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Vater-Sohn Bonding-Experience
Gestern, 05:40 PM,
Beitrag #13
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Ein fast lausbubenhaftes Lächeln stahl sich auf Saturninus Gesicht:
"Ich habe haushoch verloren, Victor. Aber etwas Gutes hatte die Sache doch: Das Oktoberpferd ist das Handpferd des Siegers. Es wird dem Gott Mars geopfert. Da ich die Biga genommen hatte, ohne zu fragen, war ich doch froh, um die Ehre gekommen zu sein, sonst hätte es Prügel gegeben"
Statt den Jungen zur Vernunft zu rufen, beschloss er, ihm die Grundlagen des Rennsports höchstselbst beizubringen, denn das machte ihm selber viel zu viel Spaß ( Victors Bedenken bekam er ja nicht mit):
"Nein, ich habe mich bereits mit Frowin beim Plaudern ausgeruht, mir geht es gut. Ein bisschen kann ich Dir zeigen, wenn wir den Wagen nach draußen schaffen. Hilf mir bitte. Das ist übrigens mein alter Wagen, mit dem ich startete, da war ich kaum älter als Du heutzutage "
Es war schwer, schwerer als es Saturninus in Erinnerung hatte, doch vor Victors Erwartung wollte sich der Furius nicht lumpen lassen. Endlich stand das Gefährt dort, wo der Furius es haben wollte: Am Anfang des flachen Weges. Saturninus wischte sich mit dem Ärmel seiner Tunika ein paar Schweißtropfen von der Stirn:
"Zieh einmal deine Schuhe aus, mein Sohn. Ein Auriga wie Frowin übt ersteinmal barfuß auf dem Wagen. Du musst das Holz unter deinen Sohlen spüren, jede Erschütterung des Bodens und die exakte Neigung des Gefährts, noch bevor deine Augen es sehen“ 
Er stieg selbst kurz auf den hölzernen, noch unbespannten Korpus, um es vorzumachen:
"Stell die Beine breit auf. Die Knie bleiben elastisch, hörst du? So federst du die harten Stöße der Holzachse ab. Und verlagere dein Gewicht leicht nach hinten, sonst fliegst du beim ersten Anrucken vornüber“
Saturninus stieg ab, stauchelte dabei etwas und hätte sich beinahe lange hingelegt. Es war doch schon eine Ewigkeit her, seit er auf einem Rennwagen gestanden hatte.
Als der Junge seine Position eingenommen hatte, nahm Saturninus die schweren Lederzügel und wickelte sie Victor ein paar Mal, aber nicht allzu straff, um den Leib:
"Im Circus steuerst du nicht mit den Armen, dafür sind die Pferde viel zu stark“, erklärte er mit sachlicher Stimme. Saturninus konnte auch geduldig erklären, wenn ihm ein Thema am Herzen lag:
"Du lenkst allein durch das Zusammenspiel von Füßen und Verlagerung deines Körpergewichts"
Seine Miene wurde schlagartig ernst, und er tippte mit dem Zeigefinger auf Victors leere Gürtelseite: 
"Wir lassen es jetzt weg, weil wir erst einmal ohne Pferde üben, aber ein Wagenlenker fährt niemals, wirklich niemals ohne sein Messer am Gürtel“, schärfte er ihm mit eindringlichem Blick ein:
 "Da die Zügel normalerweise fest um deinen Bauch gewickelt wären, bist du eins mit dem Wagen. Wenn das Gespann stürzt oder der Wagen zersplittert, reißen dich die panischen Pferde mit. Ohne dieses gekrümmte Messer, mit dem du die Lederriemen im Bruchteil einer Sekunde kappen kannst, wirst du im Sand des Zirkus zu Tode geschleift. Es ist deine einzige Lebensversicherung.“

Der Vater trat entschlossen vor den Wagen, packte selbst die hölzerne Deichsel und simulierte mit kräftigen Rucken und plötzlichen Schwenks die Bewegungen eines echten Gespanns. 
"Lehn dich rein! Belaste die rechte Seite, wenn ich nach links ziehe! Halt dagegen, Victor!“, rief er ihm anfeuernd zu.
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Honoratior von Iscalis
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience - von Tiberius Furius Saturninus - Gestern, 05:40 PM

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