|
06-10-2026, 03:56 PM,
|
|
|
Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
|
Beiträge: 152
Themen: 21
Registriert seit: May 2024
|
|
[Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
>>>
Dieser kleine Raum ist im Gegensatz zur Halle römisch eingerichtet, mit einer Lesekline und Wandnischen mit Schriftrollen in zum Teil schön gearbeiteten Schriftrollenbehältern, importierten Gefässen und Statuen. Hier erledigen die Hausherren ihre Büroarbeiten und empfangen Besucher, für die kein Empfang in der Halle vorgesehen ist oder deren Angelegenheiten vertraulich bleiben sollen
Bildnachweis: erstellt mit Perchance AI Image Generator
|
|
|
|
06-14-2026, 04:38 PM,
|
|
|
Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
|
Beiträge: 152
Themen: 21
Registriert seit: May 2024
|
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Inam konnte keine Einwände gegen Lady Gerwinas Anwesenheit mehr geltend machen. So trat Eisu mit seiner Ehefrau in das kühle Officium, und weil sie ja guter Hoffnung war, rückte ihr Mann ihr einen Lehnstuhl zurecht und legte einige Kissen für ihre Bequemlichkeit darauf. Dann öffnete er das Fenster. Es war erst später Nachmittag und die warme Frühlingsluft kam von draußen hinein. Staubflocken tanzten in den Sonnenstrahlen.
Eisu blieb am Fenster stehen, atmete tief ein und aus und wandte sich dann seinem Gast zu.
Prinz Inam verzichtete auf Förmlichkeit. Er warf sich auf die Lesekline, stützte seinen Kopf auf einen Arm und grinste herablassend, wie Eisu bei sich fand.
"Weshalb bist du gekommen, Inam, und möchtest uns unter vier Augen sptrechen?", fragte der Herr des Comuxhofes dennoch betont höflich.
|
|
|
|
06-18-2026, 02:56 PM,
|
|
|
Gabinia Clara
genannt Gerwina
   
|
Beiträge: 277
Themen: 9
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Obwohl der keltische Prinz mit dem Fürsten Eisu unter vier Augen sprechen wollte, bestand Eisu auf die Anwesenheit seiner Gattin Gerwina, da sie keine Geheimnisse voneinander hatten. Daraufhin betraten sie gemeinsam sein Officium, das nach römischer Eleganz ausgestattet war, mit Wandnischen voller Schriftrollen und Statuen, und eine elegante Kline stand einladend an der Seite. Durch das offene Fenster strömte die frische Frühlingsluft herein und erfüllte den Raum mit einem angenehm leichten Duft, der die Atmosphäre erfrischte. Gerwinas Mann sorgte dafür, dass seine Frau bequem saß, und fragte dann den Prinzen, der es sich auf der Kline gemütlich gemacht hatte, wie bei sich zu Hause: "Weshalb bist du gekommen, Inam, und möchtest uns unter vier Augen sprechen?"
Gerwina, die leise im Hintergrund saß, wirkte verärgert und besorgt. Sie beobachtete Inam mit kritischem Blick. Ihr Gesicht war von einer kühlen Distanz geprägt, und die Art, wie sie ihre Arme verschränkte, ließ keinen Zweifel daran, dass sie alles andere als erfreut über den Besucher war. Sie vermutete, dass die Entscheidungen, die an diesem Tag getroffen werden, weitreichende Konsequenzen haben würden.
![[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_37_19.png)
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
|
|
|
|
06-29-2026, 08:36 PM,
|
|
|
Dobunni
NSC

|
Beiträge: 8
Themen: 0
Registriert seit: Mar 2026
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Lady Gerwina schien nicht zu ahnen, wie reizvoll sie aussah mit ihrer kühlen Miene und den Augen, aus denen Blitze zu schießen schienen. Imam schaute zu ihr herüber..Wenn doch nur Eisu einmal einen Moment verschwinden würde, dann könnte er vielleicht....aber dann dachte er wieder an den frechen Harfner und sein Fuchslied. Mäuse sollte er, Cattis Sohn, fressen? Und der prachtvolle Vogel für den Cousin? Der war doch nur ein Gutsherr, und er versteckte sich in den Falten der Togen seiner Busenfreunde, der Römer. Nun fragte ihn Eisu was sein Begehr war
Imam dachte nicht daran, sich kurz zu fassen. Er dachte sich wohl, dass das Herrschaftspaar eine feste Meinung besaß, und er wollte überzeugen:
Also stand er auf von der Kline und begann mit volltönender Stimme zu sprechen:
" Ein feines Officium hast du hier, Eisu, dem Bürger Claudius angemessen und auch deiner Dame, der edlen Clara",
er verbeugte sich spöttisch in Richtung der Gabinia:
" Du glaubst, du sitzt sicher am Tisch der Römer, Cousin? Du hast ihre Toga angezogen und sprichst ihre Sprache, aber für sie bleibst du ein Barbar im Festgewand. Die Wölfin schließt keinen Vertrag mit dem kleinen Fuchs . Sie füttert dich nur so lange, bis sie hungrig genug ist, um auch dich zu fressen. Wer steht dann noch zwischen ihrer Gier und deinen Feldern?“
Fuchsmetaphern kann ich auch, dachte Imam und fuhr fort:
„Frag die Trinovanten nach ihrem Recht! Frag die Söhne von König Prasutagus! Auch sie hatten Verträge. Sie haben den Römern alles gegeben, was sie wollten. Und was haben sie bekommen? Als der König starb, kamen die Steuereintreiber, peitschten seine Frau aus und machten seine Töchter zu Sklavinnen. Das ist das Schicksal, das du für dein ungeborenes Kind kaufst, während du auf dein Bürgerrecht starrst! Und denke an das Schicksal, das deine Frau erwartet! Sie ist eine von ihnen, doch sie hat sich mit dir verbunden. Roma Soldaten werden ihr keinen Respekt erweisen!"
Imam starrte auch, auf Gerwinas Bauch. Er sah nicht viel, aber er ging davon aus, dass beide Kinder haben würden:
:„Du sagst, sie lassen dir dein Land? Hast du die Männer in den roten Tuniken nicht gesehen, die neulich am Fluss standen? Sie haben Holzpfähle in deine Erde geschlagen und Linien gezogen. Sie zählen deine Rinder, Cousin! Sie messen deine Wälder! Sie teilen dein Erbe bereits unter ihren Generälen auf. Sie warten nur darauf, dass die Ernte eingebracht ist, um sie wegzutragen.“
Imam wusste nicht, ob die Landvermesser schon bis an die Grenze des Comuxhofes vorgedrungen waren. Aber er hatte sie weiter im Norden gesehen:
:„Sie werden gewiss kommen, und sie werden deine heiligen Haine roden, um Holz für ihre Badehäuser zu schlagen. Sie werden die Gräber deiner Väter plattwalzen, um eine schnurgerade Straße aus Stein darüberzubauen. Dein Bürgerrecht schützt dich nicht davor, ein Fremder im eigenen Land zu werden. Wenn du nicht für deine Erde kämpfst, wirst du bald Steine für ihre Paläste schleppen.“Oder der Prinz blickt auf den Ring, die der Vetter als Zeichen seines Bürgerrechts trägt, spuckt aus und sagt: „Dieses glänzende Stück Eisen hat dich blind gemacht.
Wir stolzen Dobunni, wir sterben lieber mit dem Schwert in der Hand unter den Blicken von Taranis und Andraste, als zu sehen, wie die Fürsten unseres Blutes zu Bettlern werden. Zu Bettlern, die einen römischen Statthalter um Erlaubnis bitten müssen, nur um zu atmen"
Sein Ton wurde herzlich, und er wagte ein schiefes Lächeln:
" Schließ dich diesem wilden Fuchs an, mein Bruder, der hier vor dir steht und gekommen ist, deine Hilfe zu erbitten! Lass uns gemeinsam kämpfen! Siegen wir, so sind wir frei! Sterben wir, so werden wir wiedergeboren und die Barden werden unseren Untergang besingen! "
Imam hatte Gerwina nicht vergessen:
" Und du, Lady, wirst die Ehefrau eines Helden oder aber eine Witwe sein, so oder so geehrt in den Hallen der Fürsten. Halte Eisu nicht zurück von seiner Bestimmung, das bitte ich"
![[Bild: 3_15_08_22_9_38_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_38_19.png)
Volk der Dobunni
|
|
|
|
07-10-2026, 03:17 PM,
|
|
|
Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
|
Beiträge: 152
Themen: 21
Registriert seit: May 2024
|
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Eisu rührte sich sekundenlang nicht. Seine Hand lag so schwer auf dem Tisch, dass die Knöchel weiß hervortraten. Inams Worte hingen wie giftiger Rauch im Raum, doch es war nicht die politische Brandrede, die Eisus Blut zum Kochen brachte. Es war der lüsterne Blick, den sein Vetter auf Clara geworfen hatte, und die skrupellose Art, wie er eine schwangere Frau - seine, Eisus, Frau - mit dem Tod ihres Mannes und dem Sklavendasein für sich und ihre ungeborenen Kinder bedrohte, nur um seinen Willen durchzusetzen.
