RE: Das Gemach von Ti. Furius Sat. (Cubiculum)
Was ein paar Tage in Ketten doch ausmachen, dachte Saturninus etwas desillusioniert. Er hätte gewünscht, dass sie ihm gehorchte, ohne dass er zu Zwangsmaßnahmen greifen musste, einfach deswegen, weil sie zur furischen Familia gehörte.
Normalerweise bedankte sich Saturninus nicht bei Sklaven, wenn sie ihren Dienst erfüllten. Ein Befehlshaber bedankte sich ja auch nicht bei seinen Soldaten. Dann fiel ihm aber auf, dass Sylvana ihm etwas versprach, was über ihre Pflicht hinaus ging: Stella den Brief zuzustellen, sobald sie ihre Herrin traf.
"Ich danke Dir für diesen Gefallen", sagte er. Er läutete nach Apollinaris, dem Hausvorsteher: " "Schließe Sylvana los", befahl er: "Sie soll sich waschen und eine frische Tunika anziehen. Danach in der Küche etwas trinken und essen. Und dann bringst du sie mir wieder her",
er ging davon aus, dass sie nicht versuchen würde, zu fliehen, da das auf Apollinaris zurückfallen würde.
Der Hausverwalter öffnete die Kette und half Sylvana, sie abzustreifen. Er stützte sie dabei und gab ihr auch dann seine Hand, denn die Sklavin war wackelig auf den Beinen. So führte er sie nach draußen.
Sidonius kam , den Blick gesenkt, herein und räumte die Ketten weg.
Saturninus wartete auf Gabinia Clara.
|