RE: Triclinium | Balventius Scapula zu Gast
Natürlich hätte ich mir einfach das nehmen können, was ich wollte. Doch das wäre eine sehr plumpe Herangehensweise gewesen. Sich nehmen, was einem beliebte, das tat ihr Mann wahrscheinlich schon. Wobei ich mich immer noch fragte, wie er das wohl anstellen sollte. Aber durch meine Zurückhaltung hatte ich eine Menge erreicht. Wenn sie vorher auf einen Kuss gehofft hatte, verzehrte sie sich nun danach. Alles in ihr würde nun danach streben, Hürden, die es vorher gegeben hatte, mit Leichtigkeit zu überwinden. Ich musste nur ein wenig warten und sie weiterhin mit meinem bezaubernden Lächeln becircen. Dann würde sie schon von selbst mit einer Lösung aufwarten. Und so war es dann auch!
Meine Augen funkelten auf, als sie mir anvertraute, ihr Mann würde bald operiert werden. Diese Äußerung war so gut, wie ein JA! In ihrem Blick lag so viel in diesem Moment. Ein Bitten, ein Flehen, dass ich mich Ihrer doch endlich annehmen würde. Oh ihr Götter! Nun begriff ich endlich, wie nötig sie es hatte, endlich von einem Mann benutzt zu werden, wie es einer Frau in ihrem Alter und in ihrem Stand gebührte. Sie schrie förmlich danach! Nimm mich! Ja, ich würde sie nehmen, sobald ich in einer sicheren Umgebung alleine mit ihr war. Dann würde ich ihr zeigen, worauf sie alles bisher verzichten musste. Nun ja, wenn ich es von der praktischen Seite betrachtete, wäre sie dann vielleicht sogar eine Option für mich, falls ihr edler Gatte das Zeitliche segnete und seine Operation nicht überlebte. Dann würde ich mich, in all meiner Großmut, um die untröstliche Witwe kümmern.
"Ich werde etwas für uns arrangieren, meine Liebe!", ließ ich sie wissen. "Erwarte eine Nachricht von mir, in der ich dir alles mitteilen werde, was du wissen musst, " fügte ich noch etwas geheimnisumwittert an. Allein das genügte schon, dass sie nun doch wieder einen kleinen Schritt auf mich zu kam und um einen Kuss bettelte.
Es folgte ein kurzer Seitenblick zu Ganymed, der mir sofort signalisierte, dass noch alles im grünen Bereich war, dann ein weiteres betörendes Lächeln. Erst dann legte ich vorsichtig meine Hände an ihre Schultern, zog sie sachte zu mir hin und drückte meine Lippen auf ihrer. Sachte, ganz sachte ging meine Zunge auf Eroberungskurs und suchte sich ihren Weg in ihren Mund. Für einige Sekunden sollte sie eine Vorstellung bekommen, was sie alles erwarten würde, wenn wir uns trafen. Erst dann ließ ich langsam und nicht überstürzt wieder von ihr ab. Sofort war wieder ein Lächeln auf meine Lippe. "Oh meine Liebste, das war so wunderschön! Ich danke dir für diesen Kuss!" hauchte ich ihr zu.
Dann plötzlich wurde meine Aufmerksamkeit wieder auf meinen Sklaven gelenkt, der mir unmissverständlich klarmachte, dass der Hausherr auf dem Weg ins Triclinum war. "Oh, dein Mann kommt!" warnte ich sie leise und ging einen Schritt auf Distanz zu ihr. Schnell nahm ich wieder mein Getränk an mich und nahm einen Schluck.
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