(12-20-2023, 11:19 PM)Ceridwen schrieb:
Petilius wurde nicht müde, weiter nachzufragen, ob es nicht doch eine passendere Gottheit gäbe, die an einem nahen Ort Verehrung fand. Ebenso Furius Saturninus, der mich sehr eifrig beschwichtigte, dass ich mich nicht sorgen müsste, denn die Römer würden alle fremden Götter respektieren. Allerdings glaubte ich ihm das nicht, denn ich bezweifelte, dass diese Röme andraste in ihren Götterhimmel aufnehmen würden.
Mir fiel natürlich spontan Brigids Quelle und ihr Forst ein. Aber natürlich würde ich die dortigen Schwestern nicht verraten, denn das würde ihr Ende bedeuten! Also zuckte ich mit den Schultern. "Verehrter Petilius Rufus. Leider sind unsere heiligen Quellen und Haine verwaist, nachdem die keltische Priesterschaft vertrieben oder getötet wurden. Doch wenn ich mich recht erinnere, gab es hier in der Nähe tatsächlich eine heilige Quelle in einem heiligen Hain, die der Brigid geweiht war. Die Quelle liegt unweit der Straße nach Dubris, einige Stunden von Iscalis entfernt." Dort war natürlich niemals ein Heiligtum gewesen, aber das musste dieser Römer ja nicht wissen. Dort konnte er einen Tempel errichten lassen, wenn es ihm danach verlangte.
Lucius Petilius Rufus nickte.
“Nun, das klingt doch wunderbar“, sagte er und meinte natürlich die Nähe einer nahen heiligen Städte, nicht deren fehlende Priesterschaft.
“Sofern du oder jemand anderes bereit wäre, die Stelle anzuzeigen, würde ich deren Consekration veranlassen. Ein kleiner Umgangstempel in der Nähe benötigt dann nicht viel Pflege und keinen eigenen Priester. Ich denke, die Stadtkasse kann sich sicher einen Aedituus für die allgemeine Pflege leisten.“ Der letzte Hinweis ging an den Princeps Officii, der zwar nicht zur Stadtverwaltung gehörte, aber sicher bei diesen die nötigen Schritte einleiten konnte. Oder er konnte es zur Steigerung seines Ansehens aus eigener Tasche spenden, das war Rufus recht gleichgültig. Er selbst war erst einmal zufrieden, eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben und Römer und Einheimische einander wieder ein bisschen näher zu bringen.