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Am Bach ...
04-26-2026, 02:33 PM,
Beitrag #1
Am Bach ...
[Bild: Bach.jpg]


An einem schönen Tag im Frühling, während mein Friudel seinen Beschäftigungen nachging, ging ich mit unseren zwei Kindern zum Bach, der am Rand des Ulmenwäldchens floss. Ein drittes Kind war noch unterwegs. Gerfridu, der Onkel meines Mannes und Sylvana, das Kindermädchen, begleiteten uns bei diesem Spaziergang. Die Luft war erfüllt vom Duft frischer Blumen und dem fröhlichen Zwitschern der Vögel. Am Ufer des Baches entdeckten die Kinder bunte Steine und kleine Fische, die im klaren Wasser schwammen. Quiwon sammelte die Steinchen und Stellula beobachtete, wie ihr Bruder versuchte, diese kleinen Kieselsteine ins Wasser zu werfen. Dabei klatschte sie begeistert in die Hände und vollführte einen aufgeregten Sprung in die Höhe.

Ich trug einen silbernen Armreif bei mir, kunstvoll geschmiedet und für die Göttin Carmenta bestimmt, denn es war ein Brauch, der Göttin Carmenta einen silbernen Armreif zu opfern und sie um eine sichere und leichte Geburt zu bitten. Vorsichtig tauchte ich die Hand ins kühle Wasser und ließ den Armreif langsam ins Wasser gleiten, wo er funkelnd zwischen den Steinen verschwand. Ich lächelte zufrieden und betete auch zu Porrima und Postverta, die über die Geburt wachten und für die ich zwei goldene Ringe ins Wasser tauchte. Die Kinder sahen fasziniert zu, wie die Oberfläche des Flusses die Opfergaben aufnahm und sie wieder verströmte. Alle Anwesenden spürten die festliche Atmosphäre, und so standen wir am Bach, voller Hoffnung und Vertrauen in den Segen von Carmenta, während der Frühling um uns herum erwachte und neues Leben versprach.

Dann breitete der Onkel die Decke aus und wir setzten uns darauf. Die Kinder spielten am Ufer unter Sylvanas Aufsicht. Gerfridu erzählte mir, dass er den Brief an die Viola abgeschickt hat, aber noch keine Antwort erhalten hat. Ich sagte, dass es mit Briefen in diesem Land eine gewisse Zeit dauert, aber vielleicht kommt sie im Sommer selbst, und nickte optimistisch. Wir plauderten noch eine Weile, und als ich mich aufrichten wollte, durchfuhr mich ein heftiger Schmerz im Unterleib, sodass ich mich stöhnend zusammenkrümmte. Offenbar erkannte der Onkel sofort, dass ich die Wehen bekam. Er half mir beim Aufstehen und rief nach Sylvana. Sie versammelte die Kinder, und als Stellula mich so erblickte, begann sie zu heulen.

"Was schreist du so, liebe Schwester, wir bekommen bald ein Brüderchen!", versuchte Quiwon sie zu beruhigen, schaute mich aber auch besorgt an. "Quiwon, lauf schnell nach Hause und sage Fenia, es ist so weit...!". Unser Sohn war zwar erst sechs Jahre alt, aber sehr reif für sein Alter. "Ja, Mami, ich bin schon unterwegs!"

Die Wehen wurden immer heftiger und unbarmherziger und ich brach zusammen. Zum Glück war der Onkel Gerfridu an meiner Seite und ohne zu zögern, hob er mich behutsam hoch und trug mich schnellstmöglich nach Hause.


"Friudel, wo bist du?..."
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Vormund (Tutor): Tib. Furius Saturninus
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Gestern, 06:02 PM,
Beitrag #2
RE: Am Bach ...
Rango wurde erwachsen. Anfangs hatte er mit den anderen Bediensteten darum wettgeeifert, die scheue Niko zum Lächeln zu bringen, aber jetzt stand dieser schlaksige, blonde Junge, oder vielmehr: junger Mann vor mir und beichtete mir, dass er sich in Niko verliebt hatte. Rango war so gut und arglos. Und jung genug, keinerlei Schwierigkeiten zu sehen. Ich wusste aber, dass Niko und ihr Töchterchen Nana Sklavinnen von Claudia Sabina waren. Sie konnte sie jederzeit abholen lassen. 
"Erwidert die junge Frau denn deine Gefühle auch?", fragte ich vorsichtig.
"Das weiß ich noch nicht", erwiderte Rango und kickte einen Kieselstein fort. Wir waren ein bisschen in den Garten gegangen, weil der Junge mich unter vier Augen sprechen wollte. Ich atmete insgeheim auf. Noch war zwischen den beiden jungen Leuten nichts geschehen, was sie in Schwierigkeiten bringen konnte. 
"Ich denke darüber nach", versprach ich Rango, der jetzt ebenfalls aufatmete. Ich würde mit Stella später darüber sprechen. Vielleicht konnte man Niko und Kind der Claudia abkaufen. Der kleine Iulius Cato brauchte  allmählich keine Amme mehr. Auf seinen kleinen dicken Beinchen wackelte er mit Vorliebe Stellula hinterher, und er aß was die Ältere auch aß. 
Rango verabschiedete sich und ging wieder an die Arbeit, als ich plötzlich einen Ruf hörte. Er klang seltsam; weit fort und doch wie dicht an meinem Ohr. Ich hätte schwören können, dass es Quiwons Stimme war, der mich rief. Sofort trabte ich in die Richtung, aus der ich meinte, seine Stimme vernommen zu haben. Es dauerte nur eine kleine Weile, und ich lief Fenia in die Arme, die mir zurief:
"Herr Gabinius, es ist soweit!"
Wo ist Quiwon, dachte ich verblüfft. 
" Hier bin ich, Vater!" Quiwon lief Fenia vorneweg. Fenia schaute mich an: "Dein drittes Kind will zur Welt kommen"
"Mein Bruder", verbesserte Quiwon. Jetzt erst begriff ich, was beide sagten, und vor Aufregung lief ich schneller als beide in die Richtung, die mein Sohn mir wies.
Da kam uns Gerfridu aber auch schon entgegen, und er trug eine halbohnmächtige Stella auf den Armen.
"Fridila!", rief ich und nahm sie meinem Onkel aus den Armen: "Fridila, meine geliebte Fridila!" Ihr Gesicht war bleich wie Marmor, und mir blieb das Herz stehen vor Schreck. 
Fenia erkannte mit einem Blick den Ernst der Lage: "Bis zum Haus schaffen wir es nicht mehr", stellte sie fest: "Tragen wir sie ins Balneum, wenn du nicht willst, Herr Gabinius, dass dein Kind im Wald auf die Welt kommt"
Gerfridu nahm die Kinder: "Kommt, hier können wir nicht helfen!", sagte er betont fröhlich, um die weinende Stella zu beruhigen und setzte meine Tochter auf seine Schultern:
"Euer Vater ruft euch, wenn es soweit ist! Ich schicke euch besser Sylvana und Riona", wandte er sich an mich und Fenia und nahm die Kinder mit sich.  Sylvana war Stellas Cubicularia und Riona selbst eine erfahrene Mutter und Kinderfrau, beide Frauen waren bei dieser Angelegenheit von größerem Nutzen, als es ein Krieger sein konnte. 
Fenia und ich aber  - ich mit meiner süßen Last - hasteten dem Balneum zu >>>
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
Honoratior der Stadt Iscalis
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