Willkommen im Forum, Bitte Anmelden oder Registrieren

Gefangen zwischen den Welten - Ein Nachhauseweg
01-14-2024, 12:28 PM,
Beitrag #2
RE: Gefangen zwischen den Welten - Ein Nachhauseweg
Es war arschkalt draußen. Der Himmel hatte eine bleigraue Farbe und blieb in Wartestellung, ganz als ob er nicht wisse, ob er regnen, schneien oder stürmen wollte. Narcissus konnte dieses Wetter nicht leiden. Er brauchte Sonne. Wärme. Und einen Umschwung im römischen Modedenken. Hosen waren vielleicht unzivilisiert, aber sie hielten wenigstens warm!

Was mich trotzdem herausgetrieben hatte, war das gestrige Gespräch mit Aglaia gewesen. Nach all dem und den Gedanken, die er sich über Nacht gemacht hatte, brauchte er jetzt etwas Abstand vom einengenden Haus. Sonst war keiner auf der Straße. Natürlich, sonst war ja keiner so dämlich, sich hier draußen eine Erkältung zu holen, statt sich drinnen am Ofen aufzuwärmen.

Nun, Korrektur. Einer war offenbar doch so dämlich und es war niemand anderes als Owain. Den hatte er seit dem Empfang für den LAPP nicht mehr gesehen und ihre letzte Unterhaltung lag sogar noch weiter zurück. Damals hatte Saturninus die Statuen von ihm in Auftrag gegeben. Das war für sie vermutlich beide unangenehm gewesen. Doch obwohl er sich Mühe gegeben hatte, Owain sich nicht den Zorn des Furiers zuziehen zu lassen, hatte er den Eindruck, dass der Kelte ihn nicht besonders leiden mochte.
In Wahrheit hätte er ihn bemitleidet, hätte er es nicht geschafft, was keiner sonst schaffte: Sich in eine Hetäre zu verlieben und sie für sich zu gewinnen. Mal ehrlich, wer konnte das von sich behaupten? Verlieben taten sie sich alle. Und alle wurden sie unglücklich. Dieser hier hatte nicht nur das Mädchen bekommen, sondern auch noch Freiheit, Ruhm und ein Kind. Ging wohl nicht viel besser. Insofern konnte man Owain wohl für vieles beglückwünschen.
Doch es liegt in der Natur des Menschen, immer neue Gründe dafür zu finden, lieber unglücklich zu sein. So war es bei Aglaia. Und so würde es auch hier sein, wenn man ihren Worten Glauben schenkte.
"Owain! Geliebter Schwager, was macht die Kunst?", fragte er heiter, wenn auch zittrig. Er hoffte, dass sich der Blonde wenigstens in  Bezug auf ihn etwas sicherer fühlte, wenn Narcissus die Verhältnisse geraderückte. "Götter, du hast recht. Es ist wirklich erbärmlich kalt. Ich frage mich, warum zur Hölle ich Rom je verlassen habe. Da war es wenigstens warm! Ich schwöre, ich stehe kurz davor, einen auf Nero zu machen und die ganze Stadt abzufackeln, nur damit es mal wärmer wird...
Nun, egal. Was führt dich her? Ich nehm an, du besuchst Frauchen und Töchterchen?"
[Bild: 1_26_01_24_4_36_43.jpeg]
Zitieren
 


Nachrichten in diesem Thema
RE: Gefangen zwischen den Welten - Ein Nachhauseweg - von Narcissus - 01-14-2024, 12:28 PM

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste