|
09-25-2026, 06:09 PM,
|
|
|
Furia Saturnina
Stellvertretende Hausherrin

|
Beiträge: 23
Themen: 2
Registriert seit: Mar 2026
|
|
RE: Gartenpavillon
Stellula war zu süß und Saturnina gab ihr ein Küsschen auf die Wange:
"Ich glaube, ich hätte auch lieber eine kleine Schwester", sagte sie: " Zuhause habe ich nur Spatzen - und Barbarenhirn zur Gesellschaft. Mama hat noch zwei Mädchen bekommen, aber die kenne ich noch nicht"
Mit Spatzenhirn meinte Saturnina den kleinen Carus, mit Barbarenhirn ihren Halbbruder Victor.
Klein- Dives zweifelnden Blick bemerkte die Furia aber wohl.
" Und warum schaust du so, Cousin Dives?", fragte sie den blonden Jungen interessiert, den seine Eltern ...wie eigentlich riefen? Yvonne? Alle hatten hier einen römischen und einen germanischen und vielleicht auch noch einen keltischen Namen, das war für Saturnina sehr verwirrend.
|
|
|
|
09-28-2026, 10:11 PM,
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Ich runzelte die Stirn. Mir gefiel nicht, wie verächtlich Saturnina über ihre Brüder sprach, und ich wollte keinesfalls, dass unsere Kinder diese Sprechweise nachahmten.
Nun fragte die kleine Furia Quiwon, warum er sie denn so anschaute. Ich räusperte mich kurz, um Quiwon zu ermahnen. Ich hoffte sehr, dass mein Großer jetzt nicht unhöflich wurde. Er hatte bei uns auf dem Gabinierhof noch nie so ein aufgeputztes Mädchen gesehen, und das sie ihn irritierte, war deutlich. Und Quiwon sagte immer aufrichtig , was er dachte.
Unser Sohn schaute Saturnina mit einem seiner klaren blauen Blicke an und erwiderte:
" Du siehst meiner Mama ein wenig ähnlich, Saturnina. Nur deine Augen hast du wie Onkel Tiberius. Meine Mama ist eine sehr feine Dame, doch kann sie reiten und ganz schnell rennen, wenn sie will, schneller als ich....."
Ich atmete auf. Quiwon war viel zu lieb und gutherzig, um die Cousine zu kränken.
Ich sah es Saturnina an, dass es ihr gefiel, mit ihrer Tante Stella verglichen zu werden, die unter den Furierinnen als ausgemachte Schönheit galt.
" Gehen wir, Kinder" sagte ich, und ich setzte Stellula auf meine Schultern. Meine Kleine quitschte vor Glück:
" Hühhott!" pipste sie.
Meinen Arm reichte ich Stella: " Zur Pferdekoppel , Fridila,?"
≥>>
|
|
|
|
09-29-2026, 05:15 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 371
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Inzwischen habe ich Kira mit Iliborn, der wieder eingeschlafen ist, nach Hause geschickt. Sie sollte das Kind baden und ich werde noch rechtzeitig kommen und ihn stillen.
Erst jetzt bemerkte ich, dass es meinem Gemahl missfiel, wie Saturnina ihre Brüder mit spitzer Zunge kommentierte. Mir tat sie aber leid, während sie sich so abfällig über ihre Geschwister äußerte, die daheim blieben. Denn das wunderte mich nicht besonders. Einige Dinge erfährt man durch Sklaven-Tratsch-Austausch. Ihre Mutter war fort, und ihr Vater war vermutlich nur mit sich selbst und seinen Liebschaften so beschäftigt, dass er kaum bemerkte, was um ihn herum geschah. Und anscheinend konnte niemand dem Kind das richtige Benehmen und eine gepflegte Sprache beibringen. "Wir gehen jetzt zur Pferdekoppel und später kannst du mir erzählen, was du auf dem Herzen hast, liebe Saturnina, wenn du magst", sagte ich mit weicher Stimme.
Unser Quiwon war trotz seines jungen Alters sehr clever und mit schnellem Auffassungsvermögen gesegnet. Und als Saturnina ihn fragte, warum er sie so anschaute, brauchte er nicht lange nachzudenken und sagte diplomatisch, dass er eine gewisse Ähnlichkeit zwischen mir und ihr erkannte und seine Mama eine feine Dame wäre, die reiten und rennen könnte. Ich musste laut lachen, umarmte meinen kleinen Liebling und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Stellula schaute uns alle abwechselnd an und lachte auch vergnügt. Dann setzte Friudel seine Tochter auf seine Schultern und bot mir seinen Arm an. Mit einem sanften Lächeln klammerte ich mich an ihm fest: "Ja, mein Herz, lass uns gehen!"
|
|
|
|
10-06-2026, 05:44 PM,
|
|
|
Furia Saturnina
Stellvertretende Hausherrin

|
Beiträge: 23
Themen: 2
Registriert seit: Mar 2026
|
|
|
RE: Gartenpavillon
In Saturnina regte sich Widerspruchsgeist. Ihre schwarzen Augen funkelten voller Übermut, als sie die Worte des kleinen Dives als das erkannte, was sie ja waren: Eine Herausforderung. Sie ließ sich nicht nachsagen, sie sei weniger tüchtig als Tante Stella, von einem kleinen Jungen schon gar nicht.