Langsam erhob sich Eisu Ap Comux von seinem Platz. Er überragte den Prinzen etwas und blickte auf ihn herab. Das Siegel des Bürgerrechts an seinem Finger glänzte.
"Du sprichst von Füchsen, Inam, aber du verhältst dich selbst wie ein tollwütiger Wolf, begann Eisu, und seine Stimme war leise, schneidend und voller Autorität:
"Du kommst unter mein Dach, brichst mein Brot und wagst es, meine Frau in meinem eigenen Haus zu bedrohen? Du sprichst vor ihr von Witwentum und Ketten? Du schaust sie an und webst bereits an ihrem Leichentuch, während sie mein Kind unter dem Herzen trägt?"
Eisu trat einen Schritt näher an den Prinzen heran, sodass Inam die Hitze seines Zorns spüren konnte. Seine Stimme sank zu einem gefährlichen Flüstern herab:
"Glaubst du, ich bin blind? Ich habe gesehen, wie du sie ansiehst. Du suchst hier keine Verbündeten, Cousin. Du suchst Gefolgsleute für deinen Untergang und Beute für dein Ego. Aber du hast dich im Hof geirrt
Er wandte den Blick kurz ab, und für einen Moment schien eine tiefe, uralte Müdigkeit über sein Gesicht zu gleiten. Die Erinnerung an seine Vision am See Gweder suchte ihn heim –
Du schwärmst von Freiheit und dem Gesang der Barden fuhr Eisu fort, und die Härte kehrte in seine Stimme zurück:
"Aber die Barden singen nicht für die Hochmütigen, Inam. Sie besingen die Narren nicht, die ihre Speere gegen eine eiserne Mauer werfen. Ich selbst habe das Ende deines Weges gesehen. Die Herrin vom See hat ihn mir offenbart. Dort im See sah ich, wie ein prächtiger Adler geflogen kam, die Sonne verdunkelte und dein Herz herausriss. Immer wieder pickte er zu, und blutüberströmt bist du zur auf Erde gesunken. Der Adler flog jedoch mit dem Herz im Schnabel davon, und sein Flug sprenkelte das Land mit Blutstropfen. Es war dein Blut, Vetter und das Blut all der guten Männer, die dir folgten.
