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RE: Auf der Wiese ...
Ich zeigte keinerlei Unterwürfigkeit. Ein freier Römer verbeugte sich nicht – erst recht kein Honoratior würde das tun. Stattdessen strich ich mir das nasse Haar aus der Stirn, blickte dem Tribunen direkt in die Augen, lächelte kaum merklich und sprach mit lauter, akzentfreier Stimme – im feinsten, fast singenden Latein der stadtrömischen Aristokratie, das meine liebe Fridila eben auch sprach. Tribun Ocella schien jedoch ein höflicher Bursche zu sein, daher verzichtete ich darauf, zu reden wie mein Schwager Saturninus und gab eine Erklärung ab, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen:
"Salve Tribun Ocella und verzeih mein... doch unrömisches Reisegewand. Es fehlt hier wirklich noch eine Verbindungsstraße, so dass ich tagelang querfeldein reiten musste, da sind Hosen und Mantel bequemer als eine Toga.. Es ist mir eine außerordentliche Beruhigung zu sehen, dass die Logistik des römischen Heeres in fähigen Händen liegt, edler Tribun, und dass eure Männer unsere Höfe und Wege beschützen. Daher verlief die Reise ohne Zwischenfälle, danke deiner Nachfrage",
Ich lächelte Elfried an, froh, sein gutes Gesicht zu sehen und klopfte ihm auf die Schulter, um ihn zu begrüßen.
"Verzeihung, wenn ich meine Schwester nun auf ein privates Wort entführe. Ich habe sie ewig nicht gesehen ", fuhr ich unverblümt fort, denn ich war müde und wollte Clara für mich haben. Ja, da regte sich brüderliche Eifersucht. Der Tribun schaute nämlich ziemlich gebannt zu meiner Schwester, ich kannte diesen Blick. Ich schaute Clara an. Die Höflichkeit gebot es natürlich, Ocella für später zum Abendessen einzuladen, da hatte ich nichts dagegen. Aber solange konnte sich ein anderer Comuxmann um die Belange der Legion kümmern.
Wir wurden unterbrochen, als die rothaarige junge Frau, die die Mäntel verkauft hatte, zu Clara kann
Sie machte einen Knicks: " Lady Gerwina, ich habe alles verkauft. Bitte nimm den Verdienst der Weberinnen an Dich" Sie gab meiner Schwester ein Geldsäckchen, in dem es laut klimperte. Ein Mann kam und meldete, dass alle Gänse, die zum Verkauf gestanden hatten, nun in römischer Hand waren.
" Lady Gerwina", dachte ich laut. So hatten die Dobunni Clara genannt, das hatte ich verstanden. Meine Schwester führte also in Eisus Abwesenheit den Oberbefehl auf diesem keltischen Hof. Das hätte ich mir auch denken können.
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