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Vater-Sohn Bonding-Experience
10-17-2026, 11:35 PM,
Beitrag #10
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Frowin kam nicht umhin, den stillen Kummer zu bemerken, der sich in Saturninus‘ Miene schlich. Noch ein Grund, nicht zu heiraten, dachte der Wagenlenker wehmütig, als er an Serenia dachte, und die Fragen, die sich der Hausherr stellen musste. Dessen Worte rückten Serenia in Frowins Augen in ein neues Licht, denn ihr Hass auf einen Jungen, der für seine Existenz nun auch nichts konnte, machte sie für ihn hässlich vor Abneigung. Er mochte solche Dramen nicht, zog es vor, sich ihnen zu entziehen, ehe sie außer Kontrolle zu geraten drohten. Er wusste jedoch, dass er es niemandem gestatten würde, seine Söhne schlecht zu behandeln, am allerwenigsten seiner Frau. Möglicherweise war er voreingenommen. Er fand Victor einnehmend. Freundlich, aber auch scharfsinnig. Und es kam ihm vor, als ob Saturninus den Jungen unterschätzte.
„Eben. Er kam vor ihr. Wäre Victor geboren, nachdem ihr geheiratet hattet, so könnte ich es ja noch verstehen. Letztendlich ist Carus der Stammhalter. Nichts, was Victor tut oder wie gut er in manchen Dingen ist, wird daran etwas ändern. Und wenn es Ärger gibt, heiße halt alle zur Ordnung. Ich glaube nicht, dass du dir um deinen Ältesten Sorgen machen musst. Der Junge ist schlau. Ich weiß, dass er nur so tut, als habe er Schwierigkeiten beim Latein oder Rechnen. Ich glaube, er ist gut vorbereitet.“
 
Sie widmeten sich den Pferden. Frowin leitete Perikles besonders akribisch an, damit Saturninus mit den Gedanken fortkam von all den düsteren Überlegungen. Immerhin sollte er sich auf seine Frau freuen und nicht innerlich bereits Feuer löschen, wo noch gar keine waren. Bei den Göttern, die würden früh genug kommen. Und Perikles erfüllte glücklicherweise auch die Erwartungen, sodass er sich alsbald dem Gutachten der parthischen Pferde widmen konnte. Seit damals hatte es diese Rasse Saturninus angetan. Die Himmelsdrachen waren teuer, aber auch Publikumsmagneten (fast so sehr wie er selbst!). Auch Frowin hatte etwas für die Tiere übrig, die ihren Artgenossen an Kraft und Stammbaum in nichts nachstanden.
Sie fachsimpelten noch nach einer Stunde, als die beiden Jungen längst von ihrem Ausflug wiederkamen. Beide waren ziemlich nass. Warum allerdings Victor Conor huckepack auf dem Rücken trug, wunderte Frowin.
„Was ist denn mit euch passiert?“
„Conor ist im Bach gestürzt“, erklärte der Ältere Junge erschöpft, während der rothaarige Zwerg unverschämt gut gelaunt schien. „Er meinte er kann nicht laufen, aber ich glaube, er wollte nur, dass ich ihn trage.“
Frowin wollte wetten, dass es so war. Denn sein kleiner Fuchs feixte als habe er gerade einen Hühnerstall leergeräubert. Auch Perikles war dem falschen Charme seines Ältesten schon zum Opfer gefallen. Doch Victor wirkte nicht überrumpelt, sondern gleichmütig. Er hatte dem Kleinen seinen Willen lediglich gelassen. Mit einem Mal war Frowin beruhigt. So einer würde auch den Zorn einer Matrone über sich ergehen lassen. Conor allerdings…
„Komm schon runter, Conor. Sowas tut man nicht“, entgegnete er streng, was den frechen Burschen jedoch nur milde beeindruckte.
„Lass uns bald wieder hingehen!“, beschloss er, ehe sich Frowin den Kleinen unter den Arm klemmte, wo er lachend protestierte. Der Wagenlenker seufzte.
„Heute gehst du nirgendwo mehr hin, du kleiner Wildfang. Komm, du brauchst ein Bad. Perikles, bring die Pferde unter. Saturninus, ich werde Fenia bitten, das Abendessen zurechtzumachen. Ruft mich, wenn ihr etwas braucht.“
 
Schon waren sie wieder zu zweit. Vater und Sohn. Victor richtete sich rasch wieder auf und wirkte ebenso würdevoll wie zuvor, wenn auch etwas nasser.
„Hat Frowin dir von seinem letzten Rennen erzählt?“, fragte er neugierig und betrachtete die Himmelsdrachen interessiert. „Die sind aber toll! Oh, ist der Wagen etwa auch hier? Darf ich mal drauf stehen, Papa?“
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience - von Furianus Frowin - 10-17-2026, 11:35 PM

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