Unwillkürlich schaute Saturninus sich um. Die Bemerkung von Narcissus, auch wenn sie nicht ernst gemeint war, hätte dem Furius unter anderen Umständen den Kopf kosten können. Aber sie waren nicht in Rom, sondern in Iscalis, und es war niemand hier außer ihnen beiden:
" Meinen Eltern hat die Gier nach Macht nur Unglück gebracht", sagte er und wurde ernst. Böse war er nicht, nur ernst, er streichelte Narcissus goldenes Haar:
"Da sie nicht herrschen konnten, wollten sie beide nicht mehr leben. Um ein Haar hätten sie auch mich in ihr Unglück gerissen. Aber der Kaiser war großmütig. Ich bekam das furische Vermögen, und ich fiel nicht in Ungnade"
Vermutlich war Saturninus Kaiser Vespasian zu jung und zu unbedeutend erschienen, um ihn umbringen zu lassen.:
" Ich bin den Flaviern daher dankbar. Vespasian regiert weise. Es hat Kaiser gegeben, da war man wegen weit weniger dran", Saturninus machte eine Geste des Halsabschneidens. Es war aber wahr: Politisch war er Kaiser Vespasian ergeben, auch wenn er nicht wirklich "von Geblüt" war:
"Ich denke, dass Titus auch so gescheit regieren wird wie Papa. Wenn er erst die orientalische Prinzessin in den Wind schießt!"
Der Gedanke an Titus und Berenike im Bett hatte ihn wieder erhitzt. Seine Lippen wanderten über Narcissus Nacken:
"Du bist entschieden hübscher als sie und hast die angenehmere Stimme", murmelte er:
"Lust auf eine zweite Runde?"
Sim off: Das ist Saturninus Vorgeschichte