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Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Gestern, 07:31 PM,
Beitrag #1
Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
[Bild: ArtbreederCubi1.jpg]


Dies sind die Räumlichkeiten von Victor, seit er bei der Familie seines Vaters lebt. Er hat ein bequemes grosses Zimmer mit Blick auf das Atrium und allem, was ein junger Mann für seine Ausbildung braucht, Schreibzeug, Schriftrollen, Tabulae, aber auch Übungswaffen aus Holz.
Der Ianitor Leon, ein Spartaner, übernimmt die körperliche Ertüchtigung, 


Unterricht erteilen Saturninus Privatsekretär Scaevus
 oder Saturninus selbst .


[Bild: Leon-(1).png]
Leon

[Bild: Scaevus_113.jpg]
Scaevus


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Gestern, 07:50 PM,
Beitrag #2
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Aidan mochte es nicht, drinnen herumzusitzen. Heute regnete es draußen und aus irgendeinem Grund hielten Römer den Regen für was gaaaanz Schlimmes. Dachten wohl, man falle in eine Pfütze und ertrinke. Er hatte mit seinen Brüdern immer im Regen und im Schlamm gespielt. Mutter hatte sie immer ganz fürchterlich geschimpft, wenn sie den Boden im Haus völlig versaut hatten. Hier in Iscalis gab es kaum schöne Ecken, an denen man spielen konnte. Außerdem durfte er hier gar nicht mit jedem spielen.
So hatte er sich mit seinem kleinen Bruder beschäftigt. Seinem anderen Bruder. Dem römischen Bruder. Carus war ein wenig komisch, fand er. Aber er hatte ein ganz freundliches Gemüt und war sehr anhänglich. Er lachte immer über seine Witze, auch wenn er sie nicht verstand. Und er hatte ganz unübliche Ideen. Trotz allem mochte Aidan seinen Bruder gut leiden. Eben erst hatten sie in dessen Zimmer gesessen und er hatte ihm etwas vorgelesen. Carus tat sich schwer mit dem Lesen, doch wenn er sich Zeit nahm und alles genau mit ihm durchging, kam der Kleine gleich viel weiter als beim Vater, der rasch die Geduld mit ihm verlor. Danach jedoch hatten sie mit den Holzwaffen gekämpft. Carus hatte das Bett erklommen und laut gelacht, aber dann war es passiert. Ob aus Unachtsamkeit oder sonst wie, sein Bruder war einfach hingefallen und hatte sich den Kopf auf dem Boden angeschlagen. Aidan hatte sofort Leon gerufen und der hatte sich um den armen Carus gekümmert, der bitterlich geweint hatte. Ihn selbst hatte Leon auf sein Zimmer geschickt, damit er nicht im Weg stand. Und hier saß er nun. Machte sich Sorgen und wog nervös und lustlos eines der Holzschwerter in seinen Händen.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
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Gestern, 08:10 PM,
Beitrag #3
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
[Bild: Apollinaris-Maiordomus.png]

Apollinaris, der Hausverwalter, hatte kurz seinen Kopf zur Carus Tür hineingesteckt und gesehen, dass Dominus Carus weinte. Apollinaris war schon lange bei den Furiern. Er wusste, dass sein Herr es nicht leiden konnte, wenn er nicht das Gefühl der Kontrolle im Haushalt hatte. Seit Domina Serena nach Italia abgereist war, hatte sich Saturninus Laune eher noch verdüstert. Die Domina hatte ihre Kinder gut im Griff gehabt, allerdings wäre sie über Victors Anwesenheit nicht sonderlich erfreut gewesen, nahm Apollinaris an, obgleich Furia Serena die Entscheidungen ihres Ehemannes niemals in der Öffentlichkeit kritisiert hätte. . Victor war der Sohn einer Freigelassenen. Nun gut, noch vor ihrer Ehe gezeugt, aber trotzdem. 
"Ich sage dem Vater Bescheid, junger Herr", sagte Apollinaris. 