" Ich kann auch schnell rennen! Schneller als Carus und bestimmt auch schneller als Victor!"
Ohne Zögern und zum Entsetzen ihrer Kinderfrau Iolanthe legte sie ihre golddurchwirkte Palla einfach ab. Auch die schweren Ketten und die beiden oberen Tuniken flogen hinterher, bis Saturnina nur noch in ihrer leichten weißen Untertunika dastand. Da diese für ein wildes Wettrennen viel zu lang war, raffte sie den Stoff kurzerhand zusammen und schürzte ihn mit einem festen Knoten über den Knien. Zerschnitten hätte sie den Stoff nie, denn den hatte ihre Mama mit eigenen Händen gewebt .
„Wer zuerst bei meiner Sänfte ist, hat gewonnen!“, rief sie mit befehlsgewohnter Stimme und deutete auf das prachtvolle Gefährt, das etwa fünfunddreißig Passus entfernt im Schatten der Bäume stand.
Sie und Dives liefen wie kleine Wirbelwinde um die Wette.
Saturnina warf alle Würde über Bord und rannte so schnell sie ihre Beine trugen. Sie lag bereits in Führung, als das Malleur geschah:
Kurz vor dem Ziel stolperte sie über eine Unebenheit im Boden. Mit einem überraschten kurzen Aufschrei fiel Saturnina der Länge nach mit dem Gesicht ins Gras. Der Sturz forderte seinen Tribut. Die kunstvolle, hochgesteckte Frisur der kleinen Furia löste sich völlig auf, sodass ihre wilden, schwarzen Locken unge bändigt in alle Richtungen abstanden. Auch die sorgfältig aufgetragene Schminke wurde durch den Schweiß und die feuchte Erde verschmiert.
Und die Furia? Sie lag auf dem Rasen und bekam sich nicht mehr ein vor Lachen. In ihrem Inneren breitete sich ein völlig neues, berauschendes Gefühl von Freiheit aus. Zum ersten Mal in ihrem Leben war es ihr absolut gleichgültig, dass sie nicht wie eine junge Dame aussah. Das Erwachsen sein fiel in diesem Moment einfach von ihr ab.
Dives erreichte als Erster die prunkvolle Sänfte, aber erst, als er sich mit einem Blick vergewissert hatte, dass sich die Cousine nicht weh getan hatte, neckte er sie:
"Meine Mama rennt ja doch schneller als du!"
Dann ging er zu ihr hin. Auf dem Weg las er ein grobes Leinentuch auf, das Iolanthe vorhin, als sie zu ihrer Domina eilte, um sie von ihrem Tun abzuhalten, verloren hatte. Er reichte es seiner Cousine mit einem breiten Lachen.
Saturnina nahm es dankbar und rieb sich die restliche Schminke rigoros fort. Als das Tuch herabsank, kam ihr blasses Gesicht mit den schwarzen Augen und mit nun roten Wangen zum Vorschein. Einige kleine Sommersprossen hatte sie auf der Nase.
Dives tippte vorsichtig darauf:
" Du hast ja Traumpunkte"
" Ich habe.. was? Ach, Dives" Der Ernst des kleinen Jungen rührte sie. Er nahm ihre Hand und half ihr auf die Beine. Die anfängliche Distanz war völlig verflogen. Hand in Hand gingen sie zu Tante Stella, Onkel Gabinius, Onkel Gerfridu und einer sehr erschrockenen Iolanthe in den Pavillon zurück.
" Gehen wir!", riefen sie, als wäre nichts geschehen.
|
|
|
|
Vor 7 Stunden,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 371
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Doch bevor wir zum Stall losgingen, wollte Saturnina beweisen, dass sie auch schnell rennen konnte, und nun liefen sie und Quiwon, was das Zeug hielt. Plötzlich stolperte Saturnina und fiel mit dem geschminkten Gesicht ins feuchte Gras. Für einen Augenblick wurde es still und wir alle blieben erschrocken stehen. Quiwon reichte ihr seine Hand und half ihr aufzustehen, und dann wurden wir Zeugen einer Metamorphose.
Die Schminke auf Saturninas Gesicht löste sich auf. Die weiße, puppenhafte Oberfläche ihrer Haut verwandelte sich in einen warmen, natürlichen Teint und ihre Gesichtszüge wurden weicher und lebendiger. Ihr Haar, bisher fest gebunden und sorgfältig frisiert, löste sich und fiel in langen, schwarzen Strähnen über ihre Schultern. Die steife Haltung verschwand und Quiwon schaute seine anmutige Cousine Saturnina mit einem weichen Lächeln an.
Die ganze Familie atmete tief auf und freute sich, dass dem Kind nichts passiert war. Ich umarmte meine kleine Nichte kurz und lächelte: "Ich glaube, du bist endlich wieder du selbst, liebe Saturnina!"
>>>
|
|
|
|