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RE: Zukunftssprünge & Altern - Thread
Falco war inzwischen 36 Jahre alt, und sein Geschäft lief erfolgreicher denn je. Nur in seinem Privatleben hatte sich wenig verändert. Aus verschiedenen Gründen hatte er bisher keine Frau gefunden, die er sich an seiner Seite vorstellen konnte. Ob er irgendwo Kinder gezeugt hatte, wusste er nicht. Sollte es welche geben, hatte das Schicksal bisher dafür gesorgt, dass sich ihre Wege nicht gekreuzt hatten.
Vor knapp zwei Jahren hatte er sich erneut auf den Weg gemacht, um bestehende Handelsabkommen neu zu verhandeln und neue Verträge abzuschließen. Zwei Monate, vielleicht drei – länger, so hatte er geglaubt, würde seine Reise kaum dauern. Er hatte seine Geschäfte in Iscalis in bewährte Hände gelegt und war mit der Zuversicht eines Mannes aufgebrochen, der es gewohnt war, seine Angelegenheiten unter Kontrolle zu haben.
Doch die Götter hatten andere Pläne mit ihm.
Während eines Besuchs in seiner Heimat war Falco in einen verheerenden Brand geraten. Die Flammen hatten ihm den Weg abgeschnitten, und dichter Rauch hatte ihm die Luft zum Atmen genommen. Er war verletzt worden und hatte eine schwere Rauchvergiftung erlitten. Mehr als einmal hatte es danach so ausgesehen, als würde er nicht wieder gesund werden. Der Mann, der sonst jede Schwierigkeit mit Entschlossenheit und einem spöttischen Lächeln meisterte, war plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen gewesen. Sein eigener Körper hatte ihm Grenzen gesetzt, die er nicht einfach ignorieren konnte.
Die Genesung hatte sich quälend lange hingezogen. Wochen waren zu Monaten geworden, und während draußen das Leben weiterging, hatte Falco lernen müssen, sich in Geduld zu üben – eine Tugend, die ihm noch nie besonders gelegen hatte. Selbst als die schlimmste Gefahr vorüber war, blieben die Schwäche und der hartnäckige Husten, die ihn immer wieder daran erinnerten, wie nahe er dem Tod gewesen war.
Zwei Jahre. Zwei lange Jahre, in denen er nicht hatte zurückkehren können, obwohl seine Gedanken immer wieder nach Iscalis gewandert waren. Zu seinem Handelshaus, seinen Geschäften und dem Leben, das er sich dort aufgebaut hatte. Er hatte sich gefragt, ob noch alles so sein würde wie zuvor, ob seine Leute die Stellung gehalten hatten und ob er selbst jemals wieder der Mann sein würde, der er vor dem Brand gewesen war.
Nun war er endlich zurück.
Doch als Falco wieder den vertrauten Boden unter den Füßen spürte, war die Erleichterung größer, als er sich eingestehen wollte. Die vertrauten Straßen, die Geräusche der Stadt und der Gedanke an sein eigenes Haus vermittelten ihm ein Gefühl von Sicherheit, das er lange vermisst hatte. Gleichzeitig blieb da diese leise Unruhe, die Erinnerung an Feuer und Rauch, die er nicht einfach abschütteln konnte.
Er war nach Hause gekommen. Und obwohl er fest entschlossen war, sein altes Leben wieder aufzunehmen, wusste er tief in seinem Inneren, dass die zwei Jahre ihn verändert hatten. Ob es ihm gefiel oder nicht – er war nicht mehr ganz derselbe Falco, der damals aufgebrochen war.
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