(12-20-2023, 03:50 PM)Didia Corona schrieb: Was wolle er ihr damit sagen, warum sprach er von Andromachus?
Corona hielt sich an nachzudenken, nicht jetzt erneut in Panik zu verfallen. Vielleicht hatte er sie doch nicht erkannt…ja genau das musste es sein.
„Dann hattest du wirklich einen der besten Ausbilder, der Leibarzt des Kaisers. Ich bin beeindruckt und zugleich geehrt das ich in den Genuss kam. Warum bist du nicht in Rom geblieben, als neuer Leibarzt?“
Corona war sich zwar noch nicht absolut sicher aber sie hatte sich beruhigt und griff mir ruhiger Hand nach einem Kelch, der von einem der Sklaven auf einem Tablett gereicht wurde.
Er war mit verdünntem Wein gefüllt, etwas auf das sie eigentlich verzichten wollte aber vielleicht war es jetzt genau das richtige um sich weiter zu beruhigen.
„Was Claudia Sabina da erzählt scheinst du ja wirklich ein begnadeter Medicus zu sein, so jemanden erwartet man wirklich nicht hier bei uns in der Provinz, vielleicht noch in Londinum aber doch nicht hier.“
Sie wollte ihn in eine Gespräch verwickeln um zu erfahren warum er hier war, war er vielleicht von ihrem Onkel geschickt um über sie zu berichten?
Eigentlich wollte Onkel Titus ja nicht wissen wo sie war und was sie trieb aber vielleicht hatte er doch jemanden hinter ihr hergeschickt oder?…nein daran wollte und durfte sie erst gar nicht denken. Quintius war nicht so vernetzt, das war nicht möglich….basta.
" Ich war nur einer unter den Auszubildenden des Leibarztes und habe während meiner Zeit auf dem Palatin vor allen Dingen die kaiserlichen Palastsklaven betreut, werte Didia Corona", antwortete Pytheas:
"Dein Lob ehrt mich sehr, auch wenn es zu viel der Ehre ist. Mein Auftrag ist kein Geheimnis: Mein Patron, der allergnädigste Caesar Augustus, ist aus wirtschaftlichen Gründen daran interessiert, die Bleikrankheit, die so viele Opfer unter den Minenarbeitern fordert, einzudämmen. Ich habe daher eine Versuchsreihe in den hiesigen Bleiminen begonnen. Das dieser Ort hier ausgewählt wurde, ist tatsächlich dem Zufall geschuldet. Ich habe eine Mine von eher kleinen Dimensionen gesucht....Entschuldigt, ich möchte die Damen keinesfalls mit Details langweilen und schon gar nicht auf einem Fest. Das passiert, wenn man einen Medicus nach seiner Arbeit fragt"
Pytheas lächelte höflich.
Er hatte für seine Versuche eine Mine so weit weg von Rom wie möglich ausgesucht. Dort in der Hauptstadt klebte die Vergangenheit wie Pech unter seinen Sohlen. Es war Ironie der Götter, an deren Existenz er nicht glaubte, dass ihm nun hier in Iscalis seine Vergangenheit in Coronas Gestalt direkt gegenüber stand.
Indirekt gab Pytheas ihr Auskunft: Er sagte Didia Corona, dass er von Vespasian geschickt worden war. Sein Auftrag beinhaltete in regelmäßigen Abständen Berichte an die kaiserliche Kanzlei zu schicken. Der Kaiser würde keinen Sesterz ausgeben, ohne einen genauen Bericht über dessen Verwendung zu verlangen.
Inhalte von Pytheas Berichten waren der Fortgang seiner Forschungen und andere Gesundheitsfragen - doch vielleicht auch alles, was besonders und was auffällig war. (Zumindest Tribun Ovidius Decula hatte geglaubt, dass Pytheas auch Berichte über einzelne Persönlichkeiten nach Rom sendete)
Pytheas betonte daher, dass er arbeitssüchtig und womöglich auch ein Fachidiot war. Mochte Didia Corona ihn langweilig finden, das war besser als verdächtig!