Rom ist kein Wolf, den man mit einem Jagdspieß erlegt. Es ist eine Lawine aus Eisen. Wer sich ihr entgegenstellt, wird zermalmt. Die Dobunni werden keinen Ruhm ernten, sondern Gräber"
Er machte ein Zeichen mit der Hand, das unmissverständlich klarmachte, dass jede weitere politische Diskussion beendet war. Doch anstatt ihm endgültig die Tür zu weisen, trat Eisu einen Schritt zurück und stellte sich schützend, aber mit einer verächtlichen Geste der Abkehr, halb den Sessel seiner Frau. Seine Hand ruhte nun schwer auf dem Knauf seines Gürtelmessers: " Der Comuxhof wird nicht brennen, nur damit dein Name in einem Lied auftaucht, o stolzer wilder Fuchs"
Eisu warf einen kurzen, Seitenblick auf seine Ehefrau, und sein Zorn verwandelte sich augenblicklich in besorgte Zärtlichkeit, ehe er Inam wieder fixierte:
"Du hast vergessen, dass auf diesem Hof zwei das Sagen haben. Und du hast die wichtigste Person hier gerade aufs Tiefste beleidigt"
Eisu sah seine Frau nun an: " Du hast das Wort, meine Lady"
|
|
|
|
07-12-2026, 01:24 PM,
|
|
|
Gabinia Clara
genannt Gerwina
   
|
Beiträge: 277
Themen: 9
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Während er bereits auf dem Hof verweilte, fielen Gerwina die wiederholten unsittlichen Blicke des Prinzen auf. Sie war jedoch eine überlegene und stolze Frau, die sich von seiner Frechheit nicht aus der Fassung bringen ließ. Doch ihr Gemahl, Fürst Eisu, war über Inams respektloses Verhalten und seine kriegerischen Absichten zutiefst empört. Er erhob sich, und in einem leisen, aber bedrohlichen Ton äußerte er seine Meinung zu seinen kriegerischen Absichten. Außerdem erzählte er dem Prinzen, was die Herrin vom See Gweder ihm offenbarte.
Dann sah der Fürst seine Lady an. "Du hast das Wort, meine Lady"
Eisu Ap Comux und Gerwina waren sich der Realität wohl bewusst. Sie konnte die kriegerische und hochmütige Rhetorik des Prinzen kaum ertragen und ihre Augen funkelten vor Unmut. Er hielt sich wohl für den Großen Caratacus, der aber auch scheiterte …
Sie sah ihren Fürsten nickend an, berührte sanft seine Hand an und sprach:"Es ist leicht, vom Krieg zu sprechen, wenn man die Konsequenzen außer Acht lässt." Gerwina schüttelte den Kopf, ihre Skepsis blieb unverändert. Ein wilder Fuchs hätte auf jeden Fall mehr Verstand als dieser wahnsinnige Prinz, dachte sie und fügte hinzu: "Dein Traum von Freiheit wird in einem Albtraum enden, so wie es die Herrin des Sees vorhergesagt hat!" Bei der Vorstellung lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken...
"Ich habe nur eine Frage: Hast du deine Absichten, gegen Rom aufzubegehren und damit das Dobunni-Volk ins Verderben zu stürzen und das Land zu verwüsten, vor der Ratsversammlung dargelegt und deren Zustimmung erhalten?"
Gerwina schwieg einen Moment, und bohrte dann ihre grünen, undurchdringlichen Augen in seine, "Es werden keine Witwen und Kinder mehr geben, denn die römischen Legionäre lassen sie alle umbringen, um die nächste Generation der Rebellen zu verhindern ..." sagte sie mit einer düsteren Stimme und öffnete ihren Fächer, um sich die frische Luft zu verschaffen.
"Ein Aufstand wäre aussichtslos, Prinz, und würde mit brutaler Gewalt niedergeschlagen werden, denk darüber nach..." Der sture Fuchs tat ihr beinahe leid.
![[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_37_19.png)
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
|
|
|
|
07-14-2026, 04:41 PM,
|
|
|
Dobunni
NSC

|
Beiträge: 8
Themen: 0
Registriert seit: Mar 2026
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Sowohl Eisu als auch Gerwina hatten Prinz Inam nicht ärgern wollen. Ihre Worte waren eindringlich und Warnungen gewesen, und jeder hätte sie sich zu Herzen gehen lassen. Auch eine Vision, wie die die Eisu am See Gweder gehabt hätte, wäre als Botschaft der Götter ernst genommen worden.
Aber Inam dachte nicht so. Er hörte nur, was er hören wollte, er glaubte nur, was er glauben wollte.
"Der Rat besteht aus alten Männern, die schon so lange unter Roms Knute gelebt haben, dass sie nicht mehr klar denken können", antwortete er auf Gabinia Claras Frage.
"Sie bedeuten nichts! Ich habe junge Krieger hinter mir, mutige Männer, die die Romaniad aus userem heiligen Land jagen wollen! Und ein Druide ist bei mir, er sagte uns den Sieg voraus. Wisst ihr denn mehr als die Druiden?"
