11-23-2024, 05:50 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Officium des Hausherren
"Erlaube mir, dir einen Löffel als Andenken zu verehren, Lady Gerwina", sagte Eisu Ap Comux sofort. Sein Gast sollte essen, nach was ihr der Sinn stand. Er selbst stand auf und wählte unter den unberührten Löffeln einen aus, der aus reinem Gold war. Dennoch war er zierlich und lag gut in der Hand. Am Ende verbreiterte er sich und zeigte das Zeichen seines Hauses, ein springendes Pferd
"Damit Du uns hier niemals vergisst"
Über die moderne Kunst lachte er herzlich: "Manchmal wird etwas Geflicktes schöner als es zuvor war. Ich hoffe, dass das auch für geflickte Herzen gilt"
Damit meinte er sein eigenes Herz.
Und Gabinia Clara wünschte keine Sänfte. Reiten wollte sie hoch zu Ross wie eine Amazone - oder eine keltische Fürstin. Ein anerkennendes Lächeln spielte um Eisu Ap Comux Lippen, während er seine dunkelblauen Augen in die ihren versenkten:
"Dein Wunsch ist mir Befehl, Lady Gerwina. Wir werden reiten. Doch sage mir: Wünschst Du dir ein lammfrommes Tier, das dich sicher wie in einer Sänfte trägt oder darf es etwas Temperamentvolles sein?"
Eisu war gespannt, was die Gabinia antworten würde.
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11-25-2024, 05:54 PM,
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Gabinia Clara
genannt Gerwina
  
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RE: Officium des Hausherren
Als Gerwina sagte, sie hätte ihren Löffel nicht dabei, stand Eisu auf und gab ihr einen mit den Worten, es wäre ein Andenken, damit sie alles hier niemals vergisst. Ungläubig starrte Gabinia auf diese Kostbarkeit, die aus purem Gold war und für einen Moment lang war sie sprachlos. Dann trank sie einen Schluck Wasser aus ihrem Becher. Eisu Ap Comux Aufmerksamkeit und seine Großzügigkeit berührten sie zutiefst. "Danke, mein Fürst, für dieses Kleinod, es ist wunderschön." Voller Zuneigung sah
sie ihn an,"Niemals werde ich dich vergessen, edler Eisu Ap Comux, nun möchte ich aber gerne etwas von diesem Brei essen,
mit meinem Löffel!"
Dann lachte der Gastgeber herzlich über "die moderne Kunst" und meinte, dass etwas Geflicktes könnte sogar schöner sein, als zuvor und hoffte, dass es auch für geflickte Herzen gelten würde und Gerwina ahnte, dass er über sein Herz sprach, das ihm seine Ex-Verlobte gebrochen hat, "Aber ganz bestimmt gilt es auch für die geflickten Herzen!", die junge Frau nickte und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln.
Weil Gerwina es ablehnte, sich mit der Sänfte ihren Ausflug zu machen, hat Eisu sie gefragt, welches Pferd sie dann reiten möchte, ein lammfrommes oder ein mit Temperament. Dabei blickte er sie mit seinen dunkelblauen Augen an und ihre Blicke begegneten sich. Dann lachte Gabinia ihr glockenhaftes Lachen und zeigte auf den goldenen Löffel: "So ein Pferd möchte ich reiten, mein Fürst, wenn möglich!"
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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11-26-2024, 04:25 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Officium des Hausherren
Eisu Ap Comux schüttelte bedauernd den Kopf: "Ich hörte, dass die Parther im fernen Osten goldfellige Pferde züchten. Aber sie haben nie den Weg bis in unser regnerisches Britannien gefunden.
Wenn es also nicht Gold ist, verehrte Lady Gerwina, darf es dann Silber sein? Ich habe eine nahezu silberfellige Stute hier. Sie ist etwas scheu, und die Knechte meinen, sie stamme auf Grund ihrer Erscheinung von den Ceffylau dŵr ab"
Er sprach das wie "Cefeledur" aus:, erklärte jedoch seiner Besucherin nicht, was für Wesen das waren, sondern redete weiter:
" Dieses Gerücht ist jedoch Unsinn, denn Argante, so heißt die Stute, ist gutmütig und dazu schnell wie der Wind. Wagst du es, sie dir zu zähmen, Lady Gerwina? Dann überlasse ich sie dir gerne" Argante bedeutete Silber.