"Apollinaris, schick nach Phaedra" , sagte Saturninus, nachdem ihn Apollinaris über den Spielunfall informiert hatte. Phaedra war Carus Amme gewesen. Der Junge war für eine Amme zwar schon zu groß, doch sie würde ihn am besten trösten, während er erst einmal erfahren wollte, was eigentlich geschehen war. 

Wenig später stand Saturninus in der Tür von Victor. Er klopfte nicht an.
" Victor: Was ist vorgefallen, dass ich wegen Kindergekreische von meiner Lektüre aufstehen musste?", sagte er statt einer Begrüßung. Saturninus trat auf wie ein Centurio, der von einem Untergebenen einen  Bericht erwartete. Seine dunklen Augen ruhten auf Tiberius Victor, aufmerksam, jedoch distanziert.
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Honoratior von Iscalis
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Gestern, 09:00 PM,
Beitrag #4
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Und da stand der Papa schon, wie einer dieser Legionäre, die Leute auf dem Marktplatz anschrien. Und Aidan machte ein finsteres Gesicht, gebeugt von der Last all der Unzufriedenheit. Wie unglücklich er hier war! Aber Vater wollte nicht hören, immer nur Gehorchen und Antworten und Brav sein...
Auch Victor grüßte seinen alten Herrn nicht, so wenig wie der ihm auch bloß ein freundliches Hallo geschenkt hatte.
"Wir... Wir haben gespielt. Carus ist auf das Bett gesprungen und dann einfach hingefallen. Ich habe nichts gemacht", verteidigte er sich. Und es stimmte. Im Gegensatz zu der blöden Ziege stritt er sich mit Carus so gut wie nie. Er hätte seinen jüngeren Bruder beißen können und der würde ihn vermutlich noch immer umarmen und sich einfach freuen, dass er da war. "Und dann hat er angefangen, zu weinen und Leon kam rein. Ich bin sofort hergekommen. Ich glaube, Carus hat sich nur über den Sturz erschreckend." Manchmal passierten ihm beim Römisch-Sprechen noch ein paar kleine Fehler, auf die er sicher bald aufmerksam gemacht würde.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
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Vor 4 Stunden,
Beitrag #5
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Die Erklärung war eine Erklärung. Saturninus nickte. Doch der Nachsatz, der eine Entschuldigung war, ich habe nichts gemacht, der weckte seinen Unmut. Victor hatte sich nicht zu entschuldigen. Er war sein Sohn, ein Furius,  auch wenn er nur ein Plebejer war. Oder steckte etwas zu viel von Deirdre in ihm?  Sklavenblut?
"Findest du nicht, dass du schon etwas zu alt bist für solche kindischen Spiele?", fragte Saturninus fast sanft und fuhr fort:
"Es heißt auf gutem Latein: Ich habe Carus erschreckt oder Carus hat sich erschrocken. Ich glaube Dir, dass du ihm nichts getan hast. Was du auch immer denkst: Ich kenne Carus Schwächen nur zu gut. Er stolpert selbst im Sitzen über die eigenen Füsse"
Der letzte Satz klang bitter. Carus, Saturninus ältester Sohn aus seiner standesgemäßen Ehe, war unbegreiflich langsam im Denken und körperlich ungeschickt. Vielleicht lag es auch an Phaedra, dachte Saturninus. Wie viele Menschen glaubte er, dass die Eigenschaften der Amme mit ihrer Muttermilch auf den Säugling übergingen. Deshalb waren Griechinnen so beliebt. Phaedra schien ihren kleinen Dominus gerne zu haben und pflegte ihn mustergültig. Dumm war die Sklavin aus Sparta nicht, ab und zu sagte sie etwas, das selbst Saturninus nachdenklich machte. Trotzdem: Ihr phlegmatisches Gemüt, und sie war pummelig und sprach generell nur selten....
Saturninus beschloss, Victor ein wenig in die Aufgaben eines Dominus einzuführen:
"Was hälst du von Phaedra, dem Kindermädchen?Dein Bruder Carus hängt sehr an ihr. Doch ich befürchte, dass sie ihm nicht die Förderung gibt, die er braucht. Sollte ich sie verkaufen?"
Er hatte Phaedra selbst besorgt und Furia Serena geschenkt. Er konnte sie nicht einfach verkaufen. Aber Saturninus ging davon aus, dass Victor das nicht wusste. Sollte er ruhig eine Entscheidung treffen.
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Honoratior von Iscalis
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Vor 1 Stunde,
Beitrag #6
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Während sein Vater sprach, hatte Aidan begonnen, die Spielzeugwaffen zu verstauen. Er war außergewöhnlich ordentlich, machte so gut wie nie Unordnung. Es war ein Kontrast zu seiner bisweilen rauflustigen Natur. Doch ja, Ordnung hielt der Knabe, das hatte ihn schon die Mama gelehrt. Bei mehreren Buben in der Hütte hatte man ja etwas das Chaos ordnen müssen. Es diente jedoch auch als Methode, seinem Vater nicht in die Augen zu sehen. Seit alles anders war, sah er nicht mehr gern in Vaters Gesicht, das oft so wütend oder enttäuscht aussah. Jedenfalls fühlte es sich für ihn so an. Aus Aidans Sicht hatte sein Vater irgendwann aufgehört, ihn gern zu haben. Jetzt ging es nur noch darum, was er konnte. Es war... nicht sehr schön. Als Saturninus andeutete, dass sein Sohn bereits zu alt zum Schwertspielen war, zuckte dieser mit den Schultern, ohne ihn anzusehen.
"Aber Carus spielt das gern", lautete die Antwort schlicht. Die Verbesserung seiner Worte ignorierte der Knabe, bemerkte sie aber durchaus - ebenso wie den kleinen Seitenhieb gegen seinen Bruder.
So fürsorglich war er nicht immer gewesen. Als er gemerkt hatte, dass er nicht mehr nach Hause durfte, hatte er Carus genauso doof gefunden wie alles hier. Aber das hatte sich in dem Moment geändert, als er gemerkt hatte, dass etwas an ihm anders war. Er hatte bereits geahnt, dass er es schwer haben würde. Seitdem kümmerte er sich hingebungsvoll um den einfältigen kleinen Bruder.
"Sonst spielt ja niemand mit ihm." Es war sehr einfach, den Satz als etwas völlig Harmloses abzutun, doch wer wusste, wie klug der Dreizehnjährige war, der hätte womöglich einen Angriff auf seinen Vater dahinter erahnen können. Der Vater, der hin und wieder mit den Sklavenkindern im Atrium spielte, aber nicht mit seinem Sohn. Seinen Söhnen. "Er hat heute mit mir Lesen geübt. Er hat den ganzen Absatz geschafft!" Vielleicht entlockte dies ihrem Vater ja mal ein Lob. "Er denkt, wenn er es schafft, den Text fehlerfrei vorzulesen, freust du dich für ihn." 'Dann spielt Papa bestimmt auch mit!', hatte er sich gefreut. Aidan wusste, dass es nicht reichen würde...
Der junge Furius Victor sah nicht gerne, wie sein kleiner Bruder immer wieder enttäuscht wurde und es doch mit Fassung trug. Weinen tat Carus beinahe nur, wenn sie allein waren. Und Victor? Der weinte nur noch, wenn er wirklich ganz für sich allein war.
"Wenn du Phaedra verkaufst, wird Carus nie mehr froh. Lass sie ihm doch wenigstens. Sie ist so lieb und er braucht sie", bat er leise, denn die Amme kümmerte sich verdammt nochmal viel mehr um seinen Bruder als seine eigene Mutter. Furia Serena war wirklich eine Furie, dachte Aidan erbittert. Sie mochte ihn nicht, weil er eine andere Mutter hatte, obwohl die zuerst dagewesen war! Und Carus mochte sie sicher auch nicht.
Aidan verbitterte langsam, den Blick jetzt auf den Boden vor Saturninus gerichtet. Sein nach vorn gerecktes Kinn zeugte von seinem Unwillen, doch verlieh es ihm auch jene würdevolle Ausstrahlung eines echten Furiers.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
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