Inam lachte spöttisch:
"Ich werde Morgen früh aufbrechen, Vetter. Danach bin ich nicht mehr dein Freund. Und wenn wir siegen, so werden wir keinen Romanyer am Leben lassen. Den Göttern werden wir sie opfern"
Voller Zorn schaute er Lady Gerwina an, die anmutig und fast königlich in ihrem Sessel saß.
"Du solltest machen, dass du zu deinen Leuten kommst, so lange du noch kannst!", sagte er, als würde er es gut mit Eisus Ehefrau meinen.
Doch in Wahrheit dachte er: Wenn ich erst König bin, so töte ich Eisu und nehme mir seine Frau als meine Sklavin! Die Druiden werden mir erlauben, besonders schöne Römerinnen als Kriegsbeute am Leben zu lassen. Es wird genug für sie übrig bleiben, was sie den Göttern opfern können.
![[Bild: 3_15_08_22_9_38_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_38_19.png)
Volk der Dobunni
|
|
|
|
07-14-2026, 05:22 PM,
|
|
|
Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
|
Beiträge: 152
Themen: 21
Registriert seit: May 2024
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Eisu nickte, als Inam seine Worte beendete. Was sonst noch hinter Inams gerunzelter Stirn an bösen Gedanken vor sich ging, ahnte er nicht. Er hatte Gabinia Claras Hand gegriffen und hielt sie immer noch fest. Inam lief in sein Verderben. Es tat Eisu Leid.
"Du möchtest es so, Vetter und ich kann dich nicht umstimmen", sprach er mit großer Ruhe: "Du sollst bis Morgen früh unser Gast sein, wie du es wünschst und dann unbehelligt deines Weges ziehen", er schaute zu seiner Frau hinüber:
"Geben wir den Gästen an Vorräten mit, was wir selber entbehren können?", fragte er, denn die Schlüsselgewalt über die Vorratskammer hatte die Gutsherrin. Der Titel "Lady" bedeutete ja "Die, die das Brot gibt"
Als Eisu Ap Cimux jedoch den Druiden erwähnen hörte, konnte er ein leichtes Zusammenzucken nicht verhindern:
"Welchen Druiden meinst du, o Inam?", fragte er rasch: "Ich habe keinen der weisen Priester in deinen Reihen gesehen?"
Der Dobunnifürst bezweifelte bei sich ohnehin, dass ein Druide, der den Prinzen begleitete, von allzu großer Weisheit sein konnte.
Aber es waren Druiden, die stets jede einzelne Rebellion befeuert hatten, deshalb hatte Rom sie verboten. Der alte König Catti und selbst Eisus Vater hatten diese Sorte Druiden an die Römer ausgeliefert. Eisu selbst war nie einem dieser grausamen Priester begegnet, doch man sprach davon, dass es immer noch weit im Norden einen versteckten Druidenrat gab und dass ihr neuer Anführer, Cartivel, weiterhin ein unversöhnlicher Feind Roms war.
|
|
|
|
07-15-2026, 03:51 PM,
|
|
|
Gabinia Clara
genannt Gerwina
   
|
Beiträge: 277
Themen: 9
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Gerwina beobachtete Inam mit wachsendem Unbehagen: Sein Blick war starr, als wäre er von allen guten Geistern verlassen. Es wurde ihr zunehmend klar, dass der Prinz von einem gefährlichen Größenwahn ergriffen worden war. Kein vernünftiges Gespräch konnte ihn noch erreichen, und es schien, als gäbe es nichts, was seinen Geist besänftigen oder ihn von seinen zerstörerischen Plänen abbringen könnte. Der wilde Fuchs drehte langsam völlig durch und ihr Brummbär brummte …
Dann nahm Eisu ihre Hand und hielt sie fest. Der Fürst gab auf, seinen Cousin umzustimmen, denn Inam schien unerschütterlich und taub für die mahnenden Worte. Und nahm die Zerstörung seines eigenen Landes kaltblütig in Kauf.
Dobunni Prinz sollte bis morgen früh als ihr Gast noch bleiben, dann aber den Comux-Hof verlassen, sagte Eisu und schaute dann seine Frau an und fragte, ob sie den Gästen etwas an Vorräten geben könnten, weil Lady Gerwina als die Herrin des Hauses die Schlüssel der Vorratskammer hatte.