Eisu Ap Comux lächelte, dabei behielt er Gabinia Clara im Auge, denn er wollte nicht, dass sie allzu müde wurde. Sie hatte ja bereits einen langen Weg hinter sich.
Der Hausbarde Cuno sang nun ein Märchen. Diesmal versuchte er nicht, kunstvoll zu sein, sondern erzählte es so schlicht, wie es das Volk erzählte. Das lag ihm entschieden mehr als die alten, komplizierten Lieder. Eisu Ap Comux musste sein Britonisch übersetzen, und während er sprach, spielte Cuno eine sanfte Melodie, und wenn Eisu Ap Comux schwieg, so griff der Sohn des Cunomoltos den Faden wieder auf.
" Weit im Norden lebte ein Fischer,
der wanderte in einer Sommernacht am Strand,
da sah er wunderschöne Mädchen,
sie tanzten Reigen im Mondenlicht.
Der Fischer freute sich und kam näher,
da erschraken die Mädchen sehr,
griffen zu Fellen, die zu ihren Füßen lagen und
schnell verwandelt sprangen sie ins Wasser.
Sie waren nämlich Seehundleute
Aber ein Fell blieb zurück, eine Meeresfrau
und so sehr sie auch bat um ihr Fell,
der Fischer gab es ihr nicht wieder,
sondern nahm sie mit nach Hause und
machte sie bald zu seiner Frau.
Arme Seehundfrau, armes Meeresmädchen,
deine Sehnsucht war groß nach dem Spiel der Wellen,
doch du konntest nicht in dein Reich zurück,
denn dein Fell hielt der Fischer verborgen.
So vergingen die Jahre, und sie hatten drei Kinder,
drei Kinder wuchsen heran und spielten am Strand,
da fand eines ein Fell hinter Ginster verborgen:
"Mutter, schau, was ich Seltsames gefunden habe!"
" Ach liebstes Kind, das gehört ja mir.
Mein Herz bricht,
da ich euch verlasse.
Aber nun kann ich heimkehren
in das nasse Reich, aus dem ich kam!"
Und die Mutter weinte silberne Tränen.
Sie legte das Fell an, die Fischersfrau
und plötzlich sprang ein grauer Seehund
von den Klippen
und ward nie wieder an Land gesehen"
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11-27-2024, 05:54 PM,
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Gabinia Clara
genannt Gerwina
  
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RE: Officium des Hausherren
Leider hatte der keltische Fürst kein goldfelliges Pferd, er hörte, dass diese Tiere in der fernen Parthien gezüchtet werden, aber er hatte eine silberfellige Stute, die zwar scheu ist, aber seine Knechte meinten, sie stammt aufgrund ihrer Erscheinung von den Cefeledur ab. Dabei merkte Gerwina, dass Eisu ihr etwa verheimlicht, ließ ihn aber weiter reden ...
"Danke, werter Eisu Ap Comus, Argante ist ein schöner Name, wenn diese silberfellige Stute auch gutmütig und schnell wie der Wind ist, werde ich versuchen, die zu zähmen", Gerwina nickte, "Aber bevor ich es tue, möchte ich doch wissen, wer oder was sind "Cefeledur" und über welche Gerüchte geht es?" dabei schaute sie ihn mit ihren großen dunkelgrünen Augen an, öffnete dann ihren Fächer und wedelte damit hin und her.
Inzwischen hat der Meister Cuno angefangen zu singen und Eisu übersetzte sein Britonisch, aber so fein, dass es sich wie ein zweistimmiges Lied anhörte und klang sehr harmonisch. Gerwina mochte die sanfte Melodie und die wehmütige Dichtung. Während sie das Lied hörte, merkte sie, wie müde sie war. Es war sehr viel an diesem Tag passiert. Zuerst die lange Reise, dann das so herbei gewünschtes Wiedersehen mit ihrem Fürsten, der sie so charmant und liebenswürdig empfangen hat und ihr ein schönes Geschenk machte und sie immer so lieb anlächelte.
Das melancholische Lied war zu Ende. "Ich danke euch beiden für diese so gefühlvolle Darstellung, ich kenne auch diese Wesen "Selkies" aus Erzählungen, die als Robben an den Strand kommen, sich in Menschen verwandeln und ihr Fell verstecken...", Gerwina machte eine kleine Pause und fuhr dann fort: "Aber jetzt möchte ich mich verabschieden, es ist schon sehr spät... ", sie stand auf, "Mein Fürst, ich bedanke mich für den schönen Abend und das gute Essen".
