(06-27-2023, 09:30 AM)Accia Prisca schrieb: Prisca nickte ihm kurz zur Begrüßung zu, wie so ziemlich jedem, der in ihre Nähe kam. Sie machte sich keine Illusionen, dass ohnehin niemand mit diesem schrecklich langen und dürren Mädchen würde reden wollen, das einfach nur dastand und herumschaute. Und ein wenig war ihr das sogar recht, da sie sowieso nicht wusste, was sie dann sagen sollte.
Merula schien nicht anwesend sein zu können, und Saturninus war da ein wenig hin- und hergerissen, einerseits neigte er zu dem Aberglauben, dass alles Missgestaltete Unglück bringen konnte, anderseits schätzte er den Excenturio, der im Kampf für Rom seine Gesundheit und beinahe sein Leben gelassen hatte, sehr. Er beschloss die Sache, dem Willen der Götter zu überlassen. Bestimmt würde Prisca Unterhaltung finden - zu übersehen war sie nicht, obgleich sie sich darum bemühte.
(06-27-2023, 02:56 AM)Marcus Iulius Cato schrieb:
Noch einmal tief einatmend betrat er die Villa und ja, natürlich es sah aus, als wenn ganz Iscalis schon vertreten wäre. Trotzdem hatte er Glück, er hatte es noch vor der Opferzermonie geschafft. Wenn er dass gerade richtig gesehen hatte näherte sich der Priester. Er hoffte, dass es unauffällig wäre wenn er sich den anderen in Richtung Garten anschloss.
Iulius Cato betrat entschlossenen Schritts die Räumlichkeiten. Saturninus bemerkte ihn, und er wünschte sich an diesem Tag keine auch nur unterschwellige Feindseligkeit. Sein Hochzeitstag sollte ganz im Zeichen von Liebe und Ehe stehen. Später mochte man sich wieder hinterrücks erdolchen wollen - heute nicht!!![/font][/align]
Saturninus entschuldigte sich daher bei der Gruppe, bei der er stand und begrüßte den Iulius, in dem er ihm beide Unterarme umfasste:
"Sei gegrüßt Iulius Cato, es freut mich sehr, dass Du gekommen bist", einer der Sklaven - Saturninus hatte für die Feier auch seine eigenen verliehen - kam sofort heran und erwartete die Wünsche des Militärtribuns.
Saturninus wagte ein kleines Lächeln:
"Gesetzt des Falls, dass du nach einer rotblonden Claudia Ausschau halten solltest, ich sah sie kürzlich Anweisungen für die Präsentation der Geschenke Geschenke geben. Erweise mir doch bitte die Ehre, später an meine Seite als Zeuge für das Hochzeitsritual zu kommen, ich würde mich freuen"
*
Der Priester Curtius näherte sich nun Saturninus und flüsterte ihm etwas zu. Es war an der Zeit für die Opferzeremonie.
"Werte Serena, bitte komm an meine Seite“, sagte Saturninus zu seiner Braut. Ein wenig angespannt war er, und er hoffte auf den Segen der Götter. Hoffentlich würde nichts schief gehen. Aber dann dachte er, dass er immer den Unsterblichen seine Achtung und alle vorgeschriebenen Opfer dargebracht hatte. Sie würden ihn nicht in Stich lassen:
"Verehrte anwesende Gäste! Bitte kommt nun alle mit in den Garten. Das Opfer an die Göttinnen Iuno, Tellus und Ceres wird vollzogen werden, um unsere Ehe zu segnen. Mögen Sie uns gewogen sein“
"Haltet ein mit dem Sprechen!“, forderte Priester Curtius die Gäste auf. Gleichzeitig verstummten die Musikanten.
Der Priester wartete erst, bis völlige Stille herrschte.
Dann zog er seine Toga noch römischer Sitte über den Kopf, dann nahm er eine Schüssel lauwarmen Wassers und einen Pinsel aus Ochsenschwanzhaar entgegen und begann das zuvorderst stehende Brautpaar und die nächsten Gäste symbolisch zu reinigen, in dem er sie mit Wasser besprengte:
"Vater Ianus, öffne die Tür und empfange Wein und Weihrauch" Priester Curtius brachte ein Trankopfer dar und entzündete den Weihrauch.
Währenddessen wurde das bekränzte und ganz saubere Opferschwein durch den Opferschlachter heran geführt, Man hatte ihm Nepenthes gegeben, um es ruhig zu halten und so ganz ergeben trabte es der Welt der Götter entgegen. Irgendwo wartete noch ein zweites, ebenso mit Opium betäubtes Schweinchen. Wenn alles gut ging, wurde das nicht geopfert, sondern wanderte direkt in die Küche.
"Große Göttin Iuno, Beschützerin der Ehe und der Familien!
Ceres und Tellus, Beschützerinnen der Ernte!
Seht wohlwollend auf die Verbindung von Tiberius Furius Saturninus, des Aulus Furius Sohn und der Lucretia Serena, Tochter des Lucretius Ursus und Mündel des Consulars Manius Claudius Menecrates!
Dieses makellose Schwein bringen sie euch als Opfer dar, damit ihr wohlwollend auf ihre Ehe blickt und ihnen Erben gewährt, auf dass Rom blühet und gedeihet"
Der Opferschlächter, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, hob nun die Axt und fragte den Priester:
"Agone?"
Der antwortete:
"Age!"
Er schlug zu. Der reichliche Blutstrom war ein gutes Zeichen. Der Priester benutzte sein Opfermesser, die Eingeweide zu lesen. Das Tier war jung und von gesunder Erscheinung gewesen. Das bewahrheitete sich auch inwendig. Es hatte eine schöne glatte Leber und wies nirgends an seinen Organen eine Missbildung auf:
"Die Unsterblichen segnen eure Ehe!"