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Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus
12-06-2023, 08:34 PM,
Beitrag #57
RE: Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus
(12-06-2023, 05:47 PM)Ceridwen schrieb: Es schien mir, dass Petilius Rufus tatsächlich ein Mann war, der zuvor seine Hausaufgaben gemacht und brav seinen Caesar gelesen hatte, bevor er in dieses Land gekommen war. Allerdings machte er denselben Fehler wie alle Römer. Er steckte 'die Kelten' alle in ein Fass und rührte kräftig um. Doch was für die Stämme Galliens galt, musste nicht zwangsläufig auch auf die Stämme Britannias oder Hibernias zutreffen!

"Ich habe davon gehört, dass die Menschen auf dem Festland Rosmerta und euren Mercurius gleichermaßen verehren. Man spricht sogar davon, dass die beiden Götter eine Ehe eingegangen sind. Doch ich fürchte, die beiden sind hier noch nicht richtig angekommen. Unser Gott der Schmiedekunst ist Govannon. In Hibernia nennt man ihn Goibniu (sprich: Govnu) und in Gallien Gobanos", antwortete ich auf Petilius‘ Frage.

Auch Furius Saturninus zeigte plötzlich Interesse für dieses Thema und erkundigte sich nach der Stellung der Handwerker und insbesondere der Schmiede. Im Gegensatz zu den Römern schätzen wir all diejenigen, die es vermochten, Großartiges mit ihren Händen oder mit ihren Stimmbändern zu vollbringen. "Diese Hochachtung gilt sowohl für die Kunst als auch für den Künstler, verehrter Furius Saturninus. Handwerker und insbesondere Schmiede sind, wie Barden und Dichter, Männer der Künste und stehen sehr hoch in der Gesellschaftshierarchie. Unter dem König und dem Adel natürlich, aber deutlich über dem gemeinen Volk, denn sie beherrschen die Kunst, die ihnen die Götter verliehen haben. Wie man ganz deutlich an dieser Statue sehen kann." Nun ja, von dieser Gesellschaftshierarchie war nicht mehr viel übrig geblieben, seitdem die Römer hier waren. Doch auch wenn die Zeit der großen Könige und Anführer vorbei war, wussten die Leute dennoch, wem sie Hochachtung entgegenzubringen hatten.

Lucius Petilius Rufus hörte aufmerksam zu.

“Govannon also“, wiederholte er den fremden Namen für Vulcanus und überlegte schon, wie er dieses Wissen nutzen könnte. Als ceridwen dann aber meinte, dass Barden und Dichter ebenfalls so hoch standen, musste er ein Schmunzeln unterdrücken. “Nun, da sind die Kelten dann wohl den Griechen etwas näher als den Römern“, meinte er diplomatisch. Denn kein Römer würde einen Schauspieler als besonders hochstehend ansehen. Die Griechen hatten ihre Kitharoden und Rhapsoden, und auf römischen festen wurden diese durchaus auch gehört. Aber Nero war eben mit dieser Art, das selbst zu leben, letztendlich vom Volk verspottet und schlussendlich gestürzt worden. Es entsprach einfach nicht der römischen Art.
“Aber einen kleinen Tempel für Vulcanus, oder eben Govannon, könnte ich mir durchaus vorstellen. Nichts übermäßiges, ein kleiner Umgangstempel. Denkst du, dass so etwas Anklang fände bei den Bewohnern Britannias?“ fragte Rufus Ceridwen direkt. Immerhin war sie ja Keltin. Und die Götter zu besänftigen und gleichzeitig die aufrührerischen Umtriebe im Keim zu ersticken? Was könnte es besseres geben? Zumal Furius Saturninus ihm ja von einer Explosion mit schwer löschbaren Feuer berichtet hatte. Was läge da näher als Vulcanus um Hilfe zu bitten?
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RE: Die Reichen und die Schönen - Cena zu Ehren des Statthalters Petilius Rufus - von Lucius Petilius Rufus - 12-06-2023, 08:34 PM

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