"Ja, mein Gemahl, ich werde das Nötige veranlassen und Meonre wird sich darum kümmern, dass unsere unangemeldeten Gäste unterwegs nicht hungern müssen." Sie sah ihren Eisu lieb an und zuckte mit den Schultern. Dann hörte sie, wie Inam ihr sagte, was sie machen sollte, solange sie noch konnte. Aber ihre weibliche Intuition sagte ihr, dass er etwas ganz anderes im Sinn hatte, nichts Gutes..., etwas Ungeheuerliches, und das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Gerwina, Gerlindas Tochter, hatte nun genug und erhob sich. Die Sonne, die langsam unterging, strahlte durch das Fenster und ließ ihr Haar wie eine goldene Krone leuchten. Sie hob die Hand und streckte den Zeigefinger dem Unruhestifter entgegen, ihre glühenden Augen direkt auf ihn gerichtet, und sprach mit erhobener und klarer Stimme:
"Du bist verflucht, Inam, Sohn von König Catti... . Der Adler soll dich holen!"
Und in diesem Moment schien sich die Luft zu verdichten, als hielte der Raum den Atem an und die Zeit stehen blieb.
![[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_37_19.png)
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
|
|
|
|
Vor 7 Stunden,
|
|
|
Dobunni
NSC

|
Beiträge: 8
Themen: 0
Registriert seit: Mar 2026
|
|
RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
" Meister Cenmonoc , der Bluthund des Rates", erwiderte Inam: " Du wirst ihn nicht erkennen, denn er ist genauso ein großer Krieger wie er Druide ist, und gerade trägt er ein Kriegergewand. Aber was spreche ich zu dir von den Sitten der Väter? .Ein zahmer , träger fetter Fuchs bist du geworden, Vetter,der sich mit seiner trächtigen Füchsin im Unrat der römischen Wölfiin suhlt...."
Nach dieser letzten Beleidigung und dem, was folgte: Gabinias Claras Fluch nämlich, jedoch erstarrte der Prinz , als hätte ihn der Blitz getroffen. Das selbstgefällige Grinsen fror auf seinem Gesicht ein, und für einen unendlichen Moment wich alle Farbe aus seinen Wangen.
Die Worte von Lady Gerwina, die schön und tödlich wie eine strafende Göttin wirkte, trafen ihn nicht wie die bloße Drohung einer Frau, sondern wie das unerbittliche Urteil der Götter selbst – das Bild des römischen Adlers, der über seinem Schicksal kreiste, fraß sich augenblicklich in seinen Verstand.
Er schluckte mühsam, wich einen Schritt zurück und suchte vergeblich nach seiner zuvor gezeigten Arroganz, doch seine Stimme versagte ihm den Dienst.
Ohne ein weiteres Wort, von plötzlicher, nackter Angst getrieben, wandte er sich um und hastete aus dem Officium, um den Hof noch vor dem Morgengrauen zu verlassen.
Die Dienerin Meonre auf dem Hof erhielt später den Befehl, sich um die Vorräte der Krieger zu kümmern. Da sie sah, sah sie nicht nur einen hastig aufbrechenden Dobunni- Adligen, sondern eine dichte, pechschwarze Aura, die sich wie ein Leichentuch um Inams Schultern legte und nach Verderben roch. Sie spürte das Krallen des Adlers bereits in seiner Seele und wusste mit absoluter, schauderhafter Gewissheit, dass der Fluch der Herrin unumkehrbar war und Inam direkt in seinen Untergang laufen würde.
Mit mechanischer Präzision packte Meonre die Vorräte ab, während die anderen Mägde in Abstand blieben; ihr unheimlicher Ruf war Schutzschild und Isolation zugleich. Als der Proviant verstaut war, wartete die Schar nicht auf den Morgen: Inam und seine Männer zogen hinein in die anbrechende britannische Nacht. Das dumpfe Hufgeklapper ihrer Pferde verhallte im Dunkeln und ließ den Comux-Hof in einer schweren, unheilvollen Stille zurück, während das Schicksal des Prinzen besiegelt war.
![[Bild: 3_15_08_22_9_38_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_38_19.png)
Volk der Dobunni
|
|
|
|