osten. Die Himmelsdrachen sind parthische Pferde. Die Parther liefern sie bis zu den Serern in das Seidenland, und diese haben ihnen diesen Namen gegeben. Die Pferde haben goldenes Fell, das wie die Sonne leuchtet. Gar zu gerne möchte ich solche Tiere besitzen", erklärte Saturninus:
"Leider mögen die Parther ihre Pferde ungern zu uns exportieren. Aber Taurus meinte, dass er über seinen Bruder an ein Pärchen kommen könnte. Im Gegenzug möchte er eine Straße....", Saturninus winkte ab:
"Das ist aber nur schnöde Politik. - Dobunnus hat also silberfellige Pferde? Und sie sind jedoch bösartig?" so genau hatte der Furius das mit den Wasserpferden nicht verstanden:
"Aber du hast eines von ihnen geritten? Nun, dann können sie so schwierig nicht zum Reiten sein",  meinte er leichthin:
"Deine silberfellige Stute möchte ich gerne einmal sehen! Und auch gerne reiten! Stell dir einmal eine Quadriga mit gold-und silberfelligen Pferden vor, werte Gabinia Clara.  Ein wahrhaft erhabener Anblick"
Saturninus war sich sicher, dass er im Gegensatz zu einer Frau jedes Pferd auf dem Comuxhof reiten konnte:
"Es ist wirklich nur ein Freundschaftsrennen", bestätigte er:
"Aber natürlich hoffe ich, dass Frowin heute gewinnt. Sein Einkauf war teuer genug, wird Zeit, dass sich das amortisiert" Es war dem Furius anzumerken, dass er siegen wollte. Denn dann würde er ein Comux- Pferd erhalten, und jetzt, da er wusste, dass manche silbern waren, reizte ihn der Preis noch mehr. Ausgefallene Fellfarben waren seine Leidenschaft.

Seine Aufmerksamkeit galt nun Frowins kleiner Freundin, dieser Nisca, die in einer hellen Tunika oben auf dem Hügel stand. Sie schwenkte ein großes, weißes Tuch in die Luft. Unten hatten die Wagen Aufstellung genommen. Sobald die junge Frau das Tuch losließ und es fiel und schließlich die Erde berührte, würden die Wagen starten.
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Honoratior von Iscalis
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02-07-2025, 04:01 PM,
Beitrag #9
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Nach der Ehrenrunde brachten Eisu Ap Comux und Frowin ihre Wagen in die Startposition.  Währenddessen erzählte der Patrizier, wer Taurus war und, dass Himmelsdrachen die parthischen Pferde mit dem goldenen Fell sind und Saturninus wollte sehr gerne ein paar von diesen Tieren besitzen. Und so, wie Gerwina verstand, könnte der Bruder des Cacilius Taurus, der im Osten Geschäfte machte, ihm dabei helfen, die Pferde zu beschaffen.

"Da ist ja sehr interessant und er will im Gegenzug eine Straße?" ... Gabinia schaute Furius fragend an, der aber über die silberfelligen Pferden mehr wissen wollte. "Nun, ich glaube, der Fürst hat nur diese eine Stute, die ich geritten habe, die ist unglaublich schön und war mir gegenüber sehr freundlich gesinnt, aber Eisu Ap Comux erzählte, dass die silberfelligen Pferde, die an Gewässer wohnen und "Cefeledur" genannt werden, könnten den Menschen gegenüber nett und hilfsbereit sein, oder aber sie im Wasser ertrinken, je nachdem ... Frage bitte Eisu Ap Comux selbst, der kann es dir besser erklären, denn er hat welche gesehen!"

Dabei sah sie mit einem milden Lächeln ihren Fürsten an, der so majestätisch auf seinem Rennwagen stand und auf den Hügel schaute, wo seine Sklavin Nisca ein großes weißes Tuch in ihren Händen hielt. Und alle Anwesenden warteten gespannt auf das Freundschaftsrennen. Saturninus wollte natürlich, dass sein Wagenlenker gewinnt und hat das auch überzeugend argumentiert.

"Das werden wir bald erfahren, lieber Schwager!"
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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02-08-2025, 09:04 PM,
Beitrag #10
RE: Freundschaftsrennen - Zuschauer
Philus hatte Wort gehalten und gestattete es Helios, neben ihm zu sitzen. Nun, 'gestatten' war großzügig gesagt, denn tatsächlich hatte er das ja gewollt. Weiter vorn sah er Saturninus bei der Verwandschaft und auch die Fahrer natürlich, die sich bereitmachten. Das Mädchen auf dem Hügel warf ein Tuch, um den Start einzuläuten und als es auf dem Boden landete. Da fuhren sie auch schon, und Philus schaute dem Treiben voller Spannung zu. Es war nicht weniger spannend als ein richtiges Rennen im Zirkus, denn er fand beide Fahrer gut, wenngleich natürlich sein Herz für den eigenen schlug.
"Los, Frowin!", rief er, wie auch einige andere, außer den hier ansässigen Kelten, die ihrem Herrn die Treue hielten und dagegen schrien.
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