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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11-28-2024, 04:40 PM,
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Eisu Ap Comux
auch " Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: Officium des Hausherren
"Von den Ceffylau dŵr erzähle ich dir lieber im Sonnenschein, Lady Gerwina und nicht Nachts,", erwiderte Eisu ap Comux:
"Gleich morgen früh auf dem Weg zum See Gweder, wenn Du es wünschst. Aber Du wirst merken, dass Argante nichts mit ihnen gemein hat. Sie ist sehr lieb"
Nach dem Essen und der Geschichte über die Seehundfrau war Clara nun doch müde geworden. Eisu Ap Comux erhob sich ihr zu Ehren, als sie aus ihrem Korbsessel aufstand, um sich in ihr Cubiculum zu begeben:
"Ich habe zu danken für deine Gesellschaft", er schaute zu seinem Haussänger:
"Und dir auch Danke, Cuno. Pack Dir bitte ein, was vom Essen übrig geblieben ist, sonst verdirbt es"
Cuno lächelte erfreut, denn solche Leckerbissen bekamen die Comuxdiener nicht alle Tage. Er verbeugte sich und sagte etwas in seiner Sprache. Eisu übersetzte:
" Es war Cuno eine Freude, für die schöne Lady zu singen. Und ja, sie hat ganz Recht, das Lied handelte von den Selkies im hohen Norden"
Draußen vor der Tür klatschte Eisu Ap Comux in die Hände. Nisca erschien, die ihr Gähnen mit den Händen verbarg:
"Nisca, nimm die Lampe mit und bringe Lady Gerwina in ihr Gemach", befahl Eisu Ap Comux.
Nisca griff mit beiden Händen nach der Größten der Öllampen. Dabei schaute sie mit runden Augen Gabinia Clara an. Wenn es stimmte und ihr Herr die Dame heiraten wollte, so würde sie ja die neue Herrin werden. Sie wirkte netter als Lady Damona, die die Mägde herumkommandiert und den Herren hintergangen hatte.
"Bitte kommen mit mir, edle Domina", sagte die Dienerin freundlich auf Latein.
"Gute Nacht, liebe Lady Gerwina. Träume etwas Schönes. Man sagt, dass das, was man in der ersten Nacht in einem neuen Haus träumt, in Erfüllung geht", sprach Eisu Ap Comux.
Gabinia Clara war so anmutig und als sie an ihm vorbeiging, war sie ganz nahe, und ihr Haar glänzte im Schein der Öllampe golden. Der Keltenfürst hätte sie gerne geküsst, aber das war noch zu früh. Er neigte nur ganz kurz den Kopf und trat ein paar Schritte zurück, damit Clara sich nicht bedrängt fühlte.
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11-30-2024, 07:48 PM,
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Gabinia Clara
genannt Gerwina
  
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RE: Officium des Hausherren
Eisu Ap Comus hat Gerwina versichert, dass die Stute Argante sehr lieb ist und hat nichts mit diesen "Cefeledur", was es auch immer sein sollte, nichts zu tun. Und trotzdem wollte er es ihr lieber im Sonnenschein erzählen und nicht Nachts. "Gut, mein Fürst, auf diese schaurige Geschichte bin ich sehr gespannt!"
Als Gabinia sich für den schönen Abend bedankte und aufstand, erhob sich der Gastgeber auch und, charmant wie immer, dankte ihr für ihre Gesellschaft und auch Cuno wurde von seinem Herr gelobt, lächelte fröhlich und sagte etwas in seiner Sprache, das Eisu gleich übersetzte, "Danke, Meister Cuno", sagte Gerwina und lächelte ihn freundlich an. Vor der Tür erschien Nisca, als ihr Herr sie gerufen hat und befahl ihr, eine Lampe zu nehmen und die Gabinia in das Gästezimmer zu begleiten.
Nun war es Zeit, Abschied zu nehmen. Der Fürst wünschte Gerwina gute Nacht und schöne Träume, die, weil es ihre erste Nacht in diesem Haus wird, in Erfüllung gehen könnten. "Ich wünsche dir auch eine gute Nacht, mein Fürst, und freue mich schon über unseren Ausflug morgen ..." Gerwina nickte kurz mit einem sanften Lächeln und, während sie Nisca leichtfüßig folgte, ging sie an ihrem Fürsten vorbei, der ein paar Schritte zurücktrat, aber nah genug, um seine Nähe zu spüren und das war ein schönes Gefühl